BGH prüft "Raser-Urteil", richtig oder falsch ?

    • (1) 01.02.18 - 08:42

      Heute wird am BGH das Urteil gegen 2 Raser geprüft, Mord oder fahrlässige Tötung.

      https://www.tagesschau.de/inland/illegale-autorennen-berlin-101.html

      Was denkt Ihr, sollte das Urteil weiter auf Mord lauten und damit eben auch die Haftstrafen oder doch fahrlässige Tötung ?

      LG

      • Steht ja im Artikel, das wird kaum möglich sein, da bei einem Mord zu bleiben.
        Ich fänd es aber gut wenn das 2017 verschärfte Gesetz auch auf diese beiden angewandt würde, denn leid tun mir die sicherlich nicht. Aber ich glaub das geht nicht :/

        • (3) 03.02.18 - 17:53

          "Aber ich glaub das geht nicht :/ "

          Geht auch gar nicht, da Gesetze zum Nachteil niemals rückwirkend angewandt werden dürfen.
          Es gibt zwar ganz wenige Ausnahmen da können Gesetze auch rückwirkend gelten, dass trifft aber hier nicht zu.

          Die Gesetzesänderung trat erst nach der Tat in Kraft.
          Es war sogar so, dass genau diese Tat einer der Hauptauslöser für die Verabschiedung des neuen Gesetzes war.

          Gruß
          Demy

      Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung:

      §211 StgB: Mörder ist, wer
      aus Mordlust, zur Befriedigung des Geschlechtstriebs, aus Habgier oder sonst aus niedrigen Beweggründen, heimtückisch oder grausam oder mit gemeingefährlichen Mitteln oder um eine andere Straftat zu ermöglichen oder zu verdecken, einen Menschen tötet.

      Insofern kannst Du Dir nun die Frage, wie das Urteil des BGH ausfallen wollte, selbst beantworten.

Auch wenn ich den Tätern die höchstmögliche Strafe wünsche - aus juristischer Sicht wird das Urteil nicht zu halten sein. Ich habe mich schon bei der Erstverurteilung sehr stark gewundert.
Einen bedingten Vorsatz, nicht nur bzgl. der Tötung, sondern ja auch noch bzgl. der Mordmerkmale nachzuweisen, halte ich für unmöglich.

Ich halte das nicht für Mord, weil der Vorsatz fehlt, aber hier muss der BGH entscheiden. Dafür ist er ja da. Meine Laienmeinung spielt da keine Rolle.

Schließe mich an. Auch wenn ein Auto als Mordwaffe genutzt werden kann, hatten die zwei Typen nur im Kopf, ein Rennen zu fahren und nicht, jemanden umzubringen. Kein Vorsatz zum Töten nachweisbar, kein Mord.

Anders wäre es gewesen, wie in dem Fall, in dem der Ex dem Next aufgelauert und ihn überfahren hat. Trotzdem wünsche ich mir, dass die Strafe so knallhart ausfällt, dass andere Idioten nochmal drüber nachdenken, bevor sie Gas geben.

  • Hallo,

    der Vorsatz jemanden zu töten ist aber eben gerade nicht Voraussetzung für eine Verurteilung wegen Mord oder Totschlag - der bedingte Vorsatz (billigend in Kauf nehmen) ist ausreichend.

    Es stellt sich dann die Frage nach dem "ist mir (doch) egal" im Verhältnis zu "wird schon gut gehen" - zugeben wird das Niemand, also muss zwangsläufig von den Umständen auf die Motivation geschlossen werden.

    Für mich ist an der Stelle "rote Ampel überfahren" im Zusammenhang mit einem Rennen der Punkt überschritten - da unterstelle ich, dass es dem Täter -bewusst- egal ist, in Abgrenzung zu "nur" deutlich überhöhter Geschwindigkeit (ich bin so ein guter Fahrer, da passiert schon nichts)

    LG

    • Klär mich mal auf.. war nicht der Unterschied zwischen Mord eben der bewusste Vorsatz und die niedrigen Beweggründe und Totschlag mindestens das in Kauf nehmen des Todes eines Anderen?

      Und hier wird ja ausdrücklich von Mord und eben nicht von Totschlag gesprochen und das wird ja auch in Urteilen genau unterschieden.

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