Schaffen die das?

    • (1) 25.03.16 - 09:35

      Moin,

      ich denke, an das Thema traut sich niemand ran, weil es wieder viel Zündstoff für Streit bietet.

      Ich versuchs trotzdem mal.

      http://www.deutschlandfunk.de/lesbos-fluechtlinge-hinter-mauern-und-stacheldraht.1773.de.html?dram%3Aarticle_id=349294

      Was denkt ihr darüber? Vor allem die, die eine Einrichtung von Hotspots für eine gute Lösung hielten?

      Glaubt ihr, es ist jetzt nur eine Frage der Zeit, dann wird sich alles finden und es werden bessere Bedingungen herrschen bei den Hotspots?

      Haltet ihr das für realistisch?

      Ich selbst denke: Weshalb sollte es dort auf absehbare Zeit tragbare Zustände geben, wenn es doch in Deutschland schon so viele Probleme bei der Aufnahme und Versorgung von Flüchtlingen gab?

      Die bisherige Realität bestätigt ja leider, was ich vermutet habe. Und ich freue mich NICHT drüber.

      LG

      • (2) 25.03.16 - 10:27

        Hallo Ilva,

        nein, ich denke nicht, dass sie es schaffen.

        Für mich ist es unerträglich, mir das Leid der Geflüchteten vorzustellen. Für mich ist das Problem nicht gelöst, wenn es nicht hier in Deutschland stattfindet.

        Meine Großmutter ist im Krieg mit ihren 4 Kindern (darunter meine Mutter) geflohen, es existiert ein Fluchttagebuch - vor allem die Eintragungen von der Zeit, als sie in Massenunterkünften untergebracht waren, sind unendlich traurig und verzweifelt.

        Nun sind andere Menschen in der Situation meiner Oma und meiner Mutter - und ich fühle mich hilflos.

        Ich persönlich freue mich NICHT, dass nun weniger Menschen hierher kommen, denn ich kann mir vorstellen, was das für diese Menschen bedeutet.

        Ich persönlich bleibe dabei: lieber würde ich deutliche Steuererhöhungen für mich in Kauf nehmen und auch Komforteinbußen, die mit mehr Menschen einhergehen, als mit dem Wissen leben zu müssen, was hier gerade vor den Toren Europas passiert.

        Und ich bin es müde darüber zu diskutieren, ob ich deswegen nun dumm, linksversifft, blind, mit rosaroter Brille ausgestattet oder einfach nur ein Naivchen bin.

        Ich wünsche ein frohes Osterfest :-(

        und erinnere passend zum heutigen Karfreitag an Worte, die Jesus gesagt haben soll: "Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan"

        Liebe Grüße

        liki

        • (3) 25.03.16 - 12:13

          Danke - ich stimme dir zu 100% zu!

          Und gerade am Karfreitag sollten wir in Gedanken bei Menschen sein, denen Leid widerfahren ist - und nicht so sehr bei uns selbst.

          LG

          Ich sehe das auch zu 100% wie du.

          Und ich habe keine solche persönliche "Beziehung" zum Thema Flüchtlinge. Ich kann mir aber gut vorstellen, wie es dir dabei geht.

          LG,

          Natalia

        • Sehr gut geschrieben! Meine Oma ist damals als 4-Jährige im Krieg mit ihren Eltern aus dem heutigen Polen an den Bodensee geflüchtet und sie wurden damals sehr nett aufgenommen und sie sagt, es bricht ihr das Herz zu sehen wie jetzt mit Flüchtlingen umgegangen wird. Es ist eine Schande, macht mich sprachlos und traurig.

          • Hallo,

            da hatte Deine Oma aber Glück.

            Die meisten Kriegsflüchtlinge aus dem Osten wurden als Eindringlinge verstanden, die den Einheimischen das Wenige, was die nach dem Krieg hatten, auch noch wegnehmen.

            GLG

    Hallo,

    ich glaube nicht, dass "die" das schaffen. Ich glaube aber auch nicht, dass stattdessen wir das schaffen. Auch wir werden an unsere Grenzen stoßen, wenn es dieses Jahr weitergeht, wie es letztes Jahr aufgehört hat. Ich kann mich nur wiederholen: solange die Fluchtgründe weiter existieren UND sich alle anderen Länder der EU verweigern, solange werden wir keine zufriedenstellenden Lösungen haben. Weder dort noch hier.

    vg, m.

    • *Ich glaube aber auch nicht, dass stattdessen wir das schaffen.*

      Darauf wollte ich auch nicht hinaus.
      Wobei: Zwischen "nicht zufriedenstellende Lösung" und "nicht zufriedenstellende Lösung" geht noch gewaltig was.

      Meine Frage, die ich mir derzeit stelle, ist: Was passiert jetzt?

      Wird jetzt so lange gewartet, bis die Lage in Griechenland völlig eskaliert? Damit die europäischen Länder, die sich bislang unterm Tisch verstecken, sehen, dass es so auch nicht geht?

      Verantwortungs-Mikado? Wer als erstes hilft, verliert?

      Verdammt dreckig.

      • Das Problem ist so langsam natürlich auch, dass inzwischen halb Europa Merkels Flüchtlingspolitik die Schuld an den Terrorangriffen gibt, weil anscheinend keiner mehr zwischen Flüchtlingen und Terroristen unterscheiden kann. Dabei stell ich mir immer die Frage, seit wann das Leben von 30 Belgiern oder 100 Franzosen (so schlimm die Anschläge auch sind) mehr wert sind als hunderttausend Leben der Menschen, die vor dem Terror flüchten. Zudem dachte ich (naiverweise), dass Europa fortschrittlicher wäre und die Sippenhaft hier angeschafft wäre, anscheinend ein Irrtum.

Nein, ich glaube das auch nicht. Griechenland hat tatsächlich noch ganz andere Probleme.
Hinzu kommt, dass schon 2011 Abschiebungen gemäß Dublin ausgesetzt wurden, weil Griechenland nicht gewährleisten könnte, dass Menschenrechte eingehalten werden. Wie sollen sie das jetzt?

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