"Benimm-Regeln" für Flüchtlinge, ein kleiner Leitfaden Deutscher Gepflogenheiten

Ist es gut, den Flüchtlingen so einen Leitfaden mitzugeben?

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    • (1) 08.10.15 - 16:40

      "Gemeinde veröffentlicht Benimm-Regeln für Flüchtlinge

      Der Bürgermeister des baden-württembergischen Städtchens Hardheim hat einen "Leitfaden" für Flüchtlinge formuliert und beschreibt darin, was es bedeutet, in Deutschland zu leben. Die Gemeinde erwähnt in ihrem Schreiben, dass in Deutschland Wasser für die Toilettenspülung verwendet wird, erläutert das Konzept von Privatbesitz oder klärt auf, dass Müll in Mülltonen gehört.

      Das Schreiben liest sich wie eine Kurzbeschreibung des Lebens in einer zivilisierten Gesellschaft - der Einstieg mag noch von großem Herzen und guter Absicht zeugen. Bei der weiteren Lektüre drängt sich allerdings die Frage auf: Weiß der Bürgermeister, dass die Flüchtlinge nicht von einem anderen Planeten kommen, sondern ebenfalls aus weitestgehend zivilisierten Gesellschaften? Aber lesen Sie selbst:"

      http://www.stern.de/panorama/leitfaden-fuer-fluechtlinge--hardheimer-buergermeister-ueberrascht-mit-benimm-regeln-6490412.html

        • Die gesetzlichen Regelungen decken sich nicht zwingend mit den kulturellem Gepflogenheiten oder religiös bedingten Eigenarten der muslimischen Flüchtlinge. Dass Frauen im Islam oft keine Gleichberechtigung erfahren, ist hinlänglich bekannt und da finde ich schon gut, dass man das den Zuwanderern gleich mitteilt. Ich befürchte, dass sich die muslimischen Ankömmlinge sonst nicht wirklich integrieren, sondern eine Parallelgesellschaft bilden und das darf einfach nicht passieren. Heinz Buschkowski hat das in einem Fernsehinterview sehr treffend formuliert: "Wie soll das gehen, dass man den Flüchtlingen ihre kulturellen Werte hier weitestgehend lässt? Man kann ihnen ja schlecht ein Stück eigenes Staatsgebiet übergeben und autonom lassen, sondern wir müssen über echte Integration sprechen und dazu gehört, dass sie unsere Werte akzeptieren und annehmen, nicht umgekehrt." (sinngemäße Wiedergabe).

          • Das ist bezogen auf ein Land wie Syrien mitnichten "hinlänglich bekannt", nur weil es zu den Vorurteilen einiger Leute passt.

            Syrien und Saddams Irak waren ausgesprochen laizistisch.

            Die rechtliche Gleichberechtigung ist ohnehin gesetzlich geregelt.

            Ansonsten geht es durchaus darum, wer in den Chefetagen sitzt, wer für vergleichbare Arbeit mehr verdient und wer eher von Altersarmut betroffen ist. Das zeigt nämlich, dass hierzulande eben auch nur sehr eingeschränkt Gleichberechtigung gelebt wird.

      Eigentlich sollte man annehmen das es selbstverständlich ist , und das auch jeder weis, aber...aufgrund vieler Vorkommnisse keine so schlechte Idee...

      für alle....

      • Das ist ja genau der Punkt, es ist eben NICHT selbstverständlich in anderen Ländern und Kulturkreisen!
        Kennst Du z. B. die japanischen Benimmregeln so richtig? Ich nicht. Da tritt man sowas von leicht ins Fettnäpfchen...

        Gerade Händeschütteln ist etwas sehr westliches bzw sogar auch deutsches, in vielen europäischen Ländern busselt man ja eher zur Begrüßung. In anderen Ländern verbeugt man sich einfach nur. Respekt wird dort durch Verbeugung bezeugt und nicht durch Händeschütteln.

        So geregelt wie der deutsche Straßenverkehr ist er in anderen Ländern auch nicht, und wer wo in welcher Richtung welche Fahrbahn benutzen darf, ist woanders bestenfalls eine Empfehlung. Mir kam im Indien auf der Autobahn nachts schon eine unbeleuchtete Dampfwalze (geisterfahrer) entgegen.
        TÜV und verkehrssichere Fahrräder? Hauptsache, man kommt damit voran.

        In Ländern mit Wasserknappheit sind WCs (mit Spülung) auch eher ungebräuchlich. Manchmal ist es auch verboten, das Toilettenpapier ins Klo zu werfen, da es nicht so gut kompostiert.

        Mülltrennung gibt es so wie in Deutschland auch nur in wenigen Ländern.

        Diesen speziellen Leitfaden finde ich jetzt echt fies, weil in ihm diverse unterschwellige Vorurteile und Klischees mitschwingen. Aber dieser Leitfaden hier erscheint mir ganz hilfreich:
        http://www.refugeeguide.de/de/

        Deutschland ist nicht das Maß aller Dinge und von jemandem, der auf der Flucht vor Krieg ist, erwarte ich nicht, dass er sich wie ein Auswanderer vorher zu 100% über alle Eventualitäten informiert hat. Diese Menschen hatten andere Prioritäten.

        • Es wäre schon sinnvoll den Leuten wirklich beizubringen, was hier anders funktioniert als in ihren Herkunftsländern.

          Aber dann darf man die Broschüren nicht ausschließlich in deutscher Sprache abfassen und dann gehört doch auch nicht hinein, dass man hierzulande seine Nordurft nicht in anderer Leute Gärten erledigt oder dass Frauen und Männer "gleichberechtigt" seien.

          Das sind keine hilfreichen Informationen sondern schlichte Unverschämtheiten - die die Flüchtlinge zum Glück ohnehin nicht verstehen.

    Hallo,

    ich meine irgendwo schon mal sowas gelsen bzw. gehört zu haben!

    Da ging es genau auch darum und kam von einer Bürgerinitiative die sich um die Flüchtlinge mit kümmert. Also auch mal zum Arzt, Amt oder wo auch immer jemand helfen muss mit hin sind.

    Und so abwegig ist das gar nicht denen es noch mal deutlich zu machen. Denn schaut man mal in so einer Unterbringung denkt man tatsache die lebten auf nem anderen Planeten... Ja ich hab eine Flüchtlingsunterkunft mit eigenen Augen gesehen!

    Wobei so ein Leitfaden auch bei so manschen Deutschen auch angebracht wäre...

    "Deutschland ist ein sauberes Land und das soll es auch bleiben!"

    wie geil ist das denn, ich leg mich hin...

    • Hi!

      Stammen die Passagen aus einem Leitfaden der sich ursprünglich an die Deutschen Mitmenschen richten sollte?

      Wenn ich mir z.B. das hier so durchlese...

      "Es gibt bei uns öffentliche Toiletten, die für jeden zugänglich sind. Wenn man solche Toiletten benutzt, ist es hier zu Lande üblich, diese sauber zu hinterlassen."

      .... dann muss ich an vieles denken... z.B. an unsere Klos hier am Bahnhof und in diversen Parkhäusern oder auch z.B. das Firmenklo im Büro.

      Man glaubt es kaum dass dort zivilisierte Deutsche ein und ausgehen sollen... vielleicht sollte man das mal an ALLE Mitbürger richten.

      Und nein! Unser Firmenklo hat noch keine Flüchtlinge gesehen!

      VG!

      • ja diese passage sollte in öffentlichen toiletten plakatiert werden, damit der deutsche endlich begreift wie das geht mit hinterlassenschaften. bei uns im amt hängt tatsächlich ein mehr oder wenig dezenter hinweis aus. vllt kommt mal ein flüchtling aus der unterkunft um die ecke vorbei und zeigt den pappenheimern wie mit klobürste und spülung umzugehen ist;-)

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