Wohin soll man nun Herrn Gauland entsorgen?

Wohin soll man nun Herrn Gauland entsorgen?

    • (1) 28.08.17 - 23:10

      Nachdem Alexander Gauland, Spitzenkandidat der (gewünschtes bitte selbst wählen)
      rechtsextremen
      rechtspopulistischen
      NSDAP-Nachfolgepartei
      folkloristischen Polit-Querschläger
      zukünftigen Partei des Reichskanzlers

      Alternative für Deutschland, Ihm missliebige Deutsche in Anatolien entsoregn will, stelle ich mir die Frage, wo will man Alexander Gauland entsorgen. Schliesslich hat der alte Zausel sein Mindeshaltsbarkeitsdatum bald erreicht.

      Was denken andere? Wo wünscht man den Mann entsorgt?

      Zunächst einmal:

      Die Äußerung der Integrationsbeauftragten des Bundes (!) ist unterirdisch und verlangt eigentlich nach sofortigem Rücktritt. Das macht die Wortwahl von Gauland allerdings keinen deut akzeptabler. Auch er sollte nach dieser Entgleisung direkt seinen Rücktritt bekanntgeben. Das ist auch mit dem derzeitigen Wahlkampf nicht zu entschuldigen. Gewisse Umgangsformen sollten schon gewahrt bleiben. Das scheint aber immer mehr Protagonisten schwer zu fallen (siehe auch die Diskussion um die "Nazi-Schlampe" Weidel).

      Die Diskussionskultur in diesem Lande hat mittlerweile das Niveau des Marianengrabens erreicht. Und das gilt ausdrücklich für alle Beteiligten beider Seiten.

      • Ich für meinen Teil finde es viel erschreckender, dass ein Kommentar wie der von Herrn Gauland öffentlich in diesem Lande geäußert werden kann, ohne Folgen zu befürchten.
        Eine "Entgleisung" ist das schon nicht mehr.

        • Ich für meinen Teil bin froh in einem Land leben zu dürfen, in dem man (fast) alles sagen kann, ohne Folgen befürchten zu müssen.

          Ich werde mich auch gewiss nicht auf das Niveau andere Leute herablassen und irgendeine "Entsorgung" Leuten fordern, gleich welcher politischer Grundeinstellung.

          • Dem stimme ich zu.

            Das wichtigste Wort in deinen Beitrag: fast!
            Hier ist doch eine Grenze überschritten, was mit freier Meinungsäußerung und Pressefreiheit nichts mehr zutun hat.
            Ist aber offenbar Einstellungssache.

            Wenn ich von entsprechenden Folgen rede, denke ich nicht an Peitschenhiebe oder 14 Tage hungern.
            Sondern an eine Strafanzeige und Geldstrafe.
            Die Würde des Menschen sollte doch geschützt werden.
            (aber man kann meinen Kommentar auch anders verstehen um zu kritisieren.)

            • Hallo eva-lotta!

              Genau das ist die Problematik heute. Was für den einen noch akzeptabel ist, das kann der andere als Affront auffassen und nach Strafen rufen. Wer soll denn da die Grenze festlegen? Das wird in einer wirklich freien Demokratie schlichtweg unmöglich sein. Es sei denn, man erklärt die eigene Auffassung als allgemeinverbindlich.

              Es ist in diesem Lande anscheinend in Vergessenheit geraten, daß zu einer wirklichen Demokratie auch immer die Achtung anderer Personen und auch deren Meinungen gehören. Die beiden Lager schaukeln sich immer weiter hoch. Die Sprache (und auch die Aktionen) werden immer militanter. Politiker in hohen (teilweise den höchsten) Ämtern haben keinerlei Respekt mehr vor der eigenen Bevölkerung und beschimpfen diese wahlweise als "Pack", "Pöbel" oder "Wutbürger" - immer mit dem Ziel, andere Meinungen als unakzeptabel, lächerlich oder gar unanständig zu brandmarken.

              Wir müssen - wenn unser Gesellschaftsmodell erfolgreich sein soll - andere Meinungen aushalten. Egal wie abstrus oder irrsinnig sie auch erscheinen mögen. Wenn wir zulassen, daß "Schmähgedichte" gegen einen unbestritten höchst gefährlichen Despoten im Fernsehen verbreitet werden - oder daß die Vorsitzende einer zugelassenen deutschen Partei (egal für wie moralisch verwerflich man diese auch immer halten mag) unter dem Deckmantel der "Satire" als "Nazischlampe" bezeichnet werden darf - dann sind wir in meinen Augen auf einem höchst gefährlichen Weg.

              Insofern: Sie haben vollkommen recht! Die Würde des Menschen sollte immer geschützt werden. Und zwar die jedes Einzelnen. Unabhängig von Alter, Geschlecht oder politischer Einstellung. Grade das unterscheidet einen demokratischen Rechtsstaat von einer Diktatur. Und sei es auch nur eine Diktatur der vorgeblich "Anständigen".

              • Hallo,
                nein, meine eigene Auffassung halte ich nicht für allgemeinverbindlich.
                Das ist auch gut so. Ich wäre die falsche Person um entsprechende Entscheidungen zu treffen, da ich weder einen neutralen, noch emotionslosen Standpunkt in dieser Thematik besitze.

                Aber dafür haben wir ja den Rechtsstaat.

                Ich teile ihre Meinung, dass es Menschen in der Politik möglich sein sollte, sich auszudrücken und zu diskutieren ohne seinen Gegenüber zu beschimpfen.
                Eine Vorbildfunktion sollte noch erfüllt werden.
                Die Mehrheit der Politiker benutzen ja auch eine anständige Ausdrucksweise und lassen sich nicht provozieren.
                Ich gestehe ihnen aber auch menschliche Ausrutscher zu.

                Allerdings sehe ich einen Unterschied zur Satire (auch wenn es nicht meinen Humor trifft).

      Hallo, warum sind diese Äußerungen unterirdisch. Ich finde, sie hat recht.
      Ich muss immer sehr lachen über die Diskussion der Leitkultur. Ich komme aus Bayern, da wird die Leitkultur ja auch sehr groß geschrieben. Jeden Tag Bier trinken gehört hier auch zur Kultur. Dass das Bier ursprünglich auch Babylonien (Arabien) stammt, wäre für viele Leitkulturbayern ein wahrer Schock, den sie nie und nimmer überwinden könnten. Der vielgepriesene Katholizismus in Bayern kommt übrigens aus Irland. Der Stamm der Bayern ist eine Vermischung aus Römern, Kelten, Langobarden, Ostgoten, germanischen Söldern etc.
      Und das Beste fehlt noch. Weißt Du, wer die Bierzelte erfunden haben: Die Türken. Ohne Türken keine Wiesn, die ja auch zu unserer Leitkultur gehört.
      Insofern, hat die Integrationsbeauftragte meiner Meinung nach vollkommen recht.
      LG Leah

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