AFD wie ist das nun...

    • (1) 18.09.16 - 19:29

      ... Wenn die Leute diese Partei zwar wählen aber sowieso keine mit denen zusammen arbeiten will? Haben die dann trotzdem irgendeinen Einfluss auf die Politik? Können die irgendetwas bestimmen und durchsetzen? Oder wie läuft das ab?

      • So, wie das mit der Opposition halt abläuft.

        Ihre Aufgabe ist es eigentlich die Arbeit der regierenden Parteien zu kontrollieren und öffentlich zu kommunizieren.
        Gerade das kontrollieren wäre sehr wichtig.
        Wenn man sich aber anschaut, was sie in den bisherigen Landtagen so leistet, sind sie eher mit sich selbst oder stören beschäftigt.

        Gott - oder wer auch immer - bewahre uns davor, dass diese Leute irgendetwas bestimmen oder durchsetzen können. Wie schon geschrieben, ist die Opposition dafür da, der Regierung auf die Finger zu schauen und gegebenenfalls Alternativen einzubringen. Allein die Vorstellung wäre lachhaft, wären zwölf Prozent nicht so ernst.

        Was ich mich frage - wirklich ganz ernsthaft - ist, was erwartet der AfD-Wähler eigentlich von dieser Partei? Wissen die Leute, ehe sie ihr Kreuzen machen, was sie da wählen? Oder treibt sie allein der Protest? Ich vertehe es nicht.

        • Untersuchungen ergeben, dass nur 24% der AfD-Wähler Überzeugungstäter sind und sich mit dem Programm identifizieren. Die restlichen 76% wählen AfD um NICHT eine der anderen Parteien zu wählen, also purer Protest gegen das Polit-Establishment. In den gleichen Untersuchungen wurde zu tage gefördert, dass der überwiegende Teil dieser Protestwähler das Parteiprogramm der AfD nicht kennt bzw. selbst gelesen hat. Aber auch der Teil der AfD-Wähler, die das Programm kennen, wurde ein unbewusstes Falschverstehen einiger Passagen nachgewiesen.

          Ein Beispiel von vielen: Die AfD schreibt in ihrem Programmentwurf über Alleinerziehende auf Seite 41:

          „Wer unverschuldet in diese Situation geraten ist, verdient selbstverständlich unser Mitgefühl und die Unterstützung der Solidargemeinschaft. Eine staatliche Finanzierung des selbstgewählten Lebensmodells ,Alleinerziehend’ lehnen wir jedoch ab. Wir wenden uns entschieden gegen Versuche von Organisationen, Medien und Politik, Alleinerziehende als normalen, fortschrittlichen oder gar erstrebenswerten Lebensentwurf zu propagieren. Der Staat sollte stattdessen das Zusammenleben von Vater, Mutter und Kindern durch finanzielle Hilfen und Beratung in Krisensituationen stärken."

          Das Wörtchen "unverschuldet" in der ersten Zeile wird von den meisten völlig falsch interpretiert oder überlesen. De Facto heißt unverschuldet alleinerziehend, dass der Partner verstorben ist oder die Frau Opfer einer Vergewaltigung wurde. Andere belegbare Möglichkeiten für "unverschuldet" fallen mir nicht ein.

          Das würde in der Praxis bedeuten, dass der Großteil der Alleinerziehenden von staatlicher Hilfe wie Kindergeld komplett ausgeschlossen wird. Eine klare Diskriminierung. So weit ist bisher nicht einmal die CSU gegangen, die auch ein sehr konservatives Wertebild von Familie hat.

            • Das ist leider nicht richtig, was du sagst, Im Wahlprogramm der AfD in BW sprach Jörg Meuthen ausdrücklich von einer Streichung ALLER staatlichen Transferleistungen. Dazu gehört nach meiner Kenntnis auch das Kindergeld.

              • Irre. Ich hab mich mit der hiesigen AfD zu dem Thema auseinander gesetzt. Die waren etwas "gemäßigter".

                • Im Grundsatzprogramm der AfD stehen diverse Absätze, die sehr schwammig gehalten sind. Von daher glaube ich sogar, dass es in vielen Dingen keine einheitliche Linie gibt und es oft so ist, dass der eine nicht weiß, was der andere meint.. In dem von mir zitierten Interview wurde Meuthen allerdings vom Journalisten "festgenagelt".

      Die haben jetzt schon Einfluss auf die Politik. Dank der AFD sind viele Parteinen nach rechts gerutscht. Das passiert automatisch in allen Ländern in denen rechte Parteien im Parlament vertreten sind. Nehmen wir mal die Forderungen der CDU nach einem Burkaverbot, oder Frau Wagenknecht, die plötzlich die Ängste der Bürger versteht, von der CSU ganz zu schweigen.

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Opposition_(Politik)

      Natürlich sind viele die die AfD wählen keine Überzeugungstäter das ist klar. Aber man sieht wo das hinführt wenn Menschen sich nicht ernstgenommen fühlen, Angst haben usw.

      Mal Beispiele:

      1. Die Bundesregierung ist total zerstritten. Man kann nur hoffen dass Sie es noch einigermassen anständig bis 2017 zu Ende bringen.

      Der eine wirft dem anderen was vor. Und was haben die bisher gutes erreicht ? Naja.

      2. Die letzten Landtagswahlen haben doch eines gezeigt, die Leute wollen das so nicht mehr wie es nun ist. Aber wird wirklich mal darüber geredet wo die Ängste liegen, die Gründe der Wähler. Nein !!

      3. Die SPD freut sich gestern über einen Sieg mit 21,5 %. Man sieht dies als (klaren) Auftrag. Wie naiv ist das denn ?
      Da sieht man aber doch wieder dass die großen Parteien es noch immer nicht verstanden haben.

      4. Frau Merkel und auch Herr Gabriel wollen ja bei Leieb Ihre Meinung und Art nicht ändern, dabei ist es nicht schlimm wenn sich auch der stärkste Baum mal dem Wind beugt.

      Soweit das.

      Ich bin im übrigen kein AfD-Wähler und werde auch keiner. Und trotzdem nehme ich diese Partei und die Leute die sie wählen, ernst !

      Gruß
      Andy

      • WAS konkret nimmst du ernst?

        Was genau ,präzise konkretisiert,wollen die AfD - Wähler denn?

        Da ich genau das nämlich nicht weiß,wäre ich neugierig.

        • Ich nehme ernst dass die Leute aus Verzweiflung eine Partei wählen die eigentlich nichts erreichen kann, die im Prinzip nur mit 1-2 Themen ins Rennen gehen.

          Ich nehme ernst dass die Leute Ängste haben die scheinbar weder CDU noch SPD etc. ernst nehmen.
          Sorry, aber wie ich schon schrieb: Die SPD erfreut sich an einem Erfolg mit 21,5 % und auch bei den anderen Wahlen wird nur darüber geredet wie gut man ja gekämpft hat.
          Hat wirklich mal einer von denen gesagt:

          (So nun fragen wir uns doch mal warum die AfD in 10 Parlamenten sitzt, und wie können wir die Wähler zurückholen)

          Professor Korte hat gestern bei ZDF gesagt, dass die AfD fest im Sattel sitzt, und zwar solange bis die großen endlich mal richtig aufs Volk zugehen.

          Wenn du Angst hast, möchtest du dann nicht gehört und ernst genommen werden, und möchtest du nicht dass man Lösungen sucht.

          Gruß

          Andy

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