Türkei.

    • (1) 21.07.17 - 12:17

      Wie seht die aktuelle Entwicklung in der Türkei bzw wie meint ihr dass es sich dort weiterentwickelt?

      • Ich denke man sieht eindeutig das es dort leider immer mehr auf eine Diktatur hinaus läuft...
        Für uns hier unvorstellbar aber dort scheinen die Menschen ja kein Problem damit zu haben oder sie erkennen es nicht...
        Wenn ich dort leben würde würde ich schnell das Weite suchen und andersrum würde ich nie z.B. Urlaub dort machen etc. man sieht ja das man auch als Tourist plötzlich verhaftet werden kann :(

        Erdogan spannt den Bogen jetzt so weit er kann. Hat doch die Bundesregierung auf seine Rammbockähnlichen Taten und verbalen Entgleisungen sehr entspannt reagiert.

        Also treibt er jetzt das Spielchen "wie weit kann ich gehen?!"

        Das in der heutigen Zeit solch eine Diktatur geduldet wird, ist vollkommen daneben.

        Ich bin für Härte und durchgreifen seitens der EU.

        Hallo, Du hattest doch letztens in "Freizeit und Urlaub" gepostet. Da bekamst Du ja schon viele Antworten, dass es momentan in der Türkei unberechenbar zugeht. Und Du wolltest trotzdem Urlaub dort machen.

        Ich würde nicht dort hinfliegen, ich würden in keinem Land Urlaub machen, in dem die Rechtsstaatlichkeit nicht vorhanden ist. Jetzt hat er jemanden verhaften lassen, der gar nichts mit der Türkei zu tun hatte. Meine persönliche Meinung dazu, ich denke, dass Erdogan Deutschland erpressen will, er möchte die "deutschen Gefangenen" mit den geflüchteten Offizieren austauschen. Aber das geht halt nicht. Ich denke, es wird eher schlimmer als besser. Man kann dort jederzeit verhaftet werden, es reicht nur der Verdacht auf Terror und den kann ich bei jedem erfinden. Und unsere Regierung hat wenig Optionen zum Intervenieren. Viele werden wieder sagen, dass sind doch nur Erfindungen unserer bösen Lügenpresse. I
        LG Leah

      • Katastrophe!

        Obwohl ich kein Fan von Cem Özdemir bin, hat er letztens in den Nachrichten etwas Wahres gesagt, nämlich, dass hier in Deutschland auch Dinge abgehen, über die man sich noch gar nicht im Klaren ist, nämlich, dass bestimmte Leute in türkischen Vereinen ausgetauscht werden oder so ähnlich, ich bekomme den genauen Wortlaut nicht mehr hin. Also, dass hierzulande auch schon Veränderungen stattfinden, die man mal genauer beobachten müsste...

        Ganz sicher entwickelt es sich weiter - in die Richtung, in die es der Diktator wünscht - in meinen Augen ist er schon lang einer.
        Dort Urlaub machen? Nie und nimmer, und wenn man mir einen schenken würde.
        LG Moni

      • Wo das endet weiß doch jeder, der im Geschichtsunterricht nur ein kleines bischen aufgepasst hat.

        Erschreckend finde ich, daß dieser Diktator seine Handlungsweise unverändert von AH kopiert hat und es anscheinend niemand merkt (oder es nicht bemerken will). Bis hin zu seinem "getürkten" Putsch.

        Erdogan hat einfach ein Geschichtsbuch über die Zeit vor 1939 zur Hand genommen und arbeitet jetzt die Punkte 1:1 ab. Sein Röhm heißt Gülen, sein Reichstagsbrand war der "Putsch" und sein Ermächtigungsgesetz war das Verfassungsreferendum.

        Er konzentriert alle Macht auf sich und wer ihm nicht paßt landet im Gefängnis. Unfassbar, daß es tatsächlich noch Bürger unseres Landes gibt, die das durch ihre Urlaube dort unterstützen. Lieber würde ich zuhause bleiben, als mich an der Durchsetzung einer neuen Diktatur mitschuldig zu machen...

        • "Unfassbar, daß es tatsächlich noch Bürger unseres Landes gibt, die das durch ihre Urlaube dort unterstützen."

          Weil einem ein Regime nicht gefällt, gleich das ganze Land zu boykottieren und nicht mehr dort hinfahren, würde bedeuten, dass man in sehr viele Länder nicht mehr fahren darf. Da wird die persönliche Weltkarte schon sehr klein.

          Abgesehen davon, dass ich nicht vorhabe, die Menschen eines Landes, z.B. Hoteliers, zu "bestrafen", nur weil die leider einen Autokraten an der Staatsspitze haben.

          • Ja, es gibt für mich tatsächlich viele Länder auf der Welt, die ich nicht bereisen würde. Oder würden Sie Ihren nächsten Urlaub in Nordkorea verbringen wollen? Die armen Menschen dort können im Gegensatz zur Mehrheit des türkischen Volkes nämlich gar nichts für ihr Regime. Und auch dort gibt es sicherlich arme Hoteliers...

            Die Welt ist auch ohne solche Despoten-Reiche groß und schön genug um sie zu bereisen.

            Naja, über persönliche Einstellungen läßt sich wohl nicht streiten. Ich persönlich kann es eben nicht nachvollziehen, daß man ein diktatorisches Regime dadurch unterstützt, daß man sein Geld dort hinträgt. Abgesehen davon finde ich, daß es schon einer ganzen Menge Selbstverleugnung bedarf in ein Land zu reisen, aus dem wir Deutsche als Nazis, Köterrasse usw. betitelt werden.

            Wenn Ihnen das nichts ausmacht: nur zu. Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Urlaub. Aber passen Sie gut auf, was Sie sagen (oder welche Kleidung Sie tragen). Der Schriftzug "HERO" reicht nämlich für eine Verhaftung in Erdogans Reich aus und der Urlaub könnte plötzlich viel länger werden als ursprünglich geplant...

            • " Abgesehen davon finde ich, daß es schon einer ganzen Menge Selbstverleugnung bedarf in ein Land zu reisen, aus dem wir Deutsche als Nazis, Köterrasse usw. betitelt werden."

              Pauschalisierungen haben noch niemanden etwas gebracht. Oder nutzen alle Menschen in der Türkei diese Bezeichnungen für Deutsche? Wohl kaum.

              Und was die Regierenden machen, dafür muss ich doch die normale Bevölkerung nicht verantwortlich machen.

              "Oder würden Sie Ihren nächsten Urlaub in Nordkorea verbringen wollen?"

              Natürlich würde ich auch dorthin reisen. Ganz einfach aus Neugier. Mich interessieren andere Kulturen, andere Menschen. So einfach kann das sein. Und man muss schon sehr einfältig sein wenn man das als automatische Zustimmung für ein Unrechtsregime sieht. Es geht mir um die Menschen und nicht um deren Regierung.

              Ich halte mich an die Weisheit, dass Reisen bildet und außerdem hilft, Konflikte zu verhindern.

              "Die Welt ist auch ohne solche Despoten-Reiche groß und schön genug um sie zu bereisen."

              Die meisten Urlauber werden kaum über die Zustände in einem Land oder deren Regime informiert sein, es sei denn das Land ist gerade in den Schlagzeilen oder es gint eindeutige Warnungen vom AA. Spanien war bis 1975 z.B. noch Diktatur und trotzdem schon ein bei den Deutschen beliebtes Urlaubsland.

              • Ja, so unterschiedlich können Standpunkte sein. Mancher kann halt die Realitäten um sich herum ausblenden - andere können das nicht.

                Ich wünsche Ihnen einen schönen Urlaub!

                • Abgesehen davon, dass es DIE EINE Realität nicht gibt (denn welche und wessen ist das?), frage ich mich, wer mehr ausblendet: Der, der dennoch in solche Länder reist und sich selbst ein Bild machen kann oder der, der einfach kategorisch ablehnt, nur weil ihm das Regime nicht passt (was ja mit der Bevölkerung und dem Leben vor Ort nun nicht unmittelbar etwas zu tun haben muss).

                  Lernen und verstehen wird nach meiner Auffassung immer derjenige mehr, der offen genug ist, die Dinge selbst erlebt und mit eigenen Augen schaut statt nur mit denen von anderen.

                  Mit Deinem sehr enggefassten Verständnis bleiben Dir viele Erlebnisse, wunderbare Orte, interessante Menschen komplett verborgen.

                  • Um zu "lernen und zu verstehen" war ich in der Schule. Genau deshalb verstehe ich Ihre Einstellung auch nicht. Haben Sie denn aus dem Geschichtsunterricht rein gar nichts gelernt? Muß es erst wieder passieren bis Sie begreifen wie eine Diktatur entsteht und was immer mit ihr einhergeht??

                    Ich habe türkische Freunde die mir aus erster Hand berichten können, was in der Türkei abgeht. Einige von denen trauen sich inzwischen nicht mehr dahin aus Angst verhaftet zu werden. Selbst hier in Deutschland werden die von Erdogan-Anhängern bedroht. Vor alledem verschließen Sie die Augen und werfen mir ernsthaft vor, ein "enggefaßtes Verständnis" zu haben? Nun, ich war bereits in der Türkei. Und das mehr als einmal. Ich war sehr beeindruckt von den Gegebenheiten dort. Aber das war zu einer Zeit, als die Werte des Staatsgründers Atatürk noch hochgehalten wurden und der Islam das war, was jede Religion auf dieser Welt eigentlich sein sollte: Privatsache, die nichts im öffentlichen Leben zu suchen hatte. Das war eine Zeit, in der jeder sagen konnte, was er dachte. Wir haben da mit ganz normalen Leuten z.B. über den Kurdenkonflikt gesprochen. Versuchen Sie das heute mal...

                    Im übrigen muß ich keine Diktatur am eigenen Leibe erleben um sie einordnen zu können. Allein das Wissen, daß unweit meines Urlaubsortes Menschen aus politischen Gründen jahrelang ohne Anklage im Gefängnis sitzen, kritische Medien geschlossen werden und die politische Opposition kurzerhand verhaftet wird würde bei mir keinerlei Urlaubsgefühle aufkommen lassen.

                    Die Türkei ist ein tolles Land mit vielen tollen Menschen und ich wünsche denen nur das Allerbeste. Ich würde unter normalen Umständen jederzeit wieder dort hinfahren. Aber nicht unter den jetzigen Gegebenheiten. Jeder Cent, den ich dort als Urlauber ausgeben würde, verlängert die Herrschaft des Unrechts dort. Das kann man sich einfach nicht schönreden.

                    Im Übrigen gibt es selbstverständlich nur EINE Realität. In wievielen leben SIE denn?

                    • "Um zu "lernen und zu verstehen" war ich in der Schule."

                      Und Theoretiker geblieben, wie ich annehme.

                      "Haben Sie denn aus dem Geschichtsunterricht rein gar nichts gelernt? Muß es erst wieder passieren bis Sie begreifen wie eine Diktatur entsteht und was immer mit ihr einhergeht??"

                      Jetzt wird es spannend. Diktaturen entstehen oder verlängern sich also dadurch, dass ausländische Besucher weiterhin das besagte Land bereisen? Offensichtlich bestätigt sich an Ihnen als Beispiel die Annahme, dass die Teilnahme am Unterricht noch kein Garant dafür ist, den Lehrstoff auch verstanden zu haben.

                      "Ich habe türkische Freunde die mir aus erster Hand berichten können,"

                      Als aufmerksamer Schüler wissen Sie aber schon, dass aus "aus erster Hand" trotzdem second hand information ist?

                      "Nun, ich war bereits in der Türkei. Und das mehr als einmal. Ich war sehr beeindruckt von den Gegebenheiten dort. Aber das war zu einer Zeit, als die Werte des Staatsgründers Atatürk noch hochgehalten wurden und der Islam das war, was jede Religion auf dieser Welt eigentlich sein sollte: Privatsache, die nichts im öffentlichen Leben zu suchen hatte. Das war eine Zeit, in der jeder sagen konnte, was er dachte. Wir haben da mit ganz normalen Leuten z.B. über den Kurdenkonflikt gesprochen. Versuchen Sie das heute mal..."

                      Na eben, versuchen Sie es doch mal.

                      Und wissen Sie was? Ich habe sogar Länder bereist, in denen der Islam nach wie vor als Staatsreligion eine große Bedeutung für das Gesellschaftsleben darstellt. Das hat weder meinen Reisegenuss geschmälert noch meine punktuelle Kritik an Religion, hier speziell am Islam beeinflusst.

                      Ich war (natürlich) auch schon in Ländern, die anderweitig weit davon entfernt sind, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit nach unseren westliche Maßstäben verkörpern. Ansonsten wäre das Auswahltableau der zu bereisenden Länder auch sehr begrenzt.

                      Es wundert mich allerdings nicht wirklich, dass Sie Ihre auf Zwergenmaß verengte Weltsicht nun auch mit latenter Islamophobie anreichern. Passt gut ins Bild.

                      "Im übrigen muß ich keine Diktatur am eigenen Leibe erleben um sie einordnen zu können."

                      Es geht gar nicht darum, Diktatur am eigenen Leib zu erfahren, wenn Sie dies bis hierhin noch nicht verstanden haben sollten. Es geht ausschließlich darum, ob man wegen der politischen Veränderung in der Türkei (oder analog einem anderen Land) nun dieses Land von der Liste von Reisezielen streichen soll. Ich sehe dazu keinerlei Veranlassung, es sei denn ich erliege einer sehr kleinmütigen Sicht auf das Ganze. Oder aber, und dafür habe ich ganz klar Verständnis, dass einem Reisenden Repressalien im Zielland drohen.

                      "Jeder Cent, den ich dort als Urlauber ausgeben würde, verlängert die Herrschaft des Unrechts dort. Das kann man sich einfach nicht schönreden."

                      Ach ja? Und (Urlaubs)boykott verkürzt eine Diktatur? Ich denke, Sie sollten sich dem Thema einmal ernsthaft widmen und beginnen können Sie mit diesem Artikel:

                      http://www.huffingtonpost.de/2017/03/08/tuerkei-urlaub-boykott_n_15234622.html

                      "Im Übrigen gibt es selbstverständlich nur EINE Realität. In wievielen leben SIE denn? "

                      Vorzugsweise in meiner. Und Sie in Ihrer. Macht schon mal zwei......

                      • "Jetzt wird es spannend. Diktaturen entstehen oder verlängern sich also dadurch, dass ausländische Besucher weiterhin das besagte Land bereisen?"

                        Selbstverständlich verlängern sie sich dadurch. Denn so kommt Geld in die Kasse der Diktatoren. "Es wundert mich allerdings nicht wirklich, dass Sie Ihre auf Zwergenmaß verengte Weltsicht nun auch mit latenter Islamophobie anreichern. Passt gut ins Bild."

                        Latente Islamophobie? Na klar, daß sowas von Leuten mit Ihrem Weltbild sofort in die Diskussion eingebracht wird. Sorry, aber mit derart armseeligen Versuchen vom Thema abzulenken brauchen Sie mir echt nicht zu kommen. Ich habe kein Problem mit dem Islam. Eher mit Religionen an sich...

                        "Es geht gar nicht darum, Diktatur am eigenen Leib zu erfahren..."

                        Doch, genau darum geht es.

                        "Es geht ausschließlich darum, ob man wegen der politischen Veränderung in der Türkei (oder analog einem anderen Land) nun dieses Land von der Liste von Reisezielen streichen soll. Ich sehe dazu keinerlei Veranlassung, es sei denn ich erliege einer sehr kleinmütigen Sicht auf das Ganze. Oder aber, und dafür habe ich ganz klar Verständnis, dass einem Reisenden Repressalien im Zielland drohen."

                        Und genau diese Einstellung ist so verachtenswert. Die Einwohner selbst dürfen geknechtet, unterdrückt, gefoltert und was weiß ich nicht alles werden. Solange SIE "tolle, interessante Menschen und Orte" besuchen können um Ihren Horizont zu erweitern. Aber Repressalien gegen SIE und Sie haben plötzlich Verständnis dafür, das Reiseziel zu meiden? Wie gesagt: verachtenswert! "Im Übrigen gibt es selbstverständlich nur EINE Realität. In wievielen leben SIE denn? " "Vorzugsweise in meiner. Und Sie in Ihrer. Macht schon mal zwei......"

                        Man merkt wirklich, daß Sie in einer eigenen Realität leben. Ich denke, das Thema ist auch ausdiskutiert. Insofern wünsche ich Ihnen noch viele erholsame und den Horizont erweiternde Urlaube.

                        Viele Grüße

Top Diskussionen anzeigen