Wenn Angst machen, Freude bereitet...

    • (1) 11.01.16 - 19:32

      "Wenn jetzt alle auf Dauer so engagiert gegen sexualisierte Gewalt bleiben wie in den letzten Tagen, dann ist sie bald weg." (Teresa Bücker, Feministin).

      Natürlich ist das eine scherzhafte Bemerkung über das, was gerade im Land stattfindet.

      Fragt sich nur, warum jetzt?

      Es geht mittlerweile schon lange nicht mehr um die Opfer in Köln, ganz gleich, wie viele es am Ende nun wirklich sind und wie viele der Anzeigen tatsächlich verfolgt werden können. Hier wird ein, zwar nicht unbedingt alltägliches aber dennoch in seinem Ausmaß nicht als Präzedenzfall zu wertendes Ereignis als Anlass genommen, etwas loszutreten, was für mich nur noch mit Massenhysterie zu beschreiben ist. Mit deutlichen Spuren eines als legal empfundenen Rassismus.

      Überall melden sich auf einmal geschundene Opfer und kein Medium dieses Landes scheint sich zu scheuen, sich selbst auf die Spurensuche nach drangsalierten Frauen zu machen. Und in der Angst, der unangebrachte Vorwurf der Vertuschung könnte einen Journalisten treffen (oder gar einen Politiker), wird nun alles rausgehauen, was die deutsche Sprache an Superlativen zu bieten hat.

      Da spricht ein deutscher Bundesjustizminister im Spiegel-Interview von einem "Zivilisationsbruch". Als wären die Hunnen in Köln eingefallen und hätten Frauen als Menschenopfer dargebracht und dabei den Dom in Schutt und Asche gelegt. Ich kannte den Begriff "Zivilisationsbruch" bis dato nur im Zusammenhang mit dem Holocaust. Sind die Türken wieder vor Wien oder waren es nicht einfach nur ein paar Dutzend Proleten, die sich nicht zu benehmen wussten, so wie wir es in Deutschland schon bei Dutzenden und Hunderten anderen Ereignissen mit Volksfestcharakter erlebt haben? Auf jeder beliebigen Dorfkirmes werden im Festzelt die Bedienungen angegrapscht und genötigt. Aber das müssen die Damen aushalten und keine Sau wird Tags drauf durch's selbige Dorf getrieben.

      Dass wir ein rückständiges Sexualstrafrecht haben, im Vergleich zu Europa, ist unbestritten. Aber warum genau jetzt dieser Enthusiasmus für diese Sache? Diese wohlfeilen Töne aus der CSU z.B., ausländische Sexualstraftäter sofort unnachgiebig abzuschieben? Es war doch gerade die CSU, die sich immer gegen eine Verschärfung der entsprechenden Paragraphen ausgesprochen hat. Seehofer z.B. Und als ob gerade die Bayern je ein Vorreiter für Frauenrechte gewesen wären. In keinem anderen Bundesland ist Alltagssexismus nach wie vor so populär wie bei den Lederhosen-Machos im Süden der Republik.

      Wer von denen generell, die sich jetzt so wohlfeil aufpumpen, hat sich je wirklich für Frauenrechte oder gegen Gewalt gegen Frauen eingesetzt? Diese Frage können sich auch einige Teilnehmer dieses Forums stellen.

      Es melden sich die zu Wort, die es immer gewusst haben: Der Islam erzieht den Mann ja geradezu zu einem Sexualstraftäter! Muslim = Frauenschänder. So einfach macht es sich der Stammtisch in den sozialen Netzwerken. Der Kampf der Kulturen wird ausgerufen. Und ein Teil der Bevölkerung saugt gierig diese Botschaften in sich auf. Angepeitscht durch das Hyperventilieren der Politik, die weiß, dass sie gar nicht das machen kann, was einige von ihnen nun so vollmundig ankündigen. Aber was tun, wenn "der Bürger" es doch hören will?

      An sich wäre das alles nicht so schlimm, Denn es könnte ja, wie eingangs erwähnt, etwas Positives dabei herauskommen. Nämlich wirklich die Stärkung der Frauenrechte. Aber so weit wird es nicht kommen.

      Aktuell werden Frauenrechte nur benutzt um ganz andere Ziele zu verfolgen: Hier bricht sich eine besonders perfide Form des Rassismus Bahn. Dieser kommt in der Mitte der Gesellschaft an. Der brave Bürger bildet Milizen und patrouilliert durch Deutschlands Straßen. Dass dabei dann nebenher auch Hetzjagden und Prügel-Orgien auf Pakistanis oder Syrer oder alles Fremdländische gemacht wird, scheint für manche ein angenehmer Nebeneffekt. Pogrome als Bürgerpflicht. So mancher hier und woanders wird es mit Genugtuung vernehmen. Jetzt darf man ja seinem Fremdenhass freien Lauf lassen, es scheint so legal, so richtig......es ist ja für die gute Sache der Frauenrechte.

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        Hm, ich geh nur mal kurz nur auf diesen deinen Absatz ein:

        <<<oder waren es nicht einfach nur ein paar Dutzend Proleten, die sich nicht zu benehmen wussten, so wie wir es in Deutschland schon bei Dutzenden und Hunderten anderen Ereignissen mit Volksfestcharakter erlebt haben? Auf jeder beliebigen Dorfkirmes werden im Festzelt die Bedienungen angegrapscht und genötigt. Aber das müssen die Damen aushalten und keine Sau wird Tags drauf durch's selbige Dorf getrieben.<<<<

        Ein paar Dutzend? Bereits jetzt sind über 500 Anzeigen eingegangen allein in Köln. Dunkelziffer könnte viel höher liegen. Dasdürften weit mehr als ein paar Dutzend gewesen sein.

        Hat man so etwas in D schon einmal erlebt auf einem Volksfest? Zeig mir mal bitte ein Beispiel. (in einem anderen Thread wurden die Zahlen vom Oktoberfest gepostet. Rechne das mal hoch auf Köln. Ca. 3000 Menschen am Bahnhof und Domplatz für einige STunden - gegen Millionen beim Oktoberfest über mehrere Tage.

        Klar werden Bedienungen oft angegraben auf Volksfesten. Werden diese aber auch sexuell heftig genötigt (zerrissene Slips, im Intimbereich unsittlich berührt) - gleichzeitig von zig Männern und ausgeraubt?

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        • 500 Anzeigen. Lasst uns erstmal abwarten, ob die sich auch alle als gerechtfertigt herausstellen.

          Ich könnte dich beispielsweise auch wegen, sagen wir mal, Beleidigung anzeigen und dennoch beweist die Anzeige allein noch gar nicht, dass du diese Tat auch begangen hast.

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          • ,,500 Anzeigen. Lasst uns erstmal abwarten, ob die sich auch alle als gerechtfertigt herausstellen."

            Bin echt sprachlos was du da von dir gibst. Du verhöhnst die Opfer ... Ich fasse es einfach nicht.

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            • Dumme Unterstellung! Im Gegensatz zu anderen vorverurteile ich nicht!
              Wie war es denn bei Kachelmann? Da waren sich auch viele soooo sicher oder bei Türk? Der Ruf dieser Männer ist für immer ruiniert, genauso wie der aller muslimischer Männer mit nordafrikanischem Aussehen, egal obs sie es waren oder nicht.

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