Der Zustand Deutschlands

    • (1) 04.02.18 - 09:07

      Heute am Sonntagmorgen nach der Lektüre der Sonntagszeitung mache ich mir so meine Gedanken über das Große und Ganze.

      Wir haben nun seit vier Monaten nur eine geschäftsführende Regierung und ob wir in Kürze wieder eine Regierungskoalition aus CDU, CSU und SPD haben ist noch offen.

      Trotzdem geht für mich als Bürgerin alles seinen gewohnten Gang, nichts hat sich wesentlich geändert. Ausser dass eine Freundin von mir demnächst ihre Lebensgefährtin heiraten will, die beiden sind seit 20 Jahren ein Paar. Ich freue mich sehr für die beiden. Aber das nur am Rande.

      Irgendwie sind wir so durchstrukturiert und so gut durchverwaltet, dass es offensichtlich kaum eine Rolle spielt, dass wir eine Zeit lang auch ohne eine komplett aktive Regierung auskommen können. Das beruhigt mich.

      Andererseits sehe ich aber auch viele Herausforderungen. Allem voran die immer weiter voran schreitende Spreizung bei Einkommen und Vermögen. Ich sehe die Probleme bei Gesundheit und Pflege, ich sehe, dass wir immer mehr alte Menschen haben und immer weniger Junge. Ich sehe die Probleme, die Europa als Ganzes zu bewältigen hat und den Vertrauensverlust von vielen Menschen in den Staat und in die Institutionen. Ich sehe auch die Abspaltung von Bevölkerungsteilen, die sich von unserem politischen System bereits verabschiedet haben, die einen ganzen anderen Weg gehen wollen. Weg von Demokratie und Freiheit, hin zu Autokratie und Abschottung. Und ich sehe die grosse Aufgabe, Menschen, die aus allen Teilen der Welt zu uns kommen, hier zu integrieren, sie davon zu überzeugen, dass unsere laizistische und liberale Ordung besser ist, als alle anderen Gesellschaftsformen.

      Ich sitze aber auch hier am Küchentisch im Morgenmantel (Mann und Kinder schlafen noch) und sehe mich um und denke, uns geht es gut, sehr gut sogar. Ich meine das mit einer gewissen Dankbarkeit. Wir haben keinen Krieg, wir haben eine weitesgehend funktionierende Ordnung, mein Mann und ich haben Arbeit, wir haben Strom, Wasser, Heizung, Dimge die so selbstverständlich sind und doch für die Hãlfte der Menschheit unerreichbarer Luxus.

      Ich bin mitunter hin und hergerissen zwischen Dankbarkeit, dass ich in diesem Teil der Welt geboren wurde und andererseits aber auch der Ungerechtigkeit, die es auch bei uns in Deutschland gibt. Dass es noch so viel zu tun gibt und ich hoffe, dass ich noch viele positive Entwicklungen in meinem Leben mitbekommen darf.

      Mich würde einfach interessieren, wie seht ihr Deutschland und den Zustand des Landes. Meckern wir manchmal zu viel oder sind wir zu wenig kritisch? Sind wir zu sehr mit unserem eigenen Leben und unseren eigenen Bedürfnissen beschãftigt, dass wir uns zu wenig für die Probleme anderer einsetzen? Vielleicht habt ihr ja auch Ideen, wie man unser Land insgesamt noch besser machen kann.

      Ich würde mich freuen, wenn ihr euch darüber mit mir unterhaltet. :-)

      Natürlich geht es uns "im Grunde " gut.
      Aber es gibt noch soo viele Baustellen ( Rente, zu wenig Personal in Pflegeheimen/Krankenhäusern, Lehrer/Erziehermangel, Steuerveschwendung, jedes Jahr Diätenerhöhung......sind jetzt nur mal ein paar Dinge)

      Natürlich kann man dankbar sein, daß man hier lebt, man muß aber deswegen nicht die Ungerechigkeiten totschweigen

      • Aber wenn wir keine Baustellen mehr hätten, was wäre dann?

        Wären wir dann zufriedener?

        Jedes Land hat ja sicher noch so einiges vor und manche Herausforderungen sind auch nicht einfach zu lösen, Thema Rente z.B.

        Aber in der Summe aller Lände sind die ganzen Standards, die Errungenschaften, die Möglichkeiten die wir haben, schon enorm hoch.

        Da bin ich dann wieder bei dem Punkt, wo ich sage, dass es ein unwahrscheinliches Glück ist, dass man hatte, in diesem Teil der Welt geboren worden zu sein. Dass man Eltern hatte, die sich gekümmert haben, man die Schule und die Uni besuchen konnte (kostenlos), dass man eine gute ärztliche Versorgung genießt usw.

        Aber gerade weil wir so hochentwickelt sind, frage ich mich natürlich auch, warum wir nicht mehr tun, dass Arm und Reich nicht weiter auseinander gehen. Also mehr für junge Familien, mehr für Rentner, mehr gegen Kinderarmut, mehr für Migranten bzw. Flüchtlinge. Deutschland hat sicher die Kraft, die Welt ein Stück gerechter zu machen.

    Ich bin 63 Jahre alt und musste keinen Krieg erleben samt schlimmer Nachkriegszeit. Ich hatte 44 Jahre einen guten Job und verfüge somit über eine Rente, mit der ich leben kann. Mir sind nie die gebratenen Tauben in den Mund geflogen, aber ich habe es immer geschafft, ohne ein Sozialamt zu leben, obwohl es mir besonders durch meinen ersten Mann sehr sehr dreckig ging und ich zwei Kinder zu versorgen hatte. Das zog sich so quer durch mein Leben, egal, welche Regierung wir hatten und egal, wie die Stimmung im Lande so war. Geschenkt hat mir keiner was.
    Terrorismus hatten wir schon, Ausländer auch (Gastarbeiter) und vieles andere Negative auch. Aber es wurde medial nicht so ausgeschlachtet und eines glaube ich sicher. Meine Schulfreunde und ich schauten, wie WIR das Beste für unser Leben herausholten und verließen uns nicht so auf.....die Politik....die Allgemeinheit....die Chefs usw. Geschimpft haben wir auch über alles mögliche, auch protestiert und alles. Aber letztendlich wusste man, dass man sich selber kümmern muss. Ich gehe absichtlich nicht auf die Brennpunktviertel von Großstädten ein, wo das Leben sicher ganz anders ist, da kenne ich mich (Gottseidank ) zu wenig aus. Ich rede von einer ganz normalen mittelgroßen Stadt und ihren Einwohnern. Uns geht es gut. LG Moni

    • „Terrorismus hatten wir schon, Ausländer auch (Gastarbeiter) und vieles andere Negative auch.“

      Ach du meine Güte....#augen

      Ausländer und Gastarbeiter sind also etwas generell Negatives?

      An zweiter Stelle direkt hinter Terrorismus??

      Ich kann nur hoffen, dass du dich einfach nur sehr ungeschickt ausgedrückt hast.

      Ansonsten wäre ich entsetzt über so viel offen zur Schau gestellter Ausländerfeindlichkeit.

      • Ja stimmt.
        Nochmal vielleicht deutlicher:
        Was man heute als "Problem ansieht" (egal, ob es eines ist oder nicht) gab es zu allen Zeiten.
        Probleme aller Art sind dazu da, bewältigt zu werden - die hatte ich in meinem Leben auch genügend.
        Sich künstlich darüber aufzuregen und als Untergang der Welt anzusehen, hilft nicht weiter.
        So - deutlicher? Ich habe noch nie und nirgendwo geschrieben, dass ich "die Ausländer" als ein Problem ansehe(dafür habe ich selber zuviele Nationalitäten in meinem Bekanntenkreis;-)), lediglich der Umgang der Politiker mit der Problematik an sich ist manchmal fragwürdig. Die Menschen selber können dafür nichts.
        LG

Hallo,

wir leben in einem der reichsten Länder der Welt und man kann nie tiefer fallen als bis zum soziale Netz, das einen auffängt. Wir haben eine prima Gesundheitsvorsorge, sind krankenversichert, jeder bekommt eine Grundrente (dass die mitunter zu niedrig ist, sei dahingestellt), unsere Kinder können kostenfrei zur Schule und zur Uni gehen. Verdienen wir zu wenig, bekommen sie sogar Bafög. Und wirst du ein Pflegefall, zahlt der Sozialstaat im Härtefall einen Heimplatz für dich. Das ist mehr, als man in den meisten Ländern bekommt. Habe ich kein Auto, komme ich in der Regel mit dem Nahverkehr, wenn auch umständlich, an viele Orte.

Fahre ich in Urlaub nach Frankreich oder Großbritannien stelle ich erst mal fest, dass z.B. der Preis für Nahrungsmittel dort erheblich teurer ist, v.a. in Frankreich. "Back to school" in England kann mal locker einen Tausender oder mehr kosten, je nach Kinderanzahl und Gegend ... unsere Freunde beispielsweise bezahlen alle Schulbücher selbst. In London sind die Hauptsehenswürdigkeiten so teuer (z.B der Zoo ....) dass es mit Sicherheit Kinder gibt, die nie einen Zoo von innen sahen.

Dennoch gibt es Bereiche in Deutschland, die nicht optimal laufen. Ich sehe die gesamte Flüchtlingsfrage etwas kritisch. Es wird nicht zwischen Asylsuchenden und Wirtschafts-
flüchtlingen unterschieden. Irgendwie waren die ersten, die hier ankamen, die "Gewinner" - während alte Menschen und Kinder noch in unzumutbaren Zuständen in anderen Ländern sitzen. Das war unbedacht und bringt uns auch in Europa viel Kritik ein.

Dann die Wohnungsfrage. Eine Verwandte hat kürzlich eine 1 Zimmer Wohnung in Uninähe vermietet - und hatte binnen drei Tagen über 200 Anfragen. Teils wirklich berufstätige verzweifelte Menschen, die sich räumlich verkleinern müssen, um finanziell über die Runden zu kommen. Überall mangelt es an bezahlbarem Wohnraum. Dann gibt es aber auch viel Leerstand ... da die Gesetze auch hier Defizite aufweisen ... man kann sich noch immer schwer gegen einen unprofessionellen Vermieter wehren, aber auch als Vermieter trägt man ein großes finanzielles Risiko, wenn der Mieter nicht mehr bezahlt.

Viele alte Menschen leiden einfach leise ... Je nach Wohnort reicht die Rente nicht oder gerade so, viele Rentner jobben noch, um über die Runden zu kommen. Und es gibt noch mehr solche "Randgruppen" in Deutschland, die einfach da sind und jeder schaut weg. Eine andere Gruppe ist der Niedriglohnsektor. Der Mindestlohn wird großzügig umgangen, da einzelne Stunden einfach nicht bezahlt werden, ... Kürzlich habe ich bei LIDL eine Frau beobachtet, die heimlich an der Backstation hastig ein Brötchen gegessen hat und dann wieder ging. Das sollte in einem so reichen Land nicht wirklich passieren.

Aber ich finde, wir haben auch eine "Jammerkultur" im Land. Man sieht selten auf das, was gut läuft ... der eine jammert wegen zu vieler Arbeitsstunden, der nächste, der nicht dreimal im Jahr in Urlaub fahren kann.

Ich finde aber auch, wir haben teilweise verlernt, nacheinander zu schauen. Als wir Kinder waren, war es auf dem Dorf hier z.B. üblich, dass man sich grüßt und damit auch wahrnimmt. Das gibt es heute nicht mehr. Es ist klar, dass man in der Stadt nicht jeden grüßen kann, aber auch bei einsamen Wanderungen können einem Leute entgegenkommen, die noch nicht mal zurückgrüßen. Wenn ich Zeug schnell loswerden möchte, verschenke ich es oft über Ebay Kleinanzeigen - auch da ist ein "Danke" schon manchmal zu viel und es kommen Anfragen, ob man es noch bringt, oder man holt es doch nicht, oder ...

GLG
Miss Mary

(11) 05.02.18 - 00:32

Ich wohne nun seit 3 Jahren nicht mehr in Deutschland.
Es tut mir leid, aber die Deutschen sind Jammerlappen. :) Das fängt auf meinem Facebook Feed an, die einzigen die dort über das Wetter schreiben und JAMMERN sind Deutsche - zu heiß, zu kalt, zu stürmisch, zu viel Schnee, zu viel Herbst, zu viel Sommer.
Das ist ein sehr unwesentliches Beispiel aber für mich extrem repräsentativ, denn es wird einfach über alles gejammert, obwohl man teilweise nur ein paar km weiter gucken muss und sieht wie es noch schlechter gehen kann (natürlich geht es jetzt nicht mehr ums Wetter). Ihr könnt mir wirklich glauben, dass ich so gut wie nie von anderen Nationalitäten Gemecker über das Wetter auf meinem Facebook finde. Letztens als es 42 ° waren, hat einer mal gesagt, dass das ein bisschen heftig ist. ;)

Dann sind viele Deutsche unglaublich arrogant. Wenn das Thema dann aber dazu kommt, wo man denn sonst leben wollen würde, kommt fast immer : "Nirgendwo, Deutschland ist supertoll, hier will ich nicht weg". Und viele sind auch der absoluten Überzeugung, dass dieser Wohlstand nur ihnen zusteht und niemandem anders, der nicht in erster Linie produktiv nach Deutschland kommen will.
Aber die Kitas sind teuer (haha, guter Witz), Unsere Schulen vergammeln, Krankenversicherung ist teuer (...), und wenn ich alt bin muss ich bestimmt Flaschen sammeln. Oder liege in meiner eigenen Scheisse im Altersheim weil leider kein Personal da ist, das sich um mich kümmert.
Dann sind Wahlen und es werden Parteien gewaehlt, die sich um diese Dinge nicht scheren, und dann wird weiter gejammert.

Bitte nicht falsch verstehen. Viele dieser Probleme sind real und man darf auch darüber jammern. Aber es scheint so, als wird eben lieber nur gejammert, als dass Schritte gegangen werden, um etwas zu ändern. Oder, wenn man wieder bei den Wahlen landet - es geht den Leuten eben doch im Großen und Ganzen so gut, dass keine Änderung erwünscht ist.

Nur der Vollständigheit halber, auch wenn es klar sein sollte: Wenn ich von Deutschen rede, rede ich selbstverständlich nicht über jeden Einzelnen, sondern von dem Bild, was generell abgegeben wird. Ich bin ja nun selber Deutsche und trage sicherlich dazu bei.

Ich mag Deutschland als Land mit seinen Wäldern, ich mag deutsches Frühstück, ich mag kleine Städte wo man zu Fuß oder mit dem Fahrrad alles erreichen kann, sich in ein Cafe setzt ohne dass Autos 3m weiter vorbei düsen, nicht auf ein Auto angewiesen sein, ein recht fortgeschrittener Sinn für Umweltbewusstsein, z.B. effiziente Autos statt nur Trucks und SUVs, Isolierung an Häusern, ein gutes öffentliches Verkehrsnetz... Das vermisse ich auch alles manchmal. Es ist ein schönes Land, aber die Menschen werden immer hässlicher.

  • Das mit dem Jammern kann gut sein. Es liegt vielleicht an der deutschen Mentalität nie wirklich mit sich und anderen zufrieden zu sein. Den Deutschen fehlt vielleicht manchmal die Leichtigkeit des Seins der Südländer oder das Selbstverständnis der britischen Empire-Nostalgie.

    Was die Probleme im Land angeht, die hier ja auch schon angesprochen wurden, stimmt das meiste wohl. Aber welches Land hat keine Probleme? Unsere Probleme sind mit denen anderer Länder geradezu lächerlich. Trotzdem schaffen wir es, selbst aus relativ kleinen Problemen ein Riesenfass zu machen.

    Ich komme für mich immer zu dem Fazit, dass Deutschland seit 70 Jahren immer lebenswerter geworden ist und nicht früher alles besser war sondern vieles schlechter.

    Meine Mutter hat mir letztens noch erzählt, dass eine Freundin von ihr, als sie 1964 arbeiten gehen wollte, ihr mann ihr das verboten hat und das Gesetz auf seiner Seite stand. Heute ist das für meine Generation völlig undenkbar. Um nur mal ein Beispiel zu nennen.

    Du hast bestimmt Recht. Vielen von uns hier in Deutschland geht es viel besser als man wahrhaben will.

    • (13) 05.02.18 - 09:49

      Da sagst du was mit der Zufriedenheit...
      Es scheint fast so, als wird sich eben nach Loesung eines Problems einfach das naechste gesucht, sonst hat man wohl nichts, worueber man sich am Tisch unterhalten kann.

      Es ist aber natuerlich auch so, dass die flaschensammelnde Oma oder der alleinerziehende hochverschuldete Vater halt nichts davon hat, dass es "uns eigentlich gut geht". Einigen geht es eben , gemessen an unserem Standard nicht gut. Denen zu sagen, dass sie in anderen Laendern noch weniger haetten, bringt ihnen halt nichts...
      Da entsteht Wut und Frust. Leider ist die Reaktion oft nach unten zu treten, und aus dieser Spirale kommt man nicht so leicht raus.

      Man koennte in Deutschland diesen Menschen helfen, von der Politikseite aus. Genau so wie man an anderen Baustellen verbessern koennte, wenn man nur will. Und das meine ich mit dem Wahlverhalten - anscheinend will man eben nicht so richtig. Oder findet andere Dinge dann eben doch ein bisschen wichtiger.
      Oder man koennte ja selbst eventuell einige geringfuegige Nachteile bekommen. Aber drueber aufregen geht gut, das kostet nichts.

      Du hast komplett recht.
      Diese Diskussion hatten wir letztens im Bekanntenkreis auch. Dabei brachte ein junger Mann, der immer sehr überlegt und rational argumentiert, einen Satz vor, der wohl stimmt. Ich zitiere einigermaßen wörtlich: " Vielleicht sind wir so unzufrieden und meckern an allem rum, weil wir nicht stolz auf unser Land sein dürfen? Sobald einer sagt, ich bin stolz auf mein Land, aus welchem Grund auch immer, kommt einer und haut mir einer rhetorisch die Nazikeule um die Ohren, obwohl selbst mein Opa nur wenige Monate als Volkssturm eingezogen war...."
      Es stimmt schon. Was haben die Amerikaner weltweit schon alles angerichtet, von den Indianern angefangen über Vietnam und vielen sinnlosen und mörderischen Aktionen mehr - würden die sich ihren Nationalstolz nehmen lassen? Oder überhaupt irgendein anderes Land, egal, was es in der Weltgeschichte schon angerichtet hat? Nein, wir sind die einzigen, die nicht stolz auf ihr Geburtsland sein sollen/dürfen.
      Ich auf alle Fälle versuche meiner Enkelin beizubringen, stolz auf das Land zu sein, in dem sie geboren ist. Das habe ich ihr nun auch in unsere Familiengeschichte geschrieben, genauso wie den Satz:

      „Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt. Ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet.“ (Bundespräsident Johannes Rau am 19.3. in Berlin)
      LG Moni

      • (15) 05.02.18 - 12:21

        Ich weiß nicht, wie es anderen geht aber ich habe gar nicht das Bedürfnis auf Deutschland "stolz" zu sein. Ich fühle mich als Patriot denn ich liebe meine Heimat. Aber Heimat in dem Zusammenhang ist die Region aus der ich komme.

        Statt Stolz, empfinde ich mehr Dankbarkeit und Demut und ein Stück Glück wenn Deutschland in positiven Dingen vorne liegt. Wenn wir zum Beispiel 2015 so vielen Menschen geholfen haben, die eine neue Heimat gesucht haben. Wenn wir Ordnung und Sicherheit haben und ich als Bürger des Landes meine Meinung äußern darf. Ich freue mich auch wenn Deutschland in der Fußball WM weit vorne mitspielt. Oder wenn ich Ausland lese oder höre, wie beliebt Deutschland und Deutsche sind.

        Aber das ist kein Stolz. Stolz ist für mich etwas, das ich persönlich vollbracht habe oder Menschen, die mir sehr nahe stehen.

        Außerdem gruselt es mich immer ein wenig wenn mir ein Deutscher sagt, "er dürfe nicht stolz sein". Das stimmt ja ganz einfach nicht und wer soll ihm das auch verbieten? Das wir aufgrund unserer Geschichte unseren Chauvinismus herunter geschraubt haben im Gegensatz zu anderen Ländern, ist ja nichts verkehrtes.
        Leider hat meine Erfahrung mir oft bestätigt, dass diejenigen, die so jammern, sie dürfen nicht stolz sein, eben nicht die von Rau erwähnten Patrioten sind sondern dumpfe Nationalisten. Die schwenken dann auch seltener eine bundesdeutsche Flagge sondern die Reichskriegsflagge. Das sind nicht unbedingt alles Nazis aber komplexbehaftete Gesellen, die ihren vermeintlichen Mangel an eigener Lebensleistung mit einer für mich ungesunden Auffassung von Nationalstolz kompensieren.

Top Diskussionen anzeigen