Flüchtilingskrise - die ...ste

    • (1) 15.01.16 - 23:03

      Hallo,

      soben gab es im TV: Frau Merkel meinte seinerzeit "Wir schaffen das!!!!!!". Nun glauben schon nach Umfragen 60%, dass wir das nicht schaffen. Und nun? Was, wenn wir das NICHT schaffen. Wie kann das sein, dass sich die mächtigste Frau der Welt anmaaßt, soetwas zu äußern und jetzt plötzlich doch alles nicht funktioniert. Wer trägt die Verantwortung? Hier geht es doch nicht um einen "kleinen Fehler eines Angestellten einer unbedeutenden Firma X ".

      Was denkt ihr?

      martha

      Wenn Frau Merkel (wir) das nicht schafft, dann musst du sie bei der nächsten Wahl nicht wählen. Gibt doch genügend Alternativen.

    • *Wer trägt die Verantwortung?*

      In diesem Fall: Jeder ein kleines oder größeres Stück.
      Es gibt Menschen, die vieles versucht haben, damit wir "das schaffen". Und Menschen, die dagegen gearbeitet haben, dass wir "das schaffen".

      Kann sich ja dann zum Schluss jeder selbst fragen, wie groß seine Mitverantwortung ist.

      • "Kann sich ja dann zum Schluss jeder selbst fragen, wie groß seine Mitverantwortung ist."

        Also das sehe ich ja ganz und gar nicht so. Die Bürger dieses Landes, egal ob pro oder contra Flüchtlinge, haben ja keine Mitverantwortung, wenn es nicht funktioniert. Wir erinnern uns an die große Willkommenswelle im Sommer. Warum ist diese denn abgeebbt und schlägt die Stimmung bei einigen um? Weil unsere Regierung keine Konzepte hat, wie mit den hier ankommen Flüchtlingen "verfahren" werden soll und wie wir sie am sinnvollsten integrieren. Unsere Volksvertreter sind sich uneinig, verlieren sich in Endlosdiskussion und wissen selbst nicht, wie es weitergehen soll mit der Folge, dass ein bayrischer Landtag ein Bus voller Flüchtlinge zum Kanzleramt schickt, damit Frau Merkel sich damit auseinandersetzt. Dafür trage ich und auch alle anderen Menschen in diesem Land mit Sicherheit nicht mal ein kleines Stück der Verantwortung.

        • Mein Post war keineswegs so gemeint, dass ich "dem Volk" die alleinige Verantwortung geben möchte.

          Genauso wehre ich mich aber dagegen, dass Frau Merkel die alleinige Verantwortung zu tragen hat. Die Aufgaben, die vor uns stehen, sind gesamtgesellschaftlich.

          Das heißt natürlich nicht, dass man auf Missstände nicht hinweisen darf. Ich sehe bei meiner Arbeit in der Notunterkunft viele Dinge, wo ich mich frage: "Warum ist das SO? Wäre es nicht besser SO? Warum gibt es dazu kein Konzept, oder zumindest einen organisierten Ideenpool?

          Wir haben zum Beispiel in jedem "Schwung" Bewohner bisher sehr fähige Menschen getroffen, die wir gerne in der Nähe behalten hätten, damit sie uns als Flüchtlinge bei der Integrationsarbeit unterstützen. Mitgestalten. Sie hatten absolut das Zeug dazu und hätten Dinge können, die wir nicht ohne weiteres bewegen können (z. B. wegen der Sprachbarrieren, fehlendem kulturellen Hintergrundwissen...)

          Aber nein, ging nicht. Find ich unglaublich frustrierend, diese Leute immer wieder gehen lassen zu müssen.

          Wie ich dir schonmal schrieb, da rennst du bei mir offene Türen ein.

          • Darum geht es mir. solange die elementaren Dinge nicht funktionieren, solange trägt der einzelne Bürger für mich keine Verantwortung. Erst wenn ein funktionierendes Grundgerüst zur Integration oder auch Abschiebung besteht, erst dann geht es darum, dass jeder einzelne etwas dazu beitragen kann, damit es funktioniert. Und wenn es nur das gedankliche Zulassen ist, das Menschen hier einwandern und auf Dauer bei uns Leben eigenverantwortlich wollen. Aber selbst dieses bisschen "Toleranz" bringt nicht, wenn im Endeffekt die fehlenden Konzepte das gar nicht zulassen.

            • Diesen Ansatz kann ich sehr gut verstehen.

              Nicht leben kann ich weiterhin mit Menschen, die zuerst wochenlang völlig destruktiv mit dem Thema umgehen und mit diebischer Häme das "SIE wird es doch nicht schaffen" feiern.

              Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis. Aber so gar nicht. Meine ganz persönliche Grenze.

              LG

              • Aber was erwartest du denn von diesen Menschen? Diese Menschen sind skeptisch und wie es sich zeigt, zu Recht. Solche Menschen bekommst du idR nur dann, wenn du Ergebnisse vorweisen kannst. Und das unsere Regierung das nicht kann, liegt nicht an diesen Menschen sondern an ihrer eigenen Unfähigkeit.
                Es können noch so viele Menschen so sein, wie die, die du beschreibst. Würden wir Erfolge verzeichnen beim Thema Flüchtlinge, dann würde das ausreichen, um die Zweifler verstummen zu lassen. So muss man leider sagen: Recht haben/hatten sie.

                • Das sehe ich (teilweise) anders. Aber ich denke, das haben wir nun abgeglichen und werden uns wohl auch nicht einig werden, wenn wir uns wiederholen.

                  LG

                  • Du kannst das aber auf deine berufliche Ebene projizieren. Wie überzeugst du denn Kollegen, die skeptisch sind?

                    • Der "Kommunikationsfahrplan" geht dabei durchaus von "hören wir uns mal an, was der Kollege zu sagen hat und reden ressourcenorientiert (Achtung, sozifutzi-bullshit-bingo) darüber"

                      bis

                      "das geht GAR NICHT und muss auch so benannt werden!"

                      Es ist schließlich immer wieder zu beobachten, wie Kollegen am Scheitern von Schülern mit Integrationsschwierigkeiten eine erhebliche Mitverantwortung tragen.

                      Ich hatte zum Beispiel mal eine Elternbeschwerde, weil ein Lehrer zu einer Schülerin in meiner Klasse sagte: "Du nervst nur noch, halt die Klappe, du Heulsuse!"

                      Ich hatte mit dem Kollegen zuvor bereits 2 Gespräche zum Thema, weil es nicht die erste Beschwerde war. Selbst die Schulleiterin hatte schon mit ihm gesprochen.

                      Da sagt beim dritten Mal keiner mehr was durch die Blume oder äußert Verständnis!

                      Wobei ich bei einem Lehrer die Verantwortung definitiv noch höher ansiedele, da der Schüler minderjährig und ein Schutzbefohlener ist.

                      LG

                      • Dann scheint aber der Lehrer an sich ein Problem zu haben. so sind ja aber nun nicht alle. Die einen sind optimistischer, die anderen pessimistischer. Und auch mit den Pessimisten muss man umzugehen wissen, wenn man etwas durchsetzen will. die überzeuge ich am ehsten mit Erfolgen. Wenn ich aber planlos etwas durchsetze und auch nicht zeitnah agiere, wenn ich merke, es läuft irgendwie nicht, dann bestätige ich die Pessimisten in ihrer Meinung und dann muss man sagen "selbst schuld". Und hin und wieder muss man auch mal zugeben, wenn man Unrecht hatte oder etwas positiver bewertet hatte, als es in der Realität dann ist. auch da bricht man sich keinen zacken aus der Krone. aber die Schuld dann auf die Pessimisten zu schieben, indem man ihnen aufgrund ihrer Gedanken die Schuld am Scheitern gibt, das ist nicht der richtige Weg.

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