Was haben Frauke Petry und Alice Schwarzer gemeinsam?

    • (1) 23.08.16 - 08:42

      Zur Zeit wird ja vor allem bei den Rechten wieder heftigst ein Burkaverbot gefordert bzw. ein Verbot zur Verschleierung des Gesichts. Aber auch aus feministischen Kreisen hört man seit Jahren, die Verschleierung von Frauen in Deutschland zu verbieten. Allerdings bei denen nicht aus dubiosen völkisch-kulturellen Begründungen heraus sondern weil Verschleierung ein Symbol der Unterdrückung sei. Gleichzeitig wollten Feministinnen wie Schwarzer aber auch den Minirock seinerzeit verbieten lassen, also zu viel Freiheit für Frauen war dann auch nicht in deren Sinn.

      Ich weiß nicht wie es anderen geht aber ich finde diese ganze Diskussion um ein Stück Stoff vor dem Gesicht lächerlich. Ich finde allerdings den Vorschlag, der jetzt auf der Innenministerkonferenz getroffen wurde, gut, Vollverschleierung überall dort zu untersagen, wo die Identität durch das Zeigen des Gesichts wichtig ist, z.B. in öffentlichen Gebäuden, Behörden usw..

      Aber im Grunde macht das die CDU jetzt nur weil sie sich von den Rechten getrieben fühlen. Ich habe erst einmal, das war in München vor einigen Jahren Nikabträgerinnen gesehen. Das waren aber wohl Touristinnen aus dem arabischen Raum. Was ich sagen will ist, dass nach meiner Meinung gar kein Verschleierungsproblem existiert und die Rechten nur wieder ein Thema finden wollen, um pauschal den Islam anzugreifen.

      Wie seht ihr das? Macht ein Verschleierungsverbot überhaupt Sinn? Hat es z.B. in Frankreich, wo es das seit längerem gibt, etwas gebracht?

      Um nicht falsch verstanden zu werden, ich halte von Verschleierung gar nichts und finde es auch rein optisch furchtbar für mich als Betrachter. Aber nicht alles was ich falsch finde, muss ja gleich verboten werden.

      Grüsse
      n-t-f

      • Ich finde die Diskussion um ein evtl. Burkaverbot ziemlich überflüssig. In den meisten Berufen mit Kundenkontakt gibt es eine gewisse Kleiderordnung, so wird es kein Abteilungsleiter einer Zulassungstelle dulden, dass ein Mitarbeiter eine Ganzgesichtstätowierung trägt oder die Mitarbeiterin im Joggingdress am Schalter steht. Genauso fände ich es befremdlich, wenn die Arzthelferin, der ich mein Prostataleiden schildere, eine Burka tragen würde.

        Außerdem halte ich diese Diskussion für völlig überflüssig, weil sie überhaupt nicht relevant ist. Ich habe in meinem Leben, soweit ich mich erinnern kann, nur ein einziges Mal eine Frau mit Burka gesehen, obwohl es derzeit ja nicht verboten ist. Wenn Frauen sich überhaupt verschleiern, dann mit einer Niqab damit zumindest die Augen frei sind. Man sollte keine Diskussion um Dinge entfachen, die nicht relevant sind, das heizt unnötigerweise Emotion auf.

        Einzig sinnvoll halte ich ein Burka- oder auch Niqab-verbot im Unterricht. Ein Sprachunterricht mit verschleiertem Mund halte ich für schwierig und für Spickzettel bietet eine Burka sicherlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten als ein unbedecktes Haupt.

        • "Ein Sprachunterricht mit verschleiertem Mund halte ich für schwierig und für Spickzettel bietet eine Burka sicherlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten als ein unbedecktes Haupt. "

          Vor allem im Zusammenhang mit dem neuen Trend der VR-Brillen! :-)

      Ich halte die Diskussion ebenfalls für komplett überflüssig in Deutschland weil es so gut wie keine Burkaträgerinnen in Deutschland gibt.

      Was mich am meisten daran stört ist, dass erneut MÄNNER darüber diskutieren, was FRAUEN tragen dürfen oder nicht. In den 70ern gab es schon mal die Diskussion, wie viel nackte Haut dürfen Frauen zeigen bei ihrer Bekleidung.

      Das ist grauenvoll. Ich trage als Frau, dass, was ich WILL.

      • Sorry, dass ich mich als Schwanzträger n die Diskussion eingemischt habe #hicks

        ... aber Verschleierung ist, wenn man schon darüber diskutiert, kein geschlechtsspezifisches, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem. Es geht beim Verhüllungsverbot, genau wie beim Vermummungsverbot, nicht um Unterdrückung oder Akzeptanz, sondern um Identifikationsmöglichkeiten von Personen z.B. bei der Videoüberwachung.

          • Die Verschleierung per se hat natürlich andere Aspekte, aber in der laufenden Diskussion geht's im Lichte der jüngsten Anschläge ausschließlich um Sicherheit. Mag sein, dass der ein oder andere in die Diskussion auch andere Aspekte reinpacken möchte, aber in unserer pluralistischen Gesellschaft wird doch so ziemlich jeder Kleidungsstil allgemein aktzeptiert.

            • Gerade den Sicherheitsaspekt halte ich für komplett vorgeschoben. Waffen und Bomben kann ich wesentlich unauffälliger unter einem Mantel transportieren. Gerade weil Komplettverschleierung so selten in Deutschland ist, fällt man damit so sehr auf wie ein Jeck im Clownskostüm außerhalb der tollen Tage.

              Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass einer der jüngsten Attentäter in eine Burka, eine Niqab oder einen Tschador verhüllt waren.

        (9) 24.08.16 - 07:55

        Naja, wenn jemand ne Bank überfällt, hält er sich jetzt nicht unbedingt an ein Verhüllungsverbot #schwitz

Wer kennt eigentlich die Frau in schwarz aus Remscheid?

Ab und an auch mit einer Sense unterwegs

Die Frage muss doch lauten: Muss man alles verbieten, was man nicht gut findet?

Jedenfalls habe ich noch von niemandem, weder von den altruistischen Frauenbefreiern noch von den "Bewahrern" unser abendländischen Kultur, ein schlüssiges Argument gehört, dass für ein generelles Verbot spricht.

Wegen ein paar orientalischen Touristinnen und einigen Konvertitinnen, die ein wenig provozieren wollen, eine solche Diskussion zu führen, ist komplett lächerlich.

>>Ich weiß nicht wie es anderen geht aber ich finde diese ganze Diskussion um ein Stück Stoff vor dem Gesicht lächerlich.<<
So sehe ich das auch, hier sollen Menschen gezwungen werden, etwas zu tragen, bzw. nicht mehr zu tragen und mal ehrlich, wie viele Deutsche möchte man bspw. in Hotpants einfach nicht sehen oder sie sich mit einem Schleier vor dem Gesicht vorstellen #schein
Duck und weg...

Dieser Kommentar fasst sehr gut zusammen, worum es bei dem Thema Burka eigentlich geht. Es ist nicht mehr aber auch nicht weniger der Aufstand der ewig Beleidigten.

http://www.zeit.de/kultur/2016-08/burkaverbot-minderheiten-deutschland-abgrenzung-kiyaks-deutschstunde

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