Was haltet ihr davon?

    • (1) 16.10.15 - 09:01

      Das hier wollte ich euch nicht vorenthalten:

      http://www.evangelisch.de/inhalte/125892/15-10-2015/migrationsforscher-klaus-juergen-bade-fordert-faehren-fuer-syrien-fluechtlinge-uebers-mittelmeer

      Eigentlich hat der Mann ja Recht: Die Syrer kommen ohnehin, sie werden auch nahezu alle anerkannt. Es ist sinnlos, dass sie ihr Leben bei der Fahrt über das Mittelmeer aufs Spiel setzen und den Schleppern wäre damit die Geschäftsgrundlage entzogen.

      Aber wie viele Menschen kommen dann? Immerhin sind 10 Millionen Syrer auf der Flucht, davon 7 Millionen in Syrien selbst.

      • Was ich davon halte?

        Für nicht bis zu Ende gedacht!

        Hallo,

        der Ansatz ist gut, aber wie Karna schon schrieb: Nicht zu Ende gedacht. Ich halte es nicht für möglich, dass Deutschland das "nötigenfalls auch im Alleingang" schafft.

        So lange nicht alle EU-Mitgliedsstaaten an einem Strang ziehen, halte ich es für keine gute Idee, so leid mir die Menschen dort natürlich tun. Es würde nur dazu führen, dass sich die anderen Staaten noch weiter zurücklehnen und aus der Affäre ziehen würden. Es würde zudem derzeit wieder ein in meinen Augen falsches Signal setzen - nicht nach Europa, sondern nach Deutschland. Das geht so nicht.

        Ich empfinde das Vorgehen derzeit als planlos. Der erste Schritt sollte sein, dass man alle EU-Mitgliedsstaaten dazu nötigt Flüchtlinge aufzunehmen und ordentlich zu versorgen. Die Asylverfahren müssen beschleunigt werden und die Asylgesetze konsequent umgesetzt werden. Dann hätte man sehr viel Spielraum den Menschen zu helfen - jetzt hier bei uns aber auch längerfristig dort vor Ort.

        Wenn alle EU-Länder das derzeitige Problem gemeinsam anpacken würden, würde ich den Vorschlag von Herrn Bade aber unterstützen.

        LG

        • >>So lange nicht alle EU-Mitgliedsstaaten an einem Strang ziehen, halte ich es für keine gute Idee, so leid mir die Menschen dort natürlich tun. Es würde nur dazu führen, dass sich die anderen Staaten noch weiter zurücklehnen und aus der Affäre ziehen würden. Es würde zudem derzeit wieder ein in meinen Augen falsches Signal setzen - nicht nach Europa, sondern nach Deutschland. <<
          das Signal ist längst gesetzt. Bringt eine Verteilungsquote etwas? Nicht weil die östliche Mitgliedstaaten keine Quote wollen, sondern weil die Flüchtlinge nicht wollen. Sie sehen für sich nur in Deutschland eine gute Perspektive. Frau Merkel hat sie ja eingeladen, indem sie für die Syrer das Dublinabkomnen außer Kraft setzte.

          • Sorry, aber was die wollen sollte keine Rolle spielen. Sie sind nicht bei wünsch dir was. Es geht in erster Linie darum, das sie sicher sind. Und das sind sie in den anderen Staaten auch. Merkel MUSS sagen, wir können nun jetzt keine Menschen mehr aufnehmen, unsere Kapazitäten sind erschöpft.

            • natürlich sind Flüchtlinge auch in anderen europäischen Ländern sicher.

              Aber sie suchen ja auch eine Perspektive und eine Wirtschaft mit Arbeitskräftemangel ist für einen Zuwanderer, der seine Familie so schnell wie möglich nachholen will natürlich attraktiver als ein Krisenland oder als ein Land mit seit langem hoher Arbeitslosigkeit wie Frankreich.

              Ein Recht gerade hier zu sein haben die Flüchtlinge dennoch nicht.

              Aber Frau Merkel sagt keineswegs unsere Kapazitätsgrenzen seien erschöpft - das sind sie nämlich noch sehr lange nicht. Sie sagt vielmehr, dass das Asylrecht keine Obergrenzen kennt.

              Das macht allen Angst - aber es ist alternativlos.

              • >>Ein Recht gerade hier zu sein haben die Flüchtlinge dennoch nicht.<<

                ach, was denn nun. Entweder sie haben kein Recht, dann können die Grenzen "auch dicht gemacht" werden.

                Oder aber sie haben ein Recht und dann wollen sie halt nach Deutschland

                • Wer hier steht darf einen Asylantrag stellen .

                  Es wäre durchaus auch möglich, Flüchtlinge auf europäische Länder zu verteilen. Das hat man auch schon gemacht. Aber im Moment klappt es offensichtlich nicht alle Menschen zu verteilen, die Hilfe brauchen. (Nebenbei: Das wäre auch nicht im Interesse der Flüchtlinge, die gerne dorthin wollen, wo schon Angehörige leben.)

                  Man kann die Grenzen faktisch nicht schließen - nicht die deutschen Grenzen und ebensowenig die europäischen. Das setzt eine Grenzsicherung voraus, die Menschen auch von der Flucht abhält - und das hatten wir schon mal und wollen es ganz bestimmt nicht wieder.

              Es gibt aber auch viele Bürger hier, die keine Arbeit finden aufgrund fehlender Qualifikation. Und ich glaube kaum, die die meisten der Leute die kommen, qualifiziert sind. Sie werden auch im unqualifizierten Bereich arbeiten und oft nicht mehr als den Mindestlohn bekomme.
              Somit werden sie auch hier an der Armutzgrenze leben.
              Und die Haltung von Merkel kann ich nicht verstehen. Sie denkt nicht mehr an ihr Volk, nur noch an ihr Image.

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