Meinungsbildung durch Facebook

    • (1) 25.01.16 - 19:40
      Inaktiv

      Huhu,

      Heute las ich in einem Artikel mal wieder über ein Thema, welches mich schon seit längerer Zeit beschäftigt.
      http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/filterblase-radikalisierung-auf-facebook-a-1073450.html

      Es geht darum, (Zitat aus der Zusammenfassung): "Es gibt deutliche Hinweise, dass die Sortieralgorithmen der sozialen Medien zur Meinungsbildung beitragen. Wer bei Facebook und anderswo nur noch radikale Ansichten und Behauptungen zu sehen bekommt, wird womöglich selbst zunehmend radikal. Die sozialen Medien verändern damit vermutlich bereits jetzt die Gesellschaft."

      In einfachen Worten: wer immer nur das angeboten bekommt, was seinen Interessen entspricht, sieht ein immer einseitigeres Bild der Welt und wird dadurch noch mehr in diese Richtung beeinflusst.

      Ich frage mich nun, wie man damit umgehen kann/soll. Denn diese Radikalität geht ja in alle Richtungen, rechts, links, alle möglichen radikalen religiöse Ansichten, Waffenlobby in den USA, ...

      Klar hat es schon immer Medien einer bestimmten politischen/religiösen/gesellschaftlichen Ausrichtung gegeben, aber in dieser Form hat es irgendwie ein ein anderes Ausmaß. Das ist so, als würde im Fernsehen bei manchen Leuten auf allen Sendern nur RTL2 laufen... ;-)

      Ich sehe das durchaus als ein enrstzunehmendes Problem an und kann dieses Phänomen bei 2-3 Personen in meinem Facebook Freundeskreis nachvollziehen: sie posten immer häufiger immer radikalere Ansichten. Ich bin kurz darauf, sie von meiner Freundesliste zu entfernen, da ich nicht den Eindruck habe, dass ich noch zu ihnen durchdringe.

      Apropos: Wie geht ihr damit um: entfreunden oder gebetsmühlenartig Gegenpositionen als Kommentar posten?

      Und: Seht ihr diese Auswirkung der sozialen Medien als Problem, oder einfach nur als "normale" Veränderung der Gesellschaft durch technischen Fortschritt, oder findet ihr es gar aufgebauscht?

      LG

      Hanna

      • Hallo,
        also ob es ein echtes langfristiges Problem für Gesellschaften ist, weiß ich nicht, aber dass es Gesellschaften beeinflussen kann, dessen bin ich mir ziemlich sicher.
        Ich habe das Gefühl, dass Dinge, die auszusprechen bisher als Tabu galten oder nur am Stammtisch ausgetauscht wurden, jetzt salonfähig geworden sind und von jedem Idioten in die Welt gepostet werden können.

        Dann kommt noch dazu, dass man auf Facebook sehr leicht gleichgesinnte findet und erreicht. Man sucht sich die Gruppen und Seiten aus, von denen man Informationen bezieht und auf denen man sich austauscht und kann sich wunderbar gegenseitig bestätigen ohne eine andere Sicht ertragen zu müssen. Man kocht sozusagen schön im selben Saft.
        Ich habe mal eine zeitlang auf Seiten von Besorgtbürgern rumgelesen um zu wissen, wie die so ticken und ich musste das schnell wieder lassen, weil es mich ganz krank gemacht hat. So viel unwidersprochener Hass! Das muss Menschen verändern. Und in der Form gab es das früher sicher nicht. So vernetzt und so.

        Eine Sache finde ich auch bemerkenswert, nämlich, wie der sogenannte "IS" Facebook für seine Propaganda und seine Anwerberei nutzen kann. Und das ziemlich ungestört. Da bekommt man Dinge zu lesen...

        Ich finde es sehr fragwürdig, dass Extremen allermöglichen Richtungen eine solche Plattform geboten wird!

        "Freunde" mit menschenverachtende Ansichten würde ich übrigens einfach aussortieren. Ich habe aber nur sehr wenige ausgewählte Facebook-Freunde, mit denen ich auch im realen Leben befreundet bin.

        "Das ist so, als würde im Fernsehen bei manchen Leuten auf allen Sendern nur RTL2 laufen.."

        Oh, da ich Mediathek mache, läuft bei mir überwiegend Vox, wenn ich Fernsehen konsumiere:-)

        Ich kann dieses Phänomen der Radikalisierung meiner Facebookfreunde nicht wirklich beobachten. Ich verfolge aber auch nur wenige bewusst, die meisten habe ich ausgeschaltet.

        Ich habe nicht extrem viele Facebooklistenfreunde, aber doch genug, die ich einfach nur kenne und als ganz lockere Bekannte bezeichne. Da ist es mir ehrlich völlig schnuppe, was die posten und was nicht. Ich habe keinen Missionierungsdrang. Wenn mir eine Person als Gesamtes extrem unangenehm wäre, dann würde ich sie entfernen oder hätte sie gar nicht angenommen. Ich kenne aber natürlich nicht alle politischen Einstellungen zu den verschiedenen Themen der Menschen in meiner Liste.

        Diejenigen, deren Posts ich aktiv folge, kann ich relativ gut einschätzen.

        Davon machen es einige so (wie ich auch), dass sie zum Beispiel Politiker völlig unterschiedlicher Richtungen folgen, da ist die einseitige Information eher nicht gegeben.

        Natürlich tun einige auf Facebook ihre Meinung kund, manche mehr, manche weniger, manche nie (so wie ich).Ich habe keine Pinnwand und bin sehr wenig öffentlich aktiv.

        Daher würde bei mir die Option Gegenkommentar schon einmal wegfallen.

        Finde ich aber unangebracht, da zu maßregeln. Ich würde entweder entfreunden oder nicht kommentieren.

        "Ich bin kurz darauf, sie von meiner Freundesliste zu entfernen, da ich nicht den Eindruck habe, dass ich noch zu ihnen durchdringe."

        Maßregelst du öffentlich oder versuchst, andere von deinen Ansichten zu überzeugen?

        ---------------------------------------

        Was ich aber beobachte, ist dieses unsägliche Kommentieren auf den Seiten von Politikern und Parteien. Da ist eine radikale Tendenz nach allen Seiten hin und oft eine sehr niveaulose zu beobachten. Ich frage mich auch, was die Leute dazu treibt, sich öffentlich zu gehen zu lassen.

        Dazwischen sind aber immer wieder interessante und lesenswerte Kommentare.

        Die Auswirkung der sozialen Medien sehe ich kritisch, der Austausch über diese Plattformen, auch dass man relativ einfach an Politik, zumindestens informativ teilnehmen kann, ist aber etwas prinzipiell Positives.

        Also, ein wenig aufgebauscht ist die Problematik schon.

        • (4) 26.01.16 - 09:03

          Ich habe überhaupt keinen Missionierungsdrang und ich poste bei Facebook eigentlich keine politischen Statements (aber auch keine Katzenbilder ;-)). Sehr selten mal einen Artikel, der mir deshalb gut gefällt, weil er mir recht ausgewogen erscheint und ich die Hoffnung habe, dass sich viele Menschen dort wiederfinden können.

          Ich maßregele nicht öffentlich und kommentiere solche Posts auch nicht. Ich kommuniziere mit den Menschen in der Regel auch noch privat. Dort berichte ich einfach von meinen Erfahrungen, z. B. eben mit Flüchtlingen und hoffe, dass es deren Horizont etwas erweitert.

          Facebook ist für mich ein Medium um mit Menschen, die ich gut kenne, die aber leider sehr weit entfernt von mir leben, in Kontakt zu bleiben und an ihrem Leben teilzuhaben. Menschen auf der ganzen Welt. Im Ganzen betrachtet sind diese Menschen auch eine bunte Mischung aus allen Ansichten.

          Ich habe z. B. in meiner Freundesliste viele Amerikaner, weil ich dort mehrere Jahre lang gelebt habe. Hier freue ich mich immer über Fotos meines Patenkinds, damit ich sehe, wie es aufwächst, und über Fotos aus der Gegend, weil ich dort eben selbst einmal gelebt habe. Die restlichen Posts sind aber leider reine Obama-Hate-Posts, hanebüchene Lügen und Pro-NRA-Beiträge. Das nervt einfach ungemein. Es fällt mir wirklich schwer, solchen Müll unkommentiert zu lassen, aber da ich weiß, dass es nichts bringt, lasse ich es. Leider. Die sind so naiv und dumm (und ich meine das so!), dass sie Posts wie "Ich habe im Lotto gewonnen und schenke jedem 10.000$, der meinen Beitrag teilt" für bare Münze nehmen. Und diese Menschen sind Highschool Lehrer, Informatiker und Buchhalter.

          Ein anderes Beispiel ist eine ehemals wirklich sehr sehr gute Freundin von mir, die komplett in die rechte Verschwörungsecke gerutscht ist. Mir tut es richtiggehend weh, das zu sehen. Da ich aber auch hier weiß, dass die Mechanismen wie bei einem trotzigen Kind funktionieren, habe ich das Gefühl, hier nichts tun zu können. Da fehlt mir die psychologische Ausbildung. Gespräche sind hier immer weniger möglich, weil wir keine gemeinsame Basis mehr finden.

          Auf der einen Seite kann ich mich halt mit vielen Ansichten NULL identifizieren, auf der anderen Seite denke ich immer, wenn ich diese Leute entfreunde, sind sie ja noch mehr in ihrer Bubble und irgendwo muss man ja die Vielseitigkeit aufrecht erhalten.

          Persönlich finde ich es wirklich schwierig, mit radikalen Meinungen umzugehen, da es mir einerseits widerstrebt, sie zu ignorieren, ich aber andererseits auch online Diskussionen als nicht zielführend empfinde. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt... ;-)

          • "Ich maßregele nicht öffentlich und kommentiere solche Posts auch nicht. Ich kommuniziere mit den Menschen in der Regel auch noch privat. Dort berichte ich einfach von meinen Erfahrungen, z. B. eben mit Flüchtlingen und hoffe, dass es deren Horizont etwas erweitert."

            Ok, dann habe ich das falsch verstanden. Ich bezog dein Nichtdurchdringen auf eine online-Kommunikation (unter Posts).

            "Und diese Menschen sind Highschool Lehrer, Informatiker und Buchhalter."

            Kritischsein geht nicht unbedingt mit einer höheren Ausbildung einher. Im Gegenteil, manche Studiengänge bzw. Ausbildungsarten erziehen geradezu zum nicht eigenständigen Denken.

            Es kommt da sehr auf die Prägung und das Umfeld an.

            Da verstehe ich schon, was du meinst, wenn du sagst, dass man sich gegenseitig radikalisiert bzw. sich im objektiven Informieren behindert.

            "die komplett in die rechte Verschwörungsecke "

            So geht es einer Freundin von mit ihrem Vater. Dahinter steckt aber auch eine tiefe Lebenskrise gerade und der Fanatismus, mit dem er sich diesen Theorien zuwendet, kommt bei ihm nicht von ungefähr.

            Da kann man als Laie nichts tun.

            "ich aber andererseits auch online Diskussionen als nicht zielführend "

            Na, na, das machen wir hier doch alle auf Urbia:-) Und so wenig zielführend ist das doch gar nicht. Und wenn es nur dazu dient, seine eigenen Gedanken zu ordnen.

      Ich würde da zwei Ebenen trennen
      Das eine ist die "filterbubble", in der wir uns unweigerlich befinden. Ganz egal ob nun in den sozialen Medien, in denen Algorithmen aber eben auch meine Freundesliste entscheidet, was ich so zu lesen bekomme- oder im "real life".
      Auch dort habe ich einen bestimmten Wohnort- in aller Regel wird der in eine Gegend liegen mit Menschen aus einer ähnlichen sozialen Schicht, ich werde ähnliche Beweggründe gehabt haben, dort hinzuziehen/ zu leben; ich bin mit Menschen zusammen, die meist keinen repräsentativen Durchschnitt der Bevölkerung darstellen, sondern meine Schule, mein Arbeitsplatz, mein Hobby,...entscheiden darüber wen ich treffe und auf welche Menschen ich dort treffe- das war schon immer so.
      Ich habe die fernsehsende geschaut, die Zeitungen und Zeitschriften gelesen, das Radioprogramm gehört, daß eher meiner Weltsicht entsprach, ich werde eher mit den Menschen befreundet gewesen sein (und noch immer sein:), die eher meiner weltsicht entsprechen und nicht eine völlig andere habe.
      Nur ist uns das früher nicht so stark aufgefallen

      die andere Ebene ist die Schnelligkeit und da spielen natürlich die neuen Medien eine Rolle. Ein Gerücht, eine Schlagzeile,... potenziert sich natürlich, plötzlich bekomme ich nicht nur den Kommentar vom Kollegen, der während der Frühstückspause die Bildzeitung liest zur aktuellen Schlagzeile sondern bekommen plötzlich 20, 30 oder mehr Botschaften dazu. Jeder garniert sie noch mit einer persönlichen Geschichte und die Wirkung ist ungleich stärker auf mich.

      Andererseits bieten genau dies sozialen Medien eben auch die Möglichkeit aus dieser filterbubbel immer mal wieder rauszuschauen. ich kann Zeitungen und Zeitschriften lesen, die sich sonst nie abonniert hätte, ich kann mit Menschen diskutieren, die sich sonst nie treffen würde.
      für mich ist urbia da immer ganz gut, denn in meinem real life ebenso wie in meiner facebook-freundesliste habe eben nicht 40% Afd Anhänger wie hier, daher gibt es dort andere Schlagzeilen, andere Betrachtungen, andere persönliche Geschichten, andere Schlussfolgerungen. da tut es gut, auch ab und an mal einen Ausflug zu machen und sich andere Ansichten und deren Zustandekommen anzuhören.
      wir entscheiden also schon darüber wie "dicht" diese blase ist, in der wir leben....

      • (7) 26.01.16 - 07:42

        Ich mache das auch so wie Du, habe es schon immer so gemacht. Ich informiere mich gerne umfassend und bei allen "Seiten".

        Leider scheint vielen Leuten einfach nicht bewusst zu sein, dass ihnen die Information gefiltert angeboten wird. Und sie ist m. E. schon stärker gefiltert als im echten Leben, denn in Beruf und Freizeit begegne ich durchaus vielen Menschen mit einer anderen Lebenseinstellung als ich und ich persönlich kann ihnen auch nicht aus dem Weg gehen.

        Ich habe auch das Gefühl, dass viele Menschen in ihrer Blase sehr zufrieden sind und gar keinen Bedarf sehen, sie irgendwie zu verlassen und nach rechts und links und oben und unten und dahinter zu sehen. :-(

        Ich sehe zur Zeit mehrere Menschen, die eine gute Bildung genossen haben (Eltern waren z. B. naturwissenschaftl. Profs) und die eigentlich auch kritisches Denken gelernt haben. Diese Menschen waren einmal gute Freunde von mir, mit denen es Spaß machte, bei einem Glas Rotwein über die Welt zu diskutieren, und zwar offen. Und auf einmal posten sie nur noch über die BRD GmbH, Chemtrails und andere Verschwörungstheorien, gepaart mit Anti-Flüchtlingsbeiträgen.

        Wann ist denen denn die Fähigkeit verloren gegangen, Dinge zu hinterfragen? (Da werden teilweise Postillonmeldungen nicht als Satire erkannt und so plumpe Photoshop Fälschungen gepostet, dass sich einem die Fußnägel hochrollen.)

        Ich glaube, man kann die Vielseitigkeit des Netzes, wie Du sagst, zu seinem Vorteil nutzen und es sind einem ganz viele verschiedene Facetten einer Sache zugänglich. Man muss dies aber auch aktiv wollen und tun. Dann ist es eine Bereicherung.

        Viele Menschen leben auch im echten Leben in einer sehr kleinen Bubble, teils weil ihnen die geistigen Fähigkeiten fehlen, teils einfach die monetären Möglichkeiten und die örtlichen Gegebenheiten. Und hier sehe ich schon die "Gefahr", dass sich durch solche Facebookgruppen die "Blödheit" noch schneller, direkter und intensiver verbreitet als ohne.

        • "Und sie ist m. E. schon stärker gefiltert als im echten Leben, denn in Beruf und Freizeit begegne ich durchaus vielen Menschen mit einer anderen Lebenseinstellung als ich und ich persönlich kann ihnen auch nicht aus dem Weg gehen"

          Na,ja, offenbar begegnen dir auch auf facbook/urbia etc.. Menschen mit anderen Lebenseinstellungen, sonst würdest du das ja nicht bemerken, sondern wärst glücklich in deiner Blase und wusstest, daß du die Wahrheit gefunden hast

          "Wann ist denen denn die Fähigkeit verloren gegangen, Dinge zu hinterfragen?"
          Ich glaube die war noch nie sonderlich ausgeprägt.

          Bei mir ist es allerdings so, daß ich durch die sozialen Medien durchaus auch politische Meinungsäußerungen von Menschen mitbekomme, mit denen ich sonst eher auf einem Small talk Niveau war. Diese Themen wären also unter andren Umständen möglicherweise gar nie aufgekommen. Außerdem glaube ich, daß wir uns als Gesellschaft gerade wieder (re-)politisieren. Ich arbeite mit Jugendlichen/ jungen Erwachsenen, die eher aus politisch interessierten Elternhäusern kommen. Aber auch da habe ich in den letzen 1- 2 Jahre eine starke Veränderung erlebt. Musste man die 16/17 jährigen zuvor anhalten doch am Abend zumindest mal die Nachrichten zu schauen, so ist es wieder "hip" sich politisch zu informieren, einen politischen Standpunkt zu haben und begründen zu können.
          das führt mMn eben auch mal zu kruden auswüchsen- so ein Pendel muss sich eben immer erst mal einschwingen.

          "Viele Menschen leben auch im echten Leben in einer sehr kleinen Bubble, teils weil ihnen die geistigen Fähigkeiten fehlen, teils einfach die monetären Möglichkeiten und die örtlichen Gegebenheiten"
          ja und genau den Menschen, die eher örtlich/finanziell eingeschränkt sind, denen bietet das Netz viele neue Möglichkeiten.
          Aber du hast recht, den anderen kann das zum Verhängnis werden.

          die einzige sinnvolle Maßnahme sehe ich da in der Vermittlung von Medienkompetenz in der Schule. leider sind wir da noch nicht so weit, es fehlen einfach auch Lehrkräfte dafür, aber das wird immer stärker kommen.
          Selbst in Bayern gibt es nun veränderte Lehrpläne, die (ganz grob gesprochen) weg kommen vom reinen Faktenpauken und hin zur Auseinandersetzung mit Themen auf unterschiedlichen Ebenen und unter Einbezug unterschiedlicher Quellen/ Darstellung in unterschiedlichen Methoden/ Medien...
          D.h. wir müssen weg kommen von "das ist die Wahrheit und die musste du so wissen" und hin zu einer kritischen Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Thesen und Theorien.
          Aber das ist eben noch ein weiter weg und für einige wird immer die einfache Lösung (BRD GmbH...) die bessere sein, auch das müssen wir akzeptieren und nicht müde werden auch andere Ideen anzubieten

          ich bin da grundsätzlich optimistisch

          • "D.h. wir müssen weg kommen von "das ist die Wahrheit und die musste du so wissen" und hin zu einer kritischen Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Thesen und Theorien.
            Aber das ist eben noch ein weiter weg und für einige wird immer die einfache Lösung (BRD GmbH...) die bessere sein, auch das müssen wir akzeptieren und nicht müde werden auch andere Ideen anzubieten"

            Oh ja, unbedingt!

            Ich weiß nicht, wie es heute ist, aber als ich 2002 Abitur gemacht habe, war selberdenken überhaupt nicht gefragt und nur sehr wenige meiner Mitschüler hatten eine politische Meinung oder Interesse an Hintergründen und Zusammenhängen. Wir haben das Wissen im Geschichtsunterricht beispielsweise direkt aus dem Lehrbuch bezogen, ganz ganz selten mal eine Quelle gelesen.

            Ja und dann im Studium habe ich mich so richtig ins kalte Wasser geschmissen gefühlt. Ich war es einfach nicht gewohnt, Informationen selbst zu erarbeiten und Texte und Theorien zu bewerten.

            Ich denke besonders für Gymnasiasten wäre das enorm wichtig, auch als Vorbereitung auf ein Studium.

            • ja, das kann ich so bestätigen (Abi 1996), aber ich habe das gefühl, daß sie was tut.
              In Bayern ist mittlerweile schon in dne Grundschulen der "lerhplan plus" in Kraft, der jetzt nach und nach auch an die anderen Schulen kommen wird.
              Dieser ist eben "kompetenzorientierter" als der alte <lehrplan.

              Ich arbeite seit einigen Jahre nan eienr reformpädagogischen Schule, die zum Fachabitur führt und sehe nun in den Veränderungen des Lehrplans viele Elemente aus reformpädagogischen Konzepten... hat halt einfach 100 Jahre gedauert, aber offenbar tut sich auch im Kultusministerium einiges:)

              Das Problem ist, daß es danach dennoch nochmal 10-20 jahre dauert, bis auch die Lehrer vor Ort "mitgenommen" wurden, aber ich sehe zumindest eine Entwicklung in die richtige Richtung (leider nicht unbedingt in den Universitäten, aber das ist nochmal ein anderes Thema..)

          Aber die Frage ist für mich auch, ob selberdenken und kritsches Betrachten überhaupt gewünscht ist. Das ist ja auch unbequem sowohl für den Fragenden, als auch für den, der Informationen bereitstellt.
          Ich habe das Gefühl, dass politisches Denken und auch das "für Flüchtlinge sein" in einer bestimmten Gruppe irgendwie Mode ist, dazu gehört, vielleicht um sich vom "Mob" abzugrenzen...keine Ahnung, wieviel Substanz, echtes Interesse und Überzeugung da wirklich hinterstecken.....das sind solche Leute, die auch im Bioladen kaufen und nur Globolis nehme, weil es halt dazu gehört, nicht weil sie wirklich davon überzeugt sind... (und ich kenne solche Menschen persönlich, aus meinem engsten Umfeld...)

          • ja natürlich ist das so-
            ebenso wie in andere nGruppierungen di gegenteilige Meinung "en vogue" ist.
            Aber das ist doch auch ganz normal-
            ich persönlich empfinde es scho nals fortschritt, wenn es wieder trendy ist ÜBERHAUPT ein e Einstellung zur aktuellen Politik zu haben und nicht nur zum aktuellen iphone und daß es wieder cool ist Kenntnisse zur aktuellen politischen Situation zu haben, sich üebr Europa Gedanken zu machen oder zu wissen, wie usner Justizminister heißt...

            Ich weiß, ich bin leicht zufrieden zu stellen ;-)

            • "Ich weiß, ich bin leicht zufrieden zu stellen "

              :-) das ist doch prinzipiell gar nicht schlecht.
              Ich neige leider zu Pessimismus und zum Alles-und-jeden-grundsätzlich-in-Frage-stellen (hab ich von meiner Mutter und ist extrem anstrengend manchmal :-) ) und auf der anderen Seite zu Gutgläubigkeit. Hm...

Hallo.

Ich benutze Facebook sehr "radikal" ...

... ich habe nur Personen auf meiner Freundesliste, die entweder a.) zu meiner Familie gehören oder b.) mir persönlich bekannt sind und/oder wirklich Freunde im klassischen Sinne sind.

Das schränkt meinen Facebook-Userkreis schon sehr ein ... und ja, ich habe Personen auch schon aus dem einen oder anderen Grund kommentarlos entfreundet ... dabei ging es vor dem derzeitigen Zeitgeschehen um persönliche Gründe ... seit diesen politischen "Unruhen" musste ich (zum Glück, dank eben dem ausgewählten Kreis) nur eine Person "rausschmeißen".

Facebook ist für mich eh keine Plattform für anstrengende Diskussionen, sondern ich möchte einfach nur mit Leute, die mir lieb und teuer sind, in Kontakt bleiben, auch wenn sie nicht in meinem direkten Alltag sind.

LG

Ich boykottiere Facebook und Co....finde das ist ein Bewegen in einer Scheinwelt.

Interessiert mich nicht..." Xy hat sich gerade nen Latte Macchiato eingegossen.....supi dupi." Und 15 Personen "liken" das dann.

Was ich in meiner Umgebung darüber höre,verängstigt mich...Menschen,die auf Facebook Dinge gelesen haben...und das dann in der Welt rumposaunen und alles für bare Münze nehmen...."Flüchtlinge essen Katzen".....#rofl

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