Todesstrafe für einen der sterben will

    • (1) 02.11.17 - 08:30

      Der Twitterpräsident zwitschert, dass der Täter von New York die Todesstrafe kriegen sollte.

      Nun, ich gehe davon aus, dass ein Überleben seinerseits vom Täter nicht geplant war. Was ist das dann für eine Strafe, wenn man den Plan des Sträflings einfach nur vollendet?

      Ist das einfach nur Gepolter, weil ein paar Trump Anhänger sich dran erfreuen, wenn der Präsident das böse Todesstrafenwort in den Mund, pardon, in die Finger nimmt?

      Lebenslange Einzelhaft wäre doch angebracht.

      • (2) 02.11.17 - 08:57

        Ich halte das, was Trump da twittert, auch eher für dummes Zeug. Du hast recht, wenn du erwähnst, dass der Attentäter ja aus seiner Sicht mit einer Freikarte ins Paradies belohnt wird, wenn man ihn hinrichtet.

        Andererseits kostet ein lebenslang Gefangener den Steuerzahlern auch jede Menge Geld. Was also ist die Alternative? Wenn ich etwas zu sagen hätte (ich habe aber zum Glück nichts zu sagen), dann würde ich den zu 30 Jahren Haft verurteilen und während dieser Zeit nur mit Schweinefleisch und Schnaps (zwangs)ernähren. Außerdem würde ich ihm eine Thora und eine Bibel aus Blech in die Zelle legen und tagsüber mit einem Gummihammer im Steinbruch arbeiten lassen. Das klingt alles total unmenschlich, ich weiß, aber ich denke, so eine Strafe würde andere mehr abschrecken als Todesstrafe oder lebenslang mit Vollpension.

            • (5) 02.11.17 - 10:04

              Ja, da bin ich ganz bei dir. Hätte ich im Ausgangspost vielleicht klarstellen sollen, mich hat nur mal wieder diese (Vermeintliche??) Gedankenlosigkeit Trumps zum Stirnklatschen gebracht. :)

              (6) 02.11.17 - 15:40

              Na Ja, der Täter hat sich nun den Recht dazu genommen mehrere Menschen zu töten. Er hat seine grauenhafte Tat skrupellos geplant und somit mehrere Menschen getötet.

              Es ist für den Täter eigentlich keine Strafe, weil Terrorristen gerne sterben für Ihre grauenhafte Taten. Ich bin kein Trump Anhänger, aber in diesem Fall stehe Ich voll hinter seine Entscheidung, falls es dazu kommen sollte.

        Und damit wärst Du so ziemlich auf IS-Niveau. Leider schrecken harte Strafen auch nicht ab, sie können alles sogar noch viel schlimmer machen, da die Täter eines Verbrechens die Zeugen beseitigen wollen. Z.B. gibt es in den USA weit mehr Vergewaltigungen mit anschließendem Mord als in anderen Ländern. Zudem führt ein Strafsystem, daß die Memschenwürde eines Straftäters mißachtet und auch Körperstrafen beinhaltet zu einer Verrohung der ganzen Gesellschaft (da auch wieder die USA als abschreckendes Beispiel).

        Ein fairer Prozeß nach rechtsstaatlichen Regeln und eine menschenwürdige Haft für einen brutalen Selbstmordattentäter, der zufällig überlebt hat, ist gefühlsmäßig irre schwer. Das ist klar. Aber wir sollten das auch nicht für ihn tun sondern für uns als menschliche Gesellschaft. Einfach, um zu zeigen, daß wir Humanisten bleiben, egal wie viele widerliche Vollpfosten uns diese verirrten Glaubensaffen, der NSU oder sonst wer vergleichbares schickt.

        • Gibt es da nicht sogar das "Sprichwort: Wenn der andere nicht soo reagiert, dann hört der Stänkerer irgendwann mal auf" - weit hergeholt, aber die menschliche Psyche eben.

          Jetzt vor auf Terroristen bezogen: sie punkten doch quasi auch damit, uns als Verbrecher und Verräter des eigenen Wertesystems hinstellen zu können.

        (10) 03.11.17 - 17:47

        Ja, ich verstehe, was du meinst, aber mal ehrlich: Was haben denn Gesprächstherapien bei ISIS, Taliban oder Boko Haram bislang erreicht? Manche Typen reagieren nicht auf gute Worte. Selbst Erdogan lacht über Deutschland mit der Wattebällchenpolitik. Ich weiß nicht, ob es stimmt und ich weiß auch nicht, wo ich das mal gehört habe (also bitte nicht festnageln), aber irgendjemand soll mal zum Tode verurteilte Islamisten mit in Schweineblut getränkten Kugeln erschossen haben, worauf der Terror spürbar zurückgegangen sein soll. Ich recherchiere das noch mal, wenn ich einen Augenblick Zeit habe, ok? Also wie gesagt: bitte nicht festnageln!

        • (11) 03.11.17 - 17:51

          Wuja (Ausdruck des Erstaunens)

          Was für ne krasse/kranke Idee ... finde wir "schießen" unserem eigenen Wertesystem und unserer Glaubwürdigkeit ins Knie ... mit Todesstrafe und solchen "Versuchen"...

          Der Schlauere (und so sehe ich uns nun mal in dieser Terrordebatte) sollte den längeren Atem haben und ein breites Kreuz zeigen (keine versteckte Anspielung auf Religion, sondern nicht gleiches mit gleichem vergelten um scheinbar der Gerechtigkeit Genüge zu tun).

          • (12) 03.11.17 - 18:34

            Da bin ich ja ganz bei dir. Hab mich weiter oben schon explizit gegen die Todesstrafe insgesamt ausgesprochen.

            Ich hätte aber eine noch ganz andere Idee: Wie wäre es denn mal mit besserer Bildung?
            "Wer nichts weiß, muss alles glauben", sagen die Sciencebuster immer am Ende ihrer Sendung und ich finde, da ist eine Menge Wahres dran. Wir in Europa haben generell ein einigermaßen funktionierendes Schulsystem und eine besser Breitenbildung, als in den Staaten, in denen man den Islam über alles andere stellt (Ausnahme vielleicht Iran, aber Afghanistan, Syrien und der arabische Raum sind jetzt nicht wirklich so bekannt für landeseigene Nobelpreisträger). Mit der Bildung kommt dann vielleicht der Abstand zur religiös motivierten Gewalt?

        (14) 03.11.17 - 23:38

        Nun ja, von Gesprächstherapie zu Schweineblutkugeln ist es aber auch ein langer Weg. Möchtest Du denn ernsthaft in einem Staat leben, bei dem Du beim - sagen wir flanieren auf Unter den Linden - an einem Gebäude vorbeikommst, von dem Du weißt, daß im Keller von ganz normalen deutschen Beamten Menschen erschossen werden? Neben allen anderen Gründen, die gegen die Todesstrafe sprechen, was ist denn mit Justizirrtümern? Diese sind nicht ausschließbar. Und wer rächt dann diesen Mord, den der Staat begangen hat. Es ist ein Mord, da mindestens ein Mordmerkmal (Heimtücke, Planung, Wehrlosigkeit und Arglosigkeit des Opfers) gegeben ist. Wer verurteilt dann den Richter zum Tode? Oder den Henker? Oder gleich das ganze deutsche Volk ("Im Namen des Volkes")? Was macht sowas aus uns Menschen? Wir müssen aufpassen, daß wir nicht in die gleiche Barbarei verfallen wie die, die wir verurteilen. Was Menschen einander antun, machen nicht mal Tiere. Schweineblut? Wir stürzen am Tier vorbei in einen Abgrund.

        • (15) 04.11.17 - 21:40

          Ähm, wenn du dem Gesprächsfaden mal folgst, siehst du auch den Beitrag, in welchem ich mich als vehementer Gegner der Todesstrafe ausgesprochen habe.
          Manchmal macht es Sinn, nicht gleich direkt auf den letzten Beitrag zu antworten, ohne die vorangehenden Beiträge gelesen zu haben ;-)

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