Pegida marschiert auch am heutigen Montag

    • (1) 09.11.15 - 21:49

      Auch an diesem fùr Deutschland geschichtsträchtigen Datum lassen es sich die Veranstalter von Pegida nicht nehmen, in Dresden und München zu ihren Demonstrationen aufzurufen. U.a. unter dem Motto, die deutsche Schuldhistorie endgültig zu beenden. Natürlich ist auch am heutigen Tag das Demontrationsrecht nicht engeschränkt aber wie unsensibel, vielleicht auch gewollt unsensibel, ist dieses für mich politisch sehr unappetitliche Signal. Abgesehen von den Veranstaltern und Organsatoren, an deren rechter Gesinnung ich ohnehin keine Zweifel habe, aber warum marschieren da sogenannte besorgte Bürger an diesem Tag mit? Ist man so geschichtsvergessen? Ist es egal? Oder nach dem Motto, jetzt erst Recht? Ich weiss es nicht. Aber mir kann niemand mehr erzählen, wessen Geistes Kind die dort Versammelten wohl mehrheitlich sind.

      • Es wird schlimmer werden. Die AFD ist mittlerweile bei 10%. Wenn die Politik nicht bald was tut, werden die Rechten immer mehr Zulauf haben und dann wird es sehr ungemütlich.

        Wenn man sich mal die Aufmärsche und Aussagen der letzten Wochen anschaut, wird ja eine Perversion der Nazivorwürfe deutlich.

        Da wird Frau Merkel in Nazi Uniform gezeigt, Akif Pirincci macht zynische Bemerkungen, dass man als Islamkritiker verfolgt wird und ja am liebsten in den Gaskammern von Ausschwitz gesehen werden würde. Man vergleicht die Gegenwehr mit der Judenverfolgung im dritten Reich.

        Daher ist es ja nur konsequent gerade an diesem tag auf die Strasse zu gehen.

        Ein besonders schönes Detail: Die Kulisse des Theaterplatzes, des früheren Adolf Hitler Platzes. DAS Datum, DIESE Leute und DER Platz- ein in sich stimmiges Bild.

      • Warum erschreckt mich das nicht mehr wirkich? Die ganzen Aussagen hier, in den Medien, eine Kanzlerin, die "alle einlädt"... Wer da nicht wirklich ein wenig Hirn besitzt, läuft mit...wie damals...traurig und schlimm :-(

        • >>In den vergangenen Monaten ging es in der Debatte viel um zweifelnde, ängstliche Bürger, die in der Flüchtlingskrise mitgenommen werden müssten. Wie ein warnendes Beispiel, was passiert, wenn das nicht gelingt, laufen jeden Montag Tausende Menschen durch Dresden, die vielen bereits als unwiederbringlich verloren gelten.

          Vor lauter Pegida die Helfer nicht vergessen

          Die Zweifelnden und Ängstlichen mitzunehmen ist richtig und wichtig. Nur sollte die Politik nicht vergessen, dass sie im schlimmsten Fall auch jene verlieren kann, die sie in der Flüchtlingsfrage auf ihrer Seite wähnt. Menschen nämlich, die genau das Gegenteil vieler Pegida-Demonstranten sind. Die sich nicht zurückziehen vom Staat, einfach nur schimpfen und drohen. Sondern helfen. Sie vor lauter Sorge um die skeptischen Bürger für selbstverständlich zu nehmen, wäre der größte Fehler, den die Politik machen kann.<<
          http://www.sueddeutsche.de/politik/ehrenamtliche-fluechtlingshelfer-so-kippt-die-stimmung-1.2701597

      Ach, jetzt kommt bei denen auch noch das "wir sind ja nicht schuld" dazu.
      Leider vergessen viele immer, dass man sich dann aber an sich nicht auf Geschichte beziehen darf. Man darf sich nicht mit Goethe und Schiller rühmen, während man mit Hitler nichts zu tun hat.

      Ansonsten kann sich für mich spätestens nach den Entgleisungen der letzten Wochen dort niemand mehr mit "ich bin ja nicht rechts, aber..." rausreden. Wer dort mitläuft, weiß, welches Bild er vermittelt. Wer es an einem solchen Tag tut, noch viel mehr.

      Auf das man die gleichen dann mit ihren Kindern im Laufe der Woche auf den St. Martins Festen sieht...

      • "Wer dort mitläuft, weiß, welches Bild er vermittelt. "

        Vermutlich war es für die Organisatoren zu verlockend, bei der derzeitigen gespaltenen Stimmung nicht auch diesen Montag für ihre Bauernfängerei zu nutzen.

        Aber niemand, der dort mitmarschiert oder dies mit Sympathien belegt, soll sich nun wundern, wo man ihn politisch zu Recht(s) einordnet.

        Das ewige Jammern "Warum denken nur alle ich bin Rechts oder ein Nazi?" sollte sich erledigt haben oder zum gespielten Witz verkommen sein.

        war dies nicht auch der Tag an dem die Mauer fiel?
        an dem eine neue Regierungsform die Macht übernahm?

        Es war nicht nur der Tag an dem den Juden so viel Leid angetan wurde.

        Naja und der vergleich mit st Martin hinkt ja nun sehr ....
        Ich mein der hat seinen Mantel geteilt und hatte denke ich noch mehr Kleidung am Leib wie der Bettler und gefroren hat er sicher auch nicht viel mehr
        Ich glaube die Mehrheit ist bereit soviel zu tun wie dieser Martin
        Aber das Treffen mit dem Bettler ging für Martin mit keinerlei Veränderung jeglicher Art aus.
        Ich denke das ist nicht zu vergleichen mit dem was die Zuwanderung für uns bedeutet.

        Auch wenn es eine Chance oder en Fluch werden kann.

        Ich verstehe auch nicht, dass man immer sagt das Hitler geleugnet wird. Er gehört zu der Historie von Deutschland. Kein rühmliches Kapitel- das ist wohl wahr, aber die Schuld daran trägt die heutige Generation nicht! Wir können ja auch nichts für Goethe!
        Aber wir können aus unserer Historie lernen!

        Karna

        • Man hätte aber auch den Tag verlegen können, einfach aus Respekt und um nicht wieder einfach nur provozieren zu wollen....

          Nicht an diesem Tag allein ist den jüdischen Menschen so viel Leid angetan worden, aber diese Nacht ist ein Zeichen für genau dieses. Aus Gedenken und Respekt vor diesen hätte man sehr wohl, vor allem unter Berücksichtigung der letzten Wochen, Rücksicht nehmen können.

          St. Martin hat darüber hinaus in einer klirrend kalten Nacht die Hälfte seines Mantels gegeben. Und was genau haben jetzt pegida Leute gegeben? In Dresden leben noch nicht einmal viele Migranten. Bisher gab es keine Steuererhöhungen, niemand muss irgendetwas geben, niemand würde zwangsislamisiert... Trotzdem wird dort im,er mehr gehetzt.

          *Aber das Treffen mit dem Bettler ging für Martin mit keinerlei Veränderung jeglicher Art aus.*

          Ähm, er wurde für die Mantelteilung von einem Militärgericht verurteilt und landete hinter schwedischen Gardinen. ;-)

          Mich würde interessieren, wie viele von den "Laternenfest-Beklagern" das wissen. #schein
          (Sorry, damit warst du nicht gemeint. Ich musste mich in diesem Zusammenhang an eine andere Diskussion erinnern.)

          Ich stimme dir zu in dem Punkt, dass die Mehrheit der Deutschen zur Hilfe bereit ist. Wie rotbakenpfeifdrusli (JETZT hab ich mir den Nick gemerkt!) bin ich der Ansicht, dass man dies auf keinen Fall übersehen/ vergessen darf.

      Es geht nicht um Schuld. Von den Menschen, die 1938 erwachsen und verantwortlich waren lebt ohnehin kaum noch jemand.

      Aber es bleibt durchaus auch Aufgabe der jüngeren Generationen darauf hinzuweisen, wohin rechte Ideologien führen. Das ist in einer Zeit, in der ein Mob auf Erfurts Straßen von mit Gerede von einer "Judenpresse" dazu bewegt werden kann einen Journalisten "Judensau" zu titulieren und das auch noch zu skandieren ganz offensichtlich auch heute noch dringend notwendig.

      Wer bei Pegida oder beim AfD mitläuft weiß selbstverständlich was er tut. Aber mit Hasspredigten und offensichtlich idiotischen Forderungen kann man ganz offensichtlich durchaus in manchen Regionen Menschen an sich binden. Das ist traurig.

      Es muss auch nicht so bleiben: In München haben 100 Pegida-Leute gleichfalls demonstriert. Ihnen standen mehrere tausend Gegendemonstranten gegenüber. http://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-gegendemonstranten-kesseln-pegida-ein-1.2729841

      Die Frage ist nur, warum das nicht überall so geht.

"Aber mir kann niemand mehr erzählen, wessen Geistes Kind die dort Versammelten wohl mehrheitlich sind. "

Genauso sehe ich das auch.

Ich habe echt viel Verständnis für Unsicherheiten, Ängste und Zweifel an der aktuellen Lage (auch wenn ich sie nicht teile). Aber wer mit Pegida mitläuft, darf sich nicht mehr wundern in die rechte Ecke geschoben zu werden.

Gestern war nur der Gipfel von einer sehr eindeutigen Entwicklung.

Für mich alles ein Grund, um noch aktiver zu werden.

LG,
Natalia

  • Habt ihr euch mal gefragt, warum so viele "mitlaufen"?
    Vielleicht weil ihre Ängste von Leuten ignoriert werden, die wie unsere Kanzlerin meinen "Wir schaffen das"?
    Hätte man den Leuten eher zugehört, hätte man sie ernst genommen und sie ins Boot geholt, würden nicht so viele mitlaufen!

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