Gestern die AFD bei Herrn Jauch...

    • (1) 19.10.15 - 08:59

      Wie seht ihr das?

      Gestern habe ich ein wenig in die Talkshow hineingeschaut.

      Ich hörte Herrn Höcke zu und wisst ihr, wo ich mich augenblicklich befand? Hier bei urbia. Er sprach das aus, was hier geschrieben wird. Er reagierte auch auf keine Argumente, so wie es hier geschieht. Er lächelte nur arrogant, verdrehte dramatisch die Augen, provozierte im Stillen, um dann laut und mit Augenaufschlag "Benehmen" einzufordern... Stellte sich als Opfer der bösen Anderen dar und suhlte sich in dieser Rolle.

      Genau wie es hier im Rahmen der Flüchtlingsdebatten geschieht. Die armen Deutschen, die schlichtweg missverstanden werden.

      Woran kann das liegen?

      Sind hier viele Menschen, die die Ideen der AFD vertreten? Die diese Partei wählen würden? Die hinter Herrn Höcke und seinen Ideen stehen?

      Oder sind hier vielmehr einzelne Menschen, die gezielt dafür sorgen, dass die Meinung der AFD im Internet verbreitet wird und somit Stimmen für die AFD gefangen werden?

      Klar, das wird mir hier nicht sachlich beantwortet werden können und/oder wollen. Entweder, man fühlt sich angegriffen, oder aber auch angegriffen, je nachdem, was auf einen passt.

      Und wer mir in dieser Sache zustimmt, der trägt auch nicht dazu bei, dass sich dahingehend etwas ändert, als dass hier mal WIRKLICH sachliche Diskussionen geführt werden können.

      Ich trage auch nicht dazu bei, ich weiss das, denn meine Grenze des Erträglichen an politischen Ausschweifungen und abstruse Vorstellungen bezüglich einer etwaigen Lösung der Problematik ist lang überschritten.

      Ich fand es gestern aber sehr erleuchtend, dass im Prinzip hier genau so geredet/geschrieben wird, wie Herr Höcke (seit gestern alias "er ist wieder da") es in der Talkshow gestern tat und vor Publikum auf Veranstaltungen tut.

      Macht euch darüber bitte mal Gedanken.

      L G

      White

      • leider habe ich die Sendung nicht gesehen.

        Ich lebe in Wien und sah die Diskussion über die Wahlerfolge in einzelnen Städten bzw Bezirken. Es war fair und aufschlussreich. (Strache war nicht dabei).

        Hier bei urbia tummelt sich die Elite der Gesellschaft. Es sind Menschen, die Lesen, Schreiben und den Computer bedienen können.

        Mit geringer Willenskraft gelingt es mir, manche Beiträge zu ignorieren.

        • Die Frage, die sich mir stellt, wäre dann: Ist es gut, manche Beiträge zu ignorieren?

          • Ja, absolut. Finde ich. Man verstrickt sich hier zum Teil in Diskussionen, die man im echten Leben einfach nicht führen würde. Nur mal ein Beispiel: eine Nachbarin meiner Eltern hat angekündigt, sie werde das geplante Flüchtlingsheim nach Fertigstellung anzünden, die Leute sollten nach hause gehen und dort verrecken. Das hat sich mein Vater genau einmal angehört und gesagt, dass die Kommunikation damit beendet ist - was auch schlau ist, weil es absolut nicht denkbar ist, dass sie einander in die eine oder anderer Richtung überzeugen.
            Ich denke, dass es immer nötig ist, bei Hetze zu protestieren - einfach um nicht auch dazu beizutragen, dass sowas salonfähig ist, weil man das doch wohl mal sagen darf.

            Und dann gibt es Diskussionen, die total interessant werden, wenn man versucht, die ganze Emotionalität rauszulassen, wo es wirklich spannend ist, dem anderen mal zuzuhören und seine Argumente zu verstehen. Das heißt ja nicht, dass man sich nachvollziehen muss, aber man weiß dann zumindest, was das Gegenüber denkt und warum. Ist aber superschwierig, weil es gerade beim Thema Flüchtlinge ja nicht um reine Sachfragen oder Interessenpolitik geht, sondern um Werte. Und diese Diskussionen sind nunmal emotional aufgeladen, weil ja jeder für sich fühlt, dass er im Recht ist - da ist es ganz schwer, den Schritt zurückzugehen. Gelingt mir leider auch nur selten.

            • Ich denke eben gerade, dass fremdenfeindliches Verhalten nicht ignoriert werden darf, da es hier nicht um eine Erziehungsmethode eines Kindes geht - da wird ja bei unerwünschtem Verhalten oft mit Ignorieren der Aktion gearbeitet. Aber so funktioniert das in dem Fall nicht, in meinen Augen.
              Wenn man diese Dinge ignoriert, auch beispielsweise Aussagen wie "unsere blonden deutschen Frauen leben in permanenter Angst, dass sie vergewaltigt werden von den Massen an männlichen Flüchtlingen", dann führt das in meinen Augen vielmehr dazu, dass sich ein Selbstläufer entwickelt, der dann irgendwann wie eine Bombe hochgeht.

              Ängste werden gezielt geschürt und man bedient sich gegenseitig der vorhandenen Angst. Man schaukelt sich hoch. Und dann brennt wieder ein Heim (und es wird geklatscht), dann trägt man Galgen auf Demos mit sich herum und ist stolz darauf (der Typ geistert ja jetzt lächelnd mit Galgen durchs Netz), dann tritt man zu, wenn man dabei ist, während ein wütender Mob einen Ausländer verprügelt, der gerade zur falschen Zeit am falschen Ort ist.

              "Ist aber superschwierig, weil es gerade beim Thema Flüchtlinge ja nicht um reine Sachfragen oder Interessenpolitik geht, sondern um Werte. Und diese Diskussionen sind nunmal emotional aufgeladen, weil ja jeder für sich fühlt, dass er im Recht ist - da ist es ganz schwer, den Schritt zurückzugehen."

              Das hast du sehr gut analysiert!#pro

              "Und dann gibt es Diskussionen, die total interessant werden, wenn man versucht, die ganze Emotionalität rauszulassen, wo es wirklich spannend ist, dem anderen mal zuzuhören und seine Argumente zu verstehen. Das heißt ja nicht, dass man sich nachvollziehen muss, aber man weiß dann zumindest, was das Gegenüber denkt und warum."

              Auch hier stimme ich dir vollkommen zu. Ich finde es sehr interessant zu lesen, wenn jemand überwiegend humanitär argumentiert, auch wenn ich diese Position nicht teile.

              "Ich denke, dass es immer nötig ist, bei Hetze zu protestieren"

              Auch das stimmt, dazu muss man "Hetze" aber etwas klarer fassen. Der Begriff darf nicht zu einer Diffamierung benutzt werden.

            • Ehrlich gesagt habe ich manchmal ein Problem damit den allergrößten Blödsinn einfach stehen zu lassen. Das führt dann - leider - nicht selten zur Trollfütterung.

              Außerdem gibt es hier auch Leute, die viel rechten Mist, dazwischen aber auch mal einen reflektierten Beitrag schreiben. Jetzt kann es natürlich sein, dass jemand einfach die Gelegenheit zum Pöbeln genutzt hat und in Wirklichkeit gerade unter einem Ehekrach leidet. Ebenso wahrscheinlich ist es aber, dass jemand wirklich nur irrationale Ängste hat. Solche Leute sind ja vielleicht sogar wirklich dazu zu bewegen sich zu informieren.

              • "Ehrlich gesagt habe ich manchmal ein Problem damit den allergrößten Blödsinn einfach stehen zu lassen. Das führt dann - leider - nicht selten zur Trollfütterung."

                wie ich letztens schon mal geschrieben habe, Deine Art der Diskussionskultur ist unterirdisch.

                so viele male hat man Dich in vielen Threads drauf hingewiesen, das du mit vielen Deiner Ausführungen falsch liegst, diese Beiträge werden dann von dir konsequent ignoriert, aber dann bekommt man den oben genannten Satz von dir zu lesen?#contra

                #gruebel

                "Ehrlich gesagt habe ich manchmal ein Problem damit den allergrößten Blödsinn einfach stehen zu lassen."

                Das geht mir mal ganz genauso wie dir.:-)

          << Ist es gut, manche Beiträge zu ignorieren? >>

          Ja, z. B. persönliche Angriffe, unverständliches Gelaber, ...

          << dass fremdenfeindliches Verhalten nicht ignoriert werden darf >>

          Da stimme ich dir zu #herzlich

    >>Oder sind hier vielmehr einzelne Menschen, die gezielt dafür sorgen, dass die Meinung der AFD im Internet verbreitet wird und somit Stimmen für die AFD gefangen werden?<<

    Hallo,

    ich denke, es ist genau anders herum. Die AfD geht damit auf Dummfang, also mit den Ängsten und Sorgen der Menschen hier.

    Das die Menschen Ängste und Sorgen haben, ist klar, das kann man nicht abstellen.

    Geht aber eine Partei auf diese Ängste und Sorgen ein und macht das zum Thema und spielt sich als Retter der Menschheit auf....das macht mir Angst. Das gab es doch schonmal #schock

    LG

"Sind hier viele Menschen, die die Ideen der AFD vertreten? Die diese Partei wählen würden? Die hinter Herrn Höcke und seinen Ideen stehen?"

Zur Sendung kann ich leider nichts sagen, ich gucke Jauch fast nie, finde ihn zu schlecht in dieser Funktion. Aber vielleicht hole ich das später nach. Inhaltlich wird da aber eher nichts gekommen sein, was man nicht über die Afd schon weiß, also antworte ich trotzdem mal.

"Klar, das wird mir hier nicht sachlich beantwortet werden können und/oder wollen. Entweder, man fühlt sich angegriffen, oder aber auch angegriffen, je nachdem, was auf einen passt." Warum nimmst du diese Position selbst vorweg? Ist es deine Intention?

" als dass hier mal WIRKLICH sachliche Diskussionen geführt werden können."

Definiere mal wirklich sachlich! Ich habe hier so einige wirklich sachliche Diskussionen gelesen, gerade zwischen den verschiedenen "Lagern".

"an politischen Ausschweifungen und abstruse Vorstellungen bezüglich einer etwaigen Lösung der Problematik"

Definiere mal politische Ausschweifungen! Sind das die Positionen, die zu weit von deinen abweichen? Ebenfalls "abstruse Vorstellungen"?! Ich gestehe, ich ordne auch einiges, von beiden "Lagern" als abstrus ein. Aber auch hier schwingt bei dir zu sehr die Wertung mit, alles, was zu sehr außerhalb deiner Lösung (welche war das noch gleich?) steht, als abstruse Vorstellung abzuwerten.

Schade, so wird das nichts mit einer "wirklich sachlichen" Diskussion, White.

"Oder sind hier vielmehr einzelne Menschen, die gezielt dafür sorgen, dass die Meinung der AFD im Internet verbreitet wird und somit Stimmen für die AFD gefangen werden?"

Bist du eine Anhängerin von Verschwörungstheorien? Ich denke, ein Wahlkampf müsste etwas ausgefeilter stattfinden.

"Hier bei urbia. Er sprach das aus, was hier geschrieben wird. Er reagierte auch auf keine Argumente, so wie es hier geschieht."

Ich teile deinen Eindruck gar nicht. Höchstens in Bezug auf den Austausch der Argumente, der aber auch beide "Lager" betrifft. Allerdings: Es gibt durchaus guten Austausch. Dazu muss man sich weder in den Positionen annähern, noch einen Konsens finden, ein Verstehen und Akzeptieren reicht.

Dass hier überwiegend AFD-Parolen vertreten werden, kann ich absolut nicht verstehen. Wenn, dann würde ich politisch anders einordnen.

Ich teile aber eher den Eindruck von Ohiticawin, dass so manche Diskussion schlicht grotesk wird. Aus vielerlei Gründen.

Im Großen und Ganzen schreiben aber kluge Menschen mit, die ihre Positionen anschaulich vertreten, auch wenn ich sie nicht teile oder nachvollziehen kann.

So ist das übrigens in einer Ausdifferenzierung von politischen Meinungen.

Es wäre wünschenswert, wenn noch viel viel mehr ausdifferenziert würde.

Und auf Populismus verzichtet würde. Ja, White, auch und gerade auf Linkspopulismus.

"Sind hier viele Menschen, die die Ideen der AFD vertreten? Die diese Partei wählen würden?"

Nein, ich bin keine Unterstützerin und würde sie auch niemals wählen.

Für die unmittelbar frisch gegründete AFD hätte ich mich unter gewissen Voraussetzungen erwärmen können, allerdings ist sehr schnell klar geworden, welche Entwicklung sie wohl durchmachen würde und dass ihr einige Abgrenzungen (zum Rechtspopulismus) nicht gelingen werden. Eine demokratisch aufgestellte, nicht populistische AFD hätte die Landschaft aber sehr belebt, gerade bei der sozialdemokratisierten CDU und hätte meine Unterstützung finden können.

Die aktuelle AFD ist ja bereits offen eine sehr rechtspopulistische Partei, der nicht einmal mehr die Abgrenzung zum Rechtsextremismus glückt.

Daher verneine ich deine Antwort klar.

VG

Kate

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