Integration oder Wiederaufbau?

    • (1) 09.02.16 - 23:55

      Ich denke, es sollte vermieden werden, Flüchtlinge zu integrieren. Das ist für mich nichts weiter als eine Form des Imperialismus und Kolonialismus.

      Natürlich müssen Kriegsflüchtlinge aufgenommen werden, aber es muß darauf hingearbeitet werden, daß diese nach einer gewissen Zeit wieder in ihr Heimatland integriert werden.

      Warum nicht so: So schnell wie möglich Arbeitserlaubnis für Asylbewerber. Ein gewisser Prozentsatz (25%??) des Lohnes wir jedoch einbehalten. Falls sich der Flüchtling dann - nachdem sein Land sicher ist - zur Rückkehr entschließt, wird ihm diese gesparte Geld ausbezahlt (und es gibt vielleicht noch einen Bonus für die Rückkehr zur Aufbau einer Existenz und für den Aufbau des Landes.

      Falls er hier bleiben will, wird der Prozentsatz einbehalten und an Leute ausbezahlt, die zurückkehren wollen oder er wird für Entwicklungshilfe verwendet.

      Was meint Ihr?

      Integration ist, je nach absehbarer Dauer des Aufenthalts, mehr oder weniger nötig. Wenn ich auf Wanderschaft, vor einem Unwetter flüchtend, eine alte Hütte aufsuche, werde ich mich nur so weit dort einrichten, wie das Unwetter dauert und dann wieder meiner Wege ziehen.

      Sollte das Unwetter 4 Wochen dauern, muss ich mich so weit einrichten, dass ich diese vier Wochen dort leben kann.

      Wenn ich vorhabe, ganz dort zu bleiben, wird meine Investition eine ganz andere sein, vielleicht baue ich sogar an.

      Wir haben in Deutschland das Praxis-Beispiel der Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien in den 90er Jahren. In den darauffolgenden Jahren nach Beendigung des Krieges sind rund 80% wieder zurückgekehrt. Wenn jemand nicht vorhatte, dauerhaft auszuwandern sondern nur vor momentanem Unbill geflüchtet ist, wird er vermutlich wieder zurückkehren. Schließlich ist es seine Heimat.

      Junge Menschen - und der überwiegende teil der Menschen, die zu uns kommen sind unter 30 - werden sich schneller integrieren lassen. De facto ist man an eine neue Umgebung anpassungsfähiger in jüngeren Jahren.

      Dass man Asylbewerber möglichst schnell in Lohn und Brot bringen sollte ist genauso unzweifelhaft wie das Erlernen der Sprache des Gastlandes: Zumindest soweit um sich reibungslos zurecht zu finden.

      Was die Verteilung von Geldern angeht, wird wohl das deutsche Tarifrecht eine Sonderabgabe bei Arbeitsverhältnissen von Asylbewerbern nicht zulassen. Ich denke aber, dass die EU ohnehin ein originäres Interesse am zügigen Wiederaufbau der zerstörten Länder hat. Also wird man Gelder bereit stellen müssen. Der Export von Waffen wird übrigens ähnlich subventioniert. Es sollte also machbar sein, dass Exportförderung nicht nur bei den Waffenfirmen funktionieren kann sondern auch bei Unternehmen, die die Technologie zur Verfügung stellen,. um den Wiederaufbau voran zu treiben.

      Denkst du auch, bevor du schreibst?

    Hallo,

    m.E. widerspricht sich Integration und Rückführung nicht.

    Es gibt viele, die nach einer Weile sicher wieder in ihr Heimatland zurückwollen.

    Was machen sie aber in der Zwischenzeit, bis das geht? Sollen wir sie - ich sage es mal provokativ - aushalten, oder sollten sie Deutsch lernen und dann auch einer Arbeit nachgehen, um dem Steuerzahler eben nicht auf der Tasche zu liegen?

    GLG

    Ich bin der Meinung, wer sich hier als "Flüchtling" etwas aufbauen will, muss sich selbst integrieren und das mit allen Hilfsmitteln, die zur Verfügung stehen. Selbst wer wieder in sein Land zurück geht, später, muss sich hier zwangsläufig eine Existenz aufbauen, kann ja bei einem Rückzug in sein Land später nur von Vorteil sein. Doch, Integration muss sein.

    LG

    • (10) 11.02.16 - 21:05

      Ja, genau. Habe ja auch das logische "oder" verwendet.

      Natürlich sollte, wie ich geschrieben habe, jeder Flüchtling die Möglichkeit haben, sich durch Arbeit seine Existenz zu sichern. Das - durch meinen Vorschlag - angesparte Geld ist dann ja der Bonus, um sich eine Existenz aufzubauen und gleichzeitig den zurückgebliebenen Landsleuten zu helfen.

So wie die Dänen es machen , wäre ja mal ein Ansatz.
http://www.welt.de/wirtschaft/article147625129/Keine-Kompromisse-so-geht-Integration.html

  • Das Dänische System findet meine vollste Zustimmung.
    Fordern und Fördern. Das sind die beiden Zauberwörter.
    So ähnlich funktioniert es auch in den NL.

    Auch wenn ich jetzt "Gegenwind" bekommen werde, werde ich meine Meinung über das Asylchaos der BRD äußern:

    Auf der ganzen Linie ist für mich nur ein kollektives Versagen zu erkennen.
    Flickschusterei der Politik ist das hervorstechende Merkmal.
    Keine Einigung der Regierung, die SPD kann offenbar nicht richtig lesen, die CSU demontiert die Kanzlerin und die Kanzlerin wartet vergeblich auf Hilfe der EU.
    Leidtragend sind die Kommunen.

    Zum Thema der Integration fällt mir nur eine Frage ein: wie soll sie umgesetzt werden? Bei der Masse der Flüchtlinge ist das nur ein frommer Wunsch.
    Es werden ja noch nicht einmal zeitnah die Anträge bearbeitet.
    Und die Rückführung der Abgelehnten ist alles andere als effektiv.
    Mehr Uneinigkeit geht doch gar nicht.

    Und in der Zwischenzeit werden weiterhin die Bomben in den Krisengebieten fallen.

    Und Herr Erdogan arbeitet erfolgreich an der Eintrittskarte zur EU. Und das erfolgreich.
    Herr Seehofer hofiert den anderen Superdemokraten namens Putin und übernimmt die Rolle von Herrn Steinmeier. Geht noch mehr Unvermögen? Geht noch mehr politische Uneinigkeit?
    Ich befürchte: JA.

    • Die Dänen wollen ihre Rechtspopulisten rechts überholen. Die meisten Maßnahmen dürften undurchführbar sein.

      Für mich ist nicht klar, dass eine derart starke Wirtschaft wie unsere außerstande sein soll Flüchtlinge auszubilden und zu integrieren. Die Alternative wären Flüchtlinge, die perspektivlos herumhängen und von denen sich nicht wenige irgendwann radikalisieren. Was Frankreich mit den Algeriern - die allerdings französische Staatsbürger und keine Flüchtlinge sind - erlebt ist ganz sicher nicht besser als die Integration dieser Leute.

      Was die Politiker angeht: Das ist wirklich ein Trauerspiel. Gerade Seehofer fischt ungeniert am rechten Rand - und stellt dabei Forderungen auf, von denen er weiß, dass sie nicht umsetzbar sind. Das ist langfristig gefährlich, weil man die Wähler damit zwangsläufig belügt.

      Politiker sind aber ganz einfach nicht allmächtig. Den Nahostkonflikt samt Syrienkrieg kann ganz einfach niemand lösen.

      • *den Nahostkonflikt kann einfach niemand lösen* Als sich der IS in den Anfängen etablierte hätten die USA, die Nato und der Rest der Weltgemeinschaft (UN) um Einsatz von Bodentruppen nicht drücken dürfen.

        In den Gremien sitzt doch die "Weltelite" die doch alles weiß, alles vorhersagen kann. (Ironie).

        Nein, sie haben alle, durch die Bank weg nur die monetären Probleme in Form von Rohöl gesehen.
        Nun sind die Kriegskosten deutlich höher einzustufen.
        Ausgenommen die Rüstungsindustrie. Die macht märchenhafte Gewinne.

        Wenn man es genau betrachtet, es ist der Krieg der USA. Auf einer gewaltigen Lüge aufgebaut... Dann sollen sie auch die Kriege, die sie angezettelt haben auch beenden.

        • Ein Krieg der USA, der jetzt fleissig auch von den Russen mit betrieben wird. Will halt jeder seine Rüstungsindustrie vorantreiben.

          (Ironie off)

          ac, die Dänen können nur so agieren, wie sie es tun, weil andere eben nicht so agieren.

          Ausserdem ist ihr System, auf Deutschland übertragen, sicherlich sehr kostenintensiv. Das will dann "das Volk" wieder nicht mit tragen.

          Ich wäre aber gern eine Sozialarbeiterin, die sich bei der Kommune um 25 Menschen zu kümmern hat. Bzw wenn ich Teilzeit arbeite, dann wären es sicher nur 12, 13 Stück. Ich stelle mir das sehr angenehm vor.

          Kann aber niemand hier bezahlen.

          L G

          White

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