Furcht vor einem weiteren Flüchtlingsstrom

    • (1) 09.08.16 - 13:47

      http://www.welt.de/wirtschaft/article157572494/Die-grosse-Furcht-vor-dem-zweiten-Fluechtlingsstrom.html

      Was denkt ihr darüber?

      Es waren die Topmanager und Ökonomen, es war Deutschlands Wirtschaftselite, die am meisten Zuversicht verbreitete. Ihr machte der Flüchtlingsstrom, der auf das Land zufloss, keine Angst. Im Gegenteil: Die Menschen, die hier Schutz suchten, könnten die ganz großen Probleme der Bundesrepublik lösen – so die Idee.

      Sie würden die dringend notwendigen Arbeitskräfte sein, die das deutsche Wirtschaftswunder auch in den kommenden Jahren aufrechterhalten. Außerdem könnten die meist sehr jungen Asylbwerber eine Antwort auf die demografische Krise sein, die unserem Land ansonsten droht.

      Offenbar wurden die Entscheider jetzt von der Realität eingeholt. Denn die Aussicht, dass der Flüchtlingsdeal mit der Türkei platzt und auf die Bundesrepublik ein neuer Ansturm von Asylbewerbern wartet, schreckt sie geradezu auf. Das zumindest zeigt eine Umfrage unter den Mitgliedern des Leaders Parliament, die von Roland Berger und der "Welt" durchgeführt wurde.

      Ein neuer Flüchtlingsstrom überfordert das Land

      Deutliche 75 Prozent der Befragten in den Chefetagen sind der Meinung, dass ein neuer Flüchtlingsstrom auf dem Niveau des Vorjahres das Land ökonomisch überfordert. Die Umfrage, an der regelmäßig Führungskräfte der ersten und zweiten Managementebene teilnehmen, offenbart auch die Gründe für den abhandengekommenen Optimismus.
      Rund 75 der Manager haben Zweifel an der Integration der Flüchtlinge
      Foto: Infografik Die Welt Rund 75 der Manager haben Zweifel an der Integration der Flüchtlinge

      Die Entscheider mussten in den vergangenen Monaten erkennen, dass die Mehrzahl der Flüchtlinge keine kurz- und mittelfristige Hilfe für den deutschen Arbeitsmarkt bedeuten. "Die Schwierigkeiten mit den Hilfesuchenden des ersten Zustroms sind offensichtlich", sagt auch Axel Plünnecke, der beim Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln den Bereich Bildung, Zuwanderung und Innovation leitet.

      Aktuell zeige sich, dass unter den erfolgreichen in der Arbeitswelt integrierten Flüchtlingen rund die Hälfte in Helfertätigkeiten beschäftigt ist. Das in den letzten Jahren zu beobachtende Wachstum in diesem Arbeitsmarktsegment sei seiner Meinung nach jedoch begrenzt, sodass der Übergang einer nächsten größeren Anzahl an Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt eine viel größere Herausforderung wäre. "Die Integration dieser Gruppe dürfte sich deutlich schwieriger gestalten", fasst Plünnecke zusammen.

      Flüchtlinge für Facharbeiterstellen oft ungeeignet

      Der Ökonom beschreibt einen Lernprozess, den Deutschland zuletzt erfahren habe. Die große Zahl der bereits angekommenen Flüchtlinge sei schon jetzt eine große Herausforderung für die Bildungsintegration und die anschließende Integration in den Arbeitsmarkt. "Diese ist mit langem Atem zu schaffen. Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass es rund fünf Jahre dauert, bis etwa die Hälfte der Flüchtlinge am Arbeitsmarkt Fuß fasst. Dies dürfte auch bei den heute hier lebenden Flüchtlingen gelingen."
      Welche Bildung Flüchtlinge mitbringen
      Foto: Infografik Die Welt Welche Bildung Flüchtlinge mitbringen

      Das Problem ist, dass langfristig die Fachkräfteengpässe vor allem in Facharbeiterberufen steigen werden. Bisherige Erkenntnisse zu den Qualifikationen und Sprachkenntnissen der Flüchtlinge zeigen, dass Sprachförderung und Berufsvorbereitung lange dauern. "Viele Flüchtlinge aber müssen aufgrund vieler Brüche im Lebenslauf und finanzieller Engpässe schnell Geld verdienen", sagt Integrationsökonom Plünnecke. Denn langen Weg zur sinnvollen Ausbildung würden deshalb viele von ihnen nicht zu Ende gehen.

      • Ich denke, dass die Politik dringend gute (!) Pläne entwickeln muss, wie wir die Menschen, die zu uns kommen, integrieren können.

        Ich habe im vergangenen Jahr vieles mitbekommen, das mich gestört hat. Ich habe Mitarbeiter in Flüchtlingsunterkünften gesehen, die eine ziemliche Beamtenmentalität an den Tag gelegt haben, nach dem Motto: "Ich krieg mein Geld auch, wenn ich Dienst nach Vorschrift mache." Wo ich mich als Ehrenamtlerin als lästig wahrgenommen fühlte, wenn ich um eine Durchsage für eine bestimmte Aktion bat oder um eine Genehmigung für x, y, z.

        Natürlich nicht NUR, aber der Fisch stank leider vom Kopf her, weshalb die engagierten Mitarbeiter auch immer "müder" wurden.

        Ich habe mehrfach Flüchtlinge erlebt, die total kapiert hatten, dass sie zur Integration beitragen müssen. Die ihre Landsleute hätten mitnehmen können und wollen. Alle sind sie inzwischen in irgendwelchen Kommunen geparkt und ohne Beschäftigung auf Transferleistungen angewiesen. Teilweise leben sie noch in Zelten, während hier wo ich wohne massenhaft Wohnungen leerstehen und wir einige Leute gerne für Integrationsarbeit hier gehalten hätten.

        Sowas darf einfach nicht sein. Da muss sich dringend etwas ändern. Und da ist die Politik gefragt.

        "Integration klappt nur, wenn beide Seiten zusammenarbeiten" - ja, das sehe ich auch so. Aber die Vorreiter unter den Ankömmlingen, die ICH kennengelernt habe, wurden allesamt ausgebremst. Deshalb halte ich die Darstellung "Die Menschen, die zu uns kommen, sind nicht gut genug integrierbar" nur für die Hälfte der Wahrheit.

        LG

      • (6) 10.08.16 - 09:48

        >>Ich denke, dass die Politik dringend gute (!) Pläne entwickeln muss, wie wir die Menschen, die zu uns kommen, integrieren können.<<

        Hallo,

        das sehe ich ganz genau so, jedoch müssen auch Maßnahmen her, die die Jenigen, die nicht integriert werden wollen, nicht auf Kosten der Bevölkerung hier leben lassen.
        Die Menschen müssen begreifen, daß das Geld hier verdient werden muss, wenn ich mir allerdings so manchen ALG 2-Empfänger hier anschaue, kann man pauschal nicht sagen, das ziehen wir bei den Flüchtlingen durch #kratz
        Allerdings darf es sich auch nicht so lange hinziehen, daß so Jemand hier arbeiten darf.
        Weiter darf nicht mehr wahllos aufgenommen werden, die Menschen müssen besser überprüft werden im Bezug auf Terrorismus bspw.
        Das ist so natürlich nicht 100%-ig umsetzbar #schwitz

        Jedoch muss da wirklich mehr gemacht werden, wie auch immer.
        In dem Zuge sind wir kaum bereit für noch mehr Flüchtlinge, da es jetzt noch viel zu viele Unklarheiten gibt, wie die Integration wirklich erfolgreich stattfinden kann und was passiert, wenn die Integration nicht gewollt oder gar machbar ist #schwitz
        Schwierig alles...

        LG

        • (7) 10.08.16 - 10:31

          Ich frage mich wirklich oft, woran es denn so hakt. Ob die Situation insgesamt zu schwierig ist oder ob "nur" an der richtigen Stelle der politische Wille bzw. das Interesse fehlt.

          Mal ein Beispiel, das auch verdeutlicht, was ich in meinem ersten Post mit "Beamtenmentalität" meinte: Ich habe gestern Abend (!) eine Mail im Postfach gehabt, dass morgen (!) um 10 Uhr (!) eine Infoveranstaltung für Ehrenamtler stattfindet, die auch zum Ziel hat, dass sich Ehrenamtler verschiedener Einrichtungen miteinander vernetzen.

          Das sind so Dinge, wo ich mir denke: Hallo?!

          Erstens ist Urlaubszeit.
          Zweitens muss derjenige, der nicht im Urlaub ist, i. d. R. donnerstags morgens um 10 arbeiten.
          Und drittens habe selbst ich, obwohl ich zufällig schon wieder aus dem Urlaub zurück bin UND auch noch Ferien habe, morgen früh um 10 bereits einen Termin mit Handwerkern, den ich nicht verschieben kann und möchte.

          Wie viele Ehrenamtler sollen da also kommen, um sich "miteinander zu vernetzen"?! #klatsch

          Und hier frage ich (mal wieder): Was ist denn das für eine Organisation?! Ich kündige als Lehrerin die Elternabende doch auch nicht 2 Tage vorher an und halte sie an einem Wochentag morgens um 10 ab! #klatsch

          Sowas meinte ich, das passiert da laufend. Und das ist nun wirklich nicht "Angela Merkel schuld" und ich weiß auch nicht, wie irgendwelche politische Regelungen solch einen Schwachsinn verhindern sollen.

          Es gibt ganz sicherlich Einrichtungen, an denen organisatorisches viel besser läuft. Und bei uns klappt auch vieles gut, ich will gar nicht alles schlechtreden. Wir hatten zum Beispiel noch nie irgendwelche großen Polizeieinsätze oder andere nennenswerte Schwierigkeiten, wie man es aus anderen Städten hört. Und das liegt sicher auch an den Mitarbeitern, wir haben ja nicht "rein zufällig" (fast) nur vernünftige Bewohner. Die Sozialarbeiter scheinen ihren Job also gut zu machen.

          Aber dass es an den Einrichtungen INSGESAMT gut läuft, das muss eben die Regel werden.

          LG

          • evtl. herrscht die Meinung vor, dass Ehrenamtler nur Menschen sein können, die nicht arbeiten gehen. Da nur solche Menschen (echte) Zeit für ein Ehrenamt haben. können ;-)

            • Dann wissen sie sehr wenig über ihre Ehrenamtler.

              Auch nicht grad besser. #rofl

              Bei uns sind es tatsächlich viele Rentner. Wobei wir ehrenamtliche hauptsächlich für die zugewiesenen brauchen.
              Berufstätige kaum. Termine beim Arzt oder auf dem Amt sind eben in der Arbeitszeit. Auch Unterricht findet unter der Woche vormittags statt.
              Und auch mit kleinen Kindern ist es nicht einfach. Wenn ich bspw. mit kleinem krabbelkind deutsch geben würde, wäre das nicht sehr erfolgreich.
              Bei uns sind aber viele pensionierte Lehrer, die sich engagieren.

          (11) 10.08.16 - 11:24

          >>Sowas meinte ich, das passiert da laufend. Und das ist nun wirklich nicht "Angela Merkel schuld" <<
          Das liegt ja nun auf der Hand #rofl

          Allerdings hier im Bau bspw. zur Zeit auch weit verbreitet, werden oft die Bauberatungstermine einen Tag vorher am Nachmittag versandt, das ist nunmal Deutschland und geht mir genau so auf die Nerven, wie Dir ;-)
          Deutschland und seine Bürokratie, die dann aber auch genauestens aus dem Ruder laufen kann, wie man recht oft erkennen kann.
          Und so merkt man doch aber noch mehr, daß noch mehr ankommende Menschen noch mehr Chaos verursachen werden, richtig?

Top Diskussionen anzeigen