Peng! Der (Alp-)Traum von Jamaika geplatzt

    • (1) 20.11.17 - 08:15
      Inaktiv

      Ich gebe zu, mir ist gerade fast der Kaffee aus dem Gesicht geflogen, als ich las, dass Lindner lieber nicht regieren als falsch regieren wolle und damit Jamaika hat platzen lassen. Was ist sein Plan? Will er die FDP so weit rechts platzieren, dass sie bei etwaigen Neuwahlen die Stimmen vieler AfD-Wähler bekommt? Oder hofft er auf eine schwarz-gelbe Minderheiten-Regierung?
      Ist er für euch Verräter oder der einzige, der zu seinen Überzeugungen steht und sie nicht einer möglichen Koalition zum Fraß hinwirft?

      Was hofft ihr, wie es weiter geht? Soll die SPD sich doch zu einer GroKo breitschlagen lassen? Oder wollt ihr Neuwahlen? Oder eine Minderheitenregierung? Und wenn ja, welche?

      Was meint ihr, wie es weiter geht?

      Ich bin noch hin und her gerissen und bin gespannt, wie die FDP ihre Entscheidung vermarkten wird und wie die Öffentlichkeit den Entschluss, Jamaika platzen zu lassen, aufnimmt. Was ich mir gerade wünschen würde, ist, dass sie Parteien im Vorfeld der Wahl festlegen müssten, wer mit wem kann und will und was No gos sind. Die Koalitionsverhandlungen sollten Teil des Wahlkampfs sein mit eindeutiger Festlegung. So müsste man sich nicht wochenlang den Kopf zerbrechen, ob und wie man strategisch wählt, um dann nach Wochen vor Augen geführt zu bekommen, dass alle Überlegungen unter Umstände doch sinnlos sind. Das führt selbst bei hartgesottenen Demokraten doch irgendwie zu Politikverdrossenheit.

      Und mir graut davor, welchen Nutzen die AfD aus der letzen Nacht ziehen wird.

      Hach ja, es bleibt spannend! Lasst mal hören, wie ihr das Platzen von Jamaika aufgenommen habt.

      #winke Die Alltagsprinzessin

      • Für mich steht nur eins fest: An Neuwahlen nehme ich nicht teil.

        Ja, es ginge mal wieder darum, die AfD möglichst klein zu halten, ich seh das auch ein, aber ich werde dieses Spektakel nicht noch mal mitmachen, nicht noch mal ein Kreuzchen setzen bei Parteien, die unserer Demokratie wissentlich durch Regierungsverzicht und mangelnde Kompromissbereitschaft Schaden zufügen. [vom urbia-Team editiert]

        Es tut mir in der Seele weh. Aber ich wähle nicht noch mal.

        • (3) 20.11.17 - 12:28

          Siehst du, das meine ich mit Politikverdrossenheit. Wie soll man es denn dem eh schon enttäuschten Wähler erklären, noch mal zu wählen, weil "die da oben", auf die man eh schon einen Brast hat, sich nicht einig werden.

          Trotzdem halte ich es für wichtig, auch im Falle von Neuwahlen noch mal sein Kreuzchen zu setzen. Wer soll denn auf die Demokratie aufpassen, wenn beide Seiten - Wähler und Parteien - ihrer Verantwortung nicht mehr nachkommen?

      Ich konnte es auch kaum glauben und war sehr überrascht, dass ausgerechnet die FDP nicht mehr mag. Ich hätte es bei der CSU verstanden, ich hätte es auch bei den Grünen verstanden, aber bei der FDP??

      Ich persönlich fände ein konstruktive Minderheitenregierung zumindest eine interessante Alternative, das wäre sogar stärker an den Mehrheitsverhältnissen der Wähler dran als ein Koalitionskompromiss. Aber es stellt sich natürlich die Frage nach der Stabilität eines solchen Konstrukts. In anderen Ländern geht es aber auch, vielleicht wäre es einen Versuch wert?

      Koalitionsaussagen vorab festzulegen scheint mir hingegen nicht praktikabel, weil es einfach von zu vielen Umständen abhängt, wer überhaupt koalieren kann und wer dann auch koalieren möchte. Ich bin da mal ganz naiv und frage mich, ob nicht eine Politik möglich wäre, die mehr an Sachfragen orientiert ist. Warum kann nicht z.B. der Familiennachzug von CDU, Grünen und der SPD verabschiedet werden und eine Steuerreform vom CDU/CSU, FDP und AfD?

    • Ich habe gefeiert! Danke FDP! Danke Christian Lindner!

      Wenigstens einer im politischen Berlin, der ein Rückgrad besitzt! Das es soetwas wie eine politische Grundüberzeugung noch gibt, für die man sogar bereit ist auf Ministerposten zu verzichten, das hätte ich nach den vielen Jahren des oppositionslosen Regierens unserer Gottkönigin nicht mehr für möglich gehalten.

      Eine Minderheitsregierung von CDU und FDP wäre für mich die beste Lösung. Natürlich müssen dafür bei der CDU vorher "Köpfe rollen". Die ganzen Merkels, Kauders und Altmaiers müssen weg. Dafür sollte man Leute wie Kramp-Karrenbauer und Spahn in die Verantwortung schicken. Deutschland braucht einen Neuanfang. Ohne die alten Gesichter - und vor allem ohne die Grünen.

      • Wir sind mal wieder ganz einer Meinung. Ich denke, dass alle Beteiligten schon keinen Bock mehr auf Jamaika hatten und Lindner der einzige war, der die Eier hatte zu sagen, wir lassen es.
        Außerdem wollte er nicht auf Krampf an die Macht. Und das macht ihn echt glaubwürdig.

        Die Frage ist ob Jamaika wirklich was gebracht hätte. Wenn das so viel Gemurkse gemacht wird mit Kompromissen, am Ende kommt auch nichts bei rum.

        Für mich hätter der Lindner seine Ideale besser vertreten, wenn er entweder von vornherein oder während der Verhandlungen das Handtuch geworfen hätte. Die FDP wollte von vornherein nicht mit regieren, also hätte man sich das verhandeln schenken können. Aber wenn man sich einig geworden ist, dann hinzuschmeißen finde ich überflüssig.

    Hallo,

    Wir haben viele Probleme im Land und da muss man Stabilität haben.
    Daher nützt eine Minderheitsregierung nichts.
    Zudem könnte die AfD dadurch aufkommen, denn die könnten ja auch gewissen Vorschlägen von der CDU zustimmen.

    Was mich wundert ist, viele hatten auf den GRÜNEN rumgetrampelt. Nun ist es die FDP die es nicht macht.

    Ich fürchte zu Neuwahlen gibt es keine Alternative.

    Gruß Birgit

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