Anschlag in Istanbul

    • (1) 01.01.17 - 11:21

      https://www.google.de/amp/s/amp.welt.de/amp/politik/article160748933/39-Tote-bei-Attentat-auf-Nachtklub-Schuetze-fluechtig.html?client=safari

      Ich bin entsetzt. Das Jahr geht ja gut los:(

      • Ja, und das Gefühl sollen wir wohl auch haben.
        Die Opfer und ihre Familien tun mir sehr leid. Das ist einfach furchtbar, hinterhältig und sinnlos.

        Die geringe Resonanz zu dem Beitrag bestätigt mich ein klein wenig in dem, was ich eigentlich gar nicht schreiben wollte, weil man so etwas ja nicht laut "sagt":

        Wenn ich ganz ehrlich bin: Es ist mir egal !

        Bitte nicht falsch verstehen, ich bin weder ein Holzklotz, noch radikal, noch allzu doof, noch völlig weltfremd, noch allgemein völlig gleichgültig.....aber mittlerweile sind die ganzen Schreckensmeldungen für mich eigentlich nur noch anonyme wirbelnde Bilder, mit denen ich in den letzten Monaten zu oft konfrontiert wurde, als dass es noch wirklich eine Reaktion hervorruft, ausser etwas Scham und Verwunderung darüber....DASS es mir augenscheinlich mittlerweile tatsächlich am Arsch vorbei geht, weil das eigentlich so gar nicht meine Art ist.

        Vermutlich wäre das sofort anders, würde es mich- oder jemanden aus meinem Umfeld direkt betreffen, aber im Moment ist es leider nun mal so.

        Schon Berlin ging irgendwie an mir vorbei.....den Medienrummel um den Messerstecher einige Wochen zuvor fand ich sogar völlig daneben. Da wird bei uns Samstags Abends in der Innenstand mehr an "Aufregung" geboten, als dort in diesem Zug passiert ist, nur wird das von der Presse nicht so aufgeblasen bis es kurz vor dem platzen ist.

        Bin ich plemplem und völlig neben der Spur weil ich das nicht mehr an mich heran lasse, oder ein unsoziales A....loch?

        Oder geht es noch mehr Leuten so?

        Schaukelt die Presse jeden Pups unnötig hoch, um Stimmung zu machen? Bin ich einem perfiden Plan aufgesessen, und zeige genau die Reaktion, die sich irgendwelche Strippenzieher insgeheim wünschen.....völlig Gleichgültigkeit gegenüber dem was auf dieser Welt falsch läuft?

        Ich finde es scheisse was da seit Monaten passiert, bin aber tatsächlich an einem Punkt angelangt, an dem es mir nicht mehr gelingt mit Überzeugung zu sagen "es tut mir leid"....und DAS finde ich langsam bedenklich.....vor allem weil ich glaube, dass viele Leute das ähnlich sehen....und das ist nicht gut !

        • Das schlimme ist, dass es mir ähnlich geht, außer es ist in meiner Nähe. ZB wohne ich in Berlin und klar ging mir der Vorfall am Weihnachtsmarkt sehr sehr nahe. Und in diesem Istanbuler Club war ich schon öfter feiern und daher empfand ich das als sehr schlimm. Aber ich gebe ehrlich zu, dass mich andere Vorfälle nicht so treffen. Es ist fast schon alltäglich, dass irgendwo ein Anschlag passiert. Traurig, dass es so ist!

          • Hallo,
            als ich gestern Abend die Tagesthemen geschaut habe, waren das die Berichte.

            Begonnen haben die mit dem Bericht aus Istanbul.
            Ich war total schockiert das Bilder gezeigt wurden von dem Mann als er in den Club ist und geschossen hat.
            Für mich ein Amoklauf.

            Dann kam Köln. Wie ruhig die Silvesternacht war, und keine Vergewaltigung der Polizei gemeldet wurde.
            (Dieser Beitrag war besonders schräg).

            Dann kam der Bericht von der A7.
            Eine Massenkarambolage, Familien auf dem Weg nach Hause.
            7 Menschen sind verunglückt und viele verletzt.
            Dieser Beitrag hat mich traurig gemacht.

            Was ich sagen möchte, ich reagiere nicht auf diese speziellen Threads, weil einfach zu viel passiert und nicht einzelne Ereignisse "besonders" oder "mehr" Anteilnahme bedürfen.
            Gruß

            • Ist es aber nicht doch ein klein wenig so, dass die Medien sich verstärkt auf Reizthemen konzentrieren (vielleicht das falsche Wort, aber mir fällt gerade kein besseres ein), bei denen man sicher sein kann, dass die Emotionen negativ hoch kochen, oder wie im Fall der Anschläge mit Mutmaßungen jongliert wird, bei denen jeder Sender sich in Anzahl der Toten übertrifft?

              Serienvergewaltiger über die nur als Randnotiz in der Lokalpresse berichtet wird, aber wehe ein Mensch mit Migrationshintergrund fasst einer blonden Dame in Köln an den Hintern.

              Der Vergleich hinkt.....dafür entschuldige ich mich auch, aber ich mag zT. schon gar keine Nachrichten mehr anschauen, und suche mir dann abends in der Presse gezielt nur noch die Dinge heraus, die mich interessieren und nicht komplett runter ziehen.

              Die Europäische Presse berichtete ausführlich über den vermuteten Anschlag ....die Medien in der Türkei erwähnte am Anfang noch nicht mal dass es Tote gegeben hat, sondern man sprach dort "nur" (schlimm genug) von einer Schießerei.

              Eigentlich habe ich keine Lust auf diese Vogel-Strauß-Taktik.

              • Ja, die Medien suchen sich die Reitzthemen heraus.
                Auch die Tagesthemen sind in ihrer Berichterstattung zum Teil unseriös.
                Da stimme ich dir zu.

                Ich habe versucht zu erklären, warum ich auf diese speziellen Threads nicht mit "einer Kerze" antworte.
                Nicht, weil es mich kalt lässt.

                Weil in der Welt täglich schlimme, tragische, erschütternde Schicksale passieren.
                Ja durch Terror, aber auch durch Unfälle oder andere furchtbare Verbrechen. Über die, wie du schreibst nur Randnotizen kommen. Mich persönlich aber doch genauso erschüttern.

                Aber wer eröffnet für diese Opfer Threads?

                Gruß

            (9) 03.01.17 - 07:58

            >>Dann kam Köln. Wie ruhig die Silvesternacht war, und keine Vergewaltigung der Polizei gemeldet wurde.
            (Dieser Beitrag war besonders schräg).<<

            Hallo,

            ich finde den Beitrag ja dahin gehend schräg, daß man sich jetzt darüber echauffiert, daß man für Sicherheit gesorgt hat. Ja wie denn nun... Ich frage mich seit diesen Meldungen, ob die Menschen alle noch ganz rund laufen. Nein, es ist nichts passiert in Köln und ja, das ist gut und wichtig.
            Musste ich jetzt einfach mal los werden #sorry

            LG

            • (10) 03.01.17 - 13:30

              Ich habe mich nicht echauffiert über die Vorgehensweise der Polizei in Köln.
              Selbstverständlich bin ich froh, dass es ruhig war und keine entsprechenden schlechten Nachrichten.

              Es ging um die Berichterstattung zu diesem Thema.
              Aber, lassen wir das.

              Ich verstehe die Menschen schon lange nicht mehr.

      Geht mir genau so Tomm.
      Ich schäme mich mittlerweile.
      Ich will auch nicht zunehmend ängstlicher werden.
      Ich dachte oh je, Istanbul auch nicht mehr ( haben dort gute Bekannte ).
      Es sind wieder viele junge Menschen gestorben und ich war einfach nur furchtbar wütend, weil meine Jüngste gestern an der Bushaltestelle betatscht und belästigt wurde.:-[
      Rückzug ins Private.
      Schlimm.

      • Wenn man direkt bei etwas betroffen ist, fällt es glaube ich immer sehr viel schwerer Abstand zu bewahren.

        Da gibt es in dem Moment auch keine Differenzierung, ob anderen evtl. noch viel schlimmeres passiert ist, und da finde ich Deine Reaktion Deine Lütte betreffend mehr als nur nachvollziehbar, da wäre wohl jedem von uns das Messer in der Tasche aufgegangen.

    In einem anderen Thread hat ein User bei der Kerzenaufstellerei bei solchen Nachrichten von "Trauergewichse" geschrieben. Das war sehr drastisch von der Ausdrucksweise aber drückte genau das aus, was du sagst. Da kamen dann direkt User und sprachen von "ekelhaft" und so weiter.

    Ich habe mich bei Lesen wirklich gefragt, ob die Leute diese Trauer empfinden und ob die Symbolik mit diesen Kerzen angebracht ist und der wirklichen Gefühlslage entspricht oder ob das nicht nur Ausdruck von vielleicht einem ganz kurzzeitigen Schock ist. Oder Weiterreichen von einer Art Sensationslust.

    Wenn ich in den Nachrichten höre, dass Menschen gewaltsam ums Leben kommen, bin ich für einen Moment betroffen. Seit ich Kinder habe, etwas mehr als vorher. Echte Trauer empfinde ich aber auch nicht und es berührt mich wirklich nur für einen Moment.

    Daher kann ich dein Post verstehen und ich glaube es ist gut, dass man all das Unglück in der Welt, ob nun 10.000 oder 10 km entfernt, nicht so an sich heran lässt.

    Was mich mehr betroffen macht, ist meine ehrenamtliche Arbeit in einer sozialen Einrichtung, wo man oft Menschen sieht, die verwahrlost, einsam, alleine, chancenlos sind. Vor allem wenn Kinder involviert sind. Da fehlt mir die Distanz, das nicht mehr an mich heranzulassen.

    • Hallo,

      ich habe an dem Tag bestimmt 10 WhatsApp-Nachrichten bekommen, daß ich eine Kerze ins Fenster stellen soll, ich war eher genervt, als daß ich Anteilnahme hätte zeigen wollen.
      Eben so verhält es sich mit "Pray for..." Ich bete nie, was soll das bringen? Bin ich deshalb egoistisch oder einfach nur realistisch? Mich nervt das alles, schlimm genug, daß diese Dinge so passieren, aber wie es verheizt wird...pfui....

      LG

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