Kopftuchdebatte

    • (1) 17.10.17 - 22:40

      Hallo ihr Lieben,

      ich musste mich vor kurzem mit diesem Thema beschäftigen. Seit Ende der 90iger Jahre gibt es den Streit: Darf eine Lehrerin mit Kopftuch unterrichten?

      Ich muss zugeben, bevor ich micht mit der ganzen Thematik auseinander gesetzt habe war ich der Meinung, ich bin dagegen. Integration sieht anders aus. Mitlerweile denke ich anders. Was bedeutet Integration? Schlagwörter der Debatte sind ja immer wieder die Neutralität des weltanschaulichen Staates, die Religionsfreiheit des Individums. Wie steht ihr dazu?

      Ich kam zu dem Schluss, dass wenn man das Kopftuch verbieten will, auch alle anderen religiösen Symbole bzw Einflüsse in Schulen verboten werden müssten. Ähnlich wie in Frankreich. Denn in einer Demokratie darf niemand aufgrund seiner religiösen Ansichten diskriminiert werden.
      Jedes Bundesland treibt da ja auch sein eigenes Spiel. Es gibt Kopftuchverbote oder eben nicht. Aktuell ist die AfD natürlich für ein Kopftuchverbot. Ich bin gespannt, inwieweit das Thema ausgeschlachtet wird.

      So.... und nun hätte ich gerne ein paar Meinungen zu dem Thema.😊

      Liebe Grüße

      • Mich selbst interessiert absolut nicht im geringsten, wer was und warum uns wann auf dem Kopf trägt. Allerdings dürfen auch Schüler im Unterricht weder Mützen noch cappies tragen. Von daher ergibt es Sinn, dass Kopfbedeckung jeglicher Art im Unterricht nicht erlaubt sind. Aber das hat für mich absolut keinen hintergrund der Religion sondern des Respekt seinen Mitmenschen gegenüber. Nun tragen türkische Frauen ja Kopftücher, damit andere fremde ihre Haare nicht sehen. Das wiederum ist ein Zeichen des Respekt und Anstand in der türkischen Kultur. Aber ich bin ein gerechter von "Gleiches recht für alle". Also entweder erlaubt man das Tragen des Kopftücher im Unterricht, dann müssen aber auch alle andern Kopfbedeckung erlaubt sein..Oder es ist nicht erlaubt und niemand darf irgendetwas auf dem Kopf tragen. Aber den eintn erlauben, du darfst xy tragen, dem andern xz aber zu verweigern geht eben nicht. Also entweder oder.

        • Ja. Meist wird ein Kopftuch ja aus religiösen Gründen getragen. Das ist der Grund, warum das im Grundgesetzt verankerte Recht zur Religionsfreiheit in Kraft tritt. Ein Capi hat ja keinen religiösen Hintergrund. Aber was ist mit dem Religionsunterricht?
          Aber interessant ist ja z.B. auch, dass Eltern das Erziehungsrecht haben und entscheiden können, ob und nach welcher Religion ihre Kinder erzogen werden sollen. Gilt nun das Recht der Lehrerin auf Religionsfreiheit oder das Recht der Eltern, ihre Kinder z.B. religionsfrei erziehen zu wollen? Irgendwie passt das alles nicht.

          LG

          • Du brauchst ein Kopftuch aber nicht, um deine Religion auszuüben. Der Glaube selbst hat nie etwas mir der Kleidung sondern mit der inneren Einstellung zu etwas zu tun. Ein kopftuch ist lediglich ein Kleidungsstück, du glaubst ja auch ohne das du es trägst an Allah. Es ist nur ein Requisit, man benötigt es nicht zwingend um zu glauben. Auch ein Kreuz ist nichts weiter als ein Requisit im etwas zu verdeutlichen. Auch ohne Kreuz an der Wand oder um den Hals würde der Träger dessen ja glauben. Die Religionsfreiheit wird mit dem verbieten des tragens nicht beschnitten, denn die Trägerin benötigt es nicht um an ihren Gott zu glauben.

            • Ich verstehe was Du meinst. Würde mich selbst aber nicht soweit aus dem Fenster lehnen. Ich glaube, da stecke ich zu wenig in der Materie um darüber urteilen zu können was das für diese Frauen bedeutet. Ich weiß nur laut Studien geben ca 90 % der Frauen an das Kopftuch aus religiösen Gründen zu tragen. Wenn sie es tragen. Und das tun sie, weil sie den Koran so interpretieren, dass die Frau ihren Schmuck nicht zeigen will. Ich wollte auch keine Diskussion aufmachen, warum die Frauen das Kopftuch tragen. Ich geh jetzt von der religiösen Motivation aus. Andere Gründe sind ja auch die sexuelle Unverfügbarkeit oder auch politische Statements usw. Aber hauptsächlich wird es religiös motiviert getragen. Und daran hapert es ja bei der ganzen Diskussion.
              Ich denke manchmal, wenn wir uns doch weltoffen zeigen sollen, warum dann keine Kopftücher, warum keine Kuzifixe im Klassenraum? Oder halt ganz neutral.....

              Ich weiß auch gar nicht wie das im Christentum ist. Ist da ein Kreuz "verordnet" ?

            • Das Kreuz ist im Christentum nicht verordnet.

              Jedoch aber, dass sich eine Frau zu bedecken hat so wie es beispielsweise die Nonnen tun.

              • (10) 20.10.17 - 10:12

                Hmm, die Gefahr, dass eine Frau im Unterricht als Lustobjekt betrachtet wird (bis zur 13. Klasse) ist ja relativ gering ... deswegen Kopftuch ab. In der Pause und im Lehrerzimmer siehts wieder anders aus, da darf sie es dann gerne tragen.

                An Ausbildungsschulen (ab 16), Hochschulen etc. sieht es wieder anders aus, da dort mMn mündigere und differenziertere Menschen sitzen.

                Bis zur 8.,10., 13. Klasse besteht die Gefahr einer Beeinflussung jeglicher Coleur: eine tolle Lehrerin also Islam super, eine miserable Lehrerin also Islam ist doof - mal ganz platt ausgedrückt. Klar traue ich auch jüngeren zu ein wenig differenzierter und "durchdachter" zu sein. Aber meiner Meinung nach, hat es nichts in den Schulen verloren. Wenn ein Kreuz da hängt - dann ist das mMn in Ordnung, da es der Lehrer ja nicht um den Hals trägt und es eben doch MEHR DEN WERTEN HIER entspricht. Finde eine Zuschaustellung von persönlichen & privaten Vorlieben von Lehrern generell schwierig (und sei es auch nur wenn ein Lehrer ständig in Adidas-Turnschuhen rumläuft, dummer Vergleich, aber die Richtung was ich damit aussagen möchte, stimmt)

                • (11) 20.10.17 - 11:40

                  Mal eine Frage an die Allgemeinheit:

                  Neulich in der Zeitung gelesen: ein Glaubensbruder mit Turban möchte von der Motorradhelmpflicht befreit werden, da es ihm seine Religion erstens gebietet dauerhaft einen zu tragen und zweitens das Wickeln so umständlich ist, dass er es nicht mal schnell machen kann (und der Turban passt natürlich nicht unter den Helm).

                  Ein Fall wurde mal vom Gericht durchgewunken, dieser abgelehnt mit dem Hinweis auch an mögliche Unfallzeugen zu denken, falls denn was passiert (sieht nicht so gut aus, ein kaputter Schädel, von Eigenschutz gar nicht zu reden).

                  Was in so einem Fall? Im Prinzip stört er ja die anderen nicht, wenn er ohne Helm fährt, außer es passiert was.

                  Auf das Kopftuch könnte man es so übertragen: ohne Kopftuch stört sie ja nicht, außer sie wird vergewaltigt, dann hätte es ja seinen berechtigten Sinn gehabt. Hinkt jetzt ein bisschen, man könnte doch aber durchaus so argumentieren.

                  • dein Vergleich ist irgend wie verdreht. Muss es nicht heissen
                    MIT Kopftuch stört sie ja nicht, außer es passiert was?

                    oder bin ich jetzt verdreht?#schwitz

                    • Zum besseren Verständnis:

                      Wann erfordert der Islam genau das Tragen eines Tuches? Ständig oder nur in Situationen, wenn eine Degradierung zum Lustobjekt droht?

                      Falls es das zweite ist:
                      im Klassenraum mit meist Minderjährigen ist die Gefahr relativ gering, als Lustobjekt gesehen zu werden. In der Pause und im Lehrerzimmer kann sie es ja wieder tragen.

                      Warum erlaubt ihr ihre Religion nicht, es für diesen Zeitraum abzunehmen? Weiß da jemand Näheres? Welches Argument (was schreibt der Koran)?

                      Also für den Turbanträger ist es gefährlich mit dem Turban. Für die Lehrerin gefährlich ohne. In beiden Fällen nehmen wir mal an, dass es unwahrscheinlich ist, dass etwas passiert. Da kann doch mMn die Religion dem Alltag ein bisschen entgegen kommen. Verständlicher?

                  (15) 20.10.17 - 16:56

                  In dem Fall geht Sicherheit einfach vor Religionsfreiheit. Es herrscht HelmPFLICHT auf Motorsägen. Von einer Pflicht kann man keine Ausnahme machen, da er sonst sich selbst gefährdet. Und der Schutz des Lebens steht über jeder Religion.

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