Lasst und das Pferd "Köln" zu tode reiten - ich will auch meinen Thread!

    • (1) 09.01.16 - 15:54

      Nach dem jeder in der Zwischenzeit wohl einen Thread zu Köln erstellt hat, will ich dem nicht nachstehen und koche hier mein eigenes Süppchen :)

      ####

      Es ist schrecklich, wie die Gewalt gegen Frauen von den „Besorgten Bürgern“ verharmlost und instrumentalisiert wird, um Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen.

      Verharmlost? Ja! Verharmlost. Das Zuspitzung der Diskussion auf „Flüchtlinge = Vergewaltiger“ ist nicht zielführend sondern verharmlost die Problematik der sexuellen Gewalt gegenüber Frauen in Deutschland massiv, da behauptet wird, dass (sexuelle) Gewalt gegen Frauen ein Problem des arabischen/nordafrikanischen Kulturkreises sei.

      Eine Gallionsfigur der „Besorgen Bürger“ und von PEGIDA postete hierzu bei Facebook, dass die Behauptung von Claudia Roth, dass Gewalt gegen Frauen ein Männer und nicht ein Flüchtlingsproblem sei, wegen Diskriminierung zur Anzeige gebracht werden soll. Ein Mann muss sich also diskriminiert fühlen, wenn jemand sagt, dass Gewalt gegen Frauen von Männern ausgeht. Eine solche Aussage sei „Sexismuss [sic!] der übelsten Art“ wird in dem von ihr geteilten Post behauptet. Das Problem der Gewalt gegen Frauen wird somit von den (deutschen) Männern weg- und auf Flüchtlinge geschoben. Und dies ist falsch.

      Eine Studie des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Jahr 2004 (Zwar etwas alt, aber was man hier anführen kann: Die Zahlen sind in dem Fall noch OHNE diese „Flüchtlingsschwemme“) gibt folgende Eckwerte an (immer auf Deutschland bezogen):
      - 40 % aller Frauen ab 16 Jahren haben körperliche/sexuelle Gewalt erlebt.
      - 25 % aller Frauen ab 16 Jahren wurden Opfer von häuslicher Gewalt.
      - Gewalt wird überwiegend durch Partner oder Expartner im häuslichen Bereich verübt.

      Die „Polizeiliche Kriminalstatistik 2013“ des Bundesministeriums des Inneren (pks Bundeskriminalamt, 2014) gibt für das Jahr 2014 in der Rubrik „Vergewaltigungen und sexuelle Nötigung“ die Fallzahl von 7.345 an. Bei der Aufschlüsselung nach Tätergruppe wird in der Kategorie „Vergewaltigung und sexuelle Nötigung §§ 177 Abs. 2, 3 u 4., 178 StGB“ der Anteil der deutschen Tatverdächtigen mit 69 %, der der nicht-deutschen mit 31 % angegeben.

      Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. schreibt in einer Presseerklärung zur Veröffentlichung der „Studie zu Vergewaltigungsprozessen“ vom 17.04.2014, dass „Fremde Tatverdächtige“ (es sind hier nicht Ausländer sondern nicht im sozialen Umfeld verordnete Personen gemeint) einen Anteil von 18% ausmachen – verwandte sogar 27,9 %. Auch hier ist der Schluss wieder nicht tragbar, dass die sexuelle Gewalt gegen „unsere Frauen“ ausschließlich von Flüchtlingen ausgeht.

      Wenn wir jetzt die Gewalt gegen Frauen auf Flüchtlinge beschränken, verharmlosen wir das Problem der Gewalt gegen Frauen und werten somit die Erfahrungen, die Frauen abseits vom Kölner Hauptbahnhof machen mussten, aufs massivste ab.

      Die Armlänge Abstand, wie sie für Frauen empfohlen wird, ist zwar vordergründig gut gemeint, zielt aber absolut in die falsche Richtung, da Frauen dazu gezwungen werden, ihre Verhaltensweise zu ändern, obwohl an ihrem Verhalten nichts falsch oder schlecht war. Auch dieses Vorgehen ist nicht Zielführend, da nicht die Frauen, sondern die Täter sich ändern müssen.

      Ein jeder der gegen das Gesetz, in dem Fall gegen die §§ 177 und 178 StGB, verstößt, hat die rechtlichen Konsequenzen zu tragen und wird sie bei Schuldfeststellung auch tragen müssen. Ich denke mal, das steht außer Frage und wir wohl auch nicht von Flüchtlingshelfern sowie -verbänden bestritten.

      Abschließend stellt sich mir die Frage, warum die Schuldigen die sehr inhomogene Gruppe „Flüchtling“ die Schuldigen sind und nicht die ebenso inhomogene Gruppe „Männer“. Wenn wir jetzt alle Flüchtlinge und Ausländer abschieben, werden wir auch Frauen und Kinder abschieben. Die ja nun mit Männergewalt nun mal gar nichts zu tun haben.

      Ich musste heute auf dem Weg zum Einkaufen mehrmals die Straßenseite wechseln, da mir einige Christen entgegen kamen. Und wie ich gestern in den Nachrichten gehört habe, wurden bei den Regensburger Domspatzen 231 Fälle von Misshandlung/Missbrauch bekannt. Begannen von Christen (analog zu Köln muss das ja auch ein religiöses Problem sein – vor allem, da es in einer religiösen Einrichtung geschah. Es waren nicht Männer, oder Priester oder einige kranke Seelen – nein! Es waren die Christen!). Warum fällt es uns so leicht, hier zu unterscheiden aber bei Menschen aus dem Ausland nicht mehr? Es kann doch nicht so schwer sein, auch bei Ausländern zwischen „den Guten und den Bösen“ zu unterscheiden. Warum müssen wir bei Ausländern und Flüchtlingen immer alle über einen Kamm scheren?

      Die momentan verbreitete Annahme, dass die sexuelle Gewalt von Ausländern ausgehe ist somit falsch und verharmlost die Problematik der Gewalt gegen Frauen, da ein großer Gefährdungsblock einfach ausgeblendet, ja sogar negiert wird.

          • (5) 09.01.16 - 17:27

            Im ZDF-Länderspiegel wurde die Neuheit der Deutschlandweiten Massenvergehen grad im TV bestätigt.

            • (6) 09.01.16 - 17:32

              Ich habe auch nicht behauptet, dass die Neonazis die Flüchtlinge in Rostock damals sexuell missbraucht hätten!

              Willst du jetzt allen Ernstes behaupten, die Übergriffe in Köln seien schlimmer gewesen als die Gewalttaten von Rostock?

              Oder war das wenigstens nur ein misslungener Versuch, den Vergleich wegzuschwurbeln?

              • (7) 09.01.16 - 19:57

                Entschuldigung aber das das ZDF falsches berichtet ist mir nicht bewusst gewesen.

                Somit kann ich hier zu all diesen Vorfällen nichts mehr äußern denn ich kann die Vorfälle nur aus den Medien beurteilen weil ich selbst bei keinem der Vorfälle vor Ort gewesen bin und auch keinen Menschen kenne der das vor Ort erleben musste.

                • (8) 09.01.16 - 21:01

                  Das ZDF hat behauptet, so etwas schlimmes sei in Deutschland noch nie geschehen?

                  • (9) 10.01.16 - 16:38

                    Gewalt jeglicher Art ist absolut schlimm und welche Gewalt nun schlimmer ist, eine derartige Beurteilung geht nicht und steht für mich nicht zur Debatte.

                    Die von Dir verlinkten Ereignisse waren absolut sehr schlimm und grauenvoll und haben mich damals auch zutiefst betroffen gemacht ob des Ausmaßes von menschlichem Hass.

                    Jetzt ging es doch hier aber allein um die Vorkommnisse zu Silvester in Köln und anderen Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, ohne Opfer aller alten Gewalttaten der verschiedensten Menschen und Menschengruppen herab zu würdigen.
                    Diese "Art" der Geschehnisse an Silvester sind wohl neu in unseren Breitengraden wenn ich das richtig verstanden habe, im ZDF wurde nicht von "schlimmer" gesprochen.

                    Es handelt sich wohl um"taharrush gamea" (Arabische Form der sexuellen Belästigung) und soll in Deutschland, laut BKA, bekämpft werden.

                    ----------------------------------------
                    ("taharrush gamea" - das Begehen sexueller Belästigung von Frauen in der Öffentlichkeit, ist in den arabischen Ländern bereits bekannt und wird auch dort praktiziert. Nun hat sich erstmals das Bundeskriminalamt zu den Angriffen in den Silvesternacht zu Wort gemeldet und die Strategie dargelegt.

                    "Solche von Gruppen junger Männer begangenen Delikte stellen die Polizeibehörden der betroffenen Staaten zumeist während großer Menschenansammlungen, etwa bei Kundgebungen oder Demonstrationen, fest. Die Übergriffe reichen von der sexuellen Belästigung bis zur Vergewaltigung", so das BKA.

                    Die Belästigung von Frauen in so hohem Maße, seien in Deutschland in den Silvesternacht zum ersten Mal geschehen, so das Kriminalamt. Schon länger bekannt ist dem BKA allerdings das so genannte "Antanzen", bei dem der Räuber seinem Opfer durch ein Ablenken Wertgegenstände klauen kann.

                    Brennpunkte / Delikte
                    [shortnews.de] · 10.01.2016 · 13:40 Uhr

                    Dazu werden kurzfristig die Fakten zu gleich gelagerten Vorfällen aus allen Bundesländern zusammentragen, um ein genaues Bild der Lage zu ermöglichen», teilte das BKA auf Anfrage der «Welt am Sonntag» mit. Die Entscheidung sei gemeinsam mit den Leitern der Kriminalpolizeien der Länder getroffen worden. Auf dieser Basis sollten dann bundesweit «Bekämpfungsansätze» umgesetzt werden, hieß es.

                    Das Bundeskriminalamt teilte dem Bericht zufolge mit, es nehme «die Ereignisse der Silvesternacht wie auch die damit verbundene Verunsicherung in der Bevölkerung sehr ernst». Das BKA kenne aus einigen arabischen Ländern das Phänomen der gemeinschaftlich begangenen sexuellen Belästigung von Frauen durch junge Männer in der Öffentlichkeit, besonders während großer Menschenansammlungen. Dies reiche bis hin zu Vergewaltigungen. Ein vergleichbares Phänomen sei in Deutschland bislang nicht bekannt.
                    ------------------------------------------------------------

                    Mehr kann ich im Moment dazu nicht schreiben.

                    Ich wünschte allen Menschen eine friedvolle Welt und ein respektvolles Miteinander aber wenn ich die Menschheitsgeschichte und die Menschheit so betrachte sehe ich weit und breit keinen Fortschritt.

                    • (10) 10.01.16 - 17:28

                      Wie ich an anderer Stelle schon schrieb: Wenn es nur um "anders", nicht um "schlimmer" ginge, hätte ich überhaupt kein Problem.

                      Ich lese das hier im Gros leider anders.

            Pfui Teufel!

            Dass deine Antwort Hoyerswerda oder Solingen bagatellisiert, ist ein Tiefpunkt menschlicher Verkommenheit.

        ***Lass mich raten: DAS ist WAS ANDERES!***

        Im ersten Moment dachte ich schon, der Vergleich ist total daneben, aber beim zweiten Nachdenken kann ich schon Parallelen erkennen. Bei beiden Mobs kann man sicher eine ähnliche Gruppendynamik erkennen: da treffen ganz viele Menschen mit einem gemeinsamen Feindbild/Frauenbild zusammen.

        Deswegen halte ich hier in D derartige Übergriffe auf Frauen von westlich geprägten Männern ungefähr so wahrscheinlich wie ein vergleichbarer Angriff (wie zB in Hoyerswerda geschehen) auf ein Haus mit u.a. Deutschen.

        #winke

        @TE #aerger

        • Lass mich mal folgenden Vergleich anführen, der m. E. auch nur auf den ersten Blick hinkt:

          Kannst du dir vorstellen, was im Internet loswäre, wenn Demonstrationen wie in Freital von Moslems vor einem deutschen Frauenhaus durchgeführt würden?

          Ich will damit nicht alles egalisieren, um jede Diskussion im Keim zu ersticken. Aber eine vernünftige Diskussion ist immer nur dann möglich, wenn die Sachlage möglichst (!) objektiv betrachtet werden kann.

          Und da hilft es meines Erachtens, wenn man von dieser Dämonisiererei und diesem hysterischen "Das gabs noch nie, das ist völlig neu, Hilfe, wir werden von Gewalttätern überrannt!" wegkommt.

          Nur so kann eine Diskussion zu Fragen der Integration (die dringend geführt werden muss!) zu fruchtbaren Lösungen gelangen.

          LG

Top Diskussionen anzeigen