Freiheit oder Sicherheit

Freiheit oder Sicherheit?

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    • (1) 17.11.15 - 21:53

      In Anbetracht der aktuellen Ereignisse stellt sich für mich diese Frage. Ich denke daß
      Beides nicht gleichzeitig umsetzbar ist.

      • "Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety."

        Benjamin Franklin.

        Schlauer Mann.

        Habe "je nach Lage" angekreuzt. Erschreckenderweise als einzige.

        • Wie passt das Zitat mit deinem Kreuzchen zusammen? Stehe ich auf dem Schlauch, oder empfinde ich zu Recht, dass sich das widerspricht?

          Franklin sagte doch, man dürfe die Freiheit nicht um der Sicherheit Willen aufgeben, weil man dann weder das Eine noch das Andere erhielte.

          So zumindest verstehe ich ihn.

          Wie passt dann dein "je nach Lage, so oder so" zu dem Spruch dieses in deinen Augen schlauen Mannes (in meinen Augen auch, keine Frage)?

          Er sagt doch, man darf niemals den Frieden für die Sicherheit opfern?

            • kommt auch drauf an, ob es jemand als Opfer sieht. Die Einstellungen dazu sind unter schiedlich.

              z. B. heiraten. Manche würden und werden es nie tun, weil sie ihre Freiheit nicht opfern wollen (Eheversprechen), anderen ist die Sicherheit in diesem Punkt wichtiger

              • Wieso ist man in der Ehe nicht mehr frei?

                Ich bin verheiratet, fühle mich aber sehr frei. ich bin nicht angekettet, ich gehen, wohin ich will. Ich darf sogar machen, was ich will.

                Da ich Mitglied einer Familie (und einer Gesellschaft, die mir am Herzen liegt) bin, verpflichte ich mich FREIwillig, mich an deren Regeln zu halten. Da täte ich aber auch, wenn ich nicht verheiratet wäre.
                Sicherer bin ich durch die Ehe auch nicht.

                • deshalb schrieb ich ja, es kommt immer da rauf an, was der Einzelne mit den Begriffen Sicherheit und Freiheit verbindet.
                  Was der eine freiwillig macht, ist für einen anderen ein Opfer

                  • Ja, und in unserem freien Land darf ich frei entscheiden, welches "Opfer" ich bringe und welches nicht.

                    Ich darf alles frei entscheiden so lange ich niemand anderen in seiner Freiheit einenge oder ihn gefährde. Woanders werden von Menschen Dinge verlangt, die sie nicht machen wollen. Sie dürfen gar nichts entscheiden. Vorgegaukelt wird ihnen dann vielleicht Sicherheit, die sie aber auch nicht haben. Denn sobald sie frei entscheiden wollen, greift der Staat oder wer auch immer ein und setzt dem ein Ende.

                    • seh ich auch so!
                      so und jetzt nimm mal als Beispiel gestern abend das Fußballspiel.

                      >>Ich darf alles frei entscheiden <<
                      wenn nun jemand frei entschieden hat, auf alle Fälle zu diesem Fußballspiel zu gehen
                      >>werden von Menschen Dinge verlangt, die sie nicht machen wollen.<<
                      die Tore blieben geschlossen, die Menschen wurden auf gefordert, nach hause zu gehen
                      >>Vorgegaukelt wird ihnen dann vielleicht Sicherheit, die sie aber auch nicht haben.<<
                      >>Denn sobald sie frei entscheiden wollen, greift der Staat oder wer auch immer ein und setzt dem ein Ende. <<
                      wer hat gestern abend eingegriffen?

                      • Der Vergleich hinkt aber.
                        Ich schrieb ja, dass ich meine Freiheit so weit ausleben darf so lange ich keinen anderen in seiner Freiheit beschränke oder ihn in Gefahr bringe.

                        Dass das Fußballspiel nicht stattfindet war eine Entscheidung höherer Instanzen, die mehr Informationen hatte als jeder einzelne Zuschauer. Die Räumung des Stadions geschah mit der Absicht möglichst keinen oder wenn, dann nur wenige zu Schaden kommen zu lassen. Ich denke, dass mehr als Hälfte der Anwesenden im Stadion das genauso sahen und genau deshalb verlief die Räumung so ruhig. Ich glaube nicht, dass sich auch nur einer die Frage gestellt hat, ob seine Freiheit beschnitten wurde. Oder wenn, dann nicht durch die Instanzen, die die Räumung veranlasst haben.

                        Freiheit macht ja keinen Sinn, wenn wir wie Lemminge ins Messer laufen. Freiheit bedeutet aber auch, dass wir Unbequemes zulassen müssen, wie z.B. die Zuwanderung der Flüchtlinge, weil diese die Freiheit haben, hier Asyl zu suchen. Freiheit ist immer auch die Freiheit des Andersdenkenden, oder nicht? Wenn wir beginnen würden, deren Freiheit zu beschneiden, damit wir uns sicherer fühlen, dann wird es problematisch.

                        • >>Ich glaube nicht, dass sich auch nur einer die Frage gestellt hat, ob seine Freiheit beschnitten wurde. Oder wenn, dann nicht durch die Instanzen, die die Räumung veranlasst haben.<<
                          deshalb hab ich ja gefragt, wer gestern abend eingegriffen hat;-)

                          >>Freiheit macht ja keinen Sinn, wenn wir wie Lemminge ins Messer laufen.<<
                          na ja, wenns freiwillig geschieht?

                          >>Freiheit ist immer auch die Freiheit des Andersdenkenden, <<

                          ja, natürlich!
                          Es verbindet aber doch jeder etwas anderes mit dem Begriff Freiheit.
                          Und mit Sicherheit.

                          Sollte man nicht erst mal genau ab stecken, was unter Freiheit und Sicherheit der einzelne versteht?

                          • "Sollte man nicht erst mal genau ab stecken, was unter Freiheit und Sicherheit der einzelne versteht?"

                            Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht mehr, worauf du hinaus willst. Gestern war keine Zeit, bei jedem einzelnen abzustecken, was er unter Freiheit versteht, ob er möchte, dass das Spiel stattfindet oder lieber nicht. Wäre die Zeit gewesen und 60% wären für Bleiben gewesen, hätte man vielleicht anders entschieden. so aber mussten die Verantwortlichen so entscheiden, wie VERMUTLICH die Mehrheit es entscheiden hätte.

                            Jeder der Stadionbesucher hat heute und morgen und immer das Recht, diese Entscheidung öffentlich in Frage zu stellen und zu kritisieren. Das ist auch Freiheit.

                            Freiheit bedeutet nicht, dass der Einzelne ohne Rücksicht auf Verluste sein Ding durchzieht. Freiheit heißt aber, dass wir alles in Frage stellen dürfen.

                Da hast du Recht.

                Das war aber auch nicht immer so. Es gab Zeiten da hatte FRAU die Wahl. Entweder heiraten und "versorgt" sein oder frei sein aber immer befürchten zu müssen, allein Probleme zu bekommen. Das ist noch nicht sooo lang her.

                Es hinkt zwar etwas wenn man es mit Bezug auf die Vergangenheit sieht, passt der Vergleich ganz gut.

                • Moin!

                  Ja, aber ich kann doch für diese Diskussion hier nicht die ganze Geschichte aufrollen. Damals durften Frauen auch nicht wählen, sie durften nicht studieren, sie waren IMMER finanziell abhängig. Da haben Frauen sich bis heute eine Menge Freiheiten erarbeitet!

                  Vielleicht ist es doch ein gutes Beispiel! Gerade weil z.B. Frauen eine Menge Arbeit und Energie in die Sache gesteckt haben, um an diese Freiheiten zu kommen, ist es -zumindest mir- heute wichtig, diese Freiheiten zu erhalten. Auch nicht für den Preis der größeren Sicherheit.

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