Warum wird man ein Moslem, ein Christ oder Buddhist?

    • (1) 19.11.15 - 20:17

      Diese Frage stelle ich mir öfter. Meine Antwort wäre : Weil ich es so von meinen
      Eltern vorgelebt bekomme!" Also eine kulturelle Geschichte.

      Stellt sich die Frage: Wenn der Glauben von außen" übergestülpt" wird, dann kann doch Jeder diesen später ändern, aufgeben bzw. Atheist werden?

      Fazit: Ist der Glaube nicht frei (als Wahlmöglichkeit) von mir ausgewählt, dann findet auch kaum eine Auseinandersetzung mit mir und ihm statt.?!

      Er gibt mir Halt, Schutz und Sinn. Ich muß an ihm festhalten!

      Ausnahme wäre vielleicht ein erschütterndes Ereignis was mich ins Taumeln bringt.

      Damit erreicht mich auch nicht so ein Buch.

      • Natürlich kann man einen Glauben aufgeben.

        Er wird Kindern auch nicht übergestülpt, sondern einfach vorgelebt. Zudem gibt es immerhin einen konfessionellen Religionsunterricht in den Schulen.

        Was willst du damit jetzt sagen?

        Dass Menschen konvertieren ist doch kein Grund Hasstiraden gegen irgendeine Weltreligion zu verfassen.

        • Ich möchte damit sagen daß man Jedem, der einer Religion angehört, zumuten kann
          sich mit extremen Auswüchsen bzw. Defiziten zu beschäftigen um auf die eigenen
          Leute einzuwirken. Denn augenscheinlich findet das kaum statt?!

          • Zu den Werten, die wir verteidigen gehören doch auch die Religions- und Meinungsfreiheit.

            Die meisten Protestanten wollen mit evangelikalen Gruppen, die sich über Islamhetze und Schwulenjagd zusammenfinden ausgesprochen ätzend - aber die Leute haben selbstverständlich das Recht Gemeinden zu bilden - wenn auch nicht unbedingt innerhalb der Landeskirchen.

            Die polnische Haltung zur Flüchtlingsproblematik ist eindeutig unchristlich - aber die polnische kath. Kirche steht hinter der nationalkonservativen Regierung und schweigt dazu. Müssten jetzt Katholiken anderswo öffentlich aufschreien?

            Hinzu kommt, dass religiöse Extremisten sich in der Regel für ganz besonders gute Gläubige halten und entsprechend eigene Gemeinden bilden und sich absondern. Das reduziert die Zahl der sozialen Kontakte weiter. Hohles Geschwätz über angebliche gottgewollte Diskriminierungen irgendwelcher Minderheiten wollen sich die wenigsten Christen oder Muslime anhören. Sie gehen dann aber einfach nicht zu solchen Veranstaltungen. Das bedeutet aber auch, dass Schwachsinn dieser Art unwidersprochen bleibt.

            Es gibt natürlich auch gute Entwicklungen. Im christlichen Bereich hat gerade die erste ev. Landeskirche nach den Judenmission auch die Mission von Muslimen aufgegeben, Juden bilden zunehmend liberale Gemeinden, die Rabbinerinnen akzeptieren und geschlechtsbedingte Diskriminierungen ablehnen, bei den Muslimen bilden Islamwissenschaftler um Herrn Khorchide allmählich einen Euroislam heraus. Das sind aber in allen Religionen Gruppen, die sich nur selten mit den extremen Strömungen auseinandersetzen. Außerdem ist der Zusammenhalt in liberalen Gemeinden in allen Religionen relativ gering. Diese Gemeinden wirken zwar allesamt sehr sympathisch, aber sie schrumpfen auch schneller als konservative oder auch reaktionäre Gruppierungen.

            • Da bin ich jetzt mal ganz fies und sage: " Es müssen erst recht viele Menschen eines Glaubens sterben, bevor der Druck zur Veränderung da ist und den Glauben offener und toleranter macht!"

              Das macht dann noch etliche Jahre Terror und Krieg!

              • Wird eine Religon offener und Toleranter. Warum sollte sie? Sie bekommt vielleicht ein anderes Gewand. Nächstensjahr feiern wir 500 Jahre Reformation. Wieviel Blut ist deshalb geflossen. Die IRA hat erst 2005 nach 90 Jahren Terror den bewaffneten Kampf eingestellt.

                Auch da war die Religon nur Mittel und nicht Ursache des Kampfes. Die letzten Anschläge von Splittegruppen gab es 2011.

                I

                • Aha, und du machst die Religion verantwortlich f?r das Blutvergießen ? Machst Du auch Manitu verantwortlich für die Indianerkriege in den USA im 19. Jarhundert ? Religion kann nur ein Vehikel sein, gewisse Strukturen schaffen, die auch zu radikalen Exzessen führen können.

                  Gerade der Nordirland-Konflikt ist ein typisches Beispiel dafür, dass nicht die Religion die Ursache fürdie Gewalt ist, sondern die jahrhundertelange Unterdrückung des irischen Volkes durch die britische Kolonialmacht, die ihren Höhepunkt in der großen Hungersnot in den 1840er Jahren hatte, als über 1 Mio Iren verhungerten.

                  Religionen sind Wertegemeinschaften, die das friedliche Zusammenleben von Menschen regeln. Unsere sog. "westliche Welt" ist überwiegend vom Christentum geprägt, die arabische Welt überwiegend vom Islam. Dass einige wenige Menschen aus der arabischen Welt oder zumindest aus der arabisch geprägten Welt jetzt grausame Kriege führen, hat wohl weniger mit dem Islam als Religion, sondern mit dem blinden Hass dieser Menschen auf die westliche Welt zu tun.

                  • >>Religionen sind Wertegemeinschaften, die das friedliche Zusammenleben von Menschen regeln. <<

                    ach wie wär das schön, wenns ausschließlich so wär. Die Geschichte lehrt was anderes. Und es hat sich keine Religon dabei mit Ruhm bekleckert.

                    Das Ansinnen eines jeden Religionsstifters mag ja das Gute gewesen sein. Was draus geworden ist................. na ja.
                    Kannst nehmen, wen/was du willst. Absicht gut, Ausführung nicht so gut.

          Wobei mir gerade noch einfällt, dass es schon zahlreiche Distanzierungen von muslimischen Verbänden von Terror gegeben hat.

          Als Bush anfing von Kreuzzügen zu schwadronieren hatte er sehr schnell fast alle amerikanischen Kirchen und dazu noch Papst Benedikt gegen sich.

          • Frage: Kann denn Jemand der im Glauben fest verankert ist, einen Kompromiss schließen, um mit seinem Feind Frieden zu schließen?

            Es gibt viele Gläubige, egal welcher Religion, die ihren Glauben nur selektiv nach eigenen Wünschen zusammenbasteln und sich nur das rauspicken was ihnen genehm ist. Solche Menschen werden es sicher so schnell nicht lernen. Ich behaupte aber mal, für einen gewissen Anteil dieser Menschen ist die Religion nichts als ein bequemer Vorwand die eigene Weltanschauung zu rechtfertigen.

            Ein Christ der die Lehre Jesu verstanden hat, sollte wissen dass Hass und Gewalt kein Weg ist und allem entgegen steht was Jesus gelehrt hat. Trotzdem gibt es Menschen die sich Christen nennen und von Hass und Vorurteilen zerfressen sind.
            Und auch wenn ich persönlich in meinem Glauben eher als radikal/konservativ gelte, kann ich Menschen aller Religion respektieren und als Geschöpf Gottes achten, auch wenn ich mit manchen in einigen Punkten nie auf einen Nenner kommen werde.

      Ach weisst du....
      Ich quatsch mir den Mund fusselig bei meinen Schwiegereltern wie dämlich ich ihre Päpste finde und die katholische Kirche allgemein in meinen Augen die allerletzte Institution ist.....
      Und Defizite gibt es da noch viel mehr als im Islam.... Meinste die hören auf mich?

Das ist der Grund, weshalb ich nicht religiös bin. Es scheint mir beliebig. Wäre ich bei katholischen Adoptiveltern aufgewachsen, wäre ich jetzt katholisch. Ist das nicht verrückt?

Mir ist unklar, weshalb man nicht hinterfragt, was so offensichtlich ist. Vielleicht, weil Glauben so schön ist. Man hat etwas, um sich daran festzuhalten. Eine Gemeinschaft.

Die Wahl dieser Gemeinschaft ist nicht frei, weil man in einem Umfeld aufwächst, das eine Richtung vorgibt. Unverständnis und im schlimmsten Fall Ausschluss aus der Gemeinschaft wären die Folgen, wenn man den vorgegebenen Weg verlässt.

Ich bin froh, dass meine Eltern mich nicht religiös erzogen haben. Ich neige dazu, mir meine eigenen Gedanken zu machen. Egal welche Religion - es kommt mir leider nicht plausibel vor, was jeweils DAS RICHTIGE sein soll. Zum Glauben bin ich nicht gemacht.

Top Diskussionen anzeigen