Was macht eine Protestpartei aus?

    • (1) 20.09.16 - 07:46

      Guten Morgen,

      ich beobachte, was bei den vergangenen Wahlen in den letzten Wochen an Ergebnissen zusammen kam und wundere mich immer mehr.

      Warum sagt man, man wähle Protest, wenn man eine Partei wie die AFD wählt? Was macht da den Protest aus? Und wohin führt dieser Protest gegebenenfalls?

      Wird dann später gejammert, man habe die ja nur aus Protest gewählt, und die Folgen habe man nicht absehen können? Ja, aber hallo kann man die Folgen absehen.

      In meinen Augen gibt es nur eine einzige wirkliche Protestpartei bei uns in Deutschland. Das ist die Satire Partei DIE PARTEI. Die wird aber von den Protestwählern, zumindest von vielen, scheinbar ignoriert. Warum denn, um Gottes Willen?

      Was macht für den gängigen Protestwähler (wenn es den überhaupt gibt) in Deutschland eine Protestpartei aus? Was muss diese Partei mitbringen? Und warum?

      Mir persönlich käme nie in den Sinn, eine Partei aus Protest zu wählen, die rechts neben der CDU/CSU anzusiedeln ist. Einfach, weil ich mich damit selbst bestrafen würde. Ich persönlich verstehe einfach nicht, wie das scheinbar verkannt wird in Deutschland, dass Rechts wählen noch nie eine gute Lösung war, um Ängste, Probleme und Schwierigkeiten anzugehen.

      Aber gut, das ist meine Meinung. Andere Menschen können natürlich denken, dass das Wahlprogramm der AFD ein toller Protestauftakt ist und eine wunderbare Wandlung Deutschlands zum besseren. Wenn ich das hier so schreibe, versuche ich immer noch, diese Art zu denken zu verstehen. Allein es gelingt mir nicht.

      Helft ihr mir weiter?

      Warum AFD, warum nicht DIE PARTEI?

      Satire ist doch wie geschaffen für einen wirksamen Protest, der perfekte Spiegel, den man der Gesellschaft und den Politikern vorhalten kann. Die AFD hat eine einfache Lösung: Wir suchen uns den ein oder anderen Sündenbock, jagen den fort und schon ist alles "tutti". Erinnert euch das an vergangene Zeiten? Hat das damals geholfen? Hmmm...

      Frei nach Frau Petry: In welchen Zeiten leben wir eigentlich?

      • Nicht jeder hinterfragt Politik oder Interessiert sich dafür, bei einigen fehlt der Intellekt, um das ganze Drumherum und die Folgen zu erfassen, dann wird einfach das genommen, was am meisten "Werbung" macht.

        "Siehste Jupp, die AFD hat auch gesagt die Merkel ist doof, dann wähle ich die jetzt mal"

        ...und Menschen die eine solche Aussage treffen, haben mit 100% Sicherheit nicht das Wahlprogramm gelesen und erfassen die ganzen Hintergründe und Folgen ihrer Wahl nicht.
        Und Satire kennen die auch nicht, dazu bedarf es einer gewissen Intelligenz.

        Andere widerum sind einfach Politikmüde und machen einfach ein Kreuz, nach der Devise "Die machen doch eh alle, was sie wollen" oder bemühem den Wahl-o-mat. Ein sehr beliebtes Instrument.
        Aber je nachdem, welche Aussage man da gewichtet, bekommt man tatsächlich NPD und Konsorten vorgeschlagen. Ich habe das mal bißchen durchprobiert mit verschiedenen Antworten, das beste Ergebnis war: NPD und Die Linke wären nach meinen Antworten die beiden Parteien für mich....#rofl ....ahja!

        Zu früh abgeschickt....

        Frage ist ja auch...ist es auch Protestwahl, wenn ich die Tierschutzpartei oder die Violetten wähle, oder nicht, weil die ja nie in einen Bundestag/Landtag einziehen würden?

        Und weil Du fragtest, warum AFD? Weil sie präsent sind, weil sie vermeintlich auf die Bürger eingehen, weil sie die "Sorgen" der Bürger aufnehmen...wenn ich jemanden für mich gewinnen will, dann muss ich ihn pudern und das macht die AFD. Da schert sich doch keiner ums Wahlprogrammm "Die haben sich meine Sorgen angehört und kümmern sich um mich"

        Frau Merkel hat einen großen Fehler gemacht, sie hat die Bürger alleine gelassen und nicht ernst genommen. Immer nur "Wir schaffen das" zu sagen, aber nicht WIE wir es schaffen sollen, hat genau dazu geführt wie es jetzt ist. Irgendwann wird ein Mensch unglaubwürdig, wenn er immer nur Aussagen/Ziele aufstellt, aber nicht erklärt, wie man dahin kommen soll oder wie es umgesetzt wird.

        Gestern hat sie zum ersten Mal eingestanden, dass die von ihr gewählte Flüchtlingspolitik wohl doch nicht so richtig war.

        • Ja, das habe ich auch gesehen, dass sie das eingestanden hat.

          "Wir waren unvorbereitet" macht mich mal wieder brechen. Es gab Warnungen, es gab Hinweise, sie verschwanden in den Schubladen der Ministerien, so leid mir das tut.

          Europa hätte viel besser vorbereitet sein KÖNNEN, wenn man denn GEWOLLT hätte.

          Da erschliesst sich mir der Grund nicht. Warum hat man so getan, als sei nichts und es würde schon alles gut gehen?

          Aber nun. Ein anderes Thema.

          • Hallo

            Ich vermute mal, dass sie schlicht nicht noch eine große Baustelle 'beackern' konnte/wollte neben der Finanzkriese (Griechenland, Italien,usw.) und auch dem Ukraine Konflikt.

            Klingt vielleicht banal, aber es ist schon viel los in der Welt und es dreht sich ja nicht alles nur und ausschließlich um Deutschland.

            Wie auch immer.

            Ich bin ehrlich gesagt froh, dass ich dies Entscheidung mit den Flüchtlingen nicht treffen musste.

            Ich verstehe gut das viele Menschen Ängste und Sorgen haben. Und auch, daß diese sich um Ihre Zukunft sorgen (ist eben schon was anderes, ob man von Krieg liest/hört oder ob er, bzw seine Folgen direkt vor der Tüte stehen).

            Aber ich finde, nachher ist man immer klüger.

            Dir AfD und auch viele Bürger machen es sich schon einfach.

            Von uns musste ja niemand schnell eine Entscheidung treffen. Wir können uns alles 'inruhe' ansehen und urteilen oder verurteilen ohne wirklich Verantwortung für unser Geplapper zu tragen.

            Es stimmt das die Flüchtlingsproblematik schon lange existiert. Es gab Abkommen auf die man sich verließ.

            Kann ich schon nachvollziehen, wenn man sich all die anderen Baustellen anschaut.
            Ich glaube, man kann vielleicht nicht alles immer gleich im Blick haben. Auch Politiker nicht.

            Die Leute wählen die AfD, weil sie verspricht, dass mit ihr alles besser wird.
            Und die Menschen wollen das glauben nach all den Turbolenzen ^^

            So isser, der Mensch.
            Verspricht ihm einfach das alles besser wird, und er wählt dich^^

            LG

            • Aber ist es nicht furchtbar, wenn der Mensch so dankbar sein Denken an der Eingangstür abgibt?
              Wenn ich wieder lese, im Netz, was da für unglaubliche Falschmeldungen umgehen, und ganz gleich, wie die widerlegt werden, ist das alles egal, Hauptsache man meckert miteinander, dann wundere ich mich nur noch.
              Es ist (für mich) als würden diese Menschen nach dem großen Knall lechzen. Und ich verstehe nicht, warum sie keinen anderen Weg sehen, um ihre Ängste in den Griff zu kriegen.

              • Hallo

                Natürlich ist das schlimm, aber auch durchaus verständlich.

                Denn die Menschen, vor allem in Deutschland, kennen keine echten Entbehrungen mehr.
                Es gibt immer genug Nahrung, Wasser, Strom, Wohnraum, Bildung, Gesundheitswesen, usw.

                Es gibt eben Wohlstand.

                Nun haben wir eine Wirtschaftskrise.

                Was passiert?
                Die Schere zwischen 'arm' (für eine reiche Industrie Nation) und 'Reich' klafft immer weiter auseinander.

                Ja, im Verhältnis zu anderen Deutschen /Europäern haben auch wir Armut.
                Die Menschen Arbeiten hart und ihnen bleibt wenig.
                Das Geld/Reichtum sammelt sich nicht bei ihnen, sondern 'oben'.

                Die Menschen werden unzufrieden, weil sie sehen, das einige wenige sich besonders an ihrer Arbeit bereichern (Konzerne zb durch Leiharbeit, hohe Steuern für Arbeitnehmer, Steuererleichterungen für reiche usw)

                Also man nimmt den Menschen, die eigentlich lange Sicherheit und Wohlstand hatten, wieder etwas weg, während sich andere überproportional bereichern.
                Und man verlangt gleichzeitig genau von Ihnen, nun auch noch an dritte (Flüchtlinge ) etwas abzutreten, während sich unsere Politiker in dieser Zeit tatsächlich die Diäten erhöhen was auch wieder der kleine Mann bezahlt mit 8,50€ Mindestlohn^^...

                Es wundert mich wirklich kaum, daß nun so mancher auf die Gesamtsituation mit 'Neid', 'Angst', 'Verunsicherung ', 'Wut' oder gar 'Hass' reagiert. Es mag sich am falschen Ende entladen (den Flüchtlingen)
                Aber es ist eben genau nur das: 'ein Entladen von Unsicherheit' ,Ohnmacht und vor allem Wut.

                Das Argument, wir haben doch von der Banken Krise und auch den Kriegen in Irak und Syrien profitiert (was stimmt, zumindest was unsere Wirtschaft anbelangt) kommt nicht wirklich an, weil es eben dem einzelnen 'kleinen' Mann nicht wirklich genützt hat.
                Es profitieren eben vor allem Konzerne, Lobbys, Banken und Wirtschaft davon.
                Von diesem Profit sind aber die meisten tatsächlich zunächst ausgeschlossen und profitieren höchstens indirekt davon. Der Profit bleibt schlicht ganz woanders hängen.

                Hier nochmal:
                Mich wunert es wenig, was nun passiert.
                Einige wenige bereichern sich an Kriegen, Billiglöhnen, Teuerung der Lebenshaltungskosten und der auch der Bankenkriese und wer bezahlt die Zeche dafür?.... wo enstehen denn die Flüchtlingsunterkünfte? Wer ingeriert die Flüchtlinge?

                Wer zahlt das?

                Genau DAS ist das Problem. Und genau deswegen kommt immer mehr Wut, Verzweiflung und Ärger auf.

                Wenn alle oder die meisten Arm sind, dann ist das Emotional und gefühlt was anderes, als wenn in einer reichen Industrie Nation ein großer Teil immer ärmer und ein Teil immer reicher wird. Ein Teil konsumiert ordentlich und die anderen können nur das nötigste konsumieren und gleichzeitig wird sich an Ihnen noch am meisten bereichert (sie werden ausgebeutet wie in Afrika nur auf Europäisch^^)
                Das gleiche gilt für Bildung.
                Sie steht jedem offen und trotzdem sind die Chancen realistisch gesehen nicht gleich.

                Hier wird oft von diffuser Angst von rechts oder AfD Wählern geredet und gefragt, wovor sie denn Angst hätten.

                Die Menschen haben Existensängste. Und die sind auch durchaus gerechtfertigt. Denn es bedroht ihre Existenz, noch mehr Steuern zu bezahlen, höre Mieten und Krankenkassenbeiträge oder die Turnhalle abetreten zu müssen, in der ihre Kinder vll wenigstens 2 mal die Woche umsonst Sport machen konnten weil für den Verein das Geld fehlt.
                Jeder Mensch will die Zukunft für sich und seine Kinder sichern.
                Das sieht für die Syrischen Eltern nur anders aus, als für Deutsche. Sie tun es aber beide im für sie nötig erscheinen Rahmen.

                Die einen Flüchten um neue Ressourcen zu sichern. Andere machen Kriege um Ressourcen zu sichern und wieder andere verteidigen ihre vorhandenen Ressourcen.
                Alle wollen ihre Ressourcen sichern. Nur weil die Notwendigkeiten offensichtlich verschieden sind, heisst das nicht, dass das eine berechtigter ist als das andere. Geschichtlich gesehen wiederholt sich eben tatsächlich einiges. Es geht immer nur um Ressourcen. Immer.

                Wie nun die Ressourcen zu sichern sind ist also unterschiedlich. Das macht eben auch der Wandel einer Gesellschaft und ihrer Rahmenbedingungen aus. Da wird Syrien vll ähnlich wie China auch irgendwann hin kommen. Das ist Entwicklung.
                Oder aber man lässt sie nicht, denn die Welt braucht Sklaven. Anders lässt es sich nicht bereichern. So ist das.

                Insgesamt sind hier wohl alle reicher als zb die Flüchtlinge aus Syrien. Aber dieser Vergleich ist menschlich gesehen einfach schwierig. Nicht wirklich greifbar. Denn für uns sieht überleben und Ressourcen sichern schlicht völlig anders aus. Da kann man auch noch so oft betonen dass wir das ja nur den USA zu verdanken hätten...
                Das interessiert aber niemanden, weil wir fiesen Entwicklungsschritt schon hinter uns haben. Die Menschen hier haben jetzt völlig andere Herausforderungen zu bewältigen (zb auch den Umgang mit Flüchtlingen, Gesellschaftsbilder, Religionen, Rechtsstaat, Sozialsysteme, Bildung, Forschung, neues Miteinander, Familienbilder/rollen, Frauenbild, Europa als Gemeinschaft usw)

                Es ist viel im Wandel und niemand weiß wohin es so genau geht. Dir Zeiten sind hektisch und unruhig.

                Dir Menschen in Europa haben Existensängste.

                Wenn jetzt eine Partei daher kommt die den Leuten verspricht, wir machen dies und das und dann wird alles gut...
                Ja, dann wählen die Menschen, die das besonders betrifft eben so eine Partei. Das ist übrigens auch ihr gutes Recht, so wie reiche CDU/CSU wählen. (Natürlich kann man darüber streiten, ob die AfD sich für schwächere einsetzt.... ich glaube da geht es den Wählern eher um konkrete Sicherheiten)
                Sie wollen das glauben, weil es ihnen eben in IHREM Rahmen schlechter geht als anderen.

                Der Rest (momentan noch die Mehrheit) setzt sich anders damit auseinander und begreift diese Situation als Lernerfahrung/weiterentwicklung/ Gesellschaftliche Aufgabe. Ob das SO allerdings RICHTIG ist, dass weiß man jetzt noch nicht.

                Man weiß einfach nicht sicher, was zu tun ist, weil Weltpolitik eben auch nur ganz oben einigermaßen durchsichTeich ist.

                Also kurz um;
                Ich verstehe die "Protestwähler".

                Und wären zum jetzigen Zeitpunkt noch mehr Menschen am Rande unserer Gesellschaft (H4, Zeitarbeit, Billiglöhne usw) , dann wäre auch die Zahl der AfD Wähler höher. Einfach weil immer mehr Menschen hier tatsächlich auch leiden. Nur anders als in Syrien oder Afrika.

                Wenn man selber Verhältnis mäßig gut verdient, fällt teilen eben schon leichter als wenn man tatsächlich kaum was hat und dazu noch Kinder hat.

                Ein Blick in unsere Gesellschaft zeigt genau das.

                Es ist eben leicht von Oben zu belehren bzw (gefühlt) den schwächeren den Ast abzusägen mit der Begründung :
                Anderen geht es doch viel schlechter! Stell dich nicht so an!

                LG

      Hallo

      ich denke auch, dass die wenigsten AFD -Wähler das Parteiprogramm kennen.
      Obwohl, ich als SPD Wähler lese das Parteiprogramm vor einer Wahl auch nicht #kratz

      Du hast DIE PARTEI erwähnt.
      Wir haben in unserem Gemeinderat einen Abgeordneten der PARTEI sitzen, das hab ich grad gefunden:
      https://www.brandeins.de/archiv/2014/spass/die-partei-martin-sonneborn-partnerschaft-mit-pjoengjang/
      Außer lustigen Anträgen (z,B. für jeden Anwesenden eine Maß Freibier auf Gemeindekosten bei allen Jahreshauptversammlungen der Vereine) hab ich noch nix gehört, was die Partei auf die Beine gestellt hat.

      In unserem Dorf leben seit einem halben Jahr 15 syrische Asylbewerber. Diese sprechen zum Teil schon gut Deutsch und bringen sich auch ins Dorfleben ein. Sie helfen Bauern bei der Ernte, machen Gartenarbeit für ältere Leute usw.
      Ich bin mit dabei im Helferkreis für sie und fahre sie z.B. zum Arzt in die 10 km entfernte Stadt.

      Vor kurzem bin ich mit einer Bekannten aneinander geraten, die alle Asylbewerber "wieder dahin schicken möchte, wo sie herkommen."
      Tja, grüßen werde ich sie weiterhin, aber Gespräche brauche ich nicht mehr.

      Bei Facebook habe ich eine langjährige Freundin blockiert, weil sie rechtes Gedankengut gepostet hat und nach Nachfrage meinerseits es wirklich gut findet :-(
      Den Grund für meine Blockade hab ich ihr mitgeteilt, allerdings wird das an ihr abprallen.

      LG
      Manu

      • Die Frage ist, ob eine Protestpartei wirklich etwas arbeiten soll, oder ob die Tatsache, dass sie gewählt wurde, die anderen Parteien zum nachdenken bewegen soll.

        Wie ich schon sagte, es geht um den Spiegel, den man mit so einer Partei vorgehalten bekommt:

        Bevor "das Volk" einen von EUCH wählt, wählt "das Volk" lieber absoluten Blödsinn.

        So nach dem Motto. Und das Freibier richtet weniger Schaden an als das, was die AFD generell einfordert.

    Die afd nutzt für mich diffuse Ängste und lenkt sie auf etwas. Dabei schreit sie laut und bekommt Aufmerksamkeit.
    Dabei macht sie Aussagen, die die Menschen gerade hören wollen.

    DIE PARTEI macht das nicht. Sie zu wählen, bedeutet vielleicht auch, sich selbst kritischer zu sehen. Sie bietet letztendlich keine einfachen Antworten.

    Mag sein, dass die "etablierten" Parteien nicht das Wahre sind und bei u s zu viel auf Lobbyisten gehört wird, aber deswegen eine Partei wählen, die ein einziges Thema behandelt und dies als Sündenbock für alles nimmt? Da kommt man ja vom Regen in die Traufe.
    Mir persönlich wäre ein Politiker lieber, der sagt, dass er vielleicht auch mal keine Ahnung hat.

    Ich glaube auch, dass tatsächlich in der Aufarbeitung des 3. reiches etwas versäumt wurde. Hitler ist immer noch mit gewissen Dingen positiv besetzt. Er wäre ein Mann des Volkes gewesen, hätte sich um sein Volk gekümmert... Wer weiß denn schon, dass er keine Steuern zahlte und Reichtum anhäufte. Wer denkt schon drüber nach, dass er die Situation des Volkes nie verbesserte. Trotz Arbeit hatten sie eigentlich weniger.

    Für mich nutzen die Rechtspopulisten dieses vermeintlich Positive.

    • Boah, immerhin hatten alle Arbeit (und wenn man eben im Krieg war...), es wurden Autobahnen gebaut, ich weiss was du meinst.

      Furchtbar, oder? Mal sehen, was Petra so reissen kann. Ob sie eine Führerin ist? Oder wer kommt da und nimmt den Platz ein? Der Mann mit der Seheinschränkung aus Berlin? Oder die motzige Kandidatin aus Berlin, die nicht einmal weiss, dass ALG2-Bezieher eben gerade KEIN Haus KAUFEN dürfen, das das Amt dann eben bezahlt?

      Ich meine, so viel Dummheit, die von UNS ALLEN jetzt auch noch Kohle in den Arsch geschoben bekommt, weil sie gewählt wurden - denkt niemand darüber nach, wer da jetzt bald eine saftige Rente auf Lebenszeit geniessen darf, ganz gleich, was er in seiner Amtszeit alles "erreicht" hat?

      Aber dann wird über das eigene Elend gejammert.

      Ach, es ist müßig.

Ich glaube, dass die Leute gar nicht nachdenken. Sie entscheiden emotional. Und da ist die AfD einfach gut darin, die Menschen und ihre Ängeste, die sie vorher selbst geschürrt hat abzuholen. Das hat mit logischem Denken nichts zu tun.

Das Thema Flüchtlinge hat den Stein ins Rollen gebracht, aber die Ursache liegt m.M.n. woanders. Es ist der stete Sozialabbau der letzten 20 Jahre. Immer mehr Menschen leben in Deutschland von der Hand in den Mund. Renten wurden gekürzt, Rentenalter wurde angehoben, Arbeitsverträge sind mittlerweile nur noch befristet und viele Leute arbeiten dauerhaft für Zeitarbeitsfirmen für nen Appel und n Ei oder haben gleich mehrere Jobs um über die Runden zu kommen. Und dann kommen die Flüchtlinge und dafür sind dann plötzlich Milliarden da um das zu finanzieren.

Und dann erhöhen sich die Bundestagsabgeordneten die Diäten, Müntefering erdreistet sich zu behaupten, eine Rente von 600 € wäre ausreichen, wenn man genügend Rücklagen bildet und ein soziales Netzwerk hat. Er selbst hat aber eine gesicherte Rente von über 7000!!!€. Am WE gingen über 300 000 Menschen in Deutschland auf die Straße gegen CETA und TTIP und was macht die SPD am Montag? Sie winkt CETA ab! Da fällt man doch vom Glauben ab.

DIE PARTEI ist für mich keine Alternative. Wir brauchen wieder eine soziale Marktwirtschaft, müssen Waffenexporte stoppen um Kriege zu beenden und damit Fluchtursachen bekämpfen. Wir müssen weg vom Neoliberalismus. Wir müssen Harz-Gesetze abschaffen und wir brauchen eine Steuer- und Rentenreform. Und es gibt eine Partei die all das fordert und das ist DIE LINKE. Für mich z.Zt. die einzige Alternative und das obwohl ich bisher nie ganz links gewählt hab. Ich bin sicher mit mehr sozialer Gerechtigkeit in Deutschland wären die Flüchtlinge kein so großes Problem und die AFD hätte nicht so viele Anhänger.

In meinen Augen ist eine Protestpartei eine, deren Wahl den Etablierten am unangenehmsten ist - etwa weil sie sie bei bestimmten Themen vor sich her treibt oder Stimmungen aufgreift, die zwar gesamtgesellschaftlich igittigitt, aber dennoch vorhanden sind. Wenn man sich CDU und SPD so anschaut, scheint das mit der AfD ja grade gut zu klappen. Früher hat man im Osten Linke gewählt, wenn man den "Volksparteien" sagen wollte, dass sie einen mal können. Dann kam die NPD - aber die war für viele dann doch zu übel, aber ihre Wahl war immer auch Ausdruck von "ich zeigs euch mal". Grundsätzlich spricht man Protestparteien zu, der Stachel im fleisch der anderen zu sein, mit denen man gerade nicht zufrieden ist.
Und nein, in Sachen Die Partei bin ich gar nicht bei dir. Ich finds grundsätzlich nicht gut, solchen Schindluder mit dem Parteiensystem zu treiben und anzutreten, obwohl man überhaupt nicht mitspielen will. Das stört mich bei vielen AfD-Leuten und auch bei Sonneborn und Co.

  • Ich denke, wenn man als DIE PARTEI antritt, dann doch ganz klar, um das System in Frage zu stellen. Und wenn "das Volk" nun doch die ganze Zeit das bestehende System in Frage stellt, warum dann nicht so?

    Da DIE PARTEI in meinen Augen rein satirisch arbeitet und in keiner Weise politisch aktiv zu werden gedenkt (weder sozial, noch links noch rechts, ich weiss das ja durchaus), halte ich das als PROTEST die gelungenste Alternative zur Wahl. Aber da müssen wir uns nicht einig sein.

Hallo,

die Afd wird gewählt weil man sich 100%-ig mit ihr und ihren Vorhaben identiviziert ODER absolut keinen Plan vom Wahlprogramm hat und wie dieser in der Umsetzung aussehen wird. Haben sie das Wahlproramm "studiert", dann haben sie es nicht verstanden oder sehen nur die Punkte, die sie sehen wollen. Auch ist diesen Menschen eine Satire schwer nahe zu bringen, wenn überhaupt.

LG

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