Doppelresidenz als Grundsatz

    • (1) 21.04.16 - 09:10

      Endlich wird das Thema mal forciert.
      Ich bin gespannt was am Ende wirklich erreicht wird, aber es ist schon mal ein Fortschritt das so etwas mal in einem Parteiprogramm zu finden ist.

      Ausserdem fällt es mir nun leichter eine Partei zu finden die wählbar für mich ist:-)

      http://www.welt.de/politik/deutschland/article154583453/Trennungskinder-sollen-mehr-als-ein-Zuhause-haben.html

      • Hallo,

        im Grunde finde ich ja, daß die die Eltern da einigen müssen. Bei beiden Elternteilen zu wohnen wird dann schwierig, wenn sie weit auseinander wohnen. Wie soll das mit der Schule funktionieren, mit dem Kindergarten? Ich sehe das Thema nicht so gelassen ;-)

        LG #winke

        • Hallo Woodgo,

          " Wie soll das mit der Schule funktionieren, mit dem Kindergarten? Ich sehe das Thema nicht so gelassen ;-)"

          Bei uns funktioniert das seit über zwei Jahren bestens.

          Wenn man dieses Modell möchte dann muss man auch die Vorrausetzungen schaffen.
          Also sollten die Eltern sich nach der Trennung Wohnungen in unmittelbarer Nähe suchen.

          Unsere Kinder brauchten weder die Schule, noch die Freunde zu wechseln.

          Ich finde es wichtig das dieses Modell erst einmal als Grundsatz gelten sollte. Das es Niemand mehr einfach so blockieren kann.
          Wenn man dann merkt das Aufgrund von Umständen die nicht zu ändern sind dann das alte Residenzmodell für diese Familie die bessere Lösung ist, kann man das auch sicher so anwenden.

          lg
          my-opinion

          • Hallo,

            "Also sollten die Eltern sich nach der Trennung Wohnungen in unmittelbarer Nähe suchen."

            Das mag bei Paaren funktionieren, die halbwegs vernünftig auseinander gegangen sind. Bei vielen wird das schlicht nicht gehen.

            Dieses Modell als Grundsatz auszuloben, halte ich für falsch. Stell Dir mal vor, Du hast ein Paar, wo der Mann die Frau körperlich und seelisch misshandelt hat (ja, das ist das Extrem).

            Aufgrund der Vorgaben wird die Frau also in ein Modell hineingezwungen, das im Zweifel noch mehr seelische Belastungen hervorruft. Und wenn man weiß, wie langsam die Mühlen der Bürokratie mahlen, kann es ewig dauern, bis sie da wieder rauskommt.

            GLG

            • Hallo Clementi,
              es wird immer Ausnahmen geben.
              Ich denke nur das die Doppelresidenz eben nicht mehr die Ausnahme sein sollte.

              Da Du ja gleich die Geschlechterrollen verteilt hast..

              Es gibt schon jetzt so viele Männer die an den seelischen Belastungen einer Trennung zugrunde gehen. Nicht weil sie die Frau verloren haben, sondern weil Ihnen die Kinder genommen werden.
              Wochendpapa zu sein ist doch nicht wirklich teilhaben am Aufwachsen der Kinder..oder würdest Du gerne Wochenendmami sein?
              Auch das Recht der Kinder auf beide Elternteile ist ein wichtiger Punkt.

              Es zwingt ja auch Männer in dieses Modell nicht nur Frauen, aber es zwingt auch die Kinder.
              Gerade bei Kindern die mit Veränderungen nur schlecht umgehen können, bei Kindern die erhöhten Pflegebedarf haben, bei Eltern die ohnehin keinen Knopf in der Tasche haben und dann beide eine größere Wohnung unterhalten müssen, jeweils selber das komplette Bekleidungssortiment kaufen müssen...da sehe ich schon einige Probleme
              Auch bei Eltern die jobmäßig lange unterwegs sind usw...
              Damit das Modell glückt müssen sich die Expartner wieder nach den Arbeitszeiten ihrer Ex-Partner richten und ein Verlassen des derzeitigen Lebensumfeldes würde unmöglich, sofern der Expartner nicht mitzieht.

              Ich finde Eltern sollten die Möglichkeit haben dieses Modell zu wählen (und das haben sie bereits)
              Aber Eltern und Kinder in dieses Modell zu zwingen , wird oft im Desaster enden.

              • Da hast du völlig Recht und es ist ein wichtiger Aspekt: Das Modell - zweimal Kinderzimmer, zweimal Klamotten etc. und das ohne Unterhalt - ist ziemlich teuer.

                LG
                Nele
                P.S. Ich habe über zwei Jahren Kinder im Doppelresidenzmodell

                • Hatten unsere Freunde auch , es kann ja funktionieren das weiß ich ja.
                  Aber nicht jeder hat die Mittel dazu.
                  Also wieder ein Modell für die die sich es leisten können oder es muss von Sozialgeldern mitfinanziert werden.

                  LG

            Was spricht dagegen das als Grundsatz zu haben. Das ist doch kein Dogma.

            Wenn der Grundsatz im Einzelfall nicht passt, dann muss eine Anpassung erfolgen.

            Dann muss aber eben der, der den Grundsatz ablehnt dies auch nachvollziehbar begründen. Und wenn die Begründung überzeugt wird sich doch kein Gericht dem verschließen.

            Wo ist da das Problem?

            Es gibt auch den Grundsatz des gemeinsamen Soregerechts bei verheirateten Eltern die sich getrennt haben.

            Soll man jetzt weil dieser Grundsatz nicht immer passt, soll man diesen jetzt abschaffen?

            So ist nämlich deine jetzige Argumentation.

            Sollte man denn jetzt den Grundsatz des gemeinsamen Sorgerechts bei Ehegatten mit Kindern die sich trennen abschaffen.

            Es könnte doch sein, dass der Mann sie misshandelt hat.

            Und dann wird ihr das gemeinsame Sorgerecht aufgezwungen.

            So ist doch deine Argumentation.

        >>Wenn man dieses Modell möchte dann muss man auch die Vorrausetzungen schaffen.
        Also sollten die Eltern sich nach der Trennung Wohnungen in unmittelbarer Nähe suchen.<<

        Darauf wollte ich ja hinaus, die Einigkeit muss nach wie vor da sein.
        Schön, daß es bei Euch funktioniert ;-)

        LG

        • Natürlich, aber beim herkömmlichen Residenzmodell braucht man keine Einigung... Das wird angeordnet..und das ist grundsätzlich verkehrt. Es sollte gar nichts angeordnet werden, auch nicht die Doppelresidenz. Aber diese sollte als Grundsatz gelten und derjenige der dieses Modell nicht möchte kann ja dann seine Form von Unterhalt monetär entrichten.

Hallo,

schön, dass die FDP noch etwas gefunden hat, was ihr Stimmen bringt :-)

GLG

Hallo

Also mich betrifft das bislang nicht ( und hoffe das wird es auch nie)

Aber wenn ich mal so in meine Kindheit zurückversetze, dann muss ich sagen wäre das ein Alptraum für MICH gewesen.

Ich binde mich sehr Stark an ein Zuhause. Ich brauche was festes, sicheres. Einen Ort, an dem ich mich sicher und geborgen fühle.

So ein hin und her... da könnte ICH nie irgendwo richtig ankommen. Und das, obwohl ich schon oft umgezogen bin. Es dauerte immer recht lange, bis ich angekommen War.

Ich stelle mir das Seelisch sehr anstrengend vor.

Bestimmt gibt es Kinder, die da anders sind.
Aber eben weil das sicherlich sehr unterschiedlich ist, sollte das Wechselmodell NICHT automatisch die Grundlage sein.

Besser fände ich es, wenn beide Eltern grundsätzlich gleiche Chancen hätten.

Gesetzlich.

Was ist, wenn die Eltern einfach nicht auskommen?
Gut, dass Kindeswohl steht im Vordergrund. Aber hat man dann als Eltern kein Recht mehr auf eigene Gefühle, Emotionen und Bedürfnisse?

Ich denke Eltern, die selber gut zurecht kommen, sorgen auch gut für die Kinder.

Eltern, die Emotional nicht auf der Höhe sind, weil sie in ein derartiges Modell genötigt werden (für das WM sollte die Entfernung sicherlich nicht zu groß sein), sind doch dann gezwungenermaßen eher mit sich und ihren Befindlichkeiten beschäftigt.

So stelle ich mir das zumindest gerade vor.

Echt schwierig.

Insgesamt wäre vieles bestimmt einfacher, wenn Väter erstmal grundsätzlich Gleichberechtigt wären.
So wären vielleicht auch einige Mütter insgesamt bemühter eine gute Umgangsregelung zu finden.

Sabotage an Besuchswochenenden zb könnte man sanktionieren.

In der Richtung könnte man wahrscheinlich mehr erreichen, als mit einem aufgezwungenem WM.

LG

  • Hallo,

    Ich kann auch deine Bedenken nachvollziehen. Aber auch hier... Das normale Residenzmodell ist von einem gewollt und dem Anderen aufgezwungen.

    Das Wechselmodell wäre zb endlich die von Dir geforderte Gleichberechtigung.

    Die Zeiten haben sich doch schon lange geändert..

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