Warum müssen wir uns ändern?

    • (1) 25.10.15 - 22:50

      Hallo

      Egal wo ich hinkomme, egal mit wem ich spreche und egal mit wem ich diskutiere, immer wieder fällt der Spruch:

      Wir müssen uns ändern!

      Hauptsächlich im Bezug auf die Flüchtlings- und Völkerwanderungsdiskussion fällt immer wieder dieser Satz.

      Irgendwie verstehe ich das aber nicht, warum sollten wir uns ändern? Ist es denn nicht eher so, dass sich die Flüchtlinge und Einwanderer eher uns anpassen sollten, unsere Kultur annehmen, sich verstärkt für uns interessieren, unsere Sprache erlernen und unser Recht und unsere Gesetze zu teilen?

      Ich finde es auch unfair gegenüber den Ausländern, die seit Jahren und Jahrzehnten bereits in Deutschland leben und sich angepasst haben.

      Für mich kommt das so rüber, als dass ich in Zukunft meine Religion nicht mehr ausleben darf, kein Schwein mehr essen kann, mich beschneiden lassen soll und Vollbart trage - irgendwie erschreckend :-(.

      #winke Schubart

      • Zu mir hat noch niemand gesagt ich soll mich ändern. Wo hast du denn das gehört?

        Das stimmt doch nicht dass wir uns ändern müssen. Das wird nur gern genutzt um Angst zu schüren, aus der Ablehnung und Hass entwachsen soll.

        Aber wir ändern uns, von alleine. Kultur, Heimat, all das sind keine statischen Gebilde. Es ist in ständigem Wandel. Anders wäre auch langweilig.

        "Egal wo ich hinkomme, egal mit wem ich spreche und egal mit wem ich diskutiere, immer wieder fällt der Spruch:"

        Du umgibst dich eindeutig mit den falschen Leuten ;-)

        • Öhm...lies mal hier im Forum...da steht zwar nicht direkt "wir müssen uns ändern", aber dieses WIR MÜSSEN dies und das und jenes...
          Das ist genau DAS, was mich so ankotzt in der ganzen Flüchtlingsdiskussion. Man hört und sieht nix anderes mehr.
          Geht es um Integration, WIR MÜSSEN...
          Geht es um Hilfe, WIR MÜSSEN...(im übertragenen Sinne...müssen muss hier keiner was)
          Geht es um was auch immer, WIR MÜSSEN...
          WIR MÜSSEN es aushalten. Eben im Allgemeines Forum gelesen, da ist eine Mutter besorgt, weil in der Turnhalle der Schule ihrer Tochter junge männliche Flüchtlinge untergebracht sind und es wohl schon Vorfälle gab. Sexuelle Belästigung, Diebstahl, etc.
          und dann kam von einigen, 1. DU bist nen Fake und willst Unfrieden stiften.
          2. Dann MUSST DU zusehen, dass Deinem Kind nix passiert
          3. WIR MÜSSEN was dafür tun, damit die Deutsch lernen, sich integrieren können, die sich nicht langweilen, denen die Regeln hier erklären(wobei, wenn das gemacht wird, hat ja schon nen Bürgermeister in irgendner Gemeinde, ist das so auch nicht richtig)
          4.WIR MÜSSEN Mitleid haben, Verständnis aufbringen etc. pp.

          Überall kommt dieses WIR MÜSSEN, vielleicht nicht direkt ausgesprochen, aber so gemeint.

          Ich hab mich bisher recht neutral gehalten, habe weniger gesagt, mehr zugehört. Aber irgendwann gehts auf den Zeiger. Meiner Meinung nach MÜSSEN sich Einwanderer, unabhängig ob sie vor irgendetwas flüchten oder als Fachkraft zum Arbeiten herkommen, anpassen. Das ist normalerweise in jedem Einwanderungsland so. Man hat entschieden in ein anderes Land zu gehen und dann hat man sich anzupassen. D. h. Die Sprache so schnell wie möglich lernen.
          Die evtl. andere Kultur annehmen, sprich akzeptieren, tolerieren. Heisst nicht seine eigene Kultur komplett hinter sich zu lassen, aber das wird hier sicher auch wieder falsch verstanden...
          Die Flüchtlinge kommen mit teilweise abstrusen Vorstellungen her und sind völlig vor den Kopf gestossen, wennse hier ankommen und es völlig anders wird. Ja klar, ist blöde, aber das MÜSSEN sie aushalten können. Sie haben sich entschlossen, mal unabhängig von den Gründen, denn da findet man immer einen, ihr altes Leben aufzugeben und ein Neues anzufangen. Keiner hat ein Recht darauf, das dies auch besser wird.

          Natürlich sollten sich Flüchtlinge anpassen und natürlich sollten Übergriffe, Belästigungen und was weiß ich nicht alles nicht passieren.

          Aber man muss das realistisch sehen. So was kann immer passieren. Egal ob Nachbarn, Touristen oder Flüchtlinge - es werden immer Kriminelle dabei sein. Also wir immer was passieren. Und wenn 500 Flüchtlinge zusammen auf engstem Raum ist die Wahrscheinlichkeit natürlich größer das etwas passiert. Deswegen muss man dafür sorgen, dass die Menschen verteilt und integriert werden, wenn der Asylantrag bewilligt wird.

          Ich picke mir mal einen weiteren Punkt raus: "WIR MÜSSEN was dafür tun, damit die Deutsch lernen, sich integrieren können, die sich nicht langweilen, denen die Regeln hier erklären(wobei, wenn das gemacht wird, hat ja schon nen Bürgermeister in irgendner Gemeinde, ist das so auch nicht richtig)"

          Klar müssen wir das. Aber doch nicht Du. Warum fühlst Du dich deswegen angepisst?

          Und der eine Bürgermeister, von dem du sprichst - ich glaube ich weiß wen Du meinst - der hat das einfach nur scheiße gemacht. Der hat nämlich suggeriert, das Flüchtlinge alle in die Hecken kacken weil sie zuhause kein fließend Wasser hatten.

          • " Natürlich sollten sich Flüchtlinge anpassen und natürlich sollten Übergriffe, Belästigungen und was weiß ich nicht alles nicht passieren.
            Aber man muss das realistisch sehen. So was kann immer passieren. Egal ob Nachbarn, Touristen oder Flüchtlinge - es werden immer Kriminelle dabei sein. Also wir immer was passieren. Und wenn 500 Flüchtlinge zusammen auf engstem Raum ist die Wahrscheinlichkeit natürlich größer das etwas passiert. Deswegen muss man dafür sorgen, dass die Menschen verteilt und integriert werden, wenn der Asylantrag bewilligt wird. "

            Ja, da ist es wieder, WIR MÜSSEN dafür sorgen, daß sie integriert werden...ich nehm bewusst nur den Punkt...integrieren MÜSSEN sich die Flüchtlinge schon selber, die Möglichkeiten dafür werden von uns gestellt. Wobei das ja irgendwie schon unfair denen gegenüber ist, die zum Arbeiten herkommen und schon vorab auf eigene Kosten deutsch lernen, was ich durchaus als den richtigen Weg sehe.

            " Ich picke mir mal einen weiteren Punkt raus: "WIR MÜSSEN was dafür tun, damit die Deutsch lernen, sich integrieren können, die sich nicht langweilen, denen die Regeln hier erklären(wobei, wenn das gemacht wird, hat ja schon nen Bürgermeister in irgendner Gemeinde, ist das so auch nicht richtig)"

            Klar müssen wir das. Aber doch nicht Du. Warum fühlst Du dich deswegen angepisst?

            Und der eine Bürgermeister, von dem du sprichst - ich glaube ich weiß wen Du meinst - der hat das einfach nur scheiße gemacht. Der hat nämlich suggeriert, das Flüchtlinge alle in die Hecken kacken weil sie zuhause kein fließend Wasser hatten. "  1. Es geht ums WIR und da bin auch ich betroffen, wenn mir irgendjemand mit WIR kommt. Natürlich muss ich nix direkt selber, aber indirekt ist jeder betroffen, da Steuerzahler das Ganze bezahlen.

            2. Mit dem Bürgermeister, ich hab nen Bericht gelesen, in dem das Flüchtlingsorganisationen sogar gutheissen, dass es nen Regelbuch für Flüchtlinge gibt. Das mit dem inne Hecke kacken wurd ihm in den Mund gelegt. So hat ers sicher auch nicht gemeint und es muss ja auch irgenwoher kommen, einfach so kommt man nicht auf die Idee sowas zu behsupten. Wird wohl jemand hinter ne Hecke sein, die zu nem Vorgarten gehört und seine Notdurft erledigt haben. Deshalb darf man ja wohl sagen, das sich nicht jeder irgendwo, wo es ihm in den Sinn passt, erleichtern kann. Gilt mMn auch für Alle, auch Einheimische. Gibt da nämlich auch so Konsorten...

            • "Ja, da ist es wieder, WIR MÜSSEN dafür sorgen, daß sie integriert werden...ich nehm bewusst nur den Punkt...integrieren MÜSSEN sich die Flüchtlinge schon selber, die Möglichkeiten dafür werden von uns gestellt. Wobei das ja irgendwie schon unfair denen gegenüber ist, die zum Arbeiten herkommen und schon vorab auf eigene Kosten deutsch lernen, was ich durchaus als den richtigen Weg sehe."

              Google einfach mal die Definition "Flüchtling" und denk mal über den bescheuerten Vergleich nach.
              Das ist genau so dämlich wie das Gejaule gut situierter werdender Mütter hier im Forum, die lamentieren, dass Leute in finanziellen Notlagen in Deutschland diverse finanzielle Hilfen bekommen und sie nicht.

              "Deshalb darf man ja wohl sagen, das sich nicht jeder irgendwo, wo es ihm in den Sinn passt, erleichtern kann. Gilt mMn auch für Alle, auch Einheimische. Gibt da nämlich auch so Konsorten... "

              Dann sollten mal alle deutschen Gemeinden solche netten Begrüßungsmäppchen auch für Einheimische bereit halten, nicht, dass die überall hinkacken.

    (11) 26.10.15 - 07:01

    Hallo,

    wie kommt es dazu, dass bei dir der Eindruck entsteht, dass (nur) du dich ändern musst? Damit bist du nicht allein, das vorweg, ich kann einen gewissen Unmut sogar nachvollziehen, denn die Integration verläuft alles andere als optimal, aber mir hat noch niemand zum Kopftuch geraten und Schweinefleisch verboten.

    Zunächst einmal: Integration ist keine Einbahnstraße. Die kommenden Menschen müssen sich integrieren (wollen), wir müssen ihnen aber Hilfe anbieten.

    Vor nicht allzulanger Zeit hatte ich ein Gespräch mit einer Mutter, die sich fürchterlich über die Flüchtlinge aufgeregt hat. "Die sollen sich gefälligst anpassen und Deutsch lernen!" sagte sie. Keine Minute später regte sie sich darüber auf, dass die Lehrerin ihrer Tochter doch tatsächlich erwartet, dass die deutschen Kinder auf die Flüchtlingskinder, die nun in der Klasse mitunterrichtet werden, zugehen sollen. Sie sieht gar nicht ein, dass sich ihre Tochter mit "denen" abgibt. SO funktioniert Integration aber garantiert nicht!

    Meiner Meinung nach besteht Integration aber auch aus mehr als nur daraus auf die Fremden zuzugehen. Wir müssen ganz klar unsere geltenden Gesetze anwenden und unsere Werte vermitteln. Wir müssen sagen dürfen, dass manche kulturellen und/oder religiösen Werte der Flüchtlinge und Migranten nicht mit unseren vereinbar sind und diesbezüglich auch keine Schlupflöcher anbieten.

    Integration ist harte Arbeit, aber sie ist machbar. Man müsste sie nur endlich ordentlich angehen.

    LG

    • (12) 26.10.15 - 07:35

      ,,Integration ist harte Arbeit, aber sie ist machbar. Man müsste sie nur endlich ordentlich angehen"

      Na da bin ich aber mal gespannt, wir haben ja noch nicht einmal alle ,,schon hier lebenden" ,,ordentlich" ( wie du so schön sagst ) integrieren können.

      Aber gut, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zum Schluss und die Erwartungen jener Ankommenden auch.

      Wir schaffen das !

      • Ich würde mir auch sehr wünschen, dass einige Deutsche sich auch mal anständig integrieren *seufz*

        • ,,Ich würde mir auch sehr wünschen, dass einige Deutsche sich auch mal anständig integrieren *seufz*"

          Das denke ich mir bei Leuten die nach wie vor sagen alles ist machbar auch immer, koste es was es wolle.
          *seufz*

          Wie integriert sind eigentlich Leute, die hilfesuchende Menschen "Viehzeug", Politiker "Volksverräter" und Journalisten wahlweise, "Lügenpresse", "Judenpresse" oder "Judensau" nennen? Und welches Verhältnis zu Gesetzen haben Leute, die von Straftaten gegen Flüchtlinge schweigen?

          Da sehe ich eher noch mehr Integrationsbedarf als bei den Flüchtlingen.

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