Brexit - wie würdet ihr als Briten abstimmen?

"Sollte das Vereinigte Königreich Mitglied der Europäischen Union bleiben oder die EU verlassen?"

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    • (1) 11.05.16 - 10:50

      Am 23. Juni stimmen die Briten (und die Nordiren) darüber ab, ob ihr Land in der EU bleiben soll oder nicht. Eine spannende Frage, denn es wäre das erste Mal, dass ein ganzes Land die EU verlässt!

      Das Referendum geht auf David Cameron zurück, der versprochen hatte, die Briten über den Verbleib abstimmen zu lassen, sollte er die Wahl 2015 gewinnen: "Es ist an der Zeit, das Britische Volk entscheiden zu lassen. Es ist an der Zeit, die europäische Frage in der britschen Politik zu klären."

      Die Kampagnen beider Seiten laufen auf Hochtouren: "Vote Leave" wirft der EU Versagen vor und sagt, die Mitgliedschft schade dem Land mehr als dass sie nützt. Das Land müsse wieder die Kontrolle über seine Politik zurückgewinnen.

      "Britain stronger in Europe" dagegen argumentiert, das Land wäre als Teil von Europa "stärker, sicherer und besser", und ein Austritt hätte unabsehbare Folgen für Großbritannien.

      So wie es aussieht ist das Rennen völlig offen, und die beiden Lager liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

      Also, was ist eure Meinung? Wie würdet ihr über diese Frage abstimmen, wenn ihr Briten wärt? Wäre eine Leave-Entscheidung verständlich? Würde eure Antwort anders ausfallen, wenn ihr als Deutsche über den Verbleib des UK abstimmen könntet?

      Ich bin gespannt. :-)

      • Für einfach strukturierte Menschen auf der Insel ist der Ausstieg aus der EU vielleicht verlockend. Einigen ist aber schon auch dort klar, dass uk in der EU eh schon ein Extrawurst gebraten bekommt und ein Ausstieg sich nicht positiv auswirken wird. Wenn das Zentrum globalen Finanzmärkte nicht mehr in London sondern in Paris oder Frankfurt sitzt, dann brechen da ja nicht unerhebliche Einnahmen weg. Die Schotten werden vermutlich recht schnell wieder über ihre Unabhängigkeit abstimmen wollen, die sind ja eher pro-EU und mit der Einlösung der Versprechen aus Westminster während des letzten Referendums hapert es aus Sicht von Edinburgh ja eh.

        Die Vorstellung, dass sich alles über Wirtschaftsabkommen nahtlos und auswirkungslos für die Insulaner weiter wie gewohnt abwickeln lässt, das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Der gute Wille der anderen EU-Mitgliedsstaaten wird da überschaubar sein. David Cameron wird dieser Tage vermutlich nicht besonders gut schlafen. Die Geister, die er rief...

        Aus deutscher Sicht sage ich: Reisende soll man nicht aufhalten.

        • > Für einfach strukturierte Menschen auf der Insel ist der Ausstieg aus der EU vielleicht verlockend.

          Ich glaube nicht, dass es nur "einfach Strukturierte" sind, die für einen Ausstieg sind, da machst du es dir ein bisschen einfach. Eine große Rolle spielt natürlich die Kontrolle über die Grenzen, und da ist das UK als Insel halt wirklich in einer besonderen Position. Und wer auf einer Insel lebt, denkt über das Festland ("the continent") sowieso anders.

          Ganz zu schweigen von ihrer Vergangenheit als Weltreich.

          > David Cameron wird dieser Tage vermutlich nicht besonders gut schlafen. Die Geister, die er rief...

          In der Tat, das hat er sich selbst zuzuschreiben. Er wird ja nicht müde, vor einem Austritt zu warnen und die Apokalypse danach in den düstersten Farben an die Wand zu malen. Gerade vorgestern sagte er: "Can we be so sure that peace and stability on our continent are assured beyond any shadow of doubt? Is that a risk worth taking? I would never be so rash as to make that assumption."

          Tja, wenn der Austritt eine so große Gefahr für Frieden und Sicherheit in Europa wäre, warum hat er dann diese Option überhaupt eröffnet?

          > Aus deutscher Sicht sage ich: Reisende soll man nicht aufhalten.

          Auch auf das Risiko hin, dass das politische Europa, wie wir es kennen, auseinanderbricht?

          • Ob es die EU stabilisiert, wenn man die Forderungen
            der Briten durchdrückt, ihnen noch mehr Sonderrechte einräumt?
            Cameron wollte gewählt werden. Der Rest war dem egal.
            Jetzt steht er vor der Konsequenz. Vielleicht war ihm auch
            tatsächlich nicht klar, dass das jemand tatsächlich für eine gute Idee
            halten könnte.

      persönlich würde ich es gut finden , wenn es in Deutschland ebenfalls zu solch einer Abstimmung kommt, ich würde mich gegen die EU entscheiden.

      • " ich würde mich gegen die EU entscheiden."

        Weil dir die Folgen in der Gesamtwirtschaft einer Exportnation wie Deutschland anscheinend nicht bewusst sind.

        Gerade für Deutschland wäre der tatsächliche Ausstieg aus der EU ein absoluter wirtschaftlicher SuperGau.

        Gruß
        Demy

        • Ein absoluter Supergau? Warum das denn ?

          • Hallo,
            weil Deutschland als mit einer der führenden Nationen ein Land ist, was Exportüberschüsse produziert und damit abhängig davon ist, wie stark die eigene Währung gegenüber den der anderen Länder ist.

            Mit dem Ausstieg aus der EU würde die dann wieder eingeführte eigene Währung extrem stark sein gegenüber den anderen, dann verbleibenden EU Ländern.
            Stark deshalb, weil Deutschland eines der wirtschaftlich stärksten Länder mit in der EU ist.

            Wir exportieren aber sehr viel in die EU, mit einer starken eigenen Währung wären die zu exportierenden Waren für die importierenden Länder schlicht zu teuer.
            Damit würde uns ein großer Teil unsere Exporte wegbrechen und damit würde es ebenso einen riesigen Einbruch unserer Wirtschaftskraft geben.

            Es gibt mehrere Volkswissenschaftler die schon mehrmals das Modell des EU Austritts von Deutschland "durchgespielt" haben.
            http://www.t-online.de/wirtschaft/schuldenkrise/id_69391868/zdf-wiso-zeigt-konsequenzen-eines-eu-austritts-von-deutschland.html

            Das möchte ich nicht erleben was dann hier los ist ;-)

            Gruß
            Demy

            • (9) 14.05.16 - 10:13

              Dazu gibt mir Folgendes zu denken:

              Wirtschaftswissnschaftler, auch die lieben Wirtschaftsweisen, irren sichregelmäßig, ich glaube nicht, dass irgendjemand das weltweite Finanzsystem überhaupt noch überblicken kann odder das es den nicht bereits "Reichen" nutzen kann.

              Und eine Marktwirtschaft, die permanetes Wachstum benötigt, um zu funktionieren, ist auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen nur eine Weile lang möglich. Ende ist langsam in Sicht.

              Die Kapitalanhäufung in Europa hat nur funktioniert, weil über Jahrhunderte ärmere Länder ausgebeutet wurden.

              Keine Ahnung, ob es besser oder schlechter ist, in der EU zu bleiben, langfristig wird das derzeitige Wirtschaftsystem aber auch nicht funktionieren.

              LG

        also ich sehe das etwas anders, denn ich habe Deutschland noch sehr gut in Erinnerung als es die DM gab und keine EU, die Wirtschaft bummte, die Qualität und das echte Handwerk waren das was Deutschland ausmachte, es war ausreichend wenn einer Vollzeit arbeitete, bei vielen war das Modell Vater Vollzeit , Mutter Basis .
        Wenn jemand von Kinderarmut sprach, hat man an 3te Weltländer gedacht aber niemals an Deutschland, sowas gab es nicht.
        Und diese Tatsachen darf man nicht vergessen.
        das Ganze ist noch keine 17Jahre her, aber wenn man zurück schaut ist es so als es schon ewig her ist, was da doch zerstört wurde.

        Und es wird ständig schlimmer in unseren Land, mit den Lohn, den Arbeitsbedingungen...aus diesem Grund sollte man raus, und aufbauen was noch geht.
        Ansonsten wird es hier in absehbarer Zeit so zu gehen wie den Restlichen Länder der EU, wollen wir das?
        Also ich nicht, ich möchte das meine Kinder genauso gut aufwachsen, wie ich.

        • Du darfst aber nicht vergessen, dass dies bereits 20 Jahre her ist.

          Du weißt nicht, wie es heute in Deutschland mit der DM aussähe.
          Zumal wir nicht nur sehr viel exportieren, sondern auch stark von Importen abhängig sind.

          • >>Zumal wir nicht nur sehr viel exportieren, sondern auch stark von Importen abhängig sind.<<

            Das war schon die Begründung der Politik von vor über 20 Jahren. Es mußte unbedingt die EU her, sonst würde es in Deutschland bzw. in Europa nur noch Berg ab gehen. Käme aber die EU, gäbe es auch Arbeitsplätze in Überfluß, es würde billiger werden, Steuergelder nur so sprudeln.

            Ich habe damals schon gefragt, was denn ist, wenn nicht so kommt. Nein, das gäbe es nicht - alles wird gut, kein Plan B.

            Und heute? Wo sind die ganzen Arbeitsplätze, die es lt. den EU-Befürwortern geben sollte? Griechenland, Spanien, Italien, Portugal - überall sitzen die Menschen auf der Straße, insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit ist zum heulen.

            Auch in Deutschland geht es erst seit kurzem wieder langsam aufwärts. Die Jahre davor war es mau, ganz mau.

            Und das trotz der so hochgelobten EU-Mitgliedschaft.

            Die Schweiz ist nicht in der EU, Norwegen ist nicht in der EU und Island hat seinen Antrag auf EU-Mitgliedschaft mittlerweile auch zurückgezogen (warum wohl?). Trotzdem (oder gerade deshalb?) funktioniert es dort ganz gut.

            Natürlich will die Wirtschaft (und dazu gehören auch die Medien) gerne in der EU bleiben. Sie verdienen sich damit eine goldene Nase. Und genau deshalb hört man in den Medien nur Horrorszenarien, wenn der laut über den Ausstieg nachdenkt. Es geht ja um deren Geld und um nichts anderes.

            Ich stelle mir nur gerade vor, GB verläßt die EU und auf einmal läuft es dort, entgegen allen Vorhersagen, rund......

            Viele Grüße
            Trollmama

            • Und du weißt natürlich, dass die dm sich super entwickelt hätte?! Vielleicht wäre Deutschland heute auch ein Entwicklungsland.

              Von der Schweiz weiß ich übrigens etwas Bescheid. Mein Mann und meine Kinder sind Schweizer. Die Schweiz ist bereits im Dienstleistungssektor angekommen. Die Schweiz lebt nicht vom Export. Die Schweiz bezahlt VIEL Geld an die EU. Die Schweiz nimmt an Schengen teil (auch, wenn die Schweizer dagegen gestimmt haben, weil viele Angst vor den bösen deutschen Invasoren haben). Aber auch die Schweiz hätte enorme Einbußen, würden sie aus Schengen austreten.

              Und auch in der Schweiz gibt es durchaus viele Befürworter der EU (bspw. die SP).

              Norwegen ist wiederum auch so eine Sache. Norwegen verfügt über Rohstoffe. Tja, und Island. Island hat eine ganz eigene Geschichte. Island sind gerade mal 300.000 Einwohner mit einer eigenen (wundervollen) Mentalität und Lebensweise.
              Übrigens sind gerade Isländer in der Regel sehr offen.

              Insofern, was für die Schweiz bspw. richtig sein mag, muss es noch lange nicht für Deutschland sein.

          das sind andere Länder auch , das war auch vor der EU so und wie gesagt die Entwicklung ist nicht positiv, es geht stetig zurück und nicht nur für Deutschland sondern für alle Länder der EU , deswegen bin ich dafür dieses Projekt zu beendet.

          Man sollte nur bedenken wie Sowjetunion aus sah, nach ihren Fall, nee sowas möchte ich nicht erleben.

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