Negativzinsen

    • (1) 28.04.16 - 19:46

      Hallo,

      eigentlich habe ich es nicht für möglich gehalten, aber offenbar kommt das Thema "Negativzinsen" immer näher.

      Ich muss zugeben, ich bin auf diesem Gebiet nicht wirklich bewandert, und so frage ich mich, ob diese gerechtfertigt wären. Generell wird uns ja immer eingebleut, dass wir alle durch einen wirtschaftlichen Aufschwung profitieren. Aber tun wir das denn wirklich und in welchem Ausmass?

      Ich habe umständehalber in den letzten Monaten im Niedriglohnsektor gearbeitet. Ich glaube nicht, dass ich da von wirtschaftlichem Aufschwung profitiert hätte...Mehreinnahmen wären bestimmt direkt auf die Konten der Firmenbesitzer gewandert und trotzdem würde nur Mindestlohn gezahlt werden.
      Ich versuche natürlich etwas zur Seite zu legen, fürs Alter oder für den Fall, dass ich wieder in so eine missliche Lage komme...dass mir von diesem gesparten Geld dann auch noch etwas genommen werden würde ( auch wenn es nur um kleine Beträge geht) finde ich ärgerlich.

      Was denkt ihr, wer wird von diesen Zinsen profitieren? Geht es nur um noch mehr Gewinn, oder brauchen wir die wirklich?

      Liebe Grüsse

      • Negativzinsen für Sparer würden dazu führen, dass sie ins Bargeld flüchten. Ich glaube nicht, dass es dazu kommen wird.

        Niedrige Zinsen sollen dazu führen, dass mehr investiert als gespart wird. Banken sollen Kredite vergeben statt das Geld mit Negativzinsen anzulegen.

        Allerdings schreibt Basel 3 eine sorgfältige Bonitätsprüfung der Kreditnehmer vor. In Zeiten schlechter Auftragslage und mangels geeigneter Sicherheiten ist es für Betriebe schwierig, Kredite zu bekommen, falls überhaupt eine Investitionsabsicht besteht.

        Ich spare derzeit nicht und lasse mein Haus reparieren.

        Von niedrigen Zinsen profitieren alle Menschen und Institutionen, die Schulden haben. Es wird geschätzt, dass die Niedrigzinspolitik, die auch eine Folge des Kasino-Kapitalismus der frùhen 2000er Jahre und der Krise in den südeuropäischen Staaten ist, alleine dem öffentlichen Sektor, Bund, Länder und Gemeinden, rund 100 Milliarden gespart hat. Weit mehr als Deutschland fùr die Griechenlandkrise an Geldmitteln bereitgestellt hat.

        Andererseits wird unattraktiv sein Geld zu verleihen, zumindest für eine Verzinsung in Geld. Daher der hohe DAX-Wert. Die, die Geld haben, legen es in Sachwerte an, z.B. Eben Unternehmensbeteiligungen.

        Langfristig kann eine Niedrigzinspolitik oder sogar Negativzinsen die Rolle der Banken im System grundlegend ändern oder sogar ihre Maklerfunktion im Finanzierungssektor überflüssig machen. An Stelle der klassischen Großbanken könnten Mikrobanken treten, die lokal oder regional Geld sammeln um es in Wirtschaftprojekte zu investieren. Aber nicht gegen Zinsen sondern Anteile an den Projekten.

        Unbestritten ist auch, dass Sparvermögen immer weniger Sinn machen, zumindest unter dem Aspekt des jetzigen Konsumverzichts um später mehr zur Verfügung zu haben. Das trifft vor allem sog. Kleinsparer. Superreiche sind davon wenig betroffen. Denn wer über extrem hohe Summen an Barvermögen verfügt, hält auch einen hohen Anteil an Sachwerten....Immobilien, Luxusgüter, Schmuck etc..

        Manche Experten, wie der Chefvolkswirt der Hamburger Wirtschaftsinstituts, Hr. Straubhaar, behaupten, Negativzinsen sind das Ende von Wachstum. Das glaube ich nicht. Allerdings wird das alleinige Verleihen von Geld keinen sinnvollen Ertrag mehr bringen. Der, der nur davon lebt, sein Geld gegen Geld zu verleihen, wird sich nach neuen Ertragsquellen umschauen müssen. Siehe oben: Direkte Investition in Unternehmen mit Beteiligungen.

        Na versteckt werden die ja schon auf den Kunden umgelegt :P
        Darum steigen ja jetzt auch bei vielen die Kontoführungsgebühren, wir zahlen jetzt 1,05€ mehr im Monat (aber nur weil wir eh schon alles online machen, also der Bank eh schon die ganze Arbeit abnehmen) Schwie-mu hat bei der gleichen Bank ein normales Konto, sie zahlt gleichmal satte 3€ mehr
        Negativzinsen trauen sie sich jetzt noch nicht, solange es kein Bargeldverbot gibt, deswegen vermute ich mal zahlen wir so auf diese Weise mehr,..leider...da hilft ja dann auch nicht das Geld von der Bank zu nehmen und daheim unter der Matraze oder sonstwo zu lagern, Kontoführungsgebühren muß man trotzdem bezahlen, das nützt einem gar nix

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