Von Frankentrump bis Trumpeltier

    • (1) 10.10.16 - 17:25

      Ich weiß nicht, wem es noch so geht oder wer, wie ich letzte Nacht das Rededuell der beiden Kandidaten im TV gesehen hat und eigentlich über dieses Spektakel hätte lachen müssen wenn es nicht so ernst wäre. Was für eine Art von Mensch da versucht, das wohl immer noch mächtigste politische Amt der Erde zu erklimmen. Daher fand ich die Bezeichnung in der Libération so passend. Ähnlich wie Mary Shelley's Romanfigur ist Trump eine Art politisches Monstrum, am Leben erhalten durch einen Hass vieler weißer Amerikaner der Unterschicht auf das politische Establishment in Washington.

      Im Grunde drückt Robert De Niro in seiner Videobotschaft exakt das aus, was wohl viele innerhalb aber auch außerhalb Amerikas über dieses politische Phänomen denken.

      https://www.youtube.com/watch?v=-Q-ZyW9bz5c

      Die Stelle, wo De Niro indirekt fragt, wie es nur so weit kommen konnte, dass Typen wie Trump so nah an die Schalthebel der Macht kommen können, die eine echte Gefahr darstellen, die für ihre eigene Selbstdarstellung über Leichen gehen würden. Zutrauen würde ich es ihm, ganz ehrlich. Es gibt einfach diese Art Politiker, denen man alles erdenklich Schlechte zutraut. Putin übrigens gleichermaßen wie Erdogan auch, von ausgemachten Despoten der dritten Welt will ich gar nicht erst reden.

      Seit Nixon und Reagan war kein Präsident mehr eine solche Gefahr für den Rest der Welt. Aber im Unterschied zu den beiden Erstgenannten, lässt Trump schon im Wahlkampf erahnen, welchem kranken Geist er entsprungen sein muss...nur ist er leider keine Romanfigur.

      Wir erleben ja in der ganzen westlichen Welt aber auch in anderen Ländern, diese schwer zu fassende Wut der Bürger, die sich in politischem Hass auf alles Etablierte entlädt und Typen wie Trump erst möglich macht. Trump, wie andere seines Schlages, sind ja nur die fleischgewordene Manifestierung einer mehr und mehr sich enthemmenden und spaltenden westlichen Gesellschaft.

      Was hat diese Gestalten erschaffen und möglich gemacht? Ist es die Globalisierung, die als Abstraktion einer freien Welt ohne Grenzen doch sehr viele Verlierer produziert, die an das Wohlstandsversprechen ihrer Politiker nicht mehr glauben wollen. Die nun mit all ihrer Wut lieber alles in Schutt und Asche sehen wollen und deswegen das Destruktive und Zerstörerische an die Macht wünschen?

      Ich glaube zwar immer noch nicht, dass Trump US-Präsident wird, genauso wenig wie ich glauben will, das Marine Le Pen nächste Präsidentin Frankreichs wird aber sollte die Demokratie, wie wir sie kennen, nicht möglichst bald Antworten auf diese Gefahr finden? Oder löst sich am Ende alle von selbst in Wohlgefallen auf und man wird in 10 Jahren von diesen Brandstiftern nur noch als eine temporäre Erscheinung sprechen? Wie von einem Albtraum oder einer gruseligen Gute-Nacht-Geschichte?

      • << Was hat diese Gestalten erschaffen und möglich gemacht? >>

        Es ist die Dummheit der Wähler.

        << Oder löst sich am Ende alle von selbst in Wohlgefallen auf und man wird in 10 Jahren von diesen Brandstiftern nur noch als eine temporäre Erscheinung sprechen? >>

        Von selbst sicher nicht. In der DDR waren es viele mutige Bürger, die eine Wende zum Besseren brachten.

        Wehret den Anfängen - leider sind wir zu faul und zu feige dazu.

        • Wenn Dummheit das Problem ist - und ich will das nicht abstreiten obwohl ich es nicht für die alleinige Ursache halte - wäre es dann nicht zu wünschen, dass man sich sein Wahlrecht durch eine Art Prüfung erst verdienen muss? Dass man, ähnlich wie im Integrationsrecht, die Wähler einen Test in Staatskunde und politischem Wissen ablegen müssen? Vielleicht auch mit Fragen aus den Bereichen Sozialkunde und Geschichte?

          Natürlich ist das Utopie und mit den meisten (Grund-)Gesetzen der westlichen Welt nicht zu vereinbaren. Aber vielleicht könnte man ein Gros der Dummheit bei Wahlen außen vor lassen. Oder würde die sich dann anders ihren Weg suchen? Ich denke gerade darüber nach....

          • "wäre es dann nicht zu wünschen, dass man sich sein Wahlrecht durch eine Art Prüfung erst verdienen muss?"

            Wer würde die Aufgaben stellen?

            "Vielleicht auch mit Fragen aus den Bereichen Sozialkunde und Geschichte?"

            Und wer würde festlegen, in welcher Weise sie beantwortet werden müssen.

            Zudem wirst du die bewussten Wähler dadurch nicht eliminieren können.

            "Oder würde die sich dann anders ihren Weg suchen?"

            Da hilft der Blick nach Sachsen. Bei einer Pegidademo wurde schonmal heftig applaudiert, als die geringe Wahlbeteiligung angesprochen wurde. Ein erzwungener Wahlverzicht würde sicherlich die Gewalt noch um einiges verstärken.

            • Die Frage, wer einen solchen Test entwirft und dessen Auswertung, ist obsolet. Es gibt in anderen Bereichen bereits Tests, die ein gewisses Mindest-Wissen zum Beispiel über das deutsche Staatswesen abfordern. Jemand, dem man zutraut wahlmündig zu sein, dem könnte durchaus auch zumuten, gewisse Fragen zur Demokratie, zur Politik im Allgemeinen und zu einem gesellschaftlichen Grund-Know How richtig zu beantworten. Für Schreibfaule- oder -unfähige gerne auch als Multiple Choice.

              Mann kann jedem Land, dass zum Beispiel Mindestanforderungen für ein Studium festlegen kann, durchaus auch zutrauen, eine solche Art Staatsbürgerkunde-Test zu konzipieren.

              Weiter möchte ich mich aber jetzt nicht mit Details aufhalten, da dies auf absehbare Zeit ohnehin keine Option sein wird. Dass es aber möglich wäre, davon bin ich auf jeden Fall überzeugt.

              "Ein erzwungener Wahlverzicht würde sicherlich die Gewalt noch um einiges verstärken. "

              Wer Gewalt ausübt, fährt ein. Oder wird wenigstens mit Ordnungsstrafen belegt. Und wäre damit weg vom Fenster. Hier muss der Staat nur konsequent und mit kompletter Brandbreite seiner Möglichkeiten dagegenhalten. In Sachsen und bei deren Polizei scheint mir das nur bedingt gewollt.

              Wobei ich nicht glaube, dass jeder, der beim Test durchfällt, gleich Amok läuft. Viel mehr würde mir Sorgen machen, dass diese Menschen, die ohnehin schon anhand defizitärer politischer Bildung im Abseits stehen, noch weiter ausgegrenzt werden und für Politik gar nicht mehr erreichbar sind.

              Allerdings habe ich mich schon bei so manchem Pöbler in Dresden gefragt, wie weit diese nicht ohnehin schon sehr weit im Off stehen. Mit purer Destruktion lässt sich jedenfalls keine nutzbringende Politik machen. Dialogfähigkeit scheint bei einigen nicht mehr vorhanden zu sein, jedenfalls bei solchen, die ihr Heil in Goebbels-Zitaten suchen.

              • "Die Frage, wer einen solchen Test entwirft und dessen Auswertung, ist obsolet."

                Einerseits hast du damit natürlich recht. Andererseits finde ich die Frage bei genauem Nachdenken nicht so obsolet wie sie scheinen mag.

                Wer legt nämlich anhand welcher Kriterien fest, wann ein Demokratieverständnis ausreicht, um gewinnbringend eine Demokratie mitzugestalten.

                Und über welche Demokratieauffassung verständigen wir uns? Die Uneinigkeit darüber ist ja gerade das Kernproblem und die kann man nicht so einfach in einem Test abbilden.

                "Viel mehr würde mir Sorgen machen, dass diese Menschen, die ohnehin schon anhand defizitärer politischer Bildung im Abseits stehen, noch weiter ausgegrenzt werden und für Politik gar nicht mehr erreichbar sind."

                Da hast du mit Sicherheit ebenfalls recht. Die Frage ist dann, wie politische Bildung die Menschen erreichen kann.

                "Dialogfähigkeit scheint bei einigen nicht mehr vorhanden zu sein, jedenfalls bei solchen, die ihr Heil in Goebbels-Zitaten suchen. "

                Mit Sicherheit nicht. Aber wie kann die Dialogfähigkeit in der politischen Debatte gefördert werden, damit solche völlige Enthemmung nicht mehr so zahlreich vorkommt?

                • "Wer legt nämlich anhand welcher Kriterien fest, wann ein Demokratieverständnis ausreicht, um gewinnbringend eine Demokratie mitzugestalten."

                  Es geht nicht um Gewinnbringung, es geht zunächst einmal ganz profan um Eignung zur Teilnahme an pluralistischen Entscheidungsprozessen. So wie es Prüfungsgremien und -ausschüsse für diverse Qualifizierungen gibt, wo es um die Eignung für eine bestimmte Tätigkeit, für einen Beruf, für eine zu legitimierende Handlung usw. gibt, so kann man natürlich ebenfalls austesten, ob jemand Demokratie überhaupt verstanden hat. Das bedeutet nicht, dass jemand, der einen solchen Test besteht, auch deswegen ein guter Demokrat ist. Aber die, die schon aufgrund einer desolaten Bildung über unser System und unseren Staat, nicht einmal ein Mindest-Wissen mitbringen, die bleiben erst einmal draußen.

                  Und die Wähler in den USA, die für Trump sind, rekrutieren sich überwiegend aus einer mindergebildeten Unterschicht, die voller Fehl- und Vorurteile die Welt betrachtet und somit aus Halb- und Unwissen, gewollt oder ungewollt, an politischen Entscheidungsprozessen beteiligt ist, deren Grundlage auf Halb- und Unwahrheiten beruht.

                  Aber ich habe schon erwähnt, dass dies keine ernstzunehmende Option sein wird, daher lohnt eine Detaildiskussion nicht.

                  "Die Frage ist dann, wie politische Bildung die Menschen erreichen kann."

                  In dem meiner Meinung nach Teilhabe, Wohlstand und Bildung wieder für mehr Menschen zugänglich gemacht wird.

                  Wenn man sich im Westen fragt, woher islamistischer Terror kommt, dann wird man ebenfalls zu dem Schluss kommen, dass diejenigen, die sich für diesen Zweck radikalisieren lassen, häufig aus den armen Schichten kommen, wenig gebildet, ohne Lebensperspektive und mit wenig Aussicht auf einen relativen Wohlstand durch Leistung und Arbeit.

                  Was für die Armen in der dritten Welt gilt, gilt in gleichem Maße für die, die im Westen unter relativer Armut leiden. Solche, die dem System nichts abgewinnen können weil Wohlstand durch Wachstum bei ihnen überhaupt nicht ankommt. Wenn eine Regierung um 5 Euro Erhöhung für das ALG2 streitet aber gleichzeitig Milliarden für die Bankenrettung ermöglicht (die Deutsche Bank ist wahrscheinlich der nächste Kandidat, der vom Steuerzahler gestützt werden wird), ist das politisch kaum bis gar nicht mehr zu vermitteln.

                  Diejenigen, die in den USA für Trump sind, sind überwiegend auch die Verlierer der Finanzkrise von 2008. Sie haben erst ihre (kreditfinanzierten) Häuser verloren und dann ihre Jobs, diese Menschen fühlen sich vom Staat vergessen. Wenn dann die OECD das fortschreitende Auseinanderklaffen von Arm und Reich in den westlichen Nationen bemängelt und die systemischen Fehler, die zu diesen Krisen führen, aufgrund politischer Unfähigkeit oder mangelndem Willen oder aber einfach auch aus Machtlosigkeit, nicht oder nur unzureichend beseitigt werden, ist das der Sprengstoff, der Gesellschaften auseinanderfliegen lässt.

                  Je mehr Menschen eine faire Chance auf Teilhabe und Bildung besitzen, desto weniger aussichtsreich können sich radikale und populistische Kräfte entwickeln. Diesem Wohlstandversprechen, dem die Politik im Westen über viele Jahre auch weites gehend nachgekommen ist, wird von einer wachsenden Zahl an Bürgern immer weniger geglaubt, weil, wie oben erwähnt, sie nur noch mitbekommen, dass andere am Wohlstand partizipieren, sie aber nicht.

                  Der Globalisierung der Wirtschaft, die an sich nichts grundsätzlich Schlechtes ist, müsste eine politische Globalisierung folgen. Es kann haben nicht sein, dass multinationale Konzerne wie Google, wie IKEA, wie Nestlé, wie Apple nichts oder nur wenig an Steuern bezahlen während dem Arbeitnehmer der Mittelklasse gefühlt oder tatsächlich immer weniger bleibt und die Armut auch in Europa und den USA zunimmt. Das ist nur möglich, weil die fiskalpolitischen Maßnahmen immer noch im Klein-Klein der Nationalstaaten stattfinden und die Politik somit dem Global Playing der Konzerne und der Wirtschaft hinterherhinkt, die längst schon die Welt als ihren Spielplatz begreifen und zu nutzen wissen.

                  Allerdings bin ich mir auch darüber im Klaren, dass man einen Teil der Bevölkerung selbst durch eine etwas gerechtere und ökonomisch sinnvollere Verteilung der Güter nicht mehr für das demokratische und kapitalistische System des Westens zurückgewinnen kann. Diese Menschen haben sich mental bereits verabschiedet und sehnen sich nach alternativen Gesellschaftsmodellen. Abschottung statt Offenheit, Desintegration statt Miteinander, Diktatur oder Autokratie statt Pluralismus. Diese Leute sind die potentiellen Attentäter von morgen. Egal ob sie aus dem eigenen Land kommen oder zugereist sind. Und verhindern oder ausschließen wird man das Gelingen solcher Attentate nie - weder in einer Autokratie (siehe Russland) oder in einer liberalen Gesellschaft (wie den USA).

                  • "Und die Wähler in den USA, die für Trump sind, rekrutieren sich überwiegend aus einer mindergebildeten Unterschicht, die voller Fehl- und Vorurteile die Welt betrachtet und somit aus Halb- und Unwissen, gewollt oder ungewollt, an politischen Entscheidungsprozessen beteiligt ist, deren Grundlage auf Halb- und Unwahrheiten beruht."

                    Man sollte sich da nicht auf die Klischees verlassen, meint Josef Joffe in der ZEIT:

                    Zitat:

                    "Erste Überraschung: Diese "Loser" [die Trump-Anhänger] haben ein höheres Haushaltseinkommen als der US-Median (Mittelwert): 72.000 Dollar vs. 56.000.

                    Die zweite: Trump-Wähler verdienen mehr als die Wähler der linken Ikonen Hillary Clinton und Bernie Sanders, die auf 61.000 kommen.

                    Die dritte: 44 Prozent der Trumpisten haben einen College-Abschluss, was nur für 29 Prozent der Durchschnitts-Amerikaner zutrifft."

                    http://www.zeit.de/2016/42/vorurteile-donald-trump-waehler-afd-klischee

                    Auch wenn Statistiken wie diese natürlich immer Vorsicht zu genießen, so scheint mir die Sachlage nicht ganz so eindeutig wie von dir dargestellt.

                    • Ich wäre bei dem von dir geposteten Artikel sehr vorsichtig. Er stammt aus der letzten Woche.

                      Während der Kandidatenauslese waren es aber u.a. vor allem die Blue Collars, also die unterdurchschnittlich bezahlte Arbeiterschicht, die Trump so weit gebracht haben. Da mittlerweile alle anderen Kandidaten ausgeschieden sind, gibt es natürlich immer noch republikanische Wähler, die eher Trump als Clinton für das kleinere Übel halten, die vielleicht vorher Cruz oder Rubio gewählt haben und die aus den besserverdienenden Schichten kommen. Diese kumulieren sich nun in den aktuellen Umfragen.

                      Bitte mal als Rückblick diese Umfrage von Anfang des Jahres anschauen:

                      http://www.nytimes.com/interactive/2016/02/20/us/south-carolina-primary-exit-poll.html

                      Des Weiteren kannst du amerikanische Einkommen in US Dollar nicht mit europäischen Euro-Gehältern vergleichen. Schon wegen der unterschiedlichen Brutto/Netto-Leistungen hinkt es. Ich halte die von dir geposteten Zahlen bzw. die Aussagen dahinter für irreführend: nämlich dass die Wähler von Trump über dem Durchschnitt verdienen bzw. dass sie die treibende Kraft im Wahlkampf von Trump sind

                      Trump's Anhänger haben nach wie vor einen geringeren Bildungsabschluss als die Wähler, die einen demokratischen Kandidaten wählen würden bzw. einen der anderen, mittlerweile ausgeschiedenen republikanischen Kandidaten:

                      http://www.msnbc.com/msnbc/super-tuesday-exit-poll-results-who-voting-donald-trump

                      Vor allem aber sind Trump's Wähler durch alle Wählerschichten ausländerskeptisch bis -feindlich und plädieren dafür, das Land stärker v.a. gegen Muslime und Lateinamerikaner abzuschirmen.

                      Das Profil des typischen Trump-Wähler's lässt sich verkürzt für mich definieren aus:

                      - weißer Hautfarbe
                      - tendenziell keinen höheren Bildungsabschluss
                      - extrem gegen das Politik Establishment und gegen (bestimmte) Ausländer
                      - (gefühlte oder tatsächliche) Verlierer der Finanzkrise mit Einkommens- bzw. Vermögenseinbußen in den letzten 6 bis 8 Jahren
                      - Menschen mit großer Angst vor Veränderung/Zukunftsangst/Verlustangst

                      Dann wäre mal interessant, diese Merkmale mit dem Profil von Wählern rechter Parteien in Europa zu vergleichen.

                      • "Ich wäre bei dem von dir geposteten Artikel sehr vorsichtig. Er stammt aus der letzten Woche."

                        Ups, der Artikel ist also aktuell? Das ist natürlich von Nachteil ;-)

                        An Deiner Stelle wäre ich lieber mit Aussagen wie dieser vorsichtig:

                        "Und die Wähler in den USA, die für Trump sind, rekrutieren sich überwiegend aus einer mindergebildeten Unterschicht"

                        Wenn Du diese These im Oktober vor den Präsidentschaftswahlen aufstellst, dann gehe ich schon mal davon aus, dass Du mit den "Wählern in den USA, die für Trump" sind genau diese meinst und zwar bezogen auf die Präsidentschaftswahl der USA. Und nicht die _Vorwähler_ bei den Primaries in Buttfuck County, bei denen neben Trump noch zehn andere kandidiert haben.

                        Klaro macht es einen Unterschied, zwischen welchen Kandidaten man die Wahl hat und jede Wahl ist immer ein Kompromiss. Wenn man es aber auch die bevorstehenden Wahlen bezieht - und um die geht es doch wohl? - dann ist Deine These, dass die Trumpwähler vorwiegend Whitetrash sind, einfach falsch. Und damit auch die daraus abgeleiteten abwegigen Schlüsse, man bräuchte eine Art Test, um zur Wahl zugelassen zu werden.

                        • Es ãndert doch nichts an der Aussage. Die Basis seiner Wählerschaft ist der weisse Pöbel in Amerika, egal wie du es drehst. Es wurde nicht gesagt, dass nur die Bildungsunterschicht Trump wählt.

                          Und weil er eben nicht ausreichend andere Wählerschichten erreicht, Farbige, Latinos, Frauen, Städter, Homosexuelle, Erstwähler, gemässigte Republikaner usw usw. wird er auch nicht Präsident.

                          • "Es ãndert doch nichts an der Aussage. Die Basis seiner Wählerschaft ist der weisse Pöbel in Amerika, egal wie du es drehst."

                            Das ist jetzt ein Witz, oder?

                            Du behauptest zuerst, Trumpwähler wären der weiße Pöbel. Jetzt zeige ich Dir eine (leider aktuelle...) Statistik, derzufolge die Trumpwähler derzeit offenbar überdurchschnittlich gebildet sind und im Schnitt mehr verdienen als die Anhänger von Hillary Clinton.

                            Und dann sagst Du: Das ändert nichts an der Aussage?

                            Wenn die Statistik ergeben hätte, Trumpwähler sind doof, dann hättest Du gesagt: Seht her, schaut wie doof sie sind, wir sollten ihnen das Wahlrecht entziehen!

                            Jetzt ergibt die Statistik, dass die Leute, die Trump wählen, anscheinend ein höheres Bildungsniveau haben als der US-Durchschnitt und jetzt sagst Du: Macht aber nix, die sind trotzdem doof!

                            Merkste was?

                            • Ups, Du bist gar nicht guerrilla-radio, sorry :-)

                              Nehme alles zurück, ich weiß nicht, ob Du auch vorher die These aufgestellt hast, Trumpisten wären alle doof. :-)

                              Entweder verstehst du mich falsch oder ich habe mich nicht klar genug ausgedrückt.

                              56% der Anhängerschaft von Trump haben keinen höheren Bildungsabschluss und innerhalb der republikanischen Wählerschaft und das sind traditionell weniger Hispanics und Schwarze als viel mehr Weiße und vor allem männliche Wähler sind Trump's Anhänger innerhalb der republikanischen Wählerschaft - deswegen der Hinweis auf den Vorwahlkampf und der Vergleich der Wählerschaft innerhalb des republikanischen Lagers.

                              Schwarze und Latinos in den USA haben traditionell einen wesentlich geringeren Bildungsabschluss als die weiße Bevölkerung, gehören tendenziell aber ohnehin mehrheitlich eher zu den demokratischen Wählern.

                              Innerhalb der weißen Wählerschaft schneiden aber Trump's Wähler bei Gehalt eher mittelmäßig und in puncto Bildung unter dem Durchschnitt ab. Auf die gesamte Nation betrachtet, verdienen Wähler. die eher konservativ und republikanisch wählen, etwas mehr als der Durchschnitt. Innerhalb der republikanischen Kandidaten war das Durchschnittsgehalt der Wähler von Rubio und Cruz allerdings deutlich höher als das der Anhängerschaft von Trump.

                              Deswegen ist der ZEIT-Artikel kein Widerspruch zu meiner Aussage, er nimmt nur eine Gesamtbetrachtung aller Wähler vor und die ist im Bezug auf den Werdegang des Wahlkampfes und eine genaue Betrachtung, wer demokratische und wer republikanische Wähler sind, irreführend.

                              Dass überwiegend weiße, männliche Wähler aus der Arbeiterschaft Trump so weit gebracht haben, ist unbestritten und sie sind auch nach wie vor das wichtige Fundament seines Wahlkampfes.

                              Vor allem hat Trump frustrierte Nichtwähler aus dem ländlichen und tendenziell eher bildungsfernen Raum mit seiner Anti-Establishment-Kampagne mobilisiert. Das ist der vielleicht wichtigste Faktor seines Erfolgs.

                              Trump ist seit Nixon der Präsidentschaftskandidat mit der geringsten Unterstützung von

                              a.) Schwarzen und Latinos
                              b.) Frauen
                              c.) Jugendlichen
                              c.) und der weißen Bildungsmittelschicht

                              Übrigens habe ich nie geschrieben, worin du dich verbeißt: Dass ausschließlich weißer Crop Trump wählt. Er hat im übrigens aus wirtschaftspolitischen Gründen eine nicht unerhebliche Anzahl an Unterstützern aus dem Top-Management amerikanischer Unternehmen.

                        "dann ist Deine These, dass die Trumpwähler vorwiegend Whitetrash sind, einfach falsch. "

                        Whitetrash ist jetzt deine Wortwahl (vorher war von "geringerer Bildung" die Rede) aber ich frage mich, wer hier falsch liegt.......

                        http://www.faz.net/aktuell/politik/wahl-in-amerika/wahl-in-amerika-trump-verliert-an-zustimmung-14292681.html

                        Zitat:

                        "Trump trifft auf große Ablehnung in fast allen Wählergruppen, nur die weißen Männer ohne Hochschulabschluss stehen mit 52 Prozent mehrheitlich hinter ihm. "

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