Ist Erben gerecht?

    • (1) 01.10.17 - 22:47

      Zu dem u.s. Thema BGE ließe sich die nächste, auch etwas utopische Frage stellen, die ebenfalls mit der ungleichen Vermögensverteilung in direktem Zusammenhang steht: ist Erben eigentlich gerecht? Zumindest große Erbschaften?

      Ist das Vererben von Macht, und nichts anderes sind ja große Vermögen, nicht etwas völlig anachronistsches? Zumal sie unserem Leistungsprinzip krass widerspricht?. Geburt ist Glück aber kein Verdienst, schon gar keine Leistung.

      Müsste man in der Folge nicht grosse Erbschaften viel höher besteuern? Mindestens 50 oder 60%? Wäre auch eine weitere Einnahmequelle für die Finanzierung eines wie immer vorstellbaren BGE.

      Das Vererben ist sicher so alt wie Menschheit selbst und fusst auch sicher in dem Wunsch, dass Eltern ihren Nachkommen etwas mitgeben. Daher spreche ich hier auch nicht von z.B . Omas Häuschen, sondern von Vermögen von 10, 50 oder 500 Millionen, egal ob bar, Immobilien, Kunst, Schmuck oder Betriebsvermögen.

      Dass gerade die sich aus grossen Vermögen ergebenden Kapitalerträge nicht an den persönlichen Einkommenssteuersatz gekoppelt sind, verschärft das Asueinanderdriften in der Vermögensverteilung zusätzlich.

      • persönlich finde ich das die Steuer eher weniger werden soll, die Vorfahren der Erden haben sich das Vermögen aufgebaut, Steuern gezahlt, viel Arbeit und Zeit reingesteckt, daher ist es einfach nur gerecht das dass die Nachfahren erhalten ohne gr Verluste und nicht der Staat sich daran bereichert ...

        • Der kritische Punkt dabei ist, dass Geld sich ab einer gewissen Menge automatisch vermehrt. Die Mengen an Geld, die sich so ansammeln, stehen dann in keiner Relation zu der Arbeit, die dafür getan wurde.

          Da Geld nicht unendlich ist, ist das Geld, steht das Geld, dass sich automatisch ansammelt, der Wirtschaft nicht mehr zur Verfügung.

          Der Staat bereichert sich (im Gegensatz zu den Erben) ja auch nicht einfach, sondern er nimmt Geld ein, um das Gemeinwesen zu finanzieren. Die Haupteinnahmequelle ist derzeit die Umsatzsteuer, die geringe Einkommen besonders belastet, dem folgt die Lohnsteuer, also alle, die angestellt sind. Erst danach kommen andere Steuerarten.

          Da wäre schon Nachjustierung sinnvoll, meine ich.

          Abgesehen von Gerechtigkeit, muss man sich die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, dass wenige immer mehr haben und ein Grossteil überhaupt kein Vermögen und auch nicht die Möglichkeit, welches zu bilden.

          Wenn man davon ausgeht, dass viel Geld auch Macht bedeutet, dann haben wenige sehr viel Macht, auch Gestaltungsmacht die Masse hat gar keine.

          Kritiker des Erbens sagen, dass die Tochter oder der Sohn reicher Eltern schon zu deren Lebzeiten einen bedeutenden strategischen Vorteil haben. Die Eltern können es sich leisten, ihre Kinder auf Eliteschulen und -Hochschulen zu schicken, was die wiederrum schon für bessere Posten qualifiziert, für mehr Einkommen und damit für mehr Vermögensbildung. Kinder von Eltern ohne Vermögen und mit nur kleinen Einkommen können das nicht. Und so ist es nicht verwunderlich, dass in den Spitzenpositionen deutscher Unternehmen zu 90% Absolventen von Elitenschulen sitzen und häufig deren Eltern schon sehr vermögend waren.

          • tja so ist, ich nenne es karma, man wird halt reich geboren oder arm ...hört sich fies an, ich weiß, aber ganz ehrlich , gerecht kann es doch nur sein wenn es jedem einzelnen Menschen auf dem Planeten gut geht, es kein Krieg mehr gibt, kein Geld, alles gerecht verteilt wird...dann kann man von recht und unrecht sprechen aber so ...sollte man nicht neidisch auf die schauen deren vorfahren etwas erreicht haben sondern zusehen dass man selber , nicht noch ärmere ausbeutet ... das tut fast jeder tagtäglich, weil er nicht über die Auswirkung seines handeln nachdenkt ...

            ...zum anderen ist es so zumindest in unserer Welt, unserem Land das viele mit der Einstellung durchs leben gehen, dass man nichts wird ohne geld, vertrau aufs Universum und du bekommst das was dir zusteht, hör auf dein Gefühl und du erreichst deine Ziele, rede nicht alles schlecht oder schön, schaue auf die andere Seite der Medaille und glaube ans Licht, mit dieser Einstellung bin ich und meine Familie weit gekommen im leben, stillstand und Machtlosigkeit ist nur dann vorhanden, wenn man stur bleibt und auf die Zeichen nicht achtet ...

            • Dein Glauben an Karma oder göttliche Fügung erstezt leider nicht ökonomisches Fachwissen.

              Nicht Gott hat die Welt ungerecht emacht sondern Menschen.

              Aber es natürlich viel bequemer, dem Schicksal alleine die Verwerfungen anzulasten.

              Gerade bei Dir finde ich diese Argumenation umso fragwürdiger. An anderer Stelle hast Du bemängelt, dass sog. Wirtschaftsflüchtlinge anstrengungslos an unseren Sozialsystemen partizipieren wollen. Bei Erben, die ohne eigene Leistung, eine Menge Geld bekommen, scheinst Du kein Problem damit zu haben.

              Wenn Du jetzt argumentiert, dass wäreja deren Geld, also parktisch Privatbesitz und nicht das Geld des Staates, dass da verteilt wird, dann rate ich Dir dringend einmal zu etwas mehr Information, wie Reichtum zustande kommt und wie große Vermögen entstehen.

              Letztlich erschafft nie ein einzelner Unternehmer diesen Reichtum. Er hat immer andere Menschen, die ihm helfen, er baut auf staatliche Infrastruktur, Straßen, Verkehr, Bildung. Ohne all das, hätte er seine noch so brillante unternehmersiche Idee nie umsetzen können.

              Und sein Erbe, der eventuell einfach nur Sohn oder Tochter ist, hat noch nicht einmal den unternehnerischen Elan gehabt. Dem fällt alles ohen jegliche Leistung in den Schoß.

              Bei 150 bis 200 Mrd. Euro an Erbschaften jedes Jahr, Tendenz steigend, kassiert der Staat mal gerade 4 bis 6 Mrd. Erbschaftssteuer. Im Verhältnis zur Einkommenssteueraufkommen, aus der Summe normaler Arbeitnehmer, ist das ein Witz.

              Dem Staat entgehen damit Milliarden für Investitionen in das Gemeinwohl, in Infrastruktur, in Bildung, in Technolgie, in Forschung wovon der, der sich tatsächlich als Unternehmer betätigen will, erneut profitiert.

              Im Übrigen gehen wir hier immer wie selbstverständlich vom fleissigen Unternehmer als Erblasser aus. Etwa 50% der Erblasser sind keine Unternehmer sondern einfach eben reich. Deren Reichtum beruht sich nicht unmittelbar auf einer zu "lobenden" unternehmerischen Tätigkeit.

              • Du bringst es exakt auf den Punkt. Aber leider fehlt vielen das Allgemeinwissen um dies verstehen zu können.

                Also ehrlich mal, die Migranten könnt ich jetzt gut mit dir vergleichen (die Wirtschaftsflüchtlinge jetzt)

                Sie kommen her um vom Reichtum anderer zu leben so wie du die Superreichen besteuern möchtest.

                Und was den Staat betrifft nun ja der lässt die Gelder nun mal nur zu einen sehr geringen Satz den Bürgern zu Gute kommen, vieles wird in unnötige Dinge investiert, in Waffen und Kriege und in vieles andere was unsere Welt nicht braucht.

                In DE wird es immer ärmer, es wird nicht Bildung investiert, nicht in die Kinder, nicht in die Leistung die andere bringen...

                Forschung, Entwicklung, Sport, stehen ganz hinten an, wer da was erreichen will muss es selber tun, ohne staatliche Hilfe, da würden auch mehr einnahmen nichts bewirken weil man weitere dumme Dinge finden würde ... das wichtige sieht keiner...

                Und das hat nichts mit wenig Geld zu tun, sondern weil man es für schlimme Dinge ausgibt ... und solange das der Fall ist , habe ich schon geschrieben, sollte der Staat nicht noch mehr haben...

                Ich rege mich gerade wirklich mega auf

                Viel ärmere Länder schaffen es in Dinge die Bildung, Technik, Forschung, Sport mehr zu investieren, sind da erfolgreicher ...wie kommt das nur

                ...hier denke ich so oft armes Deutschland und schüttele den Kopf, wenn ich zum Beispiel an die Trainingsbedingungen meiner Kinder denke... oder Wettkampfbedingungen ...frage mich da oft ob ich wirklich in der Zivilisation wohne ...

                aber schon gut, du siehst das ganze einfach nicht aus dem Licht wie ich,

                (10) 02.10.17 - 15:42

                Wirtschaftsflüchtlinge kannst du doch nicht mit Erben gleichsetzen. Es geht hier doch um Eigentum und logisch haben meine Angehörigen einen höheren Stellenwert als Flüchtlinge. Ob sie meine Zuwendungen verdient haben oder nicht, hat niemand zu interessieren.

                Die Erbschafststeuer zu erhöhen bringt überhaupt nichts. Viel viel früher müsste unsere Steuergesetz greifen. Dann wenn sich Manager mit Riesensummen ihre Arbeit bezahlen lassen oder ihr Ausscheiden versüßen. Die Gewinne aber geschickt mit Steuerexperten gering gehalten werden. Und genau da liegt das Problem, dass auf die Gewinne viel zu wenig Steuern bezahlt werden. Warum sollte es dann, wenn es ums Erben geht anders laufen?

                Ich finde es normal, dass man sein Vermögen auch seinen Kindern hinterlassen möchte und nicht dem Staat, weil er normalerweise für dieses Geld bereits mehrmals die Hand aufgehalten hat.

                • (11) 02.10.17 - 17:26

                  Es tut mir sehr leid - und das mag jetzt überheblich klingen (ist wahrscheinlich auch ein wenig so) - aber mit so geringem Basiswissen über bestimmte Gesamtzusammenhänge, macht eine Diskussion mit Dir für mich jedenfalls kaum Sinn. Es werden sich nur weiterhin solche Postings wie Dein letztes ergeben, wo sich mir, an manchen Stellen aufgrund der Unwissenheit - stellenweise auch Ignoranz vielleicht -, Deinerseits die Haare aufstellen.

                  Ich könnte antworten, hätte aber das Gefühl, bei Adam und Eva anfangen zu müssen und dafür fehlt mir am Ende dann doch die Zeit.

                  Ich respektiere Deine Meinung oder Deine Haltung und Du siehst es mir eventuell nach, dass ich kapituliere. :-)

                  Genauo wie bei Usern, die meinen, Arm und Reich wäre eine Sache des Karmas. Das ist dann mehr eine Glaubensdiskussion, aus der ich mich aber fernhalte.

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    Man hätte schon vor Ewigkeiten diese enorme Anhäufung von Vermögen hinterfragen und eindämmen sollen aber dieser Wahnsinn geht immer weiter und weiter.
    Dieses Machtspiel wird nicht enden oder wenn dann sehr böse.
    Die Menschheit wurde und wird in eine totale Abhängigkeit gelotst.
    Die Masse wird mit der 0%-Zinsabzocke still gelegt und der Rest ersäuft im Geld.

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