In Deutschland haben ungeborene das Recht auf Leben nach Art. 2 Abs. 2 Grundgesetz; anderer Ansicht kann nur sein, wem Tatsachen egal sind.

    • (1) 27.04.18 - 10:06

      Beweis:

      https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_2.html

      "(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit."

      Unklar könnte hier sein, wer "jeder" ist; z.b. fällt ein männlicher geborener Mensch unter "jeder"? ein weiblicher geborener Mensch? ein geborener Mensch, der ein Pastafari ist?

      Hierfür ist die juristische Auslegung des Begriffs erforderlich.

      Hinsichtlich den Beispielfragen gibt es da keine Meinungsverschiedenheiten, "jeder" schließt in dem Satz Männer, Frauen und sogar Pastafari mit ein.

      Fällt ein ungeborenes der menschlichen Spezies im individuellen Sinne unter "jeder"?

      Das ist in gewissem Maße strittig gewesen; es gibt auch andere Länder, die bei einer vergleichbaren Ausleungssituation zu einem klaren Nein kommen, also dass nach derem Recht ein ungeborenes juristisch kein Recht auf Leben hat.

      Jedoch sieht Art. 93 Abs. 1 GG vor, dass solche Strittigkeiten über die Auslegung des GGs bindend vom Bundesverfassungsgericht entschieden werden:

      https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_93.html
      "(1) Das Bundesverfassungsgericht entscheidet:

      1.
      über die Auslegung dieses Grundgesetzes aus Anlaß von Streitigkeiten über den Umfang der Rechte und Pflichten eines obersten Bundesorgans oder anderer Beteiligter, die durch dieses Grundgesetz oder in der Geschäftsordnung eines obersten Bundesorgans mit eigenen Rechten ausgestattet sind;"

      Insofern das Bundesverfassungsgericht sich in dieser Funktion in irgendeiner Weise auf eine Auslegung von "jeder" in Art. 2 Abs. 2 GG festgelegt hat, gilt diese juristisch bindend.

      Eine solche Entscheidung gab es, nämlich 1993, Bayern hatte gegen die Neuregelung von § 218 des Bundes geklagt (womit das obige "Streitigkeiten über den Umfang der Rechte und Pflichten eines obersten Bundesorgans" erfüllt ist).

      Das Ergebnis ist hier auf dejure:
      https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=28.05.1993&Aktenzeichen=2%20BvF%202%2F90

      wobei der erste Link eine frei zugängliche Volltextveröffentlichung ist:

      http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv088203.html

      "1. Das Grundgesetz verpflichtet den Staat, menschliches Leben, auch das ungeborene, zu schützen. Diese Schutzpflicht hat ihren Grund in Art. 1 Abs. 1 GG; ihr Gegenstand und - von ihm her - ihr Maß werden durch Art. 2 Abs. 2 GG näher bestimmt. Menschenwürde kommt schon dem ungeborenen menschlichen Leben zu. Die Rechtsordnung muß die rechtlichen Voraussetzungen seiner Entfaltung im Sinne eines eigenen Lebensrechts des Ungeborenen gewährleisten. Dieses Lebensrecht wird nicht erst durch die Annahme seitens der Mutter begründet.
      2. Die Schutzpflicht für das ungeborene Leben ist bezogen auf das einzelne Leben, nicht nur auf menschliches Leben allgemein."

      Womit bindend entschieden ist, dass "jeder" in

      "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit."

      eben auch individuell ungeborene umfasst.

      Ende Beweis.

      Leugnen kann man das nur, wenn einem Tatsachen egal sind.


      Ergänzende Anmerkungen:

      - daraus folgt keine Festlegung, ob und wann Abtreibung verboten sein müsste, ob und wann Abtreibung wie zu bestrafen wäre und/oder dass es sich bei Abtreibung um "Mord" handelt

      - aufgrund von Art. 5 GG steht es natürlich jedem Menschen frei die Meinung zu haben, dass das Bundesverfassungsgericht da hanebüchenen Blödsinn entschieden habe; aber das ändert nichts daran, dass ungeborene juristisch das Recht auf Leben nach Art. 2 Abs. 2 GG haben

      - dieses bindet rechtlich nur den Staat; einzelne BürgerInnen können nur gebeten werden, doch bitte auch ungeborene das Recht auf Leben nicht abzusprechen; ob die das dann tun, ist deren Entscheidung

      - wer aber letzteres macht, der/die muss sich begründet vorhalten lassen, in dem Punkt sich vom Grundgesetz verabschiedet zu haben

            • Nö; das ist ein Beweis.

              Hätte kein Problem damit, dass - sprachlich vielleicht noch überarbeitet und Rechtsschreibfehler korrigiert - so vor Gericht zu bringen; und die Gegenseite würde vermutlich nichts dagegen sagen, weil da nicht viel dagegen gesagt werden kann.

              • Na dann viel Spaß damit, die Gerichte werden sicher sehr erfreut sein sich mit so einem Spinner rumschlagen zu müssen #rofl#rofl#rofl

                Es gibt sehr viele militante Abtreibungsgegner, meinst du nicht, dass die sicher schon auf dem rechtlichen Weg versucht haben Abtreibungen zu verbieten und dazu irgendwelche angeblichen Gesetze herangezoegn haben? #gruebel#augen

                Aber zum Glück scheint wohl jedem der etwas Hirn hat klar zu sein, dass die Rechte einer Frau mehr wert sind als die einer befruchteten Eizelle. Und by the way, auch in Ländern wo Abtreibungen verboten sind, schaffen es verzweifelte Frauen ihre ungewollten Schwangerschaften auf irgendwelchen Wegen zu beenden. #aha Ist das besser? Wo vielleicht auch noch die Frauen drauf gehen?

                Manche Menschen sind so dumm #klatsch#klatsch#klatsch

                • "Es gibt sehr viele militante Abtreibungsgegner, meinst du nicht, dass die sicher schon auf dem rechtlichen Weg versucht haben Abtreibungen zu verbieten und dazu irgendwelche angeblichen Gesetze herangezoegn haben? #gruebel#augen"

                  Da du dich an Dummheit störtst, weise ich mal auf diesen Satz aus meinem Eingangsposting hin:

                  "- daraus folgt keine Festlegung, ob und wann Abtreibung verboten sein müsste, ob und wann Abtreibung wie zu bestrafen wäre und/oder dass es sich bei Abtreibung um "Mord" handelt"

                  Ergo können militante Abtreibungsgegner daraus, dass ungeborene das Recht auf Leben haben, keinen juristisch brauchbaren Ansatz entwicklen, um z.b. eine strenge Abtreibungsregelung über Gericht zu erzwingen; haben einige sogar auf Umwegen versucht und sind gescheitert.

                  • Ich frage mich auch wie sherlock, was du damit dann bezwecken willst #gruebel

                    • Ich habe wem im Prinzip versprochen hier im Forum einen Beweis hinzuhauen, dass ungeborene das Recht auf Leben haben.

                      Das war der Zweck.

                      Antworten gibt es hier von mir hauptsächlich, da ich Gelegenheit bieten will, eventuelle Unklarheiten beim Beweis zu klären.

                      • >>"(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit."<<

                        wie siehst du es, wenn bei einem Ungeborenen die körperliche Unversehrtheit nicht gegeben ist?

                        • Ich bin auch dann dafür, die Tötung zu unterlassen.

                          Insoweit damit gemeint ist, dass das ungeborene äußerst schwer behindert und/oder tatsächlich nicht lebensfähig ist, habe ich aber kein Problem damit, dass der Staat da durch § 218a Abs. 2 StGB von einem Unwerturteil gegenüber der Schwangeren absieht.

                          Ich sehe nur die Schwachstelle, dass damit alle anderen den Eindruck haben, es sei ok, die Tötung von ungeborenen behinderten Kindern von Schwangeren einzufordern.

              (12) 27.04.18 - 10:51

              Genau!

              Und in vierzig Jahren Abtreib8ngsdiskussion mussten die Abteibungsgegner auf den genialen parzifal warten, damit sie endlich eine schlüßige Argumentation haben um ihre Vorstellungen durchzusetzen.

              Na dann!

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