Einwanderung nach kanadischem Vorbild

    • (1) 26.09.17 - 19:25

      In einem anderen Beitrag hier habe ich gelesen, dass in Kanada kriminelle Einwanderer sofort abgeschoben werden. Das finde ich super! Warum haben unsere Politiker nicht mal solche guten Ideen?

      Jeder Wähler würde das sehr gut verstehen und würde dann eine vernünftige Partei wählen.

      Von mir aus kann man auch jemanden abschieben, der schon viele Jahre hier lebt, aber keinen deutschen Pass hat und bei einer Straftat muss er eben weg.

      Würde man sowas umsetzen, würde man sehr viele Leute wieder auf die richtige Richtung bringen, sprich sie würden eine vernünftige Partei wählen.

      Ich habe das Stichwort kanadisches Vorbild nur mal vom Lindner in einer Talkshow gehört und da ist er war nicht darauf eingegangen, dass man bei Straftaten sofort wieder raus aus Deutschland ist.

      Warum gibt es das bei uns nicht? Wäre das nicht mal ein Weg in die richtige Richtung?

      • "Jeder Wähler würde das sehr gut verstehen und würde dann eine vernünftige Partei wählen."

        Ich würde es nicht verstehen. Strafttäter gehören hier bestraft denn sie sind hier straffällig geworden.

        Diese Monstranz "Abschiebung", um die mittlerweile alle Parteien wetteifern, ist doch Sand in die Augen von allzu gutgläubigen Wählern gestreut. Als kurz vor der Wahl acht (8!) afghanische Straftäter medienwirksam in ihre Heimat abgeschoben wurden, für rund 300.000 Euro Kosten, konnte man nach der Abschiebung nicht einmal sagen, ob die jetzt für die hier begangenen Taten in Afghanistan auch bestraft werden. Die sind dann nach einer paar Wochen oder Monaten wieder hier in Europa, allerdings dann wirklich als Illegale und im Untergrund.

        Als wenn Abschiebung die Probleme löst.

        Sie gehören hier bestraft und nach der Verbüßung der Strafe kann, je nach Delikt, immer noch abgeschoben werden.

        Mal abgesehen davon, dass Afghanistan kein sicheres Herkunftsland ist oder es mit anderen Ländern keinerlei Abschiebeabkommen gibt.

        • Aber warum funktioniert es dann in Kanada? Weißt du darüber mehr? Warum soll er denn hier bestraft werden, das kostet ja auch Geld. Ich muss das mal genauer recherchieren, wenn in Kanada dies funktioniert, warum soll es dann hier nicht auch funktionieren.

          • Nach Kanada einzureisen ist schon schwieriger. Geht nur über die USA oder über zwei Ozeane, respektive über internationale Airports.

            Deutschland hat bedeutend mehr Außengrenzen zu anderen Ländern. Da verrät schon der Blick auf die Weltkarte, dass diese Länder in diesem Punkt nur schwer miteinander zu vergleichen sind. Deutschland liegt mitten in Europa und kann alleine eigentlich kaum wirklich Wirksames in die Wege leiten, wenn die Nachbarn nicht mitspielen.

            Ich bin gegen Grenzschließungen aber wir brauchen das, wogegen sich die Rechten stets wehren: Mehr Europa, mehr gemeinsame Sicherheitspolitik, ein gemeinsames Datennetz, auch die auch Kommunen und die Bundesländer zugreifen können.

            Europa braucht ein gemeinsames Zuwanderungsgesetz und eine gemeinsame Asylpolitik. Letzteres nach deutschem Vorbild. Nicht nur in Deutschland sinken die Geburtenraten. Insgesamt wird der Kontient immer älter und schrumpft hinsichtlich seiner Einwohner. In 50 Jahren werden rund 60 Millionen weniger Menschen in der EU leben. Gleichzeitig werden sich in Afrika und Asien immer mehr Menschen auf den Weg machen. Selbst wenn wir eine Menge investieren um den Lebensstandard in den Entwicklungsländern anzuheben, es werden in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren erst einmal mehr als weniger Menschen kommen.

            Man kann sich bestimmt Know How von den Kanadiern hier und da holen. Als Blaupause allerdings für Europa oder gar Deutschland dient es meiner Meinung nach nicht.

            • Okay, mit den Grenzen ist das hier natürlich eine Herausforderung. Aber du wirst niemals ein so einheitliches Europa hinbekommen, wo alle Länder in Sachen Einwanderungsgesetz zusammenarbeiten. Schau dir Polen und Ungarn an.

              Ich finde die Idee, dass es ein Privileg ist hier zu sein, nicht schlecht. Und dieses Privileg kann man sich auch verspielen. Natürlich ist das mit den Grenzen eine schwierige Situation.

              Aber was hältst du von folgender Idee: Jemand, der ein Straftäter geworden ist, muss Deutschland verlassen und verliert somit auch jegliches Recht sich in Europa aufzuhalten.

              Europa bedeutet in diesem Fall dann alle europäischen Ländern, die sich auf diese Handhabe einigen können.

              Falls der Straftäter jedoch aus einem dieser europäischen Länder kommt, dann muss er eben in jenes Land zurückgehen.

              Falls es außerhalb von Europa liegt, so muss er Europa gänzlich verlassen. Und hierzu kann man ja die Daten über diesen Straftäter in ganz Europa austauschen.

              Es würde also genügen in einem europäischen Land straffällig zu werden um dann sich komplett Europa zu versauen, auf deutsch gesagt.

              Und wegen Abschiebung. Wenn ich aus einem Land komme und habe den Pass aus diesem Land, wieso kann ich da nicht dorthin zurück? Kann mich mein eigenes Vaterland etwa ablehnen? Wenn ja, dann müsste man das dringend ändern.

              • Warum soll ein Strafttäter abgeschoben und nicht hier bestraft werden? So wie jeder Straftäter?

                Die EU hat mehr als 14.000 Aussen- Landgrenzen plus 48.000 km Küsten, direkte Nähe zu Afrika und Asien. Wie willst Du da sinnvoll schützen, selbst wenn man wieder Grenzkontrollen einführt?

                Nochmal: Europa ist nicht Kanada oder gar Australien.

                Und warum glaubst Du, dass ein afghanischer Sexualstraftäter in seiner Heimat, einem, was die Justiz anbelangt, nach unseren Maßstäben, wenig entwickletem Land, ùberhaupt bestraft wird und sich nicht gleich wieder auf den Weg macht?

                Natürlich kann man abschieben, wenn man die Herkunft kennt und das Land ihn zurücknimmt. Es muss das aber nicht, es sei denn, es gibt explizite Abkommen. Warum auch sollte ein Land einen straffälligen Landsmann zurücknehmen.

                Diese Abschiebediskussion ist in meinen Augen Augenwischerei.

                Über die weiteren juristischen Hürden will ich mich erst gar nicht auslassen.

          Hallo,

          ich denke auch, wird ein Straftäter immer wieder abgeschoben, kommt er auch irgendwie immer wieder. Ich sehe da eine große Gefahr. Wird er hier bestraft, ist er "vom Markt". Allerdings muss hier dringend ein Weg gefunden werden, Straftäter sofort zu bestrafen. Das ganz hin und her, einreisen, ausweisen, wieder einreisen, legal, illegal...hier muss genauer geschaut werden und sofort bestraft werden.

          LG

      "Die sind dann nach einer paar Wochen oder Monaten wieder hier in Europa, allerdings dann wirklich als Illegale und im Untergrund.

      Als wenn Abschiebung die Probleme löst.

      Sie gehören hier bestraft und nach der Verbüßung der Strafe kann, je nach Delikt, immer noch abgeschoben werden."

      Naja, die Einreise von Afghanistan aus kostet auch schon ein paar Afghani und ich bin mir nicht so sicher, ob die Familienangehörigen das Geld noch mal vorschießen.

      Und überdies: Löst denn ein hiesiges Gefängnis die Probleme? Integration im Knast??

      Ich weiß ja auch nicht, ob und welche Probleme durch Abschiebungen gelöst werden, aber ich frage mich schon auch mal, warum dass denn tatsächlich so unmöglich ist oder ob wir's da nur mal wieder besonders kompliziert machen, so dass solche Aktionen am Ende so teuer werden...

      • Zunächst einmal dient eine Gefängnisstrafe nicht primär der Integration sondern der Verbüssung von einer an der Gesellschaft begangenen Schuld.

        Da eine Strafe hier begangen wurde, sollte auch hier bestraft werden. Und danach, auch das habe ich gesagt, kann man immer noch eine Abschiebung erwägen.

        Es ist müssig, darüber zu diskutieren, warum Abschiebung scheinbar so schwer ist. Jeder Fall bedarf einer individuellen Prüfung. Und bei den allerwenigsten Menschen, die eigentlich abgeschoben werden könnten, ist der Grund kriminelles Verhalten. Und noch weniger sind Schwerkriminelle, also solche, die wegen Mord, Raub oder Vergewaltigung angeklagt sind. Schon von daher wird das Thema Kriminelle und Abschiebung mit unverhältnismässig starker Präsenz hochgehalten. Auch bedingt durch die AfD, die sogar bei Bagatelldelikten wie "Grapschen" sofortige Abschiebung fordert. Allein schon aus finanziellen Gründen totaler Irrsinn.

        Die überwiegende Mehrzahl derer, die kein dauerhaftes Aufenthaltsrecht erhalten sind nicht kriminell und können aufgrund individueller Ablehnung trotzdem nicht oder nur schleppend abgeschoben werden. Diese Menschen "profitieren" von unserer Gesetzgebung, die auch aufgrund unserer jüngeren Geschichte, rigoros die Menschenrechte in den zentralen Fokus der Betrachtung rückt.

        Andere Länder nehmen da keine so genaue Prüfung vor und deswegen geht es scheinbar schneller.

        Allerdings wird Abschiebung immer sehr viel Geld kosten plus Zahlung an eine Reihe von Ländern, dass die diese Menschen überhaupt einreisen lassen bzw. ihnen einen Pass ausstellen. Das erwähnen die Rechten, die da diesem Heilsglauben an Abschiebung unreflektiert nachäffen, selbstverständlich nicht.

        Meine Meinung ist derzeit sicher nur schwer mehrheitsfähig aber Menschen, die nun einmal hier sind (und mit hier meine ich Europa gleichermaßen wie Deutschland) und keine Aufenthaltsberechtigung haben aber glaubhaft integrationswillig sind, die Sprache lernen und Berufe erlernen wollen, für die wir in Europa einen großen Bedarf haben, die sollten trotzdem hier bleiben können. Auch wenn nach dem Asylgesetz kein Grund besteht. Allerdings kann das nur gesamteuropäisch gestemmt werden innerhalb einer gemeinsamen Gesetzgebung.

Das seh ich genauso, aber für viele bist du dann trotzdem rechts, denn wohin soll man denn diese armen Kriminellen denn abschieben, wenn in ihren Ländern Krieg ist oder ihre Länder sie nicht mehr aufnehmen will?

Wenn ich hier mitbekomme, wieviel Leute kriminell werden, die normalerweise schon längst abgeschoben werden sollten, sorry, da könnt ich k.....!
Und dann gehen sie in unsere "Luxusgefängnisse" und wer zahlt das? Genau, die dummen Steuerzahler........und wie ich befürchte, wird sich daran auch in den nächsten vier Jahre nichts ändern:-[

Hallo,

ich bin mir nicht sicher, aber ich denke einmal, dass es dafür rein formal juristisch alleine schon eine Änderung im Grundgesetz benötigte (Art. 3).
Schließlich ist dies zu fordern wohingegen deutsche Mitbürger nach deutschem Recht bestraft würden im juristischen Sinne eine Form der Diskriminierung bzw. Verstoß gegen das Grundgesetz (Gleichheitsgrundsatz).
Insofern ist das nicht so einfach.

Ich halte das auch für den falschen Ansatz, abseits jetzt von juristischer Fachsimpelei.

LG

Ich halte das auch für den falschen Ansatz. Vor dem Gesetz sollten alle gleich sein. Wieso soll man Ausländer anders bestrafen werden, als Deutsche?

  • Man bestraft sie ja gerade nicht, sondern sagt einfach, sorry, mit einem solchen Verhalten wollen wir euch nicht unserem Gemeinwesen haben.

    Wenn Besuchskinder bei uns über die Maßen durchdrehen, dann würde ich auch keinen Gleichheitsgrundsatz anwenden, sondern riefe bei deren Eltern an und sagte, sorry, heute harmoniert das leider nicht so, könnt Ihr die mal bitte abholen?

    • Mal angenommen bei diesen Besuchskindern ist niemand Zuhause, draußen stürmt und hagelt es. Würdest du die Besuchskinder einfach vor die Tür setzen, weil sie sich daneben benehmen?

      Aber der Vergleich hinkt sowieso.

      Integration kann niemals funktionieren, wenn wir nicht von vornherein alle gleich sind. Wenn wir anfangen in Kategorien wie "Wir" und "Die" einzuteilen, dann müssen wir uns nicht wundern, dass Menschen sich nicht zu uns gehörig fühlen, unsere Werte und unsere Kultur für sich nicht annehmen.

      Ganz abgesehen davon, dass Verbrechen die hier in Deutschland begangen werden auch nach deutschem Recht bestraft werden müssen. Das ist die Pflicht unseres Rechtsstaates.

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