Sachsen, immer wieder Sachsen

    • (1) 28.09.16 - 07:08

      Guten Morgen,

      Erneut gab es in Sachsen Brandanschläge. Die Behörden vermuten einen fremdenfeindlichen oder sogar rechtsterroristischen Hintergrund, was aber noch geklärt werden muss. Es wurde u.a. ein Anschlag auf eine von Menschen bewohnte Moschee ausgeübt, in der sich auch Kinder befanden. Ds muss man sich vorstellen!

      Heidenau, Clausnitz, Dresden, die Liste ließe sich weiter fortführen, warum immer Ostdeutschland, warum immer vor allem Sachsen? Ich möchte hier kein Ossi-Bashing veranstalten denn mir ist klar, dass die Mehrheit der ostdeutschen Bürger genauso wenig mit diesen Dingen anfangen kann wie die Menschen im Westen.

      Aber warum nur immer gerade diese Region? Pegida, Afd, Rassismus, Fremdenhass, Terror und Widerstand von rechts scheinen im Osten, speziell in Sachsen einen besonders fruchtbaren Nährboden zu haben.

      Hat hier jemand Erklärungen?

      Grüsse und schönen Mittwoch
      A.s.

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      • Hallo

        Eine Erklärung hab ich dafür auch nicht, aber aufgefallen ist mir das schon lange.

        Ich kann es schon mal aus dem Grund nicht verstehen, warum ausgerechnet im Osten so viele (natürlich bei weitem nicht die Mehrheit) fremdenfeindlich sind. Vor etwas über einem Vierteljahrhundert waren doch ausgerechnet sehr viele Menschen aus der damaligen DDR selbst Flüchtlinge.... Die Wiedervereinigung kostete uns sehr viel Geld, aber sie war es uns Wert. Zumindest dem Großteil, denke ich.

        Auch das Begrüßungsgeld wurde gerne angenommen.

        Vielleicht sollten wir den Solidaritätszuschlag on einen Flüchtlingszuschlag umwandeln..?

        Ich kenn sehr viele ganz ganz nette "Ossis", die können auch nicht verstehen, warum in ihrer Heimat so viele rechtsgesinnt sind.

        Ich verstehe es leider auch nicht und finde es total schlimm, was da schon wieder passiert ist.

        Möchte aber nochmals betonen, dass ich glaube (nein, ich weiß es...), dass der Großteil der Sachsen und aller "Ossis" nicht fremdenfeindlich ist und diese Taten verabscheut.

        Ich hoffe, es hört endlich mal auf....

        Liebe Grüße aus Bayern

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        • Ich sehe das genau wie du. Bei meinen Besuchen in Leipzig und Dresden ist mir Fremdenfeindlichkeit nie aufgefallen. Eher im Gegenteil, die Menschen waren sehr weltoffen. Kann aber auch an der Branche liegen für die ich arbeite (IT).

          Allerdings war ich im letzten Jahr in Dresden und bin zufällig in eine Pegida-Demo gelaufen. Das war schon seltsam. Zum teil sehr seltsames Publikum.

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          • Hallo

            Ja, bei mir ist es zwar ein paar Jahre her, dass ich in Leipzig war, aber da bin ich auch nur auf nette Menschen getroffen. Und die Leute aus dem Osten, die hier leben, die sind auch alle ganz normal und schämen sich teilweise dafür, was in ihrer Heimat abgeht....

            Wie du sagst, komische Leute sind diese pegida, Afd etc. Anhänger...

            Ich hab urlaub und hab mir gestern bei Facebook einen Post auf Facebook von dieser Frau Petry durchgelesen.... Hab alle Antworten gelesen, ein paar tausend....

            Es ist nicht zu fassen, wie strunzdumm diese Anhänger teilweise sind. Ich wollte schon schreiben, dass man als "echter Deutscher" wenigstens die deutsche Rechtschreibung beherrschen sollte, hab mich aber dann nicht getraut.

            Denn wer etwas gegen diese afd schrieb, wurde gleich ganz hasserfüllt schriftlich niedergemacht

            Vielleicht kann ja noch jemand erklären, warum die Situation vor allem in Sachsen so schlimm ist.

            Ich bin gespannt.

            Liebe Grüße

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            • Ups....

              Einmal Facebook reicht.... ????

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              Hallo!
              Ich versuche mal eine Antwort, auch wenn sie nicht Allen Kriterien gerecht wird.
              Da ich selbst Verwandschaft dort habe, verstehe ich einige Denkmuster.

              1.Stolz auf die Region

              Der Sachse ist meist stolz auf seine Region! Er verbindet mit ihr eine tiefe Ver- wurzelung. Diese gründet sich auf eine glorreiche Vergangenheit (August der Starke), auf eine tolle Kulturlandschaft, auf den speziellen Dialekt und auf einen starken Zusammenhalt unter den Altsachsen.

              2.Die Wirtschaft vor und nach der Wende

              Sachsen stand und steht wirtschaftlich schon immer gut da. Das möchte man halten. Aber nach dem Ende der DDR sind Viele nicht mehr beteiligt an dem neuen Wohlstand d.h sie haben einen wirtschaftl. Abstieg hinter sich und kommen kurzfristig nicht an das bundesdeutsche Durchschnittslevel ran, ergo sehen sie Leute , welche ins Land kommen ,als ihre Konkurrenten an (Arbeitsmarkt, Wohnraum)

              3. Gefühl und Heimat

              Sachsen ist recht homogen hinsichtlich der Bevölkerung, hinsichtlich der Stadt entwicklung und hinsichtlich des kulturellen altbewährten Umfeldes. Das führt dazu dass man das ,so Althergebrachte, gewöhnt ist und es stärkt das Ego ( "Ich bin ein Teil von Sachsen")......wenn man doch schon persönlich wirtschaftlich abgehängt ist. Man möchte kein Multikuturelles Umfeld in Sachsen haben, weil Städte wie Köln oder Berlin abschrecken. Denn perspektivisch verändert der andere kulturelle Einfluss die sichere, gewöhnte Heimat.(Moschee, Dönerimbiss, nächtlicher " Lebenslärm"

              Fazit: Sicherheit, Ordnung, Ruhe und Identität sind wichtiger als Neue Einflüsse. Sozusagen wie ein Wohnzimmer welches mit seiner Einrichtung Behaglichkeit und Sicherheit vermittelt

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              • "Sicherheit, Ordnung, Ruhe und Identität sind wichtiger als Neue Einflüsse. Sozusagen wie ein Wohnzimmer welches mit seiner Einrichtung Behaglichkeit und Sicherheit vermittelt"

                Du meinst das nicht so, aber dennoch:

                Das trifft für einige Gegenden und Menschen Deutschlands zu.. Aber deswegen macht man keine terroristischen Anschläge..

                Es ist auch eine Sache, unbewohnte Gebäude anzuzünden oder direkt staatliche Einrichtungen anzugreifen und eine ganz andere vom Gewaltpotential her, wenn man in Kauf nimmt, dass Menschen ernsthaft zu Schaden kommen, wie im Falle der Moschee.

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                • Ja natürlich, wer jedoch solche Anschläge vor hat, fällt in einem gewogenen Umfeld
                  nicht so stark auf................und man hat virtuelle Rückenstärkung.

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                  • "fällt in einem gewogenen Umfeld nicht so stark auf................"

                    Wie meinst du das denn? Inwiefern fällt man als gewaltbereiter Extremist nicht so auf?

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              Sehr schön geschrieben und zum Großteil der Bevölkerung, vorallem der älteren Bevölkerung, passt es wirklich gut.
              Man muss vielleicht noch dazu sagen, daß die "Rechten" in Sachsen noch lange nicht alle Sachsen sind. Bestes Beispiel die Beate und Ihr Gefolge. Wer weiß, wer sich hier alles aus welchen Gründen in Sachsen niedergelassen hat :-(

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    Auch wenn ich zu 90Pozent glaube, daß es eher ein rechter als ein linker Anschlag war, sollten wir alle erstmal abwarten,was die Ermittlingen rausfinden, bevor man wieder die Sachsen als die Bösen hinstellt

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