Glaubt ihr, ihr habt eine Aufgabe, euer Leben einen tieferen Sinn?

    • (1) 08.07.17 - 23:49

      In Gesprächen ist mir schon häufig aufgefallen, dass viele meiner Mitmenschen in verschiedenen Dinge, die ihnen widerfahren, einen Sinn suchen und dann sinngemäß Dinge sagen wie:

      "Es sollte so sein. Das hatte einen Sinn."
      "Meine Aufgabe im Leben ist wohl ..."

      usw. Geht euch das auch so?

      Ich frage mich, ob das alles irgendwie gläubige oder spirituelle Menschen sein müssen. Meine persönliche Sichtweise auf die Welt und mein Leben ist eher: "Wahnsinn, dass ich entgegen jeder Wahrscheinlichkeit existiere." Ich kann darüber staunen und auch wertschätzen, in was für einer Welt wir leben, aber sie ist für mich ein Resultat komplexer Prozesse, die niemand jemals geplant hat. Das Leben, wie es ist, ist nach meiner Ansicht einfach "passiert". Sinn, Aufgaben, Bestimmungen - das alles findet in meiner Vorstellung nicht recht einen Platz.

      Stehe ich mit dieser Sichtweise so allein da wie es mir häufig vorkommt oder gibt es noch andere, die das so sehen?

      • Ich sehe das genauso. Ich bin nicht Teil eines größeren Ganzen, und ich habe auch keine Aufgabe zu erfüllen. An einen Sinn des Lebens glaube ich nicht. Auch nicht daran, dass nach dem Tod noch irgendwas passiert. Wer stirbt, ist weg. Fertig.

        Ich habe für mich selbst einen Sinn im Leben darin gefunden, dafür zu sorgen dass ich und die Menschen in meinem näheren Umfeld glücklich sind. Was genau zum Glücklichsein führt, kann sich jederzeit ändern, und es ist natürlich ein sehr schwammiger Begriff.
        Du sagst das Leben ist wie es ist, das stimmt. Man hat aber in seiner eigenen winzigen Umgebung schon einen gewissen Einfluss darauf, wie das eigene Leben verläuft.

        Im Prinzip versuche ich dafür zu sorgen, dass es mir und meiner Familie gut geht. So wie die allermeisten Lebewesen.

        Ich sehe das auch so wie du. Gläubige Menschen kann ich nicht so ganz ernst nehmen.

        Hey!

        Also ich sehe vielleicht nicht in allem einen "Sinn" aber ich glaube zum Beispiel an Gott und daran, dass er uns sieht und hört und unterstützt wenn wir ihn darum bitten.
        Jeder hat seine eigene Strategie, mit dem Leben und den vielen Einflüssen darin zurecht zu kommen. Man muss schon wissen, wie man vor allem mit schlechten Ereignissen umgeht, denke ichund diese bewältigt. Mir persönlich hilft Gott, andere brauchen viel Ablenkung oder Sport... jeder hat so seine Strategie.
        Sinn oder nicht spielt da ja erstmal keine Rolle.
        Ein bisschen glaube ich ans Schicksal, im Sinne von: "das passt jetzt alles so gut, das MUSS doch Schicksal sein!" Ob es so ist weiß ich natürlich nicht und da mir das nie jemand beantworten kann, bleibt es bei einer Theorie.
        Natürlich hat das alles mit gewisser Spiritualität zu tun sber ich fühle mich wohl mit meiner Weltsicht und komme so gut zurecht und ich denke, jeder hat da so seine Ideen und am Ende muss man glücklich sein. :)

        Lirbe Grüße

      • "Glaubt ihr, ihr habt eine Aufgabe, euer Leben einen tieferen Sinn?"

        Das will ich doch sehr hoffen.

        << Glaubt ihr, ihr habt eine Aufgabe, euer Leben einen tieferen Sinn? >>

        Ich weiss es nicht und kann gut mit der Ungewissheit leben. Mein Instinkt ist ein guter Wegweiser.

        Wir sind der Evolution unterworfen und können können sie mitgestalten, soweit es die Organisation des Zusammenlebens betrifft.

      • Hallo,
        Ich persönlich glaube die Frage ist viel zu komplex um sie mit einem einfachen "ja" oder "nein" zu beantworten.

        Ich glaube weder, dass ich Morgen Frau Müller begegnen werde um in zwei Jahren Herrn Becker zu treffen, noch an einen Gott an dessen Regeln ich mich halten muss um ins Paradies zu kommen.

        Aber ich glaube auch nicht, dass ich nur ein Stück Fleisch bin, dass irgendwann komplett vergeht.

        Ich denke die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen und ist für uns nicht wirklich vorstellbar.

        Sehr interessant zu dem Thema finde Hans -Peter Duerr.

        Hallo blue-butterfly!

        Alles ist mit Allem verbunden denn es stammt alles aus einer Quelle.
        Egal ob man es spirituell betrachtet, einer Glaubensrichtung zuordnet oder es rein neutral/wissenschaftlich betrachtet.

        Die feinen kleinen vielschichtigen Sinne in uns lassen uns aber unterschiedlich in die Tiefen des Seins sehen/fühlen. Es ist ein sehr breites Feld in dem wir uns da bewegen und manche Menschen wollen das auch nicht und kapseln sich davon ab. Viele der jetzt lebenden Menschen haben ihren inneren Bezug zu all dem verloren was wichtig ist oder sehen es als unwichtig an. Man lebt im Jetzt, man fühlt sich unabhängig und frei und selbstbestimmend aber die wenigsten sehen die Widersprüche.

        Mag sein auch dies ist eine Art von Glauben.

        Letztlich ist es wohl egal warum wir leben, wo wir leben und oder ob ein Sinn vorhanden ist.

        Den Sinn kann man wie Jay Rubin sehen:
        "Wiewohl ein absurdes Ritual für einen belanglosen Gegenstand, offenbart dieses...die Illusion. Was ist der Sinn des Lebens? Was ist der Sinn der Dinge - und der Menschen-, die in unser Leben eintreten und unvermeidlich verloren gehen?
        Sie stellen alle mentale Eindrücke dar und haben nicht mehr- und nicht weniger- Sinn, als wir ihnen zuschreiben.
        Die einzige Antwort auf den Schmerz des Lebens, ..., ist Loslösung: "Besser einfach nichts mehr wollen"."

        auch die Worte und Betrachtungen Krishnamurtis sind wohl lesenswert.
        "Es gibt eine Wirklichkeit, die den Geist verwandelt, wenn sie ihn erfasst – man muss nicht das Geringste tun. Diese Wirklichkeit tritt in Aktion, sie wird tätig, sie hat ihre eigene Wirkungsweise. Der Geist muss sie jedoch wahrnehmen, muss sie kennen, er darf keine Vermutungen anstellen und darf sich nicht alle möglichen Vorstellungen von ihr machen. Ein Geist, der nach ihr sucht, wird sie niemals finden, aber dieser Zustand existiert zweifellos."

        Und ja, für mich gibt es diese Wirklichkeit neben der unsrigen auch wenn ich im weltlichen Sinn keiner Glaubensrichtung angehöre.

        Sommerliche Grüße,
        Ragnar

        Hallo,

        sehe das ähnlich.

        Der einzige Sinn unseres Daseins ist die Fortpflanzung und die Erhaltung unserer Spezies.

        Jedes Tier ist ein Teil des natürlichen Gleichgewichts und hat seine "Aufgabe". Wir Menschen nur leider schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Das ist für mich "Teil eines größeren Ganzen". Nicht also in spiritueller oder religiöser Hinsicht.

        Was jeder mit der Zeit, die er auf der Erde verbringen darf, macht, ist sein Ding. Der Mensch wäre gern viel wichtiger als er ist. Nicht nur ein Staubkorn, das weder Kometen noch Sonnen interessiert.

        Schönes Wochenende!

        Menschen, die in allen Zufällen irgendeinen Sinn suchen und die auch noch meinen, irgendjemand habe ihnen irgendeine Aufgabe zugewiesen, kann ich nicht ernstnehmen.

        Wahrscheinlich sprechen die auch vorm dem Einschlafen oder gar 5 x am Tag mit einem imaginären Freund.

        Für mich ergibt ein Leben mehr Sinn, in dem ich davon ausgehe, dass Ereignisse Qaeda einen Sinn haben. Ich glaube aber nicht an einen interventionierenden Gott und brauche für meinen Glauben kein Vorstellung von einem Gott.
        Dennoch finde ich es für mich gewinnbringend, mich zu fragen, welchen Sinn ein Ereignis für mich hat, gerade bei Lebenskrisen oder Schicksalsschlägen hat es mir geholfen, mich zu fragen, was ich aus diesen Dingen lernen/ziehen kann. Ich finde, man verzweifelt nicht so schnell, wenn man als schlimm erfahrene Ereignisse als Aufgaben interpretiert anstatt als willkürliche Einschläge.

        Über das menschliche Leben denke ich, wir sind wie Wellen in einem Meer, Wellen mit Bewusstsein, wir existieren eine bestimmte Zeit, fürchten unser Ende, weil wir oft vergessen, dass wir nur ein Teil eines Großen und Ganzen sind. Den Gedanken finde ich tröstlich.
        Und als Teil einer Gesamtheit ergibt es schon Sinn, sich darum zu bemühen, anständig zu leben, weil man sonst ja eben dem Großen und Ganzen und damit auch sich selbst schadet.

        Ein Leben ohne Sinn wäre mir persönlich zu sinnlos. ;-)

        #winke Die Alltagsprinzessin

        Naja,

        ich denke schon, dass jeder mit einer Aufgabe auf diese welt gekommen ist.
        es muss aber nicht immer so ein Megaprojekt sein wie "die Welt ändern" oder "diverse Gedichte erschaffen".
        Und unsere Vorlieben geben uns immer wieder einen Hinweis darauf, was diese Aufgabe sein könnte. nur ist es halt sehr schwierig, sich über den Alltag zu erheben und wirklich das zu machen, was einem Spaß macht.
        Deshalb vergessen sehr viele ihre Wünsche und Leidenschaften, oft bleibt ja nicht mehr genug Kraft für die einfachsten Dinge, jemand anderen anlächeln zum Beispiel oder dankbar sein.

        In der Kirche bin ich übrigens nicht, in gewisser Weise schon spirituell.
        Meine Aufgabe ist es im Moment, meine drei Kinder gut großzukriegen und ihnen einen guten Start zu ermöglichen. Daneben noch ein wenig arbeiten und halbwegs Frieden mit dem Umfeld halten.

        Ich glaube aber nicht, dass das die Aufgabe ist, für die ich geboren wurde.
        Das habe ich mir selbst ausgesucht und wenn die Kinder größer und selbstständiger sind, hoffe ich, mir selbst wieder näher zu kommen.

        Ich habe aber schon oft und früh die Erfahrung gemacht, dass ich eine" innere Stimme" habe.
        Mehrmals hat sie mich geleitet, so sehe ich das jedenfalls.
        Daher denke ich auch, dass vieles einen Sinn hat, den man aber oft nur nachträglich erkennt.

        -aber sie ist für mich ein Resultat komplexer Prozesse, die niemand jemals geplant hat.-

        ich glaube auch nicht, dass jemand alles plant oder geplant hat. Ich glaube aber, es gibt eine Art Gesetzmäßigkeit, die gewisse Sachen regelt. So wie die Schwerkraft.

        Ich habe das früher ähnlich gesehen. Das lag vor Allem daran, dass ich viele Dinge als Zufall begriffen habe, als Gelegenheiten, als "Zusammenstöße" zur selben Zeit.

        Dinge als Zufall zu sehen geht nur so lang wir die Ursache nicht begreifen. Ich war und bin nie ein Mensch gewesen, der einer Religion angehörte. Dennoch habe ich durch Autoren wie Bob Proctor, Walter Russell, Vadim Zeland und andere erfahren dürfen, dass weit mehr in unserem steuerbaren Einflussbereich liegt, als ich dachte.

        In der ersten Stufe bin ich so zu wahrer Dankbarkeit gekommen, die deutlich tiefer ging, als Alles was ich mir bis dahin als ein emotionales Gefühl vorstellen konnte. Danach ist plötzlich sehr viel in meinem Leben passiert: Ich wurde ausgeglichener, gesünder, erfolgreicher und All das - ohne dass ich in meiner alten Denke auf Zielerreichungsschienen mehr getan hätte (bin eine große Anhängerin von Napoleon Hill). Erstaunlicherweise kam es sogar durch weniger: Ich begann, nicht mehr alle Dinge selbst zu machen und die, die ich noch selbst machte, nicht mehr perfekt machen zu wollen.

        Das mag jetzt Alles sehr esoterisch klingen und vor zehn Jahren hätte ich zu meinem eigenen Posting auch den Kopf geschüttelt. Wenn man aber selbst sieht, wie jemand in dieser Denkschule

        - Zug- oder Bahntüren direkt vor einem anhalten lässt (mehrfach)
        - mehrere Parkplätze vor einem Vollbesetzten ausgebuchten Restaurant für alle ankommenden Freunde "freiwünscht"

        stellt man sich die Frage: Wie macht der das - ich will das auch. Seit ich versuche, diese Ursachen zu verstehen, gibt es kaum noch Zufälle. Es wurde eher zu "beeinflussbaren Fügungen zu meinem Vorteil" - und dass, ohne dass ich mich heute für religiös oder spirituell halte oder bezeichnen würde. Aussenstehende sagen mir oft - "Warum hast du dauernd so viel Glück mit dem oder dem Thema?" Ich kann nicht mehr Antworten als dass ich dankbar bin und Gutes erwarte. Der Prozess geht wenn man wirklich sucht natürlich tiefer.

        Ich wünsche Dir ein wunderbares Leben und die Erkenntnis, die die suchst
        Sunny

Top Diskussionen anzeigen