Die Rolle der CSU

    • (1) 26.02.16 - 12:00

      Hallo Urbianer,

      schon seit längerem interessiert mich etwas, und seit gestern abend umsomehr.

      Es geht mir um die Rolle der CSU.

      Es heisst ja immer das sei eine eigenständige Partei, aber im Bundestag heisst es dann immer CDU/CSU-Fraktion.
      Es gibt nicht wenige die eher eine Dreierkoalition sehen als eine große Koalition weil Sie die CSU irgendwo als eigenständig sehen.
      Zudem gibt es ja auch immer mehr und mehr Zwist zwischen CDU und CSU, wie man gestern abend bei Maybrit Illner sehen konnte.
      Desweiteren will die CSU sogar in Zukunft evtl. versuchen auch in anderen Landtagen Fuss zu fassen und anzutreten. Das würde nach Meinung von Forschern eher der CDU schaden als allen anderen.

      Ich frage mich echt wo man die CSU verorten soll.

      Was meint ihr ???

      Grüße von Andy

      • Wie meinst du das?

        Die CSU gibt es nur in Bayern, die CDU nur außerhalb Bayerns. Die beiden machen sich nicht wirklich Konkurrenz.

        Traditionell versucht die CSU mit markigen Sprüchen oder auch mit populistischen Parolen Wähler vom rechten Rand an sich zu binden. Derart weit ging das noch selten - aber ich denke solange die CSU-Minister in der Regierung bleiben ist das größtenteils Theaterdonner und Stimmenfang am rechten Rand.

        Ich könnte die CSU ohnehin nicht wählen, ihre Forderungen wären mir auch viel zu plakativ - aber in Bayern hat diese Strategie offensichtlich großen Erfolg.

        • Hallo,

          ich habe es ja geschrieben.

          Die CSU will in Zukunft auch bei anderen Landtagswahlen antreten und das würde wohl am ehesten der CDU Konkurrenz machen. Zudem müsste dann ja sogar ein Koalitiosnvertrag gemacht werden wenn die zusammen regieren wollten.

          Also machen die sich inzwischen schon ein gewisse Konkurrenz.

          Gruß Andy

          • "Also machen die sich inzwischen schon ein gewisse Konkurrenz."

            was heißt denn "inzwischen"?

            Bisher ist es nach wie vor so, daß es zwei eigenständige Parteien sind, die sich keine Konkurrenz machen und als eine Fraktionsgemeinschaft im Bundestag auftreten.
            SOLLTE sich das ändern, dann verändert sich natürlich nicht nur die Konkurrenzsituation, sondern dann wird sich zukünftig auch klarer die Frage nach einer Kolation stellen.

          • Schauen wir mal. Wenn die CSU außerhalb Bayerns antritt geht die CDU nach Bayern. Damit hat schon Strauß gerne gedroht -und nie etwas getan um dergleichen in die Tat umzusetzen. Außerdem sind die CSU-Minister noch inder Bundesregierung.

            Hallo,

            weißt Du, das das auch schon von Franz-Josef Strauß kam? Es ist eine Drohgebärde, nicht mehr, denn selbst, wenn die CSU sich noch weiter rechts verorten wollte, glaube ich nicht, dass ein CSU-Kandidat z.B. in Sachsen tatsächlich eine Chance hätte.

            Da hängen noch viel mehr Dinge dran und das weiß auch Horst Seehofer.

            Und Konkurrenten waren sie auch immer schon.

            GLG

          • Es geht nicht nur um die Landtage, auch im Bund machen CDU und CSU keine Konkurrenz.

            Sobald die CSU außerhalb Bayerns Kandidaten aufstellt kandiert die CDU in Bayern. Wie das ausgeht ist schwer vorhersehbar.

            Außerdem poltern CSU-Politiker auch deshalb so derbe populistisch, weil sie genau wissen, dass sie solche Forderungen keinesfalls umsetzen müssen.

            Ganz nebenbei: CSU-Politiker poltern wie die Rechten, wenn es um Flüchtlinge geht. Aber in Bayern sind die Leute anständig versorgt und behandelt worden - auch als sehr viele Menschen gleichzeitig in Passau ankamen. Die CSU geht in AfD-Gefilden auf Stimmenfang - aber es sind demokratische Politiker, die in weiten Bereichen durchaus eine ordentliche Landespolitik machen können.

      Hallo,

      die CSU ist eine eigenständige Partei und sie "ist" Bayern. Nicht mehr und nicht weniger. Und so soll es auch sein.

      Daneben ist sie die Schwesterpartei der CDU. Ohne die CSU stünde die CDU nicht in der Regierung. Das weiß auch Frau Merkel. Quasi sie küssten und sie schlugen sich.

      Die CSU ist Ideengeber, gibt Impulse und sie achtet darauf, dass die CDU nicht allzu weit von der Mitte nach links driftet.

      Für manche mag das, was sie sagen populistisch und vielleicht auch ein wenig rechts klingen (besonders, wenn sie außerhalb von Bayern sitzen), aber ehrlich gesagt finde ich es sehr wichtig, dass es die CSU gibt.

      Meine ganz persönliche Meinung.

      GLG

      • "Daneben ist sie die Schwesterpartei der CDU. Ohne die CSU stünde die CDU nicht in der Regierung"

        wie kommst du darauf?

        Die Sitze der CDU und SPD würden doch dicke ausreichen

        Also ich sehe jetzt die CSU auch nicht als so wichtig für die Regierungsbildung an.

        Und dass die CSU das regulative Moment ist, dass die CDU nicht zu weit nach links schwimmt? ich musste jetzt echt lachen. Links von der Mitte? ich persönlich sehe die CDU nur zu kleinen Teilen überhaupt in der Mitte.

        Ich finde eher, dass die CSU von der CDU profitiert und nur als kleine Schwester irgendwie über die bayerischen Grenzen hinaus eine Rolle spielt.

      Naja, Bayern ist auch das traditionell eher sozialdemokratische Franken oder München.

      So ganz eigenständig war die CSU auch nie. Man wollte - ursprünglich gegen die Bayernpartei - bewusst eine eigene Partei schaffen, die rechtere oder auch nur konservativere Sprüche als die CDU kloppen kann. Das konnte schon Strauß und Seehofer ist sein würdiger Nachfolger :-) Die reale Politik von CSU-Ministern im Bund und bayrischer Landesregierungen ist aber weit besser als die oft schrägen Parolen vermuten lassen.

      Sobald die CSU außerhalb Bayerns kandidiert, kandidiert die CDU in Bayern. Was dabei herauskommt ist schwer vorherzusehen - und deshalb wird man das auch nicht riskieren.

      (13) 29.02.16 - 20:14

      Deine Nibelungentreue zu "Deiner" CSU ist ja forumsbekannt und es hat bisweilen auch etwas Rührendes, wenn auch Skurriles, wenn Du die Wichtigkeit dieser Deiner Partei, die Du seit Jahrzehnten ungeachtet ihrer verbalen Eskapaden oder Programmatik wãhlst, so vehement betonst aber eigentlich eine Begründung auslässt. Egal, was von dieser Partei an politischem Unfug an die bayerischen Stammtische befördert wurde, Du hast es für gut befunden. Nicht weil es gut war sondern weil es von "Deiner" CSU kam.

      Es sei Dir unbenommen. Dein Herz würde auch noch für diese Partei brennen selbst wenn Pumuckl neuer CSU-Vorsitzender war.

      Aber ich gebe Dir insofern absolut Recht: Die CSU war immer wichtig um ein Entstehen einer Kraft rechts von der CDU/CSU zu verhindern. Dies war die Doktrin von Strauss und er hatte Recht damit. Katholisch-konservative Wählergruppen, selbst nationalistische Kräfte, Monarchisten und Traditionalisten sollten eine politische Heimat finden.

      Nun aber bekommen sie Konkurremz von Rechts. Auch wenn ich die AfD für eine politische Eintagsfliege halte und in Bayern, so viel ich weiss, erst wieder 2018 Landtagswahlen sind, es scheint der CDU/CSU achon seit geraumer Zeit nicht mehr zu gelingen, die o.g. Klientel an sich zu binden.

      Gerade deswegen kann ich die schrillen Töne aus Bayern derzeit gut verstehen.

(14) 28.02.16 - 16:57

Für mich eine Partei unter dem Deckmantel des Christentums, christliches Denken und Handeln sehe ich dort aber nicht.

Für meine Begriffe sind sie an sich bedeutungslos, nehmen sich dafür aber diametral wichtig.

Ich verorte sie näher am rechten Spektrum, als sie selbst zugeben würden. Ich halte sie auch für ausreichend regierungsgeil, um mit einer weiter rechts gerichteten Partei zu koalieren.

Was mich amüsiert ist, dass sie gerne die Entdecker der Peinlichkeit zu ihren höchsten Köpfen machen (Stoiber, Seehofer).

In Summer finde ich sie überflüssig und peinlich.

LG

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