Die deutsche Rente - was am Ende wohl noch übrigbleibt

    • (1) 21.05.16 - 08:55

      Deutschland schafft sich ab, hat mal ein populistischer Autor geschrieben. Er meinte es durch Überfremdung. Die Wahrheit ist jedoch, dass die Deutschen bei knapp 1,4 Kindern pro Frau auf jeden Fall schon mal statistisch dem Untergang geweiht sind.

      Ich habe die Tage mal wieder das Infoschreiben der deutschen Rentenversicherung bekommen. Die Zahlen die dort stehen, lösen Beklemmung aus. Mit Ende 40, unverheiratet, einem Sohn im Teenageralter und einem Berugsweg, der branchenbedingt viele Brüche enthãlt, sieht es nicht allzu rosig aus. Die Zahl die dort steht, wenn ich 2035 in Rente gehe, wird dann wohl kaum noch dazu reichen, ein Leben zu führen, das Freude bereitet.

      Dabei ist diese Info der Rentenversicherung nicht einmal bindend. Es kann auch noch viel weniger werden. Ich weiß, ehrlich gesagt, auch nicht, wer einmal meine Rente bezahlen soll. In den 30er Jahren dieses Jahrhunderts kommt auf zwei Erwerbstätige ein Rentner. Man muss kein Mathegenie sein um sich auszurechnen, dass entweder der Rentner weit weniger bekommen wird als sie angepeilten 43% Rentenniveau oder aber die Beiträge zur Rentenversicherung bei den beiden Erwerbstätigen weit über 20% steigen müssen, was deren Nettoeinkommen erheblich belastet.

      Natürlich habe ich auch privat vorgesorgt. Aber um die Wahrheit zu sagen, es war am Ende des Monats nie genug übrig, um Summen zurückzulegen, die die Lücke, die mir im Alter droht, nennenswert zu schließen. Und naturlich wollte ich auch nicht auf alles verzichten und nur sparen. Ab und zu ein Urlaub mit meinem Sohn oder meinem Partner, das will oder wollte man sich schon gönnen.

      "Heirate doch", haben mir schon vor Jahren meine Freundinnen gesagt, "dann bist du zusätzlich über deinen Gatten abgesichert." Mal abgesehen davon, dass es gar nicht so leicht ist, einen Mann zu finden, der mich hätte heiraten wollen und der dann eben auch genug verdient, um diese Absicherung zu gewährleisten, ich finde es auch geradezu makaber, dass ich als Frau in einem Land lebe, die heiraten soll um im Alter abgesichert zu sein.

      Ich habe mich eine Zeit lang der Hoffnung hingegeben, dass die Politik schon eine vernünftige Einwanderungspolitik hinbekommen wird, damit mehr Menschen zu uns kommen können, hier arbeiten werden, in die Rentenkasse einzahlen und ich somit als Rentnerin zumindest einigermaßen gut leben kann ohne den Tag damit verbringen zu müssen, Pfandflaschen aus Mülleimern zu fischen.
      Doch davon sind wir dank eines veritablen Rechtsrucks in Europa, auch in Deutschland, weiter entfernt denn je. Rechte und Rechtspopulisten möchten keine Zuwanderung, schon gar nicht von bösen Muslimen auch wenn die hier in der Mehrzahl brav ihrer Arbeit nachgehen und die Sozialkassen mitfinanzieren. Es ist schon paradox. Diejenigen, die Deutschland zu schützen glauben, sorgen nicht unerheblich mit dafür, dass künftige Rentnergenerationen zu Bittstellern beim Staat werden und um Almosen betteln müssen.

      Die Familienpolitik in Deutschland führt auch nicht dazu, dass Frauen fruchtbarer werden. Gut, ich habe mit nur einem Kind auch mein Soll nicht erfüllt. Aber zu mehr hat es einfach nicht gereicht. Die meiste Zeit alleinerziehend, mit einem anstrengenden Beruf, da war ein zweites Kind nicht drin.

      Meine Eltern, beide über 80, werden mir und meiner Schwester vielleicht ihr Haus vererben. Nichts dolles aber veilleicht kann ich mir von meinem Anteil eine kleine Wohnung kaufen. Dann wäre ich wenigstens mietfrei im Alter. Aber auch diese Lösung bereitet mir Kopfzerbrechen. Müssen meine Eltern sterben, damit ich so einigermaßen im Alter über die Runden komme? Zumal Eiegntum auch wieder Geld kostet und ich bei der Aussicht auf meine Rente mir wohl auch dies kaum leisten werde können.

      Was habe ich falsch gemacht? Falsches Studium, falscher Beruf? Vielleicht hätte ich Maschinenbau studieren sollen und wäre dann Ingenieurin mit gehobenem Einkommen. Oder am besten gleich Beamtin. Staatsdiener müssen sich weit weniger um ihre Altersbezüge Sorgen machen. Hätte hätte Fahrradkette....Vorbei.

      Ich weiß nicht, wie andere mit dem Problem ihrer Rente umgehen, in meinem Freundes- und Bekanntenkreis wird zwar auch die ein oder andere Sorge geäußert aber Lösungen gibt es keine. Nur, das es so nicht ewig gut gehen kann.

      Für meine persönliche Situation erwarte ich keine Ratschläge in einem Forum wie diesem, aber mich würde dennoch interessieren, wer sich wie ich Sorgen macht um sein Leben im Alter. Was deren Gedanken dazu sind. Ob es Lösungen gäbe.

      Und, vor allem, wie es mal fùr die eigenen Kinder auschauen wird. Ich habe meinem Sohn geraten, sobald er ins Berufsleben eintritt, möglichst früh privat zurücklegen soll. Oder am besten gleich eine Beamtenlaufbahn einschlägt. Das sind dann die Ratschläge einer sorgenden Mutter. In Wahrheit möchte ich natürlich, dass er einen Beruf ergreift, der ihm viel Freude bereitet, der seinen Neigungen entspricht.

      Ich bin seit letztem Monat übrigens (mal wieder) arbeitslos, da der Verlag, für den ich tätig war, Insolvenz anmelden musste. Das macht es nicht besser auch wenn ich jetzt viel Zeit habe, an meinem Buch zu schreiben. Was nicht die Rente zum Thema hat.:-)

      • ganz so düster wie du, sehe ich das ganze nicht, auch wenn mein persönlicher Rentenbescheid sicher kein Grund zur Freude ist:)

        Aber ganz grundsätzlich denke ich, daß gerade die Finanzkrisen der letzen Jahren gezeigt haben, daß nur ein umlagenfinanziertes Rentensystem in der Lage ist, flexibel auf Umbrüche (z.B. auch die Erweiterung des Bezugsberechtigten Personenkreises auf die ehemalige DDR) und stabil genug ist, auch Finanzkrisen zu überstehen. Die Idee der privaten- kapitalgedeckten- Zusatzversorgung ist, wie du an deinem Beispiel zeigst- eben nur als Zusatzmöglichkeit und auch nur für eine bestimmte Bevölkerungsschicht möglich und sinnvoll und immer mit hohen Risiken behaftet.

        Natürlich ist es dann sinnvoll zu schauen, wie zukünftige Generationen das erwirtschaften können, was wir später mal als Rente zum Leben brauchen werden. Zum einen ist die Geburtenstatistik nicht ganz so grau, wie du beschreibst, denn im Grunde läßt sich ja immer erst am Ende des gebärfähigen Alters einer frau ein Resümee ziehen und dieses Alter zieht sich immer weiter hinaus. Zudem gibt es eben parallel zum Bedarf an Arbeitskräften auch eine entsprechende Vielzahl von Menschen, für die Deutschland als Einwanderungsland attraktiv ist.
        Zum anderen muß man ganz eindeutig sagen, daß es eben keine Korrelation von "Viele Kinder" und "gute Versorgung im Alter" gibt, ganz im Gegenteil- je weniger Kinder, desto höher der Wohlstand (auch im Alter), dieses Phänomen lässt sich überall beobachten.

        Denn was dieses ganzen System eben nicht mit einberechnen ist die Steigerung von Produktivität.
        Also auch wenn wir davon ausgehen, daß wir in 50 Jahren weniger Arbeitskräfte haben, so heißt das ja nicht gleichzeitig, daß diese nicht das gleiche Maß an Produktivität zeigen.
        Vergleicht man das, was ein Arbeiter vor 50 Jahren erwirtschaftet hat mit dem, was ein Arbeiter heute mit erheblich geringerer Stundenzahl erwirtschaftet, so läßt es sich schnell erkennen, daß dieser Arbeiter sich heute erheblich mehr Luxusgüter leisten kann als noch vor 50 Jahren, vom allgemeinen Wohlstand profitiert und es heute auch Rentnern in aller Regel besser geht als vor 50 Jahren.

        Natürlich ist das kein Automatismus und wir müssen auch weiterhin daran arbeiten, ein vernünftiges, zukunftsträchtiges System aufrecht zu erhalten und ja, es werden immer auch Menschen mit brüchigen Erwerbsbiographien dann in Altersarmut leben- auch hierfür ist es notwendig, neue Konzepte zu entwickeln.
        Und ja, deine Angst kann ich gut nachvollziehen, aber ich wollte gerne auch diesen anderen Blickwinkel mit in die Diskussion geben.

        • Zustimmung !

          damit ersparst du mir einen eigenen Beitrag #blume

          Vielen Dank für deine umfassende Antwort.

          Ich weiß nicht genau, wo ich ansetzen soll, bei einigen Sachen bleibst du ja im Ungefähren...man müsste, man sollte, man könnte.

          Was die Produktivität angeht, hast du in Teilen Recht. Allerdings ist die Zunahme der Produktivität auch einer rapiden Zunahme an Automatisierung geschuldet. Wahrscheinlich hat die Digitaliserung der Gesellschaft diesen Effekt nochmal erheblich gesteigert. Aber dies auch auf Kosten von Arbeitsplätzen. Seit 1970 hat die Automatisierung in der Industrie mehr als 70% der Arbeitsplätze ùberflüssig gemacht. Das hat den Menschen in gewisser Weise auch gut getan. Weniger körperliche Arbeiten sind gut für die Gesundheit, verlängern das Leben. Hatte Anfang der 60er Jahre ein deutscher Rentner noch 4,5 Jahre im Durchschnitt etwas von seiner Rente, sind es heutzutage schon 13,2 Jahre. Die Mehrjahre wollen allerdings auch finanziert werden. Hier beisst sich die Katze in den Schwanz. Wir werden immer älter ohne dies durch Erwerbsarbeit und damit Rentenpunkte auch finanzieren zu können.

          Und wie soll das funktionieren? Produktivitãt im Arbeitsleben ist das eine aber als Rentner ist man normalerweise nicht mehr erwerbsmässig produktiv. Dein Ausflug in das Produktivitätsthema ist also nur bedingt praktikabel.

          Meiner Meinung nach wird man nicht umhinkommen, das Rentenalter nocheinmal hochzusetzen, auf 70 oder 72. Das wird in meinem Beruf auch kein Problem sein. Aber für Menschen in körperlich sehr anstrengenden Berufen wird das eine Farce. Eine Krankenpflegerin, die alte Menschen umnetten muss nund selbst 69 ist? Ein Witz.

          Natürlich kann man sagen, es ist noch immer gut gegangen, warum nicht auch dieses mal. .....Ich weiß es nicht. Aber wie das System jetzt gestrickt ist, kann es nicht auf ewig gut gehen. Nicht bei der demografischen Entwicklung. Dazu bedarf es, wie ich sagte, keinem Nobelpreis in Mathematik.

          Für mich persönlich ist es ohnehin zu spät. Ich kann, wenn ich Glück habe, bis 70 oder 75 arbeiten, wahrscheinlich freiberuflich, losgelöst von jeglichem Mindestlohn. Was ich allerdings nicht mehr glaube, ist das Märchen einer sicheren Rente. Sicher im Sinne von abgesichert und relativ sorgenfrei seinen Lebensabend genießen.

          Außer man ist Beamter oder hat eben schon im Erwerbsleben die Möglichkeit gehabt, ausreichend Vermögen zu bilden. Oder man hat als Frau geheiratet.....

          • "Und wie soll das funktionieren? Produktivitãt im Arbeitsleben ist das eine aber als Rentner ist man normalerweise nicht mehr erwerbsmässig produktiv. Dein Ausflug in das Produktivitätsthema ist also nur bedingt praktikabel."

            nun ja- da ja die frage ist, wie wengier erwerbstätige mehr renter versorgen sollen ist ja durchaus die frage der Produktivität der arbeitenden Bevölkerung die Entscheidene und nicht die nach der Produktivität von Rentnern.

            "Meiner Meinung nach wird man nicht umhinkommen, das Rentenalter nocheinmal hochzusetzen, auf 70 oder 72."

            Das wird kommen, da bin ich mir sicher

            "Das wird in meinem Beruf auch kein Problem sein. Aber für Menschen in körperlich sehr anstrengenden Berufen wird das eine Farce. Eine Krankenpflegerin, die alte Menschen umnetten muss nund selbst 69 ist? "

            ja, da wird es neue Lösungen geben müssen- z.b. gerade i nden pfelgeberufen eine verteilung von körperlicher arbeit (die aber eben auch durch technische hilfemittel hoffentlich zunehmend weniger anstregend wird) und der doch sehr zeitintensiven dokumentationsarbeit, verwaltungstätigkeit, etc.
            auch weiterbildungen, lehrtätigkeit, einsatz i nder ausbildung neuer pflegekräfte usw. werden möglichkeiten sein auch dort länger arbeiten zu können, wo ein großer teil der arbeit aus körperlich anstregender arbeit besteht.

            "Was ich allerdings nicht mehr glaube, ist das Märchen einer sicheren Rente. Sicher im Sinne von abgesichert und relativ sorgenfrei seinen Lebensabend genießen."

            ich weiß ehrlich gesagt nicht was in 30 jahren sein wird, wenn ich vielleicht zur Rentergeneratio ngehöre- ich habe keine Ahnung wie sicher oder sorgenfrei mein Leben sein wird - ich denke nur, daß die umlagenfinanzierte Rente (mit all ihren Fallstricken ,die du ja beschreibst) immer noch die sichereste Variante ist.

            Und ja, diejenigen, die im Laufe ihres Erwerbslebens mehr Einkommen hatten, werden vermutlich auch im Rentenalter mehr zur Verfügung haben- das aber unabhängig vom jeweiligen Rentensystem. Wie lange die Privilegien der Ehe im Renten- und Steuersystem noch existieren wage ich auch nicht zu prognostizieren, aber ja, wer nach den Regeln spielt, der kann zumindest darauf hofen, daß sich das auszahlt.

            • Ich habe das mit der Produktivität schon verstanden. Bilde ich mir ein. Zunehmende Automatisierung, Digitalisierung und Robotik werden die Produktivität auch noch weiter steigern. Die Menschen in der Erwerbswelt können sich dann auf das konzentrieren, was Maschinen noch nicht können.

              Vielleicht werden körperlich anstrengende Tätigkeiten künftig ganz von Maschinen erledigt.

              Aber diese Veränderungen in der Erwerbswelt sind keine Lösung für eine Gesellschaft, die immer älter wird, immer länger Rentenzahlungen aus dem System in Anspruch nimmt. Es ist auch keine Antwort auf die Alterversorgung von Menschen, die, aus welchen Gründen auch immer, in ihrer Erwerbsarbeit nicht so viel verdient haben, dass sie ohne existentielle Sorgen auf ihre Rentenzeit schauen.

              Ich für mich, auch wenn ich mir natürlich im Hinblick auf die nachfolgende Generation so meine Sorgen mache, habe mich damit arrangiert, eben nicht mit 67 in Rente gehen zu können. Das Positive ist, dass mir mein Beruf trotz aller Widrigkeiten, die die Branche mit sich bringt, immer große Freude gemacht hat. Den kann man auch noch mit 80 ausüben sofern der Kopf mitspielt.

              Eine Freundin von mir ist Sängerin am städtischen Theater, sie hat Musik studiert, gibt nebenher Klavierstunden. Sie ist fest im Ensemble angestellt, damit hat sie mehr Glück als andere, die nur temporäre Anstellungen z.B. für eine Spielzeit bekommen. Sie verdient dort 1580,-- Euro netto. Sie hat Arbeitszeiten, wo andere Menschen Freizeit haben. Sie hat nie was anderes machen wollen aber der Blick auf die Rente macht ihr große Sorgen. Sie ist wie ich alleinerziehend mit einer Tochter, kein Mann oder Partner, der mit für ihre Absicherung steht.

              Es gibt viele Berufe wie diese, die hochanspruchsvoll sind aber dennoch werden sie relativ schlecht entlohnt, dementsprechend sieht dann auch die Altersversorgung aus.

              Umd wenn nun das Rentenniveau weiter sinkt weil es eben nicht ausreichend Einzahler gibt, weil die Menschen, die einzahlen sollen, einfach nicht existieren, dann verstärkt das den Effekt der Altersarmut noch einmal.

              Mal abgesehen davon, dass niemand gerne zum Amt geht oder so wenig zum Leben hat, dass jeder Cent umgedreht werden muss, was ich schlimm finde. Es ist dich auch eine enorme volkswirtschaftliche Belastung, immer mehr alte Menschen versorgen zu müssen, von denen eine Anzahl X am statistischen Existenzminimum lebt. Auch das muss ja irgendwer bezahlen.

              Ich bin gar nicht so weit links unterwegs, dass ich radikale Umverteilungsgedanken hätte. Mich stören zwar viele Dinge in unserem Steuersystem und der letzte Armutsbericht bestätigt meinen Ärger. Dennoch geht es nicht um komplette Gleichmacherei. Ferner möchte ich auch nicht, dass mein Kind einmal dermaßen hohe Rentenbeiträge bzw. Sozialversicherungsbeiträge zahlen muss, dass es selbst immer weniger netto hat und damit selbst Vermögensvorsorge zu betreiben.

              Meine persönliche Situation ist sicher das eine und ich würde, auch wenn ich mit den Bedingungen manchmal hadere, wohl immer diesen Weg wählen.

              Trotzdem bin ich nach wie vor der Ansicht, dass dieses Land seine Bevölkerungspolitik erheblich ändern muss. Unter allen OECD-Staaten gibt Deutschland am wenigsten für seinen Nachwuchs aus. Kinder und Betreuungsgeld miteingerechnet. In dem Bundesland, in dem ich lebe, kann nur für 24% der Kinder ein Betreuungsangebot vorgehalten werden.

              Aber die Kinder, die nicht geboren wurden, werden auch morgen keine Kinder bekommen. Deswegen hoffe ich, dass wir in den kommenden Jahren ein vernünftige Zuwanderungspolitik hinbekommen, die Menschen nach Deutschland bringt, die morgen mal meine Rente erwirtschaften. Mir ist es dabei egal, ob derjenige dann einen Turban, eine Kippa oder ein Kopftuch trägt. Hauptsache, sie sind Bestandteil einer funktionierenden Erwerbsgemeinschaft. Und wenn nicht, dann werde ich wohl bis an mein Lebensende arbeiten. Wogegen eigentlich auch nichts zu sagen ist. Sofern mich noch jemand engagieren will.:-)

              • "Aber diese Veränderungen in der Erwerbswelt sind keine Lösung für eine Gesellschaft, die immer älter wird, immer länger Rentenzahlungen aus dem System in Anspruch nimmt."

                na,ja, doch schon. ob es DIE Lösung ist, wage ich nicht zu sagen, aber es wird teil der Lösung sein (müssen)
                Wie schon beschrieben bietet genau diese Entwicklung eben auch die möglickeit (für einige) in körperlich anstregenden Berufen länger als bisher arbeiten zu können, zum anderne ermöglicht es eben ein system, daß trotz verminderter Erwerbsarbeit so produktiv ist, daß es merh Menschen Wohlstand angedeihen lassen kann. oder aber es läßt in völlig anderne Bereichen Jobs entstehen (Dienstleistungsbranche und natürlich in all den Bereichen, die genau das enwtickeln ,steuern, bauen, pflegen warten, ergänzen,... was heute schon an automatisierung und digitalisierung beshet und weiter ausgebaut werden wird)

                die menschen haben (jetzt schon und zukünftig vermehrt) freizeit, die gefüllt werden will, Bildugnsangebote, Freizeitangebote, digitale Angebote (ein Bereich z.B. wie die Computerspieleindustrie hat z.b. in den letzen 10 jahren ihrem umsatz in deutschland auf über 2 Milliarden € verdoppelt) werden entstehen und ausgebaut werden- das schafft neue Jobs...

                "Ich bin gar nicht so weit links unterwegs, dass ich radikale Umverteilungsgedanken hätte. Mich stören zwar viele Dinge in unserem Steuersystem und der letzte Armutsbericht bestätigt meinen Ärger. Dennoch geht es nicht um komplette Gleichmacherei. Ferner möchte ich auch nicht, dass mein Kind einmal dermaßen hohe Rentenbeiträge bzw. Sozialversicherungsbeiträge zahlen muss, dass es selbst immer weniger netto hat und damit selbst Vermögensvorsorge zu betreiben."

                ja- ic hdenke da müssen wir - radikal hin oder her- ansetzen. Prozentual zu ihrem Einkommen ist es genau die Mittelschicht, die du beschreisbt, die enorme Lasten zu tragen hat. Das kann dauerhaft nicht so weiter gehen.
                Eine entslaungs der Mittelschicht und erhebliche höhere Besteurung von kapitalerträgen und einkommen, welches nicht aus erwerbsarbeit ensteht ist genasu dringend geraten wie eine vernüftige Erbschaftssteuer.
                Komischerweise sind es genau diese dinge, die die mittelschicht entlasten würden ,dei von eben dieser Abgelehnt werden.
                bring bei urbia mal das thema Erschaftssteuer oder höher besteuerung von Kapitalerträgen- selsbt themen wie "mehr verantwortung für supperreiche" bezieht die urbia- mtitelschicht auf sich und wehrt sofort ab, seslbt wenn es klar kommuniziert wird, daß wir heir von einer Schicht der Milliardäre sprechen.

                Dieses Phänomen kann ich leider weder erklären noch verstehen, sorgt aber aktuell dafür, daß es auch nur keine ernstzunehmende Partei der sozialen Gerechtigkeit gibt.

      Ich persönlich finde dass nicht nur die geringe Geburtenrate für das kommende Desaster verantwortlich ist, sondern die ganze Rentenpolitik an sich.

      Ob die Rechnung áufgeht, dass durch Zuwanderung die Rente gesichert wird halte ich für hypothetisch.
      Zum Einen weil es auch bei den Zuwanderern Menschen geben wird, die von Sozialgeldern leben werden (aus verschiedenen Gründen) und die dann eben nichts in den Renten- und Sozialtopf tun.
      Zum Anderen weil die bisherige Rentenpolitik dazu geführt, wo wir heute sind. Und bis dahin hat es Jahre gedauert.
      Ich denke dass sich das Rentensystem komplett ändern müßte. Aber ich denke da werden vielmehr andere Dinge finanziert, als da ein neues gesundes und funktionierendes Rentensystem aus dem Boden zu stampfen .

      Die Schwierigkeit die ich sehe ist, dass bei den Zinsen die im Moment geboten sind und bei den Ausgaben die man so hat , wenig Geld gespart wird und das durch den niedrigen Zins wenig "vermehrt" und dann bei der Auszahlung noch mal versteuert wird, wohl nicht lange reichen wird um die Einkommenslücke zu schließen.

      • Unser Rentensystem basiert aber doch nun mal auf dem Geundsatz, dass es ausreichend Einzahler gibt. Woher die kommen, ob hier geboren oder zugewandert, spielt doch eigentlich keine Rolle. Viele Einzahler = viele Rentner können ihre Rente bekommen. Kein Einzahler = keine Rente.

        Wenn du schreibst, das ganze System sei quasi von Grund auf falsch oder fehlerhaft, welche Alternativen gibt es denn? Ich stimmte der Userin lisasimpson nämlich zu, dass ein solidarisches System immer noch die beste Alternative ist. Leider wird die demografische Entwicklung und die ungerechte Einkommens- und Vermögensverteilung eine Entsolidarsierung vorantreiben.

    Hi,
    wenn ich den vorläufigen Rentenbescheid lese, wird mir auch schlecht.

    Hätte ich auch mal was ordentliches lernen sollen, Industriekauffrau ist jetzt auch nicht so Prall.

    Wenn man schon froh ist, das am Ende des Geldes, auch der Monat vorbei ist, kann man auch nichts zu Seite legen. Ist halt so.

    Ich hoffe ja, das die Kinder, wenn sie ausgelernt haben, auch von ihrem Geld leben können, so daß ich mein Geld, dann mal sparen kann. Wir haben Eigentum und eigentlich sollten dann auch Rücklagen da sein, aber zum Rücklagen bilden kamen wir nicht.

    Ich lasse es auf mich zu kommen. Ich war schon immer sparsam, und komme auch mit dem wenigen Geld aus, was wir haben.

    Der Thilo Sarrazin spricht mir schon aus der Seele. Aber leider hört keiner auf ihn.

    Das die Frau Merkel unser Geld mit beiden Händen ausgibt kann ich nicht leiden. Man kann nicht alle retten. Und erst beschimpfen lassen, und dann noch Geld verschenken, sorry........

    Die die das Geld herbei schaffen, müssen auf schlechtesten Straßen zur Arbeit fahren. Die Öffentlichen Verkehrsmittel werde gekürzt und abgeschafft. So viele Schwimmbäder wurden geschlossen, weil sie nicht gehalten werden könnten. Aber das Geld nach Griechenland usw. schicken, das können sie.

    Die Politiker sollen mal mehr im eigenen Land schauen. Und unser Rentenalter zu erhöhen, nur um Ihre schlechte Politik wieder gerade zu rücken, ist wohl auch utopisch.

    Schon als der Osten Deutschlands dazu kam, hätte es erforderlich gemacht, ein neues Rentensystem einzuführen. Alles verpasst.

    Gruß Claudia

    Hallo

    Ich denke, unser Rentensystem, so wie es jetzt ist wird nicht bestehen bleiben (können)

    Da die Politik offenbar auch nicht gewillt ist, es so anzupassen, wie es müsste (das zb ALLE einzahlen müssen usw) wird es wohl einfach wieder auf Solidarität hinauslaufen. Und zwar für den 'Normalbürger '.

    Ich könnte mir vorstellen, dass es jetzt nur noch darum geht, dass die Menschen überhaupt Rente bekommen.
    Die Anpassung des Renteneintrittsalters ist doch nur ein Schritt dahin.
    Das Ziel ist nicht, das dann wirklich bis 70 gearbeitet wird sondern Einbußen beim Bezug.

    Auf diese Weise reicht der Rententopf dann auch für alle, weil alle nur noch Rente auf H4 Niveau bekommen oder etwas darüber.

    Auf diese Weise wären alle abgesichert, obwohl nicht 'viel' da ist.
    Besser wenig als gar nichts. Unser System wäre auf Zinsen angewiesen die es aber derzeit nicht gibt. Privates Sparen könnte bald Flächendeckend mit Negativzinsen belegt werden. Auf Sparverträge in Form von Versicherungen gibt es ebenfalls keine oder minimale Zinsen.

    Im Grunde wäre das eben wirklich unser Solidaritäts System in Reinform.

    Die aktuelle Zuwanderung wird wohl weder in die eine noch in die andere Richtung einen großen Einfluss nehmen. Das System War schon vorher 'Krank'.
    Und lösen wird man das in den nächsten 20 Jahren auch nicht so, dass man als Rentner zumindest seinen Lebensstandard halten kann. Das ist ja schon heute oft nicht der Fall.
    Und wenn, dann fehlt das Geld eben woanders oder man verlängert nur künstlich den Einbruch.

    Angst vor der Zukunft habe ich trotzdem keine.
    Es ist nämlich tatsächlich besser zumindest soviel als Rentner zu bekommen, dass man nicht verhungert und ein Dach über dem Kopf hat.

    Wirklich fair ist es nicht aber es entspinnt eben schon unserem Solidaritäts Gedanken wie er bisher War.

    LG

    • Rente auf Hartz4 Niveau für viele oder die meisten, kann doch keine ernsthaft erstrebenswerte Lösung sein. Gerade Frauen sind durch Altersarmut besonders bedroht. Erst arbeiten sie ihr Leben lang in Berufen, die schlecht bezahlt werden um dann im Alter am Rand ihrer Existenz herumzukrebsen.

      Durch die drastischen Kürzungen u.a. bei der Rente, sind in Griechenland die Selbstmordraten alter Menschen dramatisch gestiegen.

      Das ist natürlich zynisch aber auch eine Lösung. Die Menschen bringen sich einfach um und lösen somit das Rentenproblem.

      • Hallo

        Für Dich und mich ist es sicherlich nicht erstrebenswert.

        Aber wir entscheiden das ja auch nicht.

        Als Politiker würde ich das evtl schon anders sehen.
        Bevor alles ganz zusammenbricht, lieber alle wenig als viele gar nichts.

        LG

Ich bin Jahrgang 1954 - und habe NOCH NIE einen Mann als Versorgung angesehen - dümmer geht's nämlich nimmer, wie ich dann an einigen Klassenkameradinnen miterlebt habe, die sich jahrelang auf dem Gehalt des Gatten ausruhten - bis dieser entschwand und sie mit Anfang 50 noch auf Jobsuche gehen durften, deren Rente möchte ich nicht haben.

Ja, auch ich habe von Anfang an, obwohl schon ab 1974 im Öffentlichen Dienst beschäftigt, in eine Lebensversicherung einbezahlt, die ich am 60. Geburtstag ausbezahlt bekam. Kein Vermögen, aber ein nettes Pölsterchen für Reisen, evtl. ein kleines Auto, falls meiner hinüber ist. Mit 55 Altersteilzeit unterschrieben und mit 60 nach Hause gegangen. Und nein, ich war keine Beamtin.
Ich habe mein ganzes Leben Vollzeit gearbeitet, trotz zweier Kinder - es war wirklich nicht immer schön und viele Jahre mords stressig - aber heute bin ich froh darum.

Wieso sollen Deine Eltern sterben "müssen", damit DU über die Runden kommst? Du bist doch für Dein Leben und Deine Vorsorge vollkommen alleine verantwortlich! Da sträuben sich mir alle Haare bei so einem Satz. Dein Beruf hatte branchenbedingt "Brüche"? Dann hättest Du eben irgendwann mal was anderes lernen können. Spätestens nach dem zweiten "Bruch". Ich habe auch etliche verschiedene Sparten lernen müssen - konnte mich auch nicht auf dem in der Jugend Gelernten ausruhen.

Du kannst weiter "den anderen" die Schuld zuschieben, dass Du mal wenig Rente kriegst - oder auf politische Wunder o.ä. hoffen - aber dann sehe ich Dich wirklich in 25 Jahren an der Grundsicherung herumkrebsen, falls es die da überhaupt noch gibt.
Bis dahin hast Du allerdings noch immer die Chance, den Hintern hochzunehmen, schauen, wo Deine Stärken liegen und Du mit ARBEIT Geld verdienen kannst und 25 Jahre in eine gute Geldanlage einzahlen - natürlich seriös beraten lassen. Meine Kinder zahlen bereits seit ihrem Eintritt in ihr Berufsleben in eigene Altersvorsorge ein - die warten nicht auf meinen Tod - wäre eh für die Katz, denn ich werde nicht viel hinterlassen - ich hab für MICH gespart, nicht für andere.
LG Moni

  • Ich schiebe niemanden die Schuld zu. Und was auch immer du aus meinem Beitrag herausgelesen hast, dein Text verrät mir, du hast mich nicht verstanden.

    Ironischerweise kommt dann so ein Vortrag noch von jemandem, der im öffentlichen Dienst beschäftigt war und sich eine Frühverrentung leisten konnte.

    Nichts für ungut aber deine Schwarz-Weiss-Logik ist nichts für mich.

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