Politische Diskussionen - Wie macht ihr das?

    • (1) 23.09.16 - 10:53
      Inaktiv

      Hallo Leute,
      ich bin mit meinem Problem bestimmt nicht allein und mich würde interessieren, wie ihr das macht.
      Meine Mutter ist eigentlich eine warmherzige, hilfsbereite Frau. Sie ist gebildet und klug. Umso mehr war ich überrascht, als sie anfing mit der AfD zu liebäugeln. Sie ist gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik und allgemein gegen Flüchtlinge. Sie argumentiert, dass viele von denen Terroristen sind und man deshalb alle sofort abschieben muss um uns zu schützen. Deshalb hat sie auch die AfD gewählt.
      Na gut ... das muss ich wohl akzeptieren. Aber wenn wir uns sehen, nutzt sie jeden Anlass um über das Thema zu diskutieren bzw. um uns ihre Meinung zu sagen. Mit ihr zu diskutieren ist absolut sinnlos. Sie überhört einfach jedes Argument oder kontert, dass mir das die "Lügenpresse" so nur eingeredet hat.
      Meine Schwester hat sie deshalb geben, ihre Meinung einfach für sich zu behalten. Da ist meiner Mutter der Kragen geplatzt.

      Ich will sie nicht verletzten und natürlich ihre Ängste auch ernst nehmen, aber mir fehlt auch langsam der Nerv dafür.

      Wem geht es ähnlich? Wie macht ihr das?

      • Hallo,

        Auch meine Mutter hat in bestimmten Dingen eine andere Meinung, die darf sie auch behalten, denn wir sind ja verschiedene Menschen.
        Wir meiden einfach bestimmte Themen, damit geht es uns ganz gut.

        Wäre meine Mutter so der Kragen geplatzt hätte ich ihr gesagt, das sie sich melden kann, wenn sie sich beruhigt hat. Das ich sie lieb habe, auch wenn sie eine andere Meinung hat.

        Lg

        Wäre es eine Freundin, würde ich den Kontakt stark einschränken.
        Bei meiner Mutter würde ich das Thema nicht mehr ansprechen und würde auch, wenn das nicht geht, so wie deine Schwester reagieren.
        Familie kann man sich nicht aussuchen. Und wenn ein Familienmitglied bei bestimmten Dingen leider aus der Bahn läuft, muss man gucken, dass man das umgeht...zumindest würde ich das machen.

        Meine Schwägerin und auch etwas mein Bruder neigen dazu, Aluhüte zu tragen #schein solche Themen sprechen wir garnicht erst an.

        Ignoranz ist das beste Mittel.

      • ich versuchs mir grad vor zu stellen.
        Ich denk, ich würd sagen Mama, das ist ein Thema, da möcht ich nicht mir dir drüber reden und schon gar nicht streiten. Willst du wirklich, dass wir uns deshalb in die Haare kriegen und evtl. kein Wort mehr mit ein ander reden? Das kann ich mir beim besten Willen nicht vor stellen.

        Würde sie dann bockig reagieren, würd ich es so machen, wie sie es damals bei mir gemacht hat, als ich Kind war. Weg gehen und dumm rum stehen lassen und warten, bis der Anfall vorbei ist

        Hallo,

        Du hast eine andere Meinung als Deine Mutter. Dann diskutiere doch ein einziges Mal das Thema aus: "Viele Flüchtlinge sind Terroristen." - Viele? Wie viele? Wie viel Prozent aller Flüchtlinge? Woher weiß sie das? Und welche persönliche Erfahrung hat sie mit Flüchtlingen gemacht?
        "Flüchtlinge": Kriegs- oder Armutsflüchtlinge oder beides? Was sollen Menschen in Kriegsgebieten tun außer fliehen? Sollen Armutsflüchtlinge lieber in der Heimat verhungern? Was tut Deine Mutter, wenn hier ein Bürgerkrieg ausbricht? Oder eine Hungersnot? Was tun die reichen Staaten, um den armen zu helfen? Kommen sie ihrer moralisch-ethischen Pflicht zur Hilfe nach? Oder setzen sie eher Fluchtursachen?

        Problematisch finde ich persönlich die Ambivalenz zwischen dem Wunsch und Willen zu helfen - wer, wenn nicht wir? - einerseits und der Skepsis wegen der unorganisierten und unkontrollierten Zuwanderung andererseits. Es hätte nicht zu der Situation kommen dürfen, dass die deutschen Behörden nicht wissen, wie viele Flüchtlinge tatsächlich gekommen sind und wo sie sich aufhalten. Ich glaube, dass die meisten Deutschen helfen wollen, aber schlicht verunsichert sind. Geht es Deiner Mutter vielleicht darum?

        LG basta.pasta

      • Ignorieren und Thema wechseln mache ich in solchen Fällen.

        Bei kontroversen Themen vereinbaren wir vorher daß:
        1. Wir uns ausreden lassen und nicht ins Wort fallen
        2. Dass wir die Meinung des Anderen akzeptieren
        3. Dass jeder seine Meinung mit Argumenten untermauern muss
        4. Wird der Ton aggressiv oder verhöhnt Einer ist das Gespräch vertagt

        (9) 28.09.16 - 10:24

        Puh, schwierig.

        Ich denke wenn man selbst nicht gern diskutiert, dann ist es wohl wirklich besser sie darum zu bitten das Thema zu wechseln.

        Ich für meinen Teil diskutieren gerne und finde es wichtig und würde das nicht todschweigen (aber auch nicht zum Dauerthema machen)

        Das Problem bei der ganzen Flüchtlings/AfD/Lügenpressen-Problematik ist, dass leider viel zu viel wahres dran ist. Man hat mit der Flüchtlingsproblematik die Bevölkerung überrannt und viele Fehler gemacht. Die AfD greift Sorgen und Ängste der Bevölkerung auf, die viele andere Parteien ausschweigen. Und die Medien wurden im letzten Jahr vieler Unwahrheiten überführt.

        Ein weiteres Problem ist, dass Diskussionen über diese Themen schnell in ein gewisses Schema abdriften. Beide Seiten haben ihre Todschlagargumente, die aneinander gereiht werden. Will man darüber wirklich ernsthaft diskutieren muss man diese erstmal außen vor lassen. Dazu gehören für mich sowohl Nazi-Unterstellungen wie auch Lügenpressen- oder Gutmensch-Anschuldigungen.
        Lass deine Mutter ihre Argumente belegen. Woher nimmt sie die Vermutung, dass viele Flüchtlinge Terroristen sind? Was ist mit den Einheimischen die Terroristen sind?
        Wenn die Presse nur lügt woher hat deine Mutter ihre Informationen? Woher weiß sie, dass diese richtig sind?
        Was würde sie mit den Flüchtlingen machen? usw.

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