Die Realität beim Namen nennen - der Voldemort-Effekt

    • (1) 08.01.16 - 12:52

      Die Vorfälle in der Silvesternacht in Köln bewegen die Republik und das Forum - tausend Einzelaspekte werden diskutiert, jeden Tag kommen neue Erkenntnisse ans Licht, die Emotionen kochen wieder hoch. Ich finde das verständlich bei diesem Thema, schließlich geht es hier um tiefgreifende Entwicklungen, die jeden Einzelnen in der Gesellschaft mehr oder weniger direkt betreffen.

      Nach einzelnen Beiträgen hier und da habe ich mal versucht, meine Gedanken zum Thema zu sammeln und stelle sie hier zur Diskussion...

      Spätestens nachdem gestern der interne Bericht eines leitenden Bundespolizisten ungekürzt und im Wortlaut veröffentlicht wurde, ist es an der Zeit, die Realität zur Kenntnis zu nehmen:

      In Köln hat in der Silvesternacht ein Mob junger arabischer Muslime für anarchische Zustände gesorgt. Bei den Ausschreitungen kam es zu gemeinschaftlich und massenhaft begangenen sexuellen Angriffen auf Frauen, wie sie bisher nur aus arabischen Ländern bekannt sind. Die Polizei war hilflos und musste sich verhöhnen lassen. Teil des Mobs waren Asylbewerber, die sich damit brüsteten, dass ihnen der deutsche Staat nichts anhaben könne.

      Das ist schlimm genug so wie es ist und muss nicht durch Übertreibungen und Hysterie aufgebauscht werden.

      Aber alles Kleinreden und Relativieren ist mindestens genauso schädlich. Nein, es waren keine "Antanztricks", nein, es ist nicht mit dem Oktoberfest vergleichbar, nein, es war keine alltägliche sexuelle Gewalt, wie sie auch in Deutschland vorkommt. Und nein, es ist keine Instrumentalisierung von sexueller Gewalt, wenn die Realität beim Namen genannt wird.

      Tatsache ist: durch die unkontrollierte Einreise von Millionen Migranten und Flüchtlingen kamen und kommen auch große Probleme aus der arabischen Welt in unser Land.

      Auch wenn das bedeutet, den Befürchtungen von AfD und Pegida recht zu geben: Das gesellschaftliche Verschweigen dieser Tatsache führt zu weit größeren Problemen als das offene Aussprechen.

      Es ist eben keine Fremdenfeindlichkeit, die Realität zur Kenntnis zur nehmen, und kein Rassismus, auf Fakten hinzuweisen. Fremdenfeindlich und rassistisch sind allenfalls die Folgerungen, die daraus gezogen werden und Handlungen, die daraus folgen.

      Ein Verleugnen, Verschweigen und Nichtbenennen von Problemen führt dagegen zum Voldemort-Effekt, bei dem die Opfer allein gelassen und die Täter bestätigt und belohnt werden. Und er spielt stattdessen all jenen in die Hände, die die Probleme mit anderen als gesellschaftlichen und rechtsstaatlichen Mitteln lösen wollen.

      Ja, die Vorkommnisse sind auch furchtbar für die vielen Flüchtlinge und Migranten im Land, die diese Vorkommnisse scharf verurteilen. Aber es bedeutet keinen Generalverdacht, Tatsachen aufzuzeigen und Probleme zu benennen.

      Ja, auch muslimische Frauen fürchten sich vor solchen Übergriffen oder wurden schon Opfer. Und ja, viele muslimische Männer würden so etwas nie tun und verurteilen diese Taten.

      Aber *gerade weil* auch Muslime unter den Taten eines enthemmten Mobs arabischer Männer zu leiden haben - sei es in Deutschland, weil sie hier leben oder als Schutzsuchende sind, oder überall zwischen Marokko und Bagdad, wo diese Übergriffe keine Einzelfälle sind, sondern immer wieder vorkommen - gerade deshalb muss die volle Realität dessen, was in Köln passiert ist, zur Kenntnis genommen werden!

      Ansonsten fallen wir als Gesellschaft mit unseren ständigen Relativierungen, Verharmlosungen und Entschuldigungen für die Täter nicht nur den deutschen Opfern, sondern auch den Opfern in der muslimischen Welt in den Rücken und tragen so dazu bei, dass die Probleme nicht eingedämmt und gelöst, sondern größer und größer werden. Siehe Voldemort.

      Soweit meine aktuellen Gedanken zum Thema. Auch wenn das mit der sachlichen Ebene nicht immer leicht ist - ich freue mich über eine faire Diskussion!

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      Hintergrund:
      Der interne Bericht der Bundespolizei:
      http://www.sueddeutsche.de/panorama/interner-polizeibericht-eine-respektlosigkeit-wie-ich-sie-in-dienstjahren-noch-nicht-erlebt-habe-1.2808284

      Sonja Zekri über gemeinschaftliche Übergriffe im Nahen Osten:
      http://www.sueddeutsche.de/panorama/gewalt-gegen-frauen-verfolgt-vom-mob-1.2806542

      Zum Voldemort-Effekt:

      Maajid Nawaz & Sam Harris - Islam and the Future of Tolerance
      https://www.youtube.com/watch?v=sWclm4Bi4UM
      http://www.amazon.de/Islam-Future-Tolerance-Sam-Harris/dp/0674088700

      • Dass sex. Belästigungen und Diebstähle strafbar sind und dass Straftäter vor Gericht gehören bestreitet kein Mensch.

        Die Suche nach Tätern funktioniert offensichtlich auch.

        http://www.spiegel.de/panorama/justiz/koelner-polizei-nimmt-nach-uebergriffen-zwei-verdaechtige-fest-a-1071100.html

        Was den Rest angeht warten wir jetzt einfach mal ab. Sich öffentlich zu betrinken und an Silvester mit Feuerwerkskörpern herumzuböllern ist widerlich, aber nicht strafbar.

        Wie ein solcher Mob eigentlich zustande kam werden wir noch sehen. Das gab es in dieser Form nur noch in Hamburg und dort nicht am Bahnhof sondern auf der Reeperbahn.

        Ein Rechtsstaat kennt aber keine Kollektivschuld. Zum Hintergrund der Taten kann man etwas sagen, sobald wir die Täter kennen. Da wechseln die Informationen noch stündlich.

        Man kann Straftäter schon heute ausweisen - und in die Maghrebstaaten auch abschieben.

        Das lässt sich nicht ohne weiteres mit einer Religion oder Kultur erklären. Sex. Belästigungen und Diebstähle sind -- nun gut fast - überall auf der Welt verboten und öffentliche Besäufnisse sind in der islamischen Welt keineswegs üblich.

        Über die Ursachen dieser Vorfälle spekuliert dieser Herr am besten:

        http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-01/islam-rolle-mann-frau-tuerkei-integration-tradition

        Zu bedenken bleibt aber vor allem, dass sex. Gewalt ein ernsthaftes gesellschaftliches Problem ist - und die meisten Täter sind keineswegs Migranten.

        • "Das lässt sich nicht ohne weiteres mit einer Religion oder Kultur erklären. Sex. Belästigungen und Diebstähle sind -- nun gut fast - überall auf der Welt verboten und öffentliche Besäufnisse sind in der islamischen Welt keineswegs üblich."

          Zurzeit hört, oder sieht man viele Islamwissenschaftler, und die sagen was anderes, wie kann das sein?

          "Zu bedenken bleibt aber vor allem, dass sex. Gewalt ein ernsthaftes gesellschaftliches Problem ist - und die meisten Täter sind keineswegs Migranten."

          das stimmt, aber in den letzten Tagen kamen gerade aus dieser Richtung verdammt viele Straftaten ans Tageslicht, wobei gesagt wurde, die Dunkelziffer, gerade auch in den Unterkünften sei viel höher..

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