Esoterische Erfahrung oder Einbildung?

    • (1) 23.03.17 - 10:41

      Hallo,

      Ich laufe hier wahrscheinlich Gefahr mich lächerlich zu machen aber ich muss mir das endlich einmal von der Seele schreiben.

      Vor einigen Jahren war ich in einer schwierigen Situation. Ich hatte einen schweren Unfall, war danach Medikamenten abhängig und dazu noch sehr unglücklich verliebt.
      Ich habe dann einen Film gesehen (the box). Anschließend habe ich mir philosophische Gedanken gemacht und bin dann in einen "zustand" gekommen in dem ich dachte ich hätte die Welt und die Menschen so gesehen, wie sie wirklich sind. So habe ich eine Verbundenheit zwischen den Menschen gespürt etc. Ich habe auch gedacht, dass ich viel mehr könnte als ich wüsste und mein eigentliches ich verstecke.

      So weit so gut, gerade im Zusammenhang mit Medikamenten kann man das als reine Halluzination sehen. Das komische ist aber, dass ich in dieser Phase keine Medikamente genommen habe und absolut keine Entzugserscheinungen hatte. Normalerweise kommen diese schon nach wenigen Stunden.
      Ich habe mich dann gezwungen mir keine Gedanken mehr zu machen, ich wollte einfach wieder "normal" sein.
      Ich habe das ganze dann verdrängt, bis ich von Hildegard von Bingen gehört habe. Mir ist das Herz wirklich fast stehen geblieben, sie schreibt die gleichen Gedanken die ich hatte- Natürlich viel ausgereifter aber inhaltlich sehr ähnlich.

      Vor einiger Zeit habe ich dann dank einer Psychologin herausgefunden dass ich hochsensibel bin und eine Teilhochbegabung habe. Also dieses Gefühl, dass viel mehr hinter mir steckt als ich für möglich gehalten habe hat sich auch bestätigen.

      Ich halte mich bestimmt nicht für eine zweite Hildegard von Bingen, ich bin definitiv kein Medium (was auch immer das ist). Aber ich frage mich tatsächlich ob der damalige Zustand mehr war als reines Hirngespinst, etwa eine temporäre Bewusstseinserweiterung.
      Ich glaube nicht an sowas, habe Esoterik immer für Schwachsinn gehalten. Aber es passt einfach vieles zu den damaligen Gedanken.

      Glaubt ihr an soetwas?

      • (2) 23.03.17 - 11:00

        Ich muss dazu sagen, dass ich im Gegenteil zu og. Philosophin nicht an einen speziellen Gott glaube. Nur inhaltlich deckt sich das ganze oft.ich glaube auch nicht dass es auserwählte gibt. Nur dass ich in dieser Situation kurz in ein Fenster sehen durfte, dass jeder sehen kann, aber nicht jeder findet oder finden will.

        "Hochsensibel"...."Teilhochbegabung" ......"Psychologin hat das gesagt"......aha....ich glaube darauf gehe ich besser nicht näher ein.

        Der von Dir beschriebene Zustand nennt sich Tiefenmeditation.

        <<<Ich glaube nicht an so was, habe Esoterik immer für Schwachsinn gehalten>>>

        Ist es in der Definition welchen die meisten Leute von dem Begriff haben zu 99% auch....das was man im Internet findet, stammt fast immer von irgendwelchen Spinnern, und hat nicht selten sogar einen kommerziellen Hintergrund. Da ist für "glauben" nicht mehr viel Platz !

        Esoterik bedeutet eigentlich schlicht und ergreifend "Selbsterkenntnis". Von vielen wird noch sehr viel mystisches hineingedeutet, was aber in meinen Augen absoluter Bullshit ist.

        <<<Glaubt ihr an so etwas? >>>

        Ist das wichtig?

        Hallo,

        mir hat auch schon einmal eine Psychologin gesagt, wie außerordentlich begabt, sensibel, großartig ich doch sei... (also ich selber)
        Grundsätzlich ist es gut, wenn man mit sich und der Welt in Kontakt steht und sich seinen eigenen Fähigkeiten bewusst ist. :-)

        Auf Wein bin ich allerdings besonders toll und philosophisch!

        LG

        • Ich glaube ich muss noch etwas sagen. Ich habe mir schon gedacht dass sich viele daran aufhängen.

          Hochsensibilität ist keine besondere Begabung, es heisst nur, dass du Reize stärker wahrnimmst was absolut belastend sein kann.

          Zum Thema hochbegabung habe ich hier vor einiger zeit schon etwas gepostet Dass will ich hier nicht noch einmal diskutieren. Bei meinem Sohn ist sie erwiesen, er bekommt auch entsprechende Förderung , ihm hat sie abef noch kein Glück gebracht.

          Ich glaube auch nicht, dass ich dadurch mehr weiss oder verstehe. Nur das ich in einem Bereich Fähigkeiten habe, die ich nie wahrgenommen habe... nur in diesem Moment habe ich gefühlt, dass viel mehr in mir steckt als ich zeige. Deswegen habe ich es dazu geschrieben. Es geht mir nur um die Erkenntnis der "Begabung," nicht um die Begabung an sich

          • Hallo,

            als Psychologin ;-) sind mir die Konzepte wohlvertraut, aber vielen Dank für deine Bemühungen mir diese nahe bringen zu wollen, vielleicht habe ich sie ja nur falsch erlernt oder nie verstanden, soll vorkommen. Ich habe mich auch nicht daran aufgehangen, ich bin nun einmal außerordentlich begabt und sensibel (und zuweilen besonders unter Weineinfluss eben auch großartig!). Es ist nur einfach keine Besonderheit, dass man seiner eigenen Fähigkeiten bewusst ist, auch wenn das natürlich, wie ebenfalls erwähnt, gut ist für einen selbst. Du wirkst ziemlich irritiert auf mich wegen einem Phänomen, was andere als schlichtes Selbstbewusstsein beschreiben würden.

            LG

          • Hochbegabung bringt auch kein Glück.

            Kommt halt darauf an, was man damit anfängt. Manch einer studiert was das Zeug hält werden aber nie richtig fertig, andere machen einen sehr anspruchsvollen Job mit Leichtigkeit und Herzblut, andere sitzen lieber an der Kasse. Und dann gibt's noch die, die an der Erwartungshaltung ihres Umfeldes zu knabbern haben. Nutzt die Förderung einfach, damit er beschäftigt ist und fertig. Deswegen sollte er kein reiner Einser- Schüler mit vorprogrammierter Topkarriere sein müssen.

            Nun zu Dir. Kann es sein, dass Du in dieser Zeit einfach die Muse hattest auch Kleinigkeiten wahrzunehmen, die für andere im Alltagstrubel untergehen? Bist Du sonst ein Mensch der für Stimmungen empfänglich ist?

            Denn ich denke nicht, dass das mit besonderen Begabungen oder Esoterik zusammenhängt, eher mit den Lebensumständen.

      Hallo,

      ich glaube schon, dass es Fähigkeiten gibt, die nicht jeder hat und die (noch) nicht erklärbar sind.

      Du bist recht unkonkret und bei deinem Medikamentenkonsum (vermutlich Psychopharmaka) wäre es gut möglich, dass es sich einfach um eine vorübergehende Entgleisung der neuronalen Botenstoffe handelt. Dazu muss man das Medikament nicht nehmen, es reicht schon es genommen zu haben und das Gehirn muss erstmal wieder sein Gleichgewischt finden. Besorgniserregend wäre das dann nicht, also du würdest nicht verrückt werden.

      Ich hatte mal in einer intensiven Trauerphase plötzlich ein ähnliches Gefühl, das Gefühl dass sich plötzlich der Sinn des Lebens vor mir offenbart. Es war toll und meine Lebenseinstellung hat sich damit auch geändert. Es hat mir einfach den Blick aufs Wesentliche geöffnet. Ich denke nicht, dass man dazu besondere Fähigkeiten braucht. Nur eine Extremsituation, in der der Körper seine eigenen Drogen ausschüttet.

      Hildegard von Bingen wird nachgesagt eine besondere Form von MigräneEpilepsie zu haben, die mit Bewusstseinstörungen einhergeht. Leider habe ich diese Form auch und ich kann die Zustände leider nicht als gottgesendet ansehen, aber mir gut vorstellen, dass sie auf diese Art interpretiert tatsächlich als angenehm empfunden werden können.

      Ansonsten denke ich dass Hildegard eine extrem intelligente und weitsichtige Frau war. Und da Frauen nicht intelligent und "lehrend" tätig sein durften, hat sie ihre Einsichten in Visionen vergepackt, damit niemand Angst hat eine Frau übertritt ihre Kompetenzen.

      LG S.

      • Danke für deine Antwort.

        In einer Trauerphase befand ich mich damals auch. Und ja es klingt genau so wie bei dir. Einfach eine Notbremse des Körpers? Ich habe das nicht deutlich geschrieben nur geht es nicht darum ob ich irgendwelche Fähigkeiten habe (glaube auch nicht) sondern ob dass was ich damals gefühlt habe nur ein Hirngespinst ist oder ob ich tatsächlich die Welt so gesehen habe wie sie ist.i h bin ein eher skeptischer Mensch und dass ich die gleichen Denkansätze bei Hildegard von Bingen gesehen habe scheint und schien mir ein Indiz dafür zu sein, dass ich in diesem Moment tatsächlich den Lebenssinn gesehen habe.

    Hallo!
    Solche (ich nenne sie mal) hellen Momente, kenne ich auch. Auf einmal sieht man alles klar: Die Menschen, die Welt, das Leben, das Universum..)

    Ich trinke weder Alkohol, nehme keine Drogen, rauche nicht und nehme außer Vitamine nichts besonderes ein.

    Ich denke solche "klaren Zeiten" sind normal für Menschen, die etwas weiter über den Tellerrand schauen.

    Ich bin meist dann einige Tage sehr euphorisch, könnte "Bäume ausreißen", bis ich merke, dass die Welt, die Menschen....... genauso weiter laufen, wie ohne meine "hellen Momente, meinen klaren Kopf". Dies ist dann für einige Zeit sehr ernüchternd, bis es von vorne beginnt!

    Lg Sportskanone

    (11) 24.04.17 - 11:51

    Nein, lächerlich machen sich andere die die Fähigkeiten besonderer Menschen als.....hinstellen und von Tuten und Blasen keine Ahnung haben!
    Ich zähle mich mit meinen 56 schon lange zu den hochsensiblen Menschen,ich kriege in stärkeren Zeitbereichen mehr mit von anderen Menschen als mir lieb ist,aber man lernt damit umzugehen wenn man schon im Voraus weiß was kommt.

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