Flüchtlinge Erfahrungen

    • (1) 21.10.15 - 07:45

      Das Thema Flüchtlinge beschäftigt mich, wie wohl jeden Bürger dieses Landes.
      Ich weiß allerdings noch nicht wirklich, wo ich mich positioniere. Auf der einen Seite die Berichterstattung dankbarer Flüchtlinge, die hier teils unter unmenschlichen zuständen leben, auf der anderen Seite Berichterstattung über Gewalt, Islamisierung etc.
      Leute mit denen ich mich unterhalte sind größtenteils gegen die unkontrollierte Aufnahme von Flüchtlingen. Auf etlichen alternativen Seiten liest man von der Unterwanderung der Deutschen und grauenvollen Erfahrungen mit Flüchtlingen. Deswegen würde mich einfach mal interessieren, welche Erfahrungen ihr gemacht habt oder macht, falls es Flüchtlingslager in eurer Nähe gibt. Bei uns gibt es keines.
      Ich fahre zwar täglich in die berliner City zum Arbeiten und direkt neben meiner Firma befindet sich ein kleines Asylantenheim (Keine Notunterkunft), aber Negatives habe ich bis dato nicht erlebt.
      Deswegen sind mir jetzt mal die Erfahrungsberichte von Menschen wichtig, die wirklich viele Asylsuchende in ihrer nahen Umgebung haben.
      Und ich möchte keine Pro nund Contra Diskussion provozieren, sondern mir einfach ein Bild machen können, was nun Realität ist und was nicht.

      • Hallo,

        "viel" liegt ja immer im Auge des Betrachters :-)

        Ich wohne in einer kleinen Gemeinde, die aus 3 Ortschaften besteht (ca. 15.000 Einwohner) und "wir" haben wohl um die 50 Flüchtlinge aufgenommen. Diese wohnen derzeit in ehemals leerstehenden Wohnungen/Häusern und man (ich) bekommt so gut wie überhaupt nichts mit.

        Vor ca. 2 Wochen hatten wir in einer Turnhalle einen syrischen Abend, wo die Syrer ihre Nationalgericht gekocht haben. Lt. meiner Mutter soll es da recht nett zugegangen sein.

        Ansonsten sehe ich mal vereinzelt Frauen mit Kopftuch auf der Straße. Aber ob das wirklich Flüchtlinge oder einfach nur ausländische Mitbürger sind, weiss ich nicht.

        Also ich kann weder Gutes, noch Schlechtes berichten.

        LG
        Tiffy

        Schwierig. Habe sowohl/als auch- Erfahrungen. Ich denke mal, es kommt vor allem darauf an, ob es tatsächlich Flüchtlinge sind, die wegen Krieg und Bedrohung ihres Lebens weg sind. Diese Menschen sind demütig und dankbar für jegliche Unterstützung. Und dann sind da diese "Unterwanderer", welche das ganze Bild verzerren. Leider hat man inzwischen mancherorts den Eindruck, dass diese Leute in der Überzahl sind. Ich habe Menschen erlebt, die aus Dankbarkeit für die Hilfe bei der Renovierung ihrer Unterkunft ein ganzes Buffet mit einheimischen Gerichten für die Bauarbeiter hergerichtet haben und wo die Kinder Bilder für die freiwilligen Helfer malen, um sich zu bedanken. Ich habe aber auch Leute erlebt, die sich aufgeregt haben, dass es nur eine Sorte Mineralwasser zu trinken gibt und keine anständigen Ladekabel für die (durchaus teuren und hochwertigen!) Smartfons da sind und überhaupt, dass man sie "im Osten" abgeladen hätte, sie wollen schließlich nach München oder Berlin.
        Problem ist auch, dass die Problematik an sich quasi von oben nach unten "durchgetreten" wird. Da muss halt die kleine Gemeinde, die eh schon keinen Wohnraum hat, eine bestimmte Anzahl Flüchtlinge unterbringen. Wie auch immer der Bürgermeister das dann anstellt- egal. Untergebracht hat er sie schließlich, aber es geht ja weiter- wir haben hier 2 Kinderärzte. Die sind jetzt schon über der Kapazitätsgrenze. Nun kommen noch mal mind. 50 neue (Flüchtlings)Kinder. Die werden auch mal krank. Und wir haben einen Zahnarzt. Der nimmt uns schon nicht mal mehr dran, obwohl wir über 10 Jahre im Ort wohnen. Wohin sollen die 150 Flüchtlinge dann gehen, wenn sie Zahnweh haben??? Die Infrastruktur fehlt. Wir warten 6 Monate auf einen Termin beim Augenarzt! Jetzt schon! Und dann???
        Und wie alt ist die Mehrzahl der Flüchtlinge? Es glaubt doch nicht wirklich wer, dass die alle wieder heimkehren, falls es in der Heimat mal besser wird!? Und dann? Es müssten rechnerisch fast 60% Kinder sein, damit in 30-40 Jahren das Sozialsystem noch funktioniert. Denn ein 30- oder 35 Jähriger geht dann in Rente in Deutschland! Hat aber niemals die 45 Arbeitsjahre für eine normale Rente hier erarbeiten können! Wenn er überhaupt Arbeit hatte! Das können unsere Kinder doch niemals (er)schaffen!?
        Gruß Silly

        Hallo.

        Positive Beispiele
        Flüchtlingsfamilie in der Nachbarschaft, lebt sich super ein, wird integriert, ist offen, sprechen schon recht gut deutsch.

        Bei der Papiersammlung helfen nun öfters auch Flüchtlinge mit

        Ein Flüchtling macht bei einem ortsansässigen Betrieb eine Ausbildung.

        Negative Beispiele:
        Supermarkt mußte schließen, da die Flüchtlinge dort geklaut, randaliert usw haben

        Jede Woche fast ein Großpolizeieinsatz in einem Heim, da es zu Streitigkeiten untereinander kommt (letztens erst eine sexuelle Belästigung mit anschließender Massenschlägere mit Messern und Eisenstangen).

        Es ist wie bei allem:

        Es ist alles ok, solange es in Maßen, nicht in Massen ist!

      • (5) 21.10.15 - 09:06

        Guten Morgen,

        ich kann kein eindeutiges Bild zeichnen. Wir haben hier mehrere Unterkünfte. Große und kleine (Not-)Unterkünfte und Wohnungen für Flüchtlinge. Es gab hier schon Randalen in der größten Unterkunft, von der kleinen in meiner direkten Nähe merke ich nichts. Nur dass mehr Ausländer (v.a. Muslime) jetzt beim Einkaufen, Spazieren, in der Straßenbahn... zu sehen sind. Aber da hier schon vorher Muslime gelebt haben, kann man nie genau sagen, ob das nun Flüchtlinge oder Einheimische sind.

        Liebe Grüße,
        lenaja

        Bei uns gibt es gleich zwei Heime in der Nähe. In einem leben ca. 40 und im anderen 150 Flüchtlinge. Es läuft soweit ganz ruhig ab. Polizeieinsätze habe ich hier noch nicht erlebt und im Discounter um die Ecke, hat es bisher auch keine Vorfälle gegeben (von denen ich jetzt wüsste). Die Leute hier sind aber auch wirklich engagiert und kümmern sich um diese Menschen. Es gibt hier einen Verein dort kann man Flüchtlingspate werden. Der Andrang war so groß, dass man Helfer wieder heimschicken musste. So dass es hier recht gesittet zugeht. Ich hab lediglich gehört, dass es Vorfälle gegeben haben soll, wo Flüchtlingskinder unerlaubt Grunstücke betreten haben.

      • Ich bin in verschiedenen Unterkünften ehrenamtlich tätig. Und ich muss sagen, ich habe verschiedene Erfahrungen gemacht. Man kann sagen, je weniger Flüchtlinge auf einem Platz "eingepfercht" sind, desto gesitteter und friedlicher läuft es ab. Die Hauptunterkunft in der ich öfter aktiv bin hat ca 300 Bewohner. Dort gibt es bis auf weniger Ausnahmen keine Schwierigkeiten, es sind viele Familien, es gibt viele Ehrenamtliche, die Flüchtlinge werden sinnvoll "beschäftigt" und man versucht Konflikte im Vorfeld zu klären durch regelmäßige Gespräche mit Dolmetschern wenn es Ärger gibt.

        Dagegen kann man eine Erstaufnahmestelle mit 4000!!! Flüchtlingen nicht damit vergleichen. Dort herrschen Zustände, da kann man keine Ordnung schaffen. Dort gibt es täglich Polizeieinsätze, Messerstechereien, kleinere Delikte. Wenn man die Mitarbeiter dort befragt, erzählen sie von ganz anderen Erfahrungen mit den Bewohnern, was nachvollziehbar ist.

        Im Allgemeinen kann ich sagen, der Hauptteil der Flüchtlinge sind weder aggressiv noch sonst irgendwo gefährlich. Wenn Konflikte entstehen, dann aus normalen Alltagssituation wo sich einer über den anderen ärgert und man aufgrund der beengten Situation nicht aus dem Weg gehen kann und sich dauernd über den Weg läuft. Aus diesem Grund wurden bei uns Bewohner auch schon auf andere Unterkünfte verteilt, damit sie nicht dauernd aneinander geraten.

        Einzelne Idioten gibt es, die auch ohne Grund Ärger machen, doch die gibt es unter den Deutschen auch. Denen kann man nichts recht machen, sie regen sie über alles auf und sind chronisch unzufrieden. Genau das gleiche gilt für solche, die sich schon provoziert fühlen wenn sie einer falsch ansieht. Die finden immer einen Grund sich daneben zu benehmen. Aber das ist die Ausnahme. Und die bekommen dann auch klare Ansagen und wenn es sein muss, auch Sanktionen.

        Im Allgemeinen kann man sagen, es ist wie in jeder Gesellschaft, es gibt alle Menschen Typen, verschiedene Charaktere und Temperamente. Es sind Menschen wie du und ich!

        Ich finde die Frage nicht gut.

        Bei rund 1 Millionen Menschen ist alles dabei! Es sind Menschen. Jeder Mensch hat gute und schlechte Seiten und du wirst eben auch alle möglichen Erfahrungen lesen oder selbst machen können.
        Aber stellst du dir diese Frage auch bei allen deutschen?

        Ja, im Moment kommen viele. Aber, was ist die Alternative?
        Sollen wir unsere Aussengrenzen mit Waffengewalt sichern? Soll man auf Menschen schießen, die Schutz suchen? Nehmen wir keinen auf, weil er könnte ja böse sein?
        Nehmen wir nur bestimmte auf? Gelten dann aber Menschenrechte nur für bestimmte?

        Egal, was für Menschen kommen, es gibt für mich schlichtweg keine Alternative.

        • Warum soll diese Frage nicht gut sein? Natürlich sind es alles Menschen mit verschiedenen Charakteren, aber es sind auch andere Kulturen. Warum soll man sie den Deutschen stellen? Es ist ihr Zuhause.

          Für Probleme gilt es doch Lösungen zu finden und da ist es sehr wichtig alle Konsequenzen und Gefahren durchzuspielen und sich nicht einfach überrollen zu lassen nach dem Motto wir können eh nichts machen. Dafür haben wir unsere Politiker Lösungen zu suchen und auch zu finden. Ein Rettungsboot ist keine Rettung mehr sondern der Untergang für alle, wenn zu viele Menschen Zuflucht suchen. Deshalb muss es eine Grenze geben.

          • Weil es Menschen sind und es bei Menschen alle facetten gibt. Egal, woher sie kommen.
            Hinzu kommen Lebensbedingungen, die es eben einfacher oder schwerer machen. Ganz unabhängig von Kultur.

            Gut, mit Nationalitäten kann ich nichts anfangen. Dieses, "ja, die sind ja deutsch, was sollen wir gegen die machen?", kann ich nicht nachvollziehen.

            Und auch das mit der Kultur ist für mich irrelevant. Es gib nicht DEN Islam, es gibt nicht DEN Syrer.
            Also, was bring es dir, wenn ich dir sage, dass bei uns im Ort derzeit rund 70 Flüchtlinge leben und ich noch nie negative Erfahrungen gemacht habe.alke waren bis jetzt freundlich und zuvorkommend.

      hi,

      hier im ort leben ca. 50 flüchtlinge in der grundschulturnhalle. bisher habe ich nichts negatives gehört. ich sehe die männer oft mit rädern durch die gegend fahren.

      lg

      • Ah, da fällt mir ein, wir beteiligen uns an einem Projekt, das unter anderem für Flüchtlinge Fahrräder aufbereitet. Allerdings ist die Zielgruppe weiter gefasst, es geht da um "bedürftige Menschen" - passt also.

        Somit bekommen ja sowohl arme Deutsche etwas ab, als auch die Flüchtlinge. Insbesondere diejenigen Flüchtlinge profitieren davon, die am Ar... der Welt untergebracht sind, wo kaum ein Bus fährt, um einkaufen zu können bzw am gesellschaftlichen Leben auch nur annähernd teilhaben zu können. Hier auf dem Land ist da ein Rad echt Gold wert. Die Räder werden auch mit den Flüchtlingen zusammen aufbereitet, das machen sie total gern, denn die Dankbarkeit ist da recht groß. Ausserdem ist man so abgelenkt vom belastenden Alltag im Heim.
        Da habe ich schon ein paar Räder vermittelt (da allerdings an eine deutsche bedürftige Familie) und auch selbst immer wieder Sachgüter gespendet. Läuft gut.

        • hier in der turnhalle wurde sogar eine eigene fahrradwerkstatt errichtet ;-) aber wir wohnen am niederrhein nahe der holländischen grenze, da wird man quasi mit einem fahrrad unterm hintern geboren #rofl
          von daher gab es unglaublich viele fahrradspenden, weil fast jeder irgendwo noch ein altes rad rumstehen hat. und die jungs haben halt mal ein wenig abwechslung und müssen nicht den ganzen tag in dieser grottigen halle rumgammeln.

    Wir leben in einer Kleinstadt in NRW, haben direkte Einsicht in die Zahlen der Flüchtlinge, die hier untergebracht werden (aufgrund unserer Berufe). Es sind hier ein paar hundert Flüchtlinge untergebracht, über das gesamte Stadtgebiet (naja, mehrere Dörfer und eine Kleinstadt, die sich zusammengeschlossen haben) verteilt.

    Es gibt junge männliche Flüchtlinge hier bei uns im Dorf, untergebracht an zwei Standorten, die sind recht klein aber eben auch voll jetzt. Dann haben wir noch einen Standort für Familien, weitere Standorte werden gesucht und bereitgestellt.
    Bis auf die Tatsache, dass unser Discounter nun besser besucht ist und an den Bushaltestellen oft junge Männer mit Rucksack stehen, merkt man im Dorf nichts. Bei ein paar Spendenaktionen ausgehend von der Stadt und dem DRK war der Ansturm so gross, dass die Anfahrtsstrasse gesperrt werden musste und die Sachspenden auf der Strasse lagerten, bis man sie anderweitig verstauen konnte. Der Zuspruch und die Hilfsbereitschaft ist hier auf dem Dorf also vorhanden.
    In den umliegenden Städten ist schon mehr los, weil sie größer sind. Da sind ein paar größere Heime, das eine brannte vor Einzug der Flüchtlinge, niemand will es gewesen sein. Jetzt leben dort Flüchtlingsfamilien, wenn ich sportlich unterwegs bin, komme ich dort vorbei, das Haus stand sehr lange leer und ist jetzt belebt (immer spielende Kinder vor der Tür).

    Ich selbst bewerbe mich bei einem neu einzurichtenden Heim, in dem ausschliesslich allein reisende Minderjährige versorgt und betreut werden.

    In meinem Umfeld wird einiges an ehrenamtlicher Arbeit geleistet, so ist man Pate für allein reisende Minderjährige, macht bei Spendenaktionen mit etc.

    In meinem Bekanntenkreis gibt es eine kurdische Familie, die hier Asyl beantragt hat, das Ergebnis steht noch aus. Der Vater beschäftigt sich damit, Deutsch zu lernen, hilft in seiner Familie, die hier schon länger lebt und arbeitet, mit. Die Kinder gehen in Schule und Kindergarten und geniessen das Leben hier. Die Mutter jedoch hat Heimweh, furchtbares Heimweh. Sie lernt kein Deutsch, sie igelt sich ein. Ich denke, da steckt viel Trauer in ihr, denn freiwillig sind sie nicht gegangen.

    Ich habe bislang keine Gewalt unter den Flüchtlingen erlebt, bis auf den Brandanschlag gab es hier meines Wissens auch noch keine Gewalt seitens der Bevölkerung gegenüber den Flüchtlingen.

    Ich denke, der Unterschied zwischen "Chaos" und "läuft bei uns" macht die Menge an Menschen aus, die an einem Ort untergebracht werden.

    So der Stand der Dinge hier bei uns.

    L G

    White

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