Flüchtlinge vs Ttip?

    • (1) 11.10.15 - 09:05

      Hallo,

      Ich habe in letzter Zeit das Gefühl, das Ttip fast schon in Vergessenheit geraten ist. Deswegen möchte ich es hier einfach noch mal erwähnen. Klar, die 250 Tausend an der Siegessäule ( oder waren es doch nur 10.000?!). haben daran gedacht. Aber aus der öffentlichen Diskussion ist es ein Stück weit verschwunden.

      Ich bin kein Fan von Verschwörungstheorien. Aber ich weiss wirklich langsam nicht mehr, wem und was ich glauben soll. Wird der Fokus absichtlich so sehr auf die Flüchtlings Thematik gelenkt? Oder haltet ihr die Auswirkungen des Freihandelsabkommens für nicht so bedeutend?

      Vielleicht hat es auch gar keinen Sinn darüber zu debattieren, weil es wie viele glauben sowieso kommen wird? Oder gehen uns die Flüchtlinge emotional einfach näher?
      Und eine letzte Frage: gibt es unter den Usern Ttip Befürworter?

      Einen schönen Sonntag !

      • Beides ist wichtig und beides darf nicht gegeneinander aufgewogen werden !

        Auch dir einen schönen Sonntag.

        In Abwägung von Nachteilen und Vorteilen denke ich, bringt TTIP mehr Vor- als Nachteile. Eine Beförderung von freiem Warenverkehr und der Abbau von Handelshemmnissen hat in der Vergangenheit den betroffenen Volkswirtschaften ein Plus an Wohlstand gebracht, egal welche Freihandelsabkommen man betrachtet.

        Bei TTIP spielen bei einigen Deutschen auch deutliche Ressentiments gegen die USA eine Rolle. Selbst die ansonsten nicht gerade als amerikafreundlich bekannten Franzosen, die sehr gerne auf europäische Eigenständigkeit plädieren, sind mehrheitlich für das Abkommen.

        Es werden leider in diesem Zusammenhang viele Scheingefechte ausgetragen, wie bespw. um das berühmte Chlorhühnchen oder hormonell behandelte Fleischprodukte. Die, die so etwas ablehnen, sollten doch mal bitte ein Auge auf unsere Fleischproduktion werfen. Umgekehrt werden diese Debatten um Lebensmittel auch in den Staaten geführt. Z.b. bei Rohmilchkäse aus Frankreich, der angeblich Krankheitserreger haben könnte.

        Die mediale Ungleichbehandlung hat wohl mehr mit den Nachrichtenmachern zu tun. Es geht auf Sendung oser kommt auf Seite 1, was die Menschen angeblich am meisten interessiert. Dabei was man doch spätestens seit Citizen Kane: Je grösser die Schlagzeile desto bedeutender die Nchricht. Ausserdem ist TTIP bedeutend sperriger in der Vermittlung einzelner Fakten. Wer steigt da wirklich bei all den einzelnen Punkten wirklich noch durch?

        • Naja, ich kann den Gedankengang schon verstehen. Über TTIP hat man monatelang nur noch wenig gehört - obwohl z.B. kirchliche Hilfsorganisationen das Abkommen ablehnen.

          http://www.evangelisch.de/inhalte/125718/10-10-2015/badischer-landesbischof-fordert-armut-ueberwindende-handelspolitik

          Dafür haben Politiker im Vorfeld jede Menge populistischen Unsinn geredet. Bayern hat z.B: eine ausgesprochen gute Flüchtlingspolitik praktiziert - und große Sprüche gekloppt. Jeder Politiker, der von einer Obergrenze für Kriegsflüchtlinge und politisch Verfolgte faselte wusste, dass die Forderung undurchführbar ist. Wenn bayrische Landespolitiker die Bundesgrenzen - für die sie nicht zuständig sind - schließen wollten und obendrein von Zäunen faselten wussten sie genau, dass sie Unsinn reden.

          Ob das nicht auch von TTIP ablenken sollte sei dahingestellt.

          • Seehofer hat es übrigens gerade auf den Punkt gebracht:

            http://www.evangelisch.de/inhalte/125724/11-10-2015/seehofer-wehrt-sich-gegen-rassismus-vorwuerfe

            Er fordert, was er nicht durchsetzen kann und setzt auf populistische Parolen. Seehofer ist aber ein demokratischer Politiker. Er wird sich an Gesetze halten, die Union mit der CDU beibehalten und Flüchtlinge mit der gleichen Selbstverständlichkeit integrieren wie alle anderen Länder auch.

            Aber er polarisiert mit seinen Sprüchen - und lenkt auf diese Art von anderen Baustellen ab.

            • Kennst du auch noch ein anderes Thema?
              Ich verfolge das Forum hier regelmäßig und es ist wirklich auffällig, wie du deine dämlichen Links hier gebetsmühlenartig herunterleiherst und wirklich jeden einzelnen Thread damit unterwanderst.
              Seehofer und seine Flüchtlingspolitik war doch hier gar nicht das Thema. Was soll das denn schon wieder? Träumst du nicht nachts schon davon?
              Langsam glaube ich, du bist ein Troll, der sich extra im Forum angemeldet hat, um den Leuten hier gehörig auf den Sack zu gehen.

          Abwe so war die CSU immer schon. Nach FJS' Motto, dass es keine Partei rechts der CSU in Bayern geben darf. Seehofers populistisches Geschwafel, wirkt im Rest der Republik ziemlich befremdlich. Ausser in Sachsen vielleicht. Die mögen auch diese starken Sprüche mit dem Geruch von Bierzelt und Testosteron.

          • Natürlich ist das Kalkül. Damit hat man immerhin erreicht, dass sich rechts der Union - die letztlich trotz der Stammtischparolen eine ganz normale Politik macht - keine Partei dauerhaft etablieren könnte. Auch Strauß war der meistgehasste Politiker in Deutschland - und zugleich der richtige Mann zur Bearbeitung von Milliardenkrediten an die DDR.

            Unehrlich wird es nur, wenn Politiker Dinge fordern, für die sie einfach nicht zuständig sind. Dann ist die Gefahr groß, dass die Leute sich vera.... fühlen. Soweit ich mich erinnere ist das auch nicht FJs Erbe.

            • Ich habe, was Strauss angeht, eine etwas ambivalente Meinung. Aber in jedem Fall ist sein Vermächtnis, eine sonst nirgendwo in Deutschland so offensichtliche Stammtischpolitik und ein Amigo-Filz, der selbst den SPD Genossen, nach 39 Jahren Regierung in NRW zur Ehre gereicht.

              Die Leute fühlen sich nicht verarscht. Ich weiss nicht warum, aber die Wähler in Bayern scheinen ein extrem schlechtes Gedächtnis zu haben. Sie wählen die Clowns von der CSU alle fünf Jahre immer und immer wieder an die Regierung. Seit über 60 Jahren.

      Es gibt einen Nachteil, der für mich ausschlaggebend ist: Monsanto.

      Ohne Witz, heute habe ich den Laptop mit dem Vorsatz hochgefahren, hier einen Thread gegen TTIP zu eröffnen.

      Du kannst getrost davon ausgehen, daß Monsanto es war, die z.B. auf die unsäglichen Klageklauseln bestand. Sie versuchen schon seit Ewigkeiten, besser Fuß in der EU zu fassen.

      Der "Frontalangriff" von 2013 war nur bedingt erfolgreich, aber dank dem jahrelangen Engagement erfolgreicher als gedacht.

      Hier mal ein Link: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/25/eu-verordnung-zum-saatgut-langsam-stirbt-die-artenvielfalt/
      Ein paar Tage zuvor las es sich noch so: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/04/23/eu-will-anbau-von-obst-und-gemuese-in-gaerten-verbieten/
      Aus den USA bekam ich am 27. Juni 13 einen Link zu einer Online-Petition mit dem Wortlaut: "Is Monsanto Using Back-Door Trade Deal to Force GMOs into EU?(...) Take Action: Tell President Obama and U.S. Trade Rep. Michael Froman: Trade Agreements Shouldn't Be Secret!"

      Die Proteste hierzulande richten sich großteils auf dasselbe Problem: Warum hinter geschlossenen Türen?

TTIP macht mir nicht so viel Kopfzerbrechen, wie TISA.

Top Diskussionen anzeigen