Zurück ins 19. Jahrhundert

    • (1) 21.03.16 - 17:08

      So langsam rafft sich die AfD zu einem Grundsatzprogramm auf. Bisher haben die Wähler den Wahlprogrammen in den bisher zu Wahl stehenden Bundesländern vertraut, die z.T. sehr widersprüchlich zueinander stehen. So verfolgt von Meuthen, der baden-württembergische Vorsitzende, eine strikt neoliberale Wirtschaftspolitik und hat schon mal geäußert, dass Alleinerziehende, die nicht von ihrem Partner schwanger wurden, Einbußen hinnehmen müssen bzw. dass die Allgemeinheit für diese Art der Unvorsicht nicht aufkommen soll.

      Anders Andre Poggenburg, der Vorsitzende in Sachsen-Anhalt, der sich um die sogenannten kleinen Leute kümmern will und Renten aufstocken möchte und eine sehr national (sozialistische) Linie fährt denn Zuwendungen des Staates sollen nur an Deutsche gehen. Leistungen für Nicht-Deutsche, auch für EU-Ausländer, sollen gekürzt oder gestrichen werden.

      Auch bei anderen Themen herrschst eine Vielstimmigkeit, die jetzt schon erahnen lässt, dass es nach dem Bundesparteitag erneut Richtungsstreits geben wird. Der erzkonservative Flügel, der gegen Homo-Ehe, gegen Gender-Mainstream, gegen Sexualkundeunterricht an Schulen zu Felde zieht, gegen die liberalen Kräfte, die sich vor allem im wirtschaftspolitischen Bereich gegen zu viel Staat einsetzen.

      Was jetzt im Leitantrag zum Grundsatzprogramm durchsickert hat neben einigen Merkwürdigkeiten wie "Abschaffung des Geldsozialismus" oder "Gold der Bundesbank nach Deutschland heimholen" auch Unnötiges wie "Bargeld nicht abschaffen" (Wer forderte das ernsthaft?) oder scheinbar Gönnerhaftes "Steuern senken für alle" .

      Vor allem beinhaltet es aber auch klare Kampfansagen, z.B. gegen die EU und für mehr Nationalstaatlichkeit und gegen Muslime. Und natürlich gegen das sog. "Asylchaos".

      Ich bin sehr gespannt, ob die, die die AfD gewählt haben, sich noch dort wiederfinden werden, wenn das Programm erst einmal beschlossene Sache ist.

      Machst du dir auch diese Gedanken bei den anderen Parteien, sobald irgendwer irgendwas gesagt haben soll?

      • Selbstverstãndlich schaue ich mir auch die Grundsatzprogramme anderer Parteien an.Du nicht?

        Da die AfD bisher aber gar keins hatte, fand ich dies besonders anschauungswürdig. Zumal gerade AfDler immer so gerne tönen, man solle erst das Programm anschauen....

      • Es gibt ja nicht viele Partien, die ihr Programm erst nachträglich zusammenschustern wollen und eben so wenig Parteien, die so provokative menschenverachtende Ideen zur Sprache gebracht haben.

        Interessant, dass es so viele Wähler in Deutschland gibt, die sich davon nicht irritieren lassen.

    Nachdem sich die AfD vor einigen Tagen von ihrem eigenen Programmentwurf distanziert hat ("Lassen Sie sich nicht verunsichern - über unser Parteiprogramm stimmen wir erst am 1. Mai ab!")
    kann es ja nur noch bekloppter werden.

    Es gibt eine bestimmte Sorte Menschen, die sich von solchen "Details" nicht irritieren lassen.
    Ich fürchte, unter den AfD-Wählern finden sich davon so einige Exemplare.

Es sind noch ein paar Monate bis zu den nächsten Wahlen. Bleibt zu hoffen das alle, die mit dem Gedanken spielen diese Partei zu wählen, noch schlau werden!
Ich wohne in Sachsen. Ich mache mir große Sorgen das die AfD, hier, einen noch größeren Sprung nach Oben macht.

HAllo,

"Ich bin sehr gespannt, ob die, die die AfD gewählt haben, sich noch dort wiederfinden werden, wenn das Programm erst einmal beschlossene Sache ist."

Ich glaube nicht, dass sich irgendeiner, der die AfD wählt, sich wirklich mit ihr auseinandergesetzt, geschweige denn ihr Wahlprogramm gelesen hat.

GLG

Schreib das nächste mal bitte gleich das es ein Afd Thema ist, dann klick ich das erst gar nicht an.

Nachdem ich deinem Text gelesen habe, habe ich mich gefragt wie es sein könnte das solch ein Programm durch kommt, die AfD wird niemals genug Wähler haben, um Alleinige Partei zu sein um solche Dinge durchsetzen zu können.

Deshalb ist für mich das Thema Sinnlose Angstmacherei... überleg in den Ländern wo die AfD einige Stimmen bekommen hat, lag die Wahlbeteiligung bei 40 Prozent somit haben nicht mal 7 Prozent der Einwohner die Partei gewählt, was du also tun kannst geh wählen nächstes Jahr, und wenn dir keiner passen sollte, wie mir, dann mach kein Kreuzchen sondern enthalte dich einfach, aber auf die Prozente gesehen zählt dann diese Stimme.

Ich wundere mich echt wieviele das Wahlprogramm der AfD kennen, wenn sie sich für diese Partei doch nicht interessieren...persönlich kenn ich kein einziges Wahlprogramm , Weder von CDU noch von SPD oder von sonst wen... damit hab ich mich in meiner Jugend beschäftigt, und dann auch entsprechend gewählt, aber am Ende war immer das selbe Spiel es wird nicht gehalten alles verdreht usw...

2009 sagte Frau Merkel es wird keine große Kollektion geben, aber wurden anderen belehrt und das ist nur ein kleines Beispiel was Wahlversprechen betrifft... von daher alles Schall und Rauch was uns die Politiker versprechen ;)

Als die AfD vor drei Jahren zum ersten Mal in Erscheinung trat, hat man sie eher als unbedeutende Randerscheinung bezeichnet. Inzwischen zieht sie bei den Wahlen in die Landtage ein und laut aktuellen Umfragen könnte sie mit 13 Prozent auch in den Bundestag marschieren. Im Osten ist die Tendenz, AfD zu wählen, noch höher als im Westen, aber ich finde, es bringt nicht viel, die AfD nun permanent nur wie Schmuddelkinder zu behandeln. Da macht es mehr Sinn, von Haustür zu Haustür zu gehen und den Leuten eine Rolle Drops zu versprechen, wenn sie die AfD nicht wählen.

Was ich damit sagen will: Man macht die einen nicht dadurch besser, indem man die anderen permanent schlecht macht, sondern man sollte mal eine echte Alternative zur AfD anbieten und da sehe ich im Parteienspektrum nicht wirklich Potenzial, das alle Bürger - eben auch die Protestwähler - mitnimmt. Für alle, die innerlich eine große Abneigung der AfD gegenüber haben sei gesagt: Selbst, wenn 25% der Wählerinnen und Wähler ihr Kreuz bei der AfD machen sollten, so bedeutet das ja, dass die anderen 75% nicht die AfD wählen. Also keine Schnappatmung und erst recht keine Hektik. Unsere Demokratie hält das aus. Und die Politikerinnen und Politiker der anderen Parteien müssen sich Gedanken machen und diese den Bürgerinnen und Bürgern dann auch erklären.

Top Diskussionen anzeigen