Muslimische Frauen bestärken zur Selbstbestimmung?

    • (1) 25.05.16 - 20:14

      Hallo

      mit Verwandten (keiner davon rechtsradikal) habe ich neulich gestritten welche Ausmaße das in Deutschland mit dem muslimischen Glauben annehmen wird, durch Flüchtlinge die hier bleiben oder Muslime die schon hier sind.

      Selbst habe ich vor der Zukunft damit keine Angst. Mir tun die meiner Meinung nach oftmals unterdrückten Frauen in diesem Glauben Leid. - Muss klar anmerken, das ich weiß, das nicht alle Frauen unterdrückt sind und in meinem Thread gehts nur um die Frauen und Mädchen wo es zutrifft.

      Nun meine gewagte These: Würde sich was verändern, wenn der Deutsche Staat diese Frauen in verschiedenen Richtungen bestärkt? Meine Ideen zb.

      - Kopftuchverbot für "Kinder" unter 18 Jahre.

      - Jeder Mensch der Bleiberecht in Deutschland gewährt bekommt MUSS deutsch können (zumindest die tägliche Konversation) - ich denke da an viele Frauen von denen die Männer deutsch sprechen, die Frauen aber noch nicht mal alleine zum Arzt gehen können, weil sie unsere Sprache nicht beherrschen
      - die Menschenrechte müssen ganz strickt eingehalten werden (Ehrenmorde oder sowas sehr stark bestraft werden)

      - mehr ausserstaatliche Hilfe und Anlaufstellen für Frauen mit Migrationshintergrund

      bestimmt fällt einem bei längerem nachenken noch mehr dazu ein.

      Was denkt ihr? Oder auch mal ganz allgemein: Wie kann das zusammenleben gut klappen?

      LG

      Jenny

      Hallo,

      hm...also als Frau muslimischen Glaubens kommt mir da spontan der Gedanke 'Nein Danke, wir wollen nicht befreit werden'
      Natürlich weiß ich, dass es unter Muslimen auch Missstände gibt. Genauso wie bei allen Menschen, egal mit welchem kulturellen oder religiösen Hintergrund.
      Ich persönlich kenne sehr sehr viele muslimische Frauen mit und ohne Kopftuch, einige mit Vollverschleierung, und keine wird gezwungen zu irgendwas oder von ihrem Mann oder Familie in eine islamische Richtung unter Druck gesetzt!

      Meiner Meinung nach solltet "Ihr" erstmal bei "euch" selbst anfangen...ich muss hier nur kurz im Partnerschaftsforum quer lesen oder einmal Sendungen wie Germanys Next Topmodel oder Shopping Queen schauen um eine Idee von der Selbstbestimmung der nichtmuslimischen Frau zu bekommen.....Also bitte...

      Dann mag ich es nicht, dass immer über "die muslimischen Frauen" gesprochen wird, anstatt mit ihnen. Vieviele Muslimas hast du denn schon persönlich angesprochen, ob sie irgendwie Bestärkung oder Hilfe braucht?

      Wenn doch die muslimischen Frauen so unterdrückt und arm dran sind, warum sind wir es dann, die ständig die hassvollen, verächtlichen oder ängstlichen Blicke oder Kommentare aushalten müssen? Warum werde ich auf der Straße einfachso beleidigt? Warum wurde mir noch nicht einmal Hilfe angeboten, wenn man sich doch so um mich sorgt, anstatt immer nur blöd zu starren?

      Wie kann man muslimischen Frauen helfen? Einfach ganz normal mit Respekt behandeln, so wie man selbst auch behandelt werden möchte. Dann klappt auch das Zusammenleben.

      • Dafür mal 10 Däumchen hoch von mir! (Die ich jetzt mit meinem Handy nur nich zeigen kann leider)

        Hallo

        das tue ich! Ich respektiere sie und ihre Meinungen.

        Deshalb wäre mir auch wichtig, das muslimische Mädchen sich erst mit 18 und nicht nach der ersten Periode für das Kopftuch entscheiden "müssen". Denke wenn ein Mädchen 18 Jahre ohne herum laufen konnte ist die Entscheidung dafür freier als wenn sie mit ca. 13 Jahren in diese Lage gedrängt werden.

        Im Moment habe ich keinen Kontakt zu diesen Muslimen, an die ich denke. Wir haben Flüchtlinge mit Kopftuch in der Stadt. Die Männer behandeln die deutschen Frauen mit Respekt und freundlich. Die Frauen dieser Männer haben Kopftuch auf, gehen geschlossen nicht zu Deutschkursen und die Mädchen tragen ab einem gewissen Alter auch Kopftuch.

        In der Diskussion mit meinen Verwandten habe ich auch klar gestellt: Ich bin katholisch, trage ein Kreuz an der Kette. Das ist mir ja auch frei erlaubt, also sollte es den Frauen die sich wegen ihrem Glauben verschleiern nicht verboten sein.

        Als ich in die 8te Klasse kam musste eine Türkin diese Klasse wiederholen. Sie wollte sich an uns "deutsche" Mädels anpassen. Ging auch weg etc. Nach den nächsten Ferien kam sie nicht wieder in die Schule. Erst ein paar Jahre später, als ihre Eltern der Scheidung zustimmten reisste sie wieder in Deutschland ein und lebte noch einige Monate bis sie volljährig war bei ihren Eltern. Glaub mir, das war eine sehr krasse Erfahrung für mich. Sie war nur 1,5 Jahre älter als. Selbst war ich nicht mit ihr so richtig befreundet, aber meine Beste Freundin und über die bekam ich davon einiges mit. Also sag mir nicht, das alle mit diesem Glauben auch so leben wollen! Wenn die jungen Mädchen jetzt mit ihren Eltern nach Deutschland kommen und sehen, wie unsere Kinder aufwachsen wird sich da GANZ sicher was tun. Egal ob mit oder ohne Hilfe.

        LG
        Jenny

        • Ich sage nicht, dass es in keiner muslimischen Familie Druck gibt!
          Leider kennen viele , die sich dem Islam zuschreiben und ihre Handlungen islamisch begründen, ihre Religion anscgeinend nicht und wissen nicht, dass Zwangsverheiratung, Misshandlung usw im Islam verboten sind.

          Wir wissen doch gar nicht, warum die Frauen, über die du schreibst, nicht zum Deutschkurs gehen. Das kann doch verschiedene Gründe haben, die nichts mit dem Muslimsein zu tun haben. Vielleicht gibt es keine Kinderbetreuung, vielleicht wissen sie nichts vom Kurs, vielleicht trauen sie sich aus was für Gründen auch immer nicht? Keine Ahnung....

          Ich finde es einfach anmaßend, "die muslimische Frau" befreien zu wollen....Stell dir vor, was wäre, wenn Muslime eine Kampagne zur Rettung der christlichen Frauen starten....
          Und das Kopftuch für bestimmte Altersgruppen zu verbieten steht einer Selbstbestimmung ja nun auch entgegen.

          • "Stell dir vor, was wäre, wenn Muslime eine Kampagne zur Rettung der christlichen Frauen starten..."

            Tja, das hängt wohl davon ab, wie die "Rettung" aussehen soll....

            Ich fände es beispielsweise sehr erfreulich, wenn sich auch Muslime aktiv und öffentlich dafür einsetzen, dass auch christliche Frauen für gleiche Arbeit natürlich auch gleichen Lohn bekommen sollen. Fände ich überhaupt nicht anmassend.

            Oder wenn sich auch Muslime klar gegen sexistische Werbung aussprechen, wie z.Bsp. Putzmittelwerbung, die suggeriert, dass Haushalt angeblich Sache der christlichen Frau sein soll.
            Fänd ich auch gut und nicht anmassend.

            Ich fände es sogar gut, wenn sich Muslime offen dafür aussprechen, dass die katholische Kirche endlich mit der Diskriminierung der Frau aufhören soll und auch Frauen Priesterinnen werden können. Als engagierte und überzeugte Katholikin würde ich dazu sagen: "Danke für eure Unterstützung! Je mehr Menschen es aussprechen, desto besser!"

            Wenn sich Muslime stark machen für den Feminismus und für die Emanzipation der christlichen Frau....fänd ich das toll.

            Nicht so gut fände ich es, wenn die "Rettung der christlichen Frau" darin besteht, dass sie sich verhüllen soll, um beispielsweise nicht sexuell belästigt zu werden. Aber das würde glücklicherweise keiner fordern. Wär ja auch Quatsch.

            • Gibt es doch! Es gibt einige bekennende Muslimas, die sich für Frauenrechte allgemein einsetzen und sich selbst als feministische Muslimas bezeichnen.
              Ich finde nicht, dass man sich explizit für die Rechte von Anhängerinnen einer bestimmten Religion einsetzen sollte. Ich finde Frauen gehören überall bestärkt!

              Ja und von den "Frauenbefreierinnen" wird oft genug impliziert, dass es zu einem selbstbestimmten Leben gehöre, das Kopftuch abzusetzen. Was wäre dann umgekehrt, wenn die Muslime in Deutschland ständig öffentlich kundtun würden, dass es besser wäre, alle Frauen würden sich bedecken. Warum will die TE ein Kopftuchverbot für unter 18 jährige? Damit die Mädchen sich nicht erst daran gewöhnen? Warum denn?
              Das Hijab ist doch nichts schlechtes! Aber so wird es oft genug dargestellt. Man toleriert es gerade so, aber eigentlich wäre es besser, niemand wäre als Muslima oder Muslim zu erkennen. Das gilt ja auch für Männer. Wie oft liest oder hört man abfällige Äußerungen über die "salafistischen Fusselbärte" oder dergleichen.
              Der Islam ist ja nichts wofür man sich schämen muss, was man in der Öffentlichkeit gar nicht erkennen sollte oder wovon Frauen befreit werden müssen. Ich mag meine Religion und mein Hijab und mag das nicht immer schlecht geredet haben. Genauso, wie ich nicht die Lebensweise anderer schlechtrede oder Frauen davon befreien will.

              • "Gibt es doch!"

                Wenns das schon alles gibt, wieso dann dieser Satz : "Stell dir vor, was wäre, wenn Muslime eine Kampagne zur Rettung der christlichen Frauen starten...."

                Was genau soll man sich denn deiner Meinung nach vorstellen was dann ist? Die heutige Realität?

                Na gut. Muss ich nicht verstehen.

                Wie auch immer....

                Die TE hat eingangs klar und deutlich festgestellt, dass es ihr nicht um alle Muslimas geht. Sondern nur um die unterdrückten Frauen im muslimischen Glauben.

                Zitat: "Muss klar anmerken, das ich weiß, das nicht alle Frauen unterdrückt sind und in meinem Thread gehts nur um die Frauen und Mädchen wo es zutrifft."

                Von "Befreien" oder "Retten" hat sie übrigens auch nie gesprochen, das kam nur von dir. Sie sprach von "Bestärken" und "Hilfe"

                Ich weiss jetzt ehrlich nicht, was so furchtbar sein soll, Frauen, die tatsächlich unterdrückt werden, zu bestärken und ihnen Hilfe anzubieten.

                Die TE hat dann ihre Ideen, wie man tatsächlich(!) unterdrückten(!) Frauen(!) im muslimischen Glauben helfen könnte zur Diskussion gestellt. Ich finde nicht alle ihre Ideen gut, aber ich finde es gut, wenn man sich Gedanken macht, wie man tatsächlich(!) unterdrückten(!) Frauen(!) helfen kann.

                Und ja, diese Gedanken darf man sich auch mal ganz spezifisch machen....man darf mal ganz spezifisch diskutieren, wie man am besten tatsächlich(!) unterdrückten(!) Frauen(!) im muslimischen Glauben helfen könnte. Ohne daraus eine Grundsatzdiskussion über Frauenrechte im Allgemeinen führen zu müssen. Wo kommen wir denn hin, wenn wir stets im Allgemeinen bleiben müssten? Genau. Nirgends nämlich.

                Und dein "Nein Danke, wir wollen nicht befreit werden" finde ich ganz unsäglich. Denn entweder du meinst damit dich und deine Handvoll Freundinnen......dann hat das mit dem Thema nichts zu tun.

                Oder du meinst damit die muslimischen Frauen im Allgemeinen (so klingt das nämlich) dann....ganz ehrlich.....ist das für tatsächlich(!) unterdrückte(!) Frauen(!) ein übler Schlag ins Gesicht. Der blanke Hohn.

                • Tatsächlich unterdrückte Frauen sollen Hilfe bekommen. Nur was hat das mit der Religion zu tun?

                  Schon die Überschrift der Diskussion zeigt, dass es der TE um muslimische Frauen geht. Dann schreibt sie ja auch von einem möglichen Kopftuchverbot für ein bestimmtes Alter. In einer anderen Antwort freut sie sich, dass sich für die Kinder der Flüchtlinge durch das Zusammenleben mit Nichtmuslimen etwas ändern wird. Worum geht es hier also? Um Frauenrechte allgemein? Warum dann das Erwähnen der Religion? Oder doch mal wieder um Kritik am Islam, versteckt in der Sorge um muslimische Frauen?

                  "Wenns das schon alles gibt, wieso dann dieser Satz"
                  Na weil es in dieser Diskussion eben nicht um die Bestärkung von Frauen allgemein durch Menschen allgemein geht, sondern um die Bestärkung (was auch immer die TE sich darunter vorstellt) muslimischer Frauen durch Nichtmuslime oder den Staat oder wenauchimmer!

                  Aber eigentlich denke ich, dass du mich absichtlich missverstehst.
                  Egal.

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