Zurück in die Zukunft...

    • (1) 22.10.15 - 17:17

      Wirkt heute irgendwie wie Satire, ist aber 1990 so erschienen:

      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13507374.html

      Sehr interessant, was die Menschen damals sagten:

      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13507377.html

      "Ich bin alles andere als eine Rechtsradikale, aber ..."

      "Wir haben sechs Millionen Sozialfälle, die am Rande leben und wenig beachtet werden. Aber Aussiedler und Übersiedler haben den Vorrang, bekommen Steuervorteile, daß es nur so kracht. Der Zündstoff ist da. Abwarten. Das explodiert noch."

          • Ich habe in der Eile deine Links nicht angeklickt (Asche auf mein Haupt! Sorry!)

            Bezog sich auf den Teil hier:
            "Wir haben sechs Millionen Sozialfälle, die am Rande leben und wenig beachtet werden. Aber Aussiedler und Übersiedler haben den Vorrang, bekommen Steuervorteile, daß es nur so kracht. Der Zündstoff ist da. Abwarten. Das explodiert noch."

              • Na dann passt es ja doch noch mit meinem Beitrag #schwitz

                Das war auch schon so als Deutsche vertrieben wurden. Da meinten einige Bürgermeister, die Leute hätten sich erst zu ihrem Deutschtum bekannt, als sie hoffen konnten in das - damals noch zerstörte - Deutschland zu kommen.

                Das Gejammere gehört zu jeder Flüchtlingswelle. Irgendjemand ist immer überfordert und irgendjemand fühlt sich übervorteilt. Das ist im Einzelfall dann selten ganz falsch, aber maßlos überzogen.

                • "Das Gejammere gehört zu jeder Flüchtlingswelle. Irgendjemand ist immer überfordert und irgendjemand fühlt sich übervorteilt. Das ist im Einzelfall dann selten ganz falsch, aber maßlos überzogen."

                  ja du musst es ja wissen#augen

        Das gehört zu den Gerüchten, die bewusst gestreut werden um Katastrophenstimmung zu schaffen.

        • Aha. Kann nicht wahr sein, was nicht wahr sein darf? Also du kennst dich aus, ja?

          http://www.welt.de/wirtschaft/article146403473/Deutsche-Bahn-laesst-Fluechtlinge-gratis-reisen.html

          Warum sollte es im Kleinen nicht gehen, wenn es im Großen geht?

          Und auch so etwas gibt es inzwischen:

          http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Duerfen-Fluechtlinge-kostenlos-Bahn-fahren-id35616152.html

          • http://www.tagesschau.de/inland/fluechtlinge-geruechte-101.html

            Pauschal formuliert dürfen Flüchtlinge nach ihrer Ankunft nicht mehr kostenlos fahren. (Für die Fahrt, mit der sie herkommen müssen sie tatsächlich nicht zahlen.)

            Wenn einzelne Kommunen das für ihre eigenen Betriebe anders regeln ist das deren Entscheidung.

            • "Wenn einzelne Kommunen das für ihre eigenen Betriebe anders regeln ist das deren Entscheidung."

              Ok, akzeptiere ich!

              Frage: Dürfen Hartz-IV- Empfänger oder sonstige sozial schwache Mitbürger auch kostenlos mitfahren?

              Und nur mal für den Fall, dass du das jetzt verneinst: Warum eigentlich nicht?

              • Das ist meine Lieblingsargumentation#augen
                Erstens: Geht es den Einen besser, wenn es den Anderen schlechter geht?
                Zweitens: Menschen mit Schwerbehinderung werden beispielsweise auch kostenlos mitgenommen( und sie dürfen sogar eine Begleitperson haben!)oder man kann im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets seine Kinder kostenlos mit dem Schulbus fahren lassen. Und jetzt? Sollen sich jetzt all diejenigen darüber aufregen, die ganz knapp darüber liegen?
                Drittens: Wenn dich die Gründe interessieren, ruf dort an!
                Viertens: Sozial Schwache, die sich diesen Argumenten anschließen, werden irgendwann erleben, daß ihnen genau das zum Verhängnis werden wird. Dann werden sich die unteren und mittleren Einkommensschichten irgendwann die gleichen Fragen stellen: Warum geben wir Unsummen für die Kitabetreuung aus, wenn es für andere kostenlos ist? Warum zahlen wir den regulären Preis für Zahnersatz, wenn andere den doppelten Festzuschuß bekommen? Warum müssen wir Omas Heimplatz mitfinanzieren, wenn andere das umsonst bekommen?
                Ja, warum eigentlich?! Erklär mir das mal und berücksichtige dabei bitte, daß ICH mich niemandem, der zufällig auch Deutscher ist, mehr verbunden fühle als irgendjemand anderem gegenüber, den ich auch nicht kenne.

                • "Viertens: Sozial Schwache, die sich diesen Argumenten anschließen, werden irgendwann erleben, daß ihnen genau das zum Verhängnis werden wird."

                  Ich glaube, dass eher umgekehrt ein Schuh daraus wird.

                  "Dann werden sich die unteren und mittleren Einkommensschichten irgendwann die gleichen Fragen stellen: Warum geben wir Unsummen für die Kitabetreuung aus, wenn es für andere kostenlos ist? Warum zahlen wir den regulären Preis für Zahnersatz, wenn andere den doppelten Festzuschuß bekommen? Warum müssen wir Omas Heimplatz mitfinanzieren, wenn andere das umsonst bekommen?"

                  Genau das ist doch schon lange der Fall. Kann man hier bei Urbia auch lesen. Wie oft liest man hier, dass man sich Kinder eben leisten können muss. Wer schnell nach der Geburt wieder arbeiten geht, hätte erst gar keine Kinder bekommen sollen. Wer ALG II empfängt soll seinen Kinderwunsch gefälligst zurückstecken. Es gibt tatsächlich Menschen, die meinen, dass jeder die gleichen Kosten für den Kindergartenplatz zahlen soll (und wer das nicht kann, sollte eben keine Kinder bekommen). Auch bei der Finazierung von Heimplätzen scheint die Debatte nun loszugehen. Was kann schließlich die Allgemeinheit dafür, dass die Leute nicht privat vorgesorgt haben? Dann sollen die Kinder eben einen Zweitjob annehmen um das zu finanzieren. Ja, auch das habe ich schon gehört!

                  Ich glaube, dass das einer der Gründe ist, warum einige sozial schwache nach unten treten. Sie müssen sich anhören, dass sie Sozialschmarotzer sind, dass nur reiche Menschen Kinder bekommen dürfen, dass es nicht in Ordnung ist, wenn das Arbeitsamt ihnen die Fahrkarte zur (schlecht bezahlten) Arbeit bezahlt. Wenn man selbst vom Mitarbeiter des Arbeitsamtes angepampt wird, weil man schwanger ist und nicht abgetrieben hat, fühlt sich das eben nicht so an, als sei es in Ordnung auch als armer Mensch Ansichten, Wünsche, Bedrüfnisse zu haben. Viele sozial schwache erleben es tatsächlich so, dass man ihnen nichts gönnt, den Flüchtlingen nun aber gerne Hilfe zu teil werden lässt. Hier habe ich auch schon gelesen, dass manche lieber die Flüchtlinge unterstützt als ALGII-Empfänger.

                  Ich persönlich finde es daher gar nicht verwunderlich, dass Neid und Missgunst aufkommt, auch wenn ich weiß, dass es ein rein subjektives Empfinden ist wegen der Flüchtlinge zu kurz zu kommen.

                  LG

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