Abstimmung Kopftuchdebatte

Dürfen Lehrerinnen an einer staatlichen Schule Kopftuch tragen?

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    • (1) 23.10.17 - 09:12

      Hallo zusammen,

      da es mich nun interessiert, hier mal ein Versuch alle in der Diskussion genannten Argumente zusammenzuklauben ...

      PRO

      - Religionsfreiheit ist ein im Grundgesetz (GG) verankertes Recht.
      - Das Kopftuch sagt nichts über die Qualität der Lehre aus.
      - Das Kopftuch ist ein reines Konfessionsbekenntnis, und kein Symbol für Werte und Anschauungen.
      - Kinder können durch solche Symboliken nicht beeinflusst werde, weder positiv noch negativ.
      - Das Kopftuch im Unterricht zu erlauben, trägt zu Toleranz bei; Kindern wird Toleranz und Diversität vorgelebt. (... man betrachte vor allem 4. und 5. ...)
      - Das Kopftuch ist ein reines Konfessionsbekenntnis und transportiert keinerlei Bekenntnis zu einem bestimmten Wertesystem oder gar einem politischen Statement.
      - Das Erlauben von Koptüchern im Unterricht fördert Freiheit und Gleichheit.
      - Da wir Lehrermangel haben, die Qualität des Unterrichts abnimmt ... wir haben andere Probleme als das Kopftuch.
      - Kinder/Schutzbefohlene können nicht in ihrer (Aus)bildung durch Symbolik beeinflusst werden; der Erziehungsauftrag wird zu Hause gemacht.


      CONTRA

      - Die Trägerin des Kopftuchs im Unterricht geht nicht mit dem GG konform. Sie handelt nicht zuwider, sie bricht es nicht. Sie trägt aber ein Symbol auf dem Kopf, welches der im GG verankerten Gleichheit von Mann und Frau widerspricht und scheidet so als Staatsdienerin aus.
      - Das Kopftuch ist kein reines Konfessionsbekenntnis, oder Gebetskettchen/Rosenkranz, sondern ein Symbol für bestimmte Werte und Anschauungen, wenn nicht sogar politische Statements.
      - Das Tragen eines Kopftuchs bedeutet mehr als das Nicht-Tragen (und gläubig sein). Die Trägerin steht deutlicher zu den damit verbundenen Werten und Anschauungen.
      - Das Tragen eines Kopftuchs fördert Unfreiheit und Ungleichheit (z.B. werden Frauen, die keins tragen als unehrenhaft bezeichnet usw.)
      - Kinder/Schutzbefohlene sind in ihrer (Aus)bildung durch Symbolik beeinflussbar; nicht alles kann zu Hause erfasst und besprochen werden.

      Das sind die Argumente, die mir von der Diskussion eingefallen sind - gerne noch vervollständigen - ich möchte aber keine neue Diskussion anfangen :).

      Lg

      • Mir ist es total egal welcher Religion eine Lehrerin angehört und auch egal was sie auf dem Kopf trägt. Mein Sohn hat eine Mathelehrerin, die eine Art Irokesenschnitt trägt und sich die Haare weiß färbt. Darüberinaus hat sie mehrere Tattoos. Die Kinder lieben sie und sie stört mich genauso wenig, wie eine Lehrerin, die ein Kopftuch tragen würde. Ich finde es sogar sehr gut, dass die Kinder mit verschiedenen Lebens- und Weltanschauungen in Berührung kommen. Das wirkt Berührungsängsten entgegen. Ich finde jeder Mensch hat das Recht, dass man ihm unvoreingenommen begegnet. Und Lehrer sind Menschen, und das Menschsein ist m.M.n. für den Beruf eine essenzielle Eigenschaft. Sollten Lehrer irgendwann nur noch Beamte sein, die Dienst nach Vorschrift machen und alle ihre Überzeugungen, ihr Einfühlungsvermögen und all das was sie als Mensch ausmacht ablegen, dann fände ich das katastrophal für unser Kinder.

        • Ist mMn schon der Punkt "Toleranz und Diversität".

          Plus noch das Argument, welches in der "alten" Diskussion nur angeschnitten wurde: Religion/Politik/Verein/Marken/... gehören zu einem Menschen und die besten Lehrer seien die, die authentisch sind.

          • " Plus noch das Argument, welches in der "alten" Diskussion nur angeschnitten wurde: Religion/Politik/Verein/Marken/... gehören zu einem Menschen und die besten Lehrer seien die, die authentisch sind. "

            Das ist richtig. Deshalb bin ich auch gegen eine Schuluniform. Im wahren Leben laufen die Menschen ja auch nicht im Gleichschritt. Diese Gleichmachung und Neutralität finde ich ganz schlimm. Sie bereitet unsere Kinder nicht auf das wahre Leben vor.

            Gleiches gilt auch für die Verbannung von Allem was mit Religion zu tun hat. Wir sind Atheisten und glauben nicht an Gott. Trotzdem besuchen/ besuchten beide einen kath. Kindergarten und der Große nimmt in der Schule am ev. Religionsunterricht teil. Ich finde das gehört zur Bildung dazu. Wir sprechen auch über Gott und über verschiedene Religionen. Unsere Kinder wissen, dass wir nicht an Gott glauben, aber auch, dass wir es okay finden, wenn andere Menschen das tun. Und sollten meine Kinder irgendwann zum Glauben, welcher Art auch immer, finden, dann bin ich die Letzte die Ihnen das verwehrt.

                • Jetzt echt mal schnippisch: Und andere haben keine Lust von vorne anzufangen ...

                  Finde jede Art der Meinungsäußerung gut, nur in dem Fall wäre es besser sie einfach unten abzugeben. Habe ja schon die Argumente, die kamen, grob zusammengefasst - also ein bisschen Fantasie und Denken, wenn man nicht lesen möchte.

                  • Wenn du keine Lust hast von vorne anzufangen, warum machst du dann diesen Thread auf? Du erwartest von mir allen Ernstes, dass ich mir jetzt knapp 450 Beiträge durchlese?

                    • Oh Herr, lies doch bitte ... ich habe die Argumente, die kamen, grob zusammengefasst, also aus Verständnis für die Zuspätkommer die Punkte grob zusammengefasst, so dass diese auch abstimmen können ...

                      • (10) 23.10.17 - 14:20

                        Diejenigen, die den subtilen Witz hinter "oh Herr" gesehen/vermutet haben, möchten doch bitte ein Sternchen machen - möchte eine zweite indirekte "Umfrage" machen, ob Warnhinweise "Vorsicht, Heißgetränk" ihre Bewandtnis haben ...

                    Und jetzt gieße ich in urbia-Manier ein wenig Öl ins Feuer:

                    Wie wollen manche ihren Kindern ein Vorbild sein, wenn sie als scheinbar selbstbewusste/reflektierte/alles was man als urbianer sein sollte Erwachsene (man hat es ja schließlich bis zum Forum geschafft), vor einem Thread mit 400 Einträgen kapitulieren? Brauchen wir wirklich alles in Whats App und Email-Kürze (siehe auch die berühmte Diskussion um die verkürzte Aufmerksamkeitsspanne wegen Fernsehen)? Und ich denke mal nicht, dass alle da draußen an einer Lese- und Rechtschreibschwäche leiden (diesen Personenkreis nehme ich selbstverständlich heraus). Eine besorgniserregende Entwicklung, wie ich finde. Und öfters erlebt. Erinnert mich immer ein bißchen an den Kommentar (wäre süß gewesen, hätte es nicht gerade ein 16jähriger gesagt): "Mathe ist soo schwer, wir müssen so lange Zahlenreihen plus machen."

                    Meine Güte, was macht urbia mit einem ...

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