Geht es nur mir - es ist Wahl und keiner merkt es!

    • (1) 07.09.17 - 18:29

      Heute schlenderte ich da mein schöner Mini beim Kundendienst ist per pedes zu Feinkost Lidl. Auf dem Weg dorthin sprang mich dann ein doch recht vereinsamtes Wahlplakat einer der zur Wahl stehenden Partei an. Irgendwie war ich doch darüber etwas überrascht, weil mir der Wahlkampf in diesem Jahr irgendwie mehr als Lahm vorkommt. Keine Visionen und großen Ziele. Keine Sterbenswörtchen über die ca. 8 Mio. Beschäftigten in prekären Arbeitsverhältnissen, die drastisch gesunken Renten ab 2030 die die meisten Rentner in die Grundversorgung treten wird. Ein ständig abnehmendes Gesundheitssystem bei gleichzeitig steigenden Beitrags- und Zusatzzahlungen. Sinkende Löhne und Gehälter bei steigenden Mieten und Eigentumspreisen, trotz angeblicher (fast) Vollbeschäftigung.

      Kommt mir das nur so vor oder geht es euch auch so???

      • Renten, Löhne, Arbeitsverhältnisse, Gesundheitssystem, Soziale Ungerechtigkeit.... Wen interessiert denn sowas? Deutschland hat viel größere Probleme. Offene Grenzen, den Euro und die Flüchtling! Wenn die erstmal weg sind dann geht es den Deutschen wieder gut.:-)

        • Na Du bist ja ein Optimist. Wie kommst du darauf?

          Also, wenn das Sarkasmus ist, hätte es von mir sein können.

          Ich hatte wirklich den Eindruck, dass ein Teil der Bevölkerung kräht, "aber die Flüchtlinge" sobald man sich anderen Themen zuwendet. Die haben echt gar keine anderen Sorgen mehr, was einen rätseln lässt, warum sie dann so einen Hass auf alles kultivieren, was sich ihrer Meinung nicht anschließt.

          Gruselig.

      Hallo,

      ich finde, dass SPD und CDU zu einem Einheitsbrei verschmolzen sind und man gar nicht mehr wirklich weiß, wer für was steht. Da beide regieren, müssen sie sich ja toll finden, d.h. es finden gar nicht wirklich inhaltliche Debatten statt.

      Die CDU ist so weit nach links gerückt, dass ein großer Teil ihrer Stammwähler eigentlich nicht mitziehen kann. Ein Teil davon wird sie mangels Alternativen trotzdem wählen, der andere Teil wird zur AFD abwandern. Ein Freund von mir ist bei der Bundeswehr und schüttelt immer über Frau vdL den Kopf, die halt alles ist, nur kein wirkliches Talent, eine Truppe zu leiten. Mit ihrer unbedachten (und unprofessionellen) Äußerung ist viel Porzellan zerbrochen. Dann gibt es noch ein paar Witzfiguren (zu denen zähle ich persönlich Andrea Nahles) und dann gibt es Minister wo keiner so wirklich weiß, was gemacht wird. Bei uns auf der Dort (und vermutlich auch anderswo #schein) ist es auch so, dass sich viele "kleine Leute" nicht von der SPD vertreten fühlen und z.T. ebenfalls mit der AFD liebäugeln.

      Die sind ... na ja ... nicht wirklich wählbar, einfach, weil sie es schon nicht schaffen, sich von Leuten wie Höcke zu distanzieren. Sie werden aber ein gutes Ergebnis bekommen (gerade bei uns auf unserem konservativen Dorf hatten sie in der letzten Landtagswahl über 25% - obwohl sie niemand wählt #schein). Ich hoffe, dass die AFD als Oppositionspartei einen guten Job machen wird. Irgendwie fehlt es an Opposition.

      Bei den Grünen fragt man sich mitunter, ob die vielleicht feindlich unterwandert wurden, oder von Aliens entführt. Was sehr schade ist, weil einige Aspekte, v.a. Umweltschutz wirklich gut sind. Aber das Gesamtpaket ist irgendwie realitätsfremd. Genauso die Linken. Die sind Phantasten.

      Das Ende vom Lied ... Queen Angela wird weiterregieren, in der GroKo, ohne Opposition, auf einem links-rechten Mischmaschkurs. Alle sind irgendwie frustriert, aber niemand ist überrascht. Von daher weiß man schon, wie' s ausgeht und niemanden interessiert es.

      GLG
      Miss Mary

    Seien wir doch mal ehrlich.
    Für die meisten ist eine Wahl ( egal ob Bundestag, Landtag etc. ) eh zu einer Art Routine geworden, ähnlich wie Auto fahren usw.

    Es ist doch eh meist der gleiche Ablauf:

    - Versprochen wird viel und gehalten wird wenig

    - meist kommt eine Koalition raus die es schon oft gab und was neues ist nicht drin.

    Etc.


    Daher wird es für viele unerheblich, was auf Wahlplakaten steht und was in TV-Duellen rumkommt.

    Gruß Andy

    Hallo,

    ich gebe zu, dass ich noch nie in meinem Leben einer bevorstehenden Wahl so gleichgültig gegenüber gestanden habe wie dieser. Und das hat nichts mit einer zunehmenden Politikverdrossenheit im Alter zu tun, sondern einfach mit einer Distanz zu Inhalten, mit denen man zwar meinetwegen aktuellen Wahlkampf betreiben kann, was letztlich auch nur den Mief von "die Sau durch's Dorf treiben" aufweist, wohingegen Themen, die weniger populär, aber durchaus relevant wären, schlichtweg vernachlässigt werden. Trotz Lektüre einschlägiger Parteiprogramme, die sich natürlich schon an einer politischen Grundhaltung orientiert, fällt das Angebot, was mir die Parteien machen, derartig dürftig aus, dass ich erstmalig dazu neige, wie früher in Prüfungen den Waschzettel durchzustreichen, da die Antwort tatsächlich lautet
    "weiß ich nicht"

    LG

    (11) 08.09.17 - 07:37

    Eventuell solltest du die gefühlte Ödnis angesichts bevorstehender Bundestagswahlen als gutes Zeichen nehmen. Du sitzt lässig in der Komfortzone und im Grunde geht es Dir eigentlich gut.

    Offensichtlich geht es den meisten Menschen so und man jammert über vieles auf hohem Niveau. Trotz sicherlich zahlreicher Aufgaben, Herausforderungen und Defiziten, die es ohne Zweifel gibt.

    • Hallo,

      meinst du, das Ergebnis, welches für die AfD erwartet wird, ist Symbol einer Wohlstandspolitik?

      LG

      • In gewisser Hinsicht ja. Demokratie, Freiheit, Frieden usw scheinen für manche so selbstverständlich zu sein, dass man getrost behaupten kann, man lebe in einer Diktatur DDR 2.0.

        Wenn es dem Esel zu blöde wird, geht er auf's Eis.

        • Hallo,

          achso, ja unter diesen Aspekten verständlich. Ansonsten, tja schwierig. Ich hab nun in den letzten Monaten oft schon von Personen gelesen/gehört, die deshalb gedenken, AfD zu wählen, dass sie wirklich der Ansicht sind, es gebe Missstände in diesem Land, welche derzeit nur von der AfD benannt würden, weshalb man diese Partei wähle, ohne die politische Einstellung bzw. Orientierung zu teilen.

          Finde das durchaus bedenklich und gefühlt doch durchaus mehr als reine Protestwählerschaften...
          LG

          • Es zeigt vor allem, dass Geschichte sich - in gewisser Hinsicht - jederzeit wiederholen kann.

            Vor allem wenn sich bei durchaus berechtigter Kritik, z.B. beim großen Meta-Thema soziale Gerechtigkeit, auch völlig irrationale Sichtweisen und Wahrnehmungsverzerrungen zu einem diffusen Brei vermischen, bei dem am Ende Demokratiemüdigkeit als verstörendes Ergebnis herauskommt.

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