Gedanken(anstoß) vor der Wahl

    • (1) 21.09.17 - 22:09

      Heute musste mein Auto für eine Stunde in der Werkstatt. Das Wetter war schön und da die Werkstatt am Stadtrand liegt, hatte ich nicht viel Möglichkeiten, die Stunde zu überbrücken. Ich entschied mich in den Stadtpark zu gehen. Als meine beiden Jungs noch klein waren, war ich ganz oft dort, toller Spielplatz, wunderschöne Anlage mit vielen Sitzmöglichkeiten, Teich, Enten, nettes Cafe. Nun holte ich mir heute in der Bäckerei einen Kaffee und wollte mich in den Park setzen. Da in der Nähe eine Erstaufnahme für Asylbewerber ist, hörte ich, dass der Park seit längerem hauptsächlich von ausländischen Mitbürgern besucht wird. Und so war es auch. Überall Menschen, die ich nicht verstand, die Bänke durchgehend besetzt. Ausser eine...auf ihr standen eine Dose Cola, O-Saft, eine Tafel Schoki und noch ein paar Kleinigkeiten. Und daneben saßen 2 junge Kerle auf der Wiese, nicht viel älter als meine Jungs, und hörten Musik, die sich sehr, ich sage mal ungewöhnlich anhörte. Irgendwie fühlte ich mich als Frau unwohl, es waren halt hauptsächlich Männer im Park. Aber dann sagte ich mir, Schwachsinn...was soll schon passieren. Ich setzte mich also auf diese Bank, trank meinen Kaffee, simste ein bisschen, schloss die Augen, genoss die Sonne und schaute mir die Menschen zwischendurch auch immer wieder an. Menschen wie du und ich! Menschen, die in ein fremdes Land flüchteten, aus Angst um ihre Familie, aus Angst um ihr eigenes Leben, aus Angst vor Vergewaltigung und Mord. Und während ich so überlegte hörte ich auf einmal ein leises "sorry". Ich schaute in 2 strahlende Augen und bekam eine Tafel Schoki vor die Nase gehalten mit der Frage "do you want?". Das war wirklich ein magischer Moment für mich. Und ich habe das Bedürftnis, die Menschen zu sensibilisieren und ihnen ans Herz zu legen, dass sie sich ganz genau überlegen sollen, wo sie ihr Kreuzchen machen. Im Alltag habe ich nicht viel mit Asylbewerbern zu tun und auch ich bin besorgt bzgl. der Medienberichte und der Entwicklung. Man liest soviel Schlechtes. Aber man sollte sich wirklich vor Augen halten, dass die Mehrheit dieser Menschen aus Angst geflüchtet ist, das würde jeder von uns auch so machen! Und die meisten sind auch froh, wenn sie wieder in ihre Heimat zurück können. Für mich habe ich nach heute jedenfalls entschieden, nicht nur neben diesen Menschen zu leben und ihr Ankommen zu akzeptieren, sondern ihnen auch die Hand zu reichen! Mein Kreuzchen stand schon vor diesem Erlebnis fest, aber vielleicht bewirkt es bei dem ein oder anderen, das Ganze nochmal zu überdenken. Schönen Abend noch!

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