Wir schaffen es nicht! Flüchtlingshelferin hält es nicht mehr aus!

    • (1) 12.09.16 - 20:47

      Hallo!

      Hier etwas Lesestoff! Eine Flüchtlingshelferin hat ein Buch geschrieben. Da es immer so schön heißt, die Menschen die sagen wir schaffen es nicht, wissen nicht wovon sie sprechen. Die muss es wissen.

      Hier ein Bericht dazu!

      https://www.welt.de/politik/deutschland/article158058926/Diese-Fluechtlingshelferin-haelt-es-nicht-mehr-aus.html

      FG
      Antipasti

      Der eine stellt das Negative in den Vordergrund, der nächste das positive.

      Es ist doch müßig, daraus immer allgemeine Wahrheiten - natürlich die, die der eigenen Meinung entsprechen, abzuleiten.

      Manche Flüchtlinge sind unverschämt, manche Sozialarbeiter ihrem Beruf nicht gewachsen, manche Araber können sich nicht an gleichberechtigte Frauen gewöhnen, manche hingegen sind super klug und fleißig und aufgeschlossen. Manche Sozialarbeiter sind Schnarchnasen, manche Paten haben den für sie falschen Flüchtling abbekommen.

      Persönliche Erahrungen sind das, was sie sind, kein Politikum.

      Ob Frau Merkel nun sagt, dass wir das schaffen oder nicht schaffen oder in China fällt ein Sack Reis um. Die Flüchtlinge werden weiter kommen, ob uns das passt oder nicht. Solange es so viel Krieg gibt, die wirtschaftlichen Unterschiede so groß sind und demnächst auch wegen Klimawandel.
      Von diesen Problemen anderer haben wir Europäer mit profitiert.

      Bis sich die Welt hoffentlich verbessert hat, können wir als Einzelbürger das tun, was wir zum Gelingen eben beitragen können - oder verzweifelt und meckernd mit unserem Schicksal hadern oder schreiend auf der Straße rumlaufen. Jeder so, wie er meint, dass es gut ist.

      LG
      Nele

      Hallo,

      bei uns wurden die Flüchtlinge dank Initativen, Willkommenskultur und Ehrenamtlichen stark unterstützt. Allerdings haben diese Hilfen auch ihre Kehrseite: Zwar ist das Angebot an Sprachkursen groß, aber einige nehmen leider das Angebot nicht wahr. Im Ergebnis gibt es Flüchtlinge, welche seit einem Jahr hier sind, aber kaum Deutsch sprechen und verstehen.
      Die Schüler der Willkommensklassen wurden mit den notwendigen Materialien für die Schule versehen - angefangen von Schulranzen bis hin zu Bleistiften, Sportsachen usw. Einiges war gespendet worden, anderes wurde angeschafft. Leider verstehen manche Schüler bzw. Eltern nicht, daß bei Verlust oder Beschädigung sie selbst diese Sachen sich besorgen müssen. Auch ist bei einigen Nationalitäten der Umgang bzw. Respekt vor fremden Eigentum nicht klar, z.B. daß man nicht ungefragt an den Sachen anderer rangeht..
      Die Erwartungshaltung bei einigen ist entsprechend groß, weil ihnen vor Ort in vielen Belangen geholfen wurden. Aber sie müssen sich auch selbst integrieren. Irgendwann müssen die Flüchtlinge allein zu den Ämtern, allein ihre notwendigen Sachen besorgen.
      Ich habe Flüchtlinge auch unterstützt, über die VHS habe ich Schüler aus verschiedenen Ländern in der Lernförderung. Es ist schwierig Elterngespräche zu führen, weil die Eltern kaum Deutsch sprechen, aber die Kinder übersetzen sollen. Eigentlich müssten wir die Eltern erstmal einschulen.
      Nun ja, es kommt auf beiden Seiten die Ernüchterung: Wir als Helfer erwarten, daß die Flüchtlinge selbstständiger werden und die Sprache von sich aus aktiv lernen (gibt ja immerhin auch Apps dafür), die Flüchtlinge erwarten aber in vielen Belangen noch Hilfe.
      Allerdings fällt mir schon auf, daß es kaum Zwischentöne bei den Meinungen zum Thema Flüchtlinge gibt. Sagt man es Kritisches dazu, ist man rechts, sagt man etwas Gutes dazu, ist man ein Gutmensch. Nun, ich kann sagen, daß einiges bei der Flüchtlingspolitik falsch gelaufen ist, daß unter den Flüchtlingen es auch Menschen gibt, die keinen Asylgrund haben, aber irgendwie welche finden oder woanders in Deutschland unter neuem Namen auftauchen. Ich kenne aber auch Flüchtlinge, welche gern arbeiten würden und nicht verstehen, daß sie untätig auf einen Bescheid im Heim warten müssen.
      Kurz: Es gibt solche und solche.

      LG
      Lady

    • Hallo,

      meiner Meinung hat die Autorin Recht. Denn was spricht sie denn an? Eine schlechte Flüchtlingspolitik. Das ist meiner Meinung nach einer der Hauptgründe. Wie kann es denn sein, dass nach so vielen Monat die Menschen zum Teil immer noch in Gemeinschaftsunterkünften hausen müssen? Wenn man überlegt, wieviel Zeit vergangen ist... Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Großteil der dort lebenden Menschen sich jeden Morgen den Wecker stellen, ihre kinder anziehen, in die Kita bringen, um dann zum Deutschunterricht zu eilen. Immer das Ziel vor Augen, danach einen Job oder eine Ausbildungsstelle zu finden und geregelt arbeiten zu gehen. Also sitzen sie dort und warten.
      Hinzu kommen die Lebensumstände unter denen die Menschen in ihren Heimatländern aufgewachsen sind. Ich kann mich in diesem Zusammenhang an eine Familie aus Eritrea erinnern, die bei uns auf Arbeit gestrandet sind, weil sie auf der Suche nach einem Kinderarzt waren. Oma, ihr erwachsener Sohn und der Enkel. Sie sprachen nur französisch. Es dauerte mehr als 30 Minuten, bis wir mit Händen und Füßen raus bekommen habe, wo sie hinwollten, dass dort bereits geschlossen war und wann sie wieder kommen müssen. Und dabei ging es "nur" um eine Impfung beim kinderarzt. Wenn ich an diese Familie zurück denke, dann hat meines Erachtens nur der jüngste hier eine Chance auf Integration. die beiden anderen Personen haben schon zu lange ein eigenes und vor allem anderes Leben geführt. Sie sind unter ganz anderen Voraussetzungen groß geworden mit ganz anderen Zielen aufgewachsen. Während bei uns die Laufbahn von kindern in der Regel vorgeschrieben ist, sind in eritrea 30 % der Menschen analphabeten. die Schulpflicht endet mit 13 Jahren, die Klassenstärke liegt zwischen 63 und 97 Schülern und auch nach der Schule warten nicht wie hier Ausbildung und Studium.

      Diese Menschen sind mit Armut, Unterdrückung und Gewalt aufgewachsen, mit unterschiedlichen Rollenbildern, mit völlig abweichenden Lebenszielen und einer völlig abweichenden Lebensführung als wir sie gewohnt sind und als hier nötig wären, um sich zu integrieren.
      Zu glauben, es reiche aus, 600 Stunden deutsch zu lernen um dann das innere Wesen/die innere Uhr um 180 Grad zu drehen und sich anzupassen, ist weit her geholt. Mir tun diese Menschen unendlich leid. Sie sind zum Nichtstun verdammt, zum Abwarten, zum Zuschauen. Nur den wenigsten wird es gelingen, sich unter diesen Voraussetzungen zu integrieren, im Prinzip ein vergeudetes Leben.
      Natürlich gibt es daneben auch die einen die es schaffen werden, mit Sicherheit. aber das werden eben eher die kinder sein und vielleicht hin und wieder ein junger Erwachsener mit einem besonders starken Willen. Der Großteil wird es vermutlich nicht schaffen können. Wäre es so einfach, dann würde es auch in unserer Gesellschaft nicht so viele Menschen geben, die nicht aus ihrem Milieu raus kommen. Wenn die Eltern schon immer zu hause waren und von staatlicher Unterstützung gelebt haben, dann übernehmen die kinder das meistens. Den wenigsten gelingt es, dieses Leben hinter sich zu lassen und anders weiter zu machen.

      Und genauso sehe ich es bei älteren Flüchtlingen, deren Leben in den Heimatländern sich so sehr unterschieden hat. Nicht umsonst sagt man "einen alten Baum verpflanzt man nicht".

      vg, m.

      • Ich finde es schon beeindruckend , dass sie französisch sprachen.

        Ich war des Öfteren in Eritrea (da wir eine zeitlang in Äthiopien gelebt haben) und ich habe nicht eine Person dort getroffen, die französisch sprach. Italienisch und englisch und natürlich arabisch. Aber kein französisch.

        Daher würde ich sagen, dass diese Menschen offensichtlich schon eine Fremdsprache erlernt hatten (sogar die Oma). Das zeugt doch vom Intergrationswillen.

        Im Übrigen: der erste Oberarzt und damit Chef meines Mannes war ein Mann, der 1981 aus Afghanistan im Alter von 40 geflohen war.

        Integration geglückt.

        Und ganz wichtig: Integration fängt in den Köpfen der Leute an. Und nicht nur in denen der Ausländer. Sondern auch und vor allem in deutschen Köpfen. Solange Eltern ihren Kindern verbieten das Flüchtlingskind nach Hause einzuladen, solage Deutsche selbst nicht auf die Flüchtlinge zu gehen, solange wird es auch keine Integration geben.

        • >>Und ganz wichtig: Integration fängt in den Köpfen der Leute an. Und nicht nur in denen der Ausländer. Sondern auch und vor allem in deutschen Köpfen. Solange Eltern ihren Kindern verbieten das Flüchtlingskind nach Hause einzuladen, solage Deutsche selbst nicht auf die Flüchtlinge zu gehen, solange wird es auch keine Integration geben.<<

          so ist es! Es ist jedem selbst über lassen, wen er zu sich nach hause ein laden möchte. Oder wer wen denn gerne zu hause besuchen möchte. Es gehören immer zwei Seiten dazu

          • Dann gilt dies doch aber auch für Flüchtlinge/Migranten. Diesen wird dann aber oft vorgeworfen, sie leben in Parallelgesellschaften.

            • ich finde, man kann es nur dann Parallelgesellschaft nennen, wenn es tatsächlich total ab gekapselt statt findet. Ohne irgend welche Kontakte der Menschen dort zu anderen, als den "eigenen" Leuten.

              An sonsten gäbe es ja über all jede Menge Parallelgesellschaften;-) (denk mal an die diversen Vereine od. auf Dörfern, wenn z. B. die Ober- und die Unterrieslinger nicht mit einander schwätzed;-))

              • Na ja, aber, wenn sie sich hauptsächlich mit ihrem Kulturkreis umgeben, wird ihnen schon vorgeworfen, dass sie sich nicht integrieren wollen. Und auch eine wirkliche Parallelgesellschaft sollte ihnen dann ja auch erlaubt sein.
                Insofern, wenn ich möchte, dass sich die Leute integrieren, sollte ich es ihnen auch ermöglichen.
                Es nicht zu tun, steht jedem frei, aber dann darf ich mich halt auch nicht übers Gegenteil beschweren.

                • sollte man dazu nicht eine genaue Definition des Begriffes "Integration" haben? Wann ist jemand integriert? Wenn er Mitglied in einem Verein ist? Oder wenn er arbeiten geht? Wie viel gehört dazu, um integriert zu sein?

                  Oder ist damit nur gemeint, dass man nicht auf fällt, in der "normalen" Masse?

                  • Ja, das ist schwer.

                    Mir ging es aber eben auch darum, dass "Integration" immer von beiden Seiten erfolgen muss. Ein "Ausländer" kann sich noch so sehr anpassen (wollen), wenn ich den Menschen nicht lasse, bringt es nichts.

                    Die Frage kann sich doch eigentlich jeder stellen wenn man ein bisschen Fantasie.

                    Wenn du von heute auf morgen in Japan leben müsstest, was gibt dir das Gefühl der Integration?

                    Ich denke, 1.) Man versteht sprachlich und vom Habitus seine neue Umgebung
                    2.) Lernt man peu a peu die kulturellen Andersartigkeiten
                    3.) hat eine Tätigkeit/Aufgabe ( kann Ausbildung oder Job sein) und bekommt positives Feedback seiner Umgebung.

                    Das sind die Basisdinge für Integration. Integration ist für mich gleichbedeutend mit permanenter Interaktion in der neuen Umgebung, gerade zu beginn. Kein Zurückziehen, keine Ghettoisierung.

                    Am Ende kann, muss nicht, es so aussehen, wie bei dem indischen Zuwanderer, einem Sikh mit traditioneller Kopfbedeckung, der seit 20 Jahren bei Thyssen arbeitet und der zum Vorsitzenden seines Schrebergartenvereins in Essen-Kettwig gewählt wurde.

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