Konservative Positionen

    • (1) 20.02.18 - 21:22

      Der ZEIT entnahm ich diese Woche folgende Erkenntnis:

      [E]ntgegen anderslautenden Behauptungen gibt es konservative Positionen, die nicht sofort verdampfen, wenn man sie scharf ansieht: null Toleranz an Bahnhöfen und Problemzonen, »Nein heißt Nein« auch in der Migrationspolitik, das Abitur ist anstrengend, und das ist auch gut so, Deutschland hat Interessen im Ausland, die zur Not auch militärisch geschützt werden müssen, und einige mehr."

      Es ist irgendwie lustig, auf diese Weise gesagt zu bekommen , dass man konservativ sei, obwohl man sich selbst gar nicht so eingeschätzt hätte. Ist das jetzt echt schon konservativ?

      • Was Die Zeit da auch zusammengetragen hat, mit konservativen Positionen haben diese aufgeführten Punkte für mich nur sehr konstruiert etwas zu tun.

        Zero Tolerance und Nein ist Nein sind doch wohl eher ein gesamtgesellschaftlicher Konsens, der ohne jede politische Ideologie von der breiten Masse so gewollt wird.

        Außerdem sind es eher linke und liberale Positionen gewesen, die insbesondere mit der Forderung nach mehr Selbstbestimmungsrecht der Frau und mit klaren Positionen gegen sexuelle Gewalt, egal von wem ausgeübt, für das heutige "Nein ist nein" die gesellschaftspolitischen Denkgrundlagen geliefert haben. In konservativ geprägten Gesellschaften haben Frauen weit weniger zu melden. Das gilt für Länder im arabischen Raum ebenso wie für Länder in Europa mit nationalistisch-konservativen Regierungen wie Polen oder Ungarn.

        Die breite und unpolitische Zustimmung findet sich auch bei der Hochschulreife, die zwar für jedermann zugänglich sein muss aber nicht für jeden erreichbar sein kann.

        Und z.B. wirtschaftspolitische Interessen mit militärischen Mitteln im Ausland durchzusetzen, ist eher die Folge eines neoliberalen, wirtschaftshörigen Denkens als von echtem Konservatismus.

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