Die Grenzen der Tolenranz! Wo sind Eure?

    • (1) 22.10.15 - 18:14

      Moin Ihr Lieben,

      um von der Flüchtlings-wir-schaffen-das-oder-nicht-Frage ein wenig wegzukommen, versuche ich es mal mit was anderem: Welches sind Eure persönlichen Grenzen der Toleranz bezgl. anderer Kulturen?

      Damit meine ich jetzt nicht so Selbstverständlichkeiten wie, dass man nicht die Scharia tolerieren würde etc.

      Ich meine wirklich eigene Grenzen/ Schwierigkeiten mit fremden Sitten, auch wenn diese nicht unbedingt für andere logisch nachvollziehbar sein müssen.

      Mir fallen spontan drei Dinge ein:

      1. Die Burka. Ich wäre wohl nicht für ein Verbot, weil ich mir schwer vorstellen kann, jemandem Kleidung zu verbieten. Dennoch kriege ich beim Anblick - ist live erst 2x vorgekommen - eine unwillkürliche Abscheu. Es ist mir unvorstellbar, dass jemand das freiwillig trägt, was ja einige Frauen behaupten. Das ist einfach gegen alles, was ich an Werten gelernt habe.

      2. Tischmanieren, die ich als unappetitlich empfinde.

      3. In das indische Kastensystem kann ich mich ebenfalls überhaupt nicht reindenken. Ich spreche anderen nicht ab, das als normal oder richtig zu empfinden, aber ich kann dafür kein Verständnis entwickeln.

      Wie ist das bei Euch?

      LG, Nele

      • Ich finde Genitalverstümmelung bei Mädchen was in vielen Ländern noch heute gemacht wird ganz schlimm. So etwas kann man sich als westliche Frau nicht einmal vorstellen. Ich habe da eine Doku darüber gesehen, da wurden 10 jährige Mädchen mit Rasierklingen die Schamlippen und ich glaube auch die Klitoris heraus geschnitten und alles wieder zu genäht, bis auf ein kleines Loch zum Pipi machen.

        Das ist für mich grausam, abscheulich und undenkbar!!!

        Hi,

        also ich finde Burkas nicht schlimm. Genau wie ich bei den Gepflogenheiten der mir bekannten Religionen bisher nichts finden konnte was ich nicht zumindest respektieren könnte. Ok... Bei den Kasten in Indien streubt sich mir auch alles.

        Grundsätzlich hört bei mir die Toleranz da auf, wo fremde Sitten mich, meine Sitten und mein Leben in irgendeiner Weise einschränken. Dazu zähle ich jetzt allerdings nicht den Morgenruf zum Gebet eines Muezzin o.ä...

        LG

        • (4) 25.10.15 - 12:42

          Hattest du schon mal ein Auto vor dir, ob der eine Frau in Burka saß, die mir noch einen Sehschlitz hatte? Das finde ich gruselig. Rückblick und Schulterblick sind damit unmöglich.

          • Das stimmt nicht.
            Schulterblick, Rückblick etc. sind sehr gut damit möglich, Stoff der UM die Augen und nicht VOR den Augen ist schränkt logischerweise die Sicht nicht ein. Man selbst sieht das Niqab ja gar nicht, wenn der Schlitz die Augen genau frei lässt, nicht mal aus dem Augenwinkel.
            Selbst mal ein Niqab getragen?

          (7) 26.10.15 - 18:51

          Nö habe ich tatsächlich noch nicht. Darüber habe ich mir auch noch keine Gedanken gemacht.

          Wobei ich mir jetzt mal sage.... Das ist keine Sache der Toleranz sondern der Straßenverkehrsordnung. Keine Ahnung ob das so ok ist....

    Burka (und ich hab schon mehr als 2 live gesehen). Aus den gleichen Gründen, wie du sie nennst

    Beschneidung von Kindern (verstößt gegens Grundgesetz, ist aber neuerdings via Religionsfreiheit nicht strafbar)

    wenn jemand die Gleichberechtigung nicht akzeptiert

    • "wenn jemand die Gleichberechtigung nicht akzeptiert "

      Ja, das würde mich auch sehr stören, ganz allgemein, aber das ist ein sehr kompliziertes Feld, finde ich. Es wird nicht unbedingt in den einzelnen Handlungen sichtbar, sondern in den Gründen dafür.

      Wenn mir jemand nicht die Hand geben will, ist er vielleicht einfach generell unhöflich. Wenn er sie mir nicht gibt, weil ich eine Frau bin, akzeptiert er die Gleichberechtigung nicht.

      Wenn sich jemand nicht von einer Ärztin behandeln lassen möchte, kann das ganz unterschiedliche Gründe haben. Viele Frauen gehen ausschließlich zur Frauenärztin, nicht aber zum Frauenarzt. Wir haben in Deutschland zudem freie Arztwahl. Hier könnte man also nicht mal argumentieren, dass jemand Gleichberechtigung nicht akzeptiert, indem er die Behandlung durch eine Frau ablehnt, weil sie eine Frau ist.

      Was ich damit sagen möchte: Das Nicht-Akzeptieren von Gleichberechtigung ist schwer fassbar.

      LG

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